Der Artikel beinhaltet eine ausführliche Darstellung der spanischen Fußballnationalmannschaft der Frauen bei Europameisterschaften und den Qualifikationen dazu. Spanien nahm erstmals an der Qualifikation für die EM 1987 teil und konnte sich für vier Endrunden qualifizieren, in denen sie bisher dreimal mit nur einem gewonnenen Spiel die Gruppenphase überstanden, aber im ersten K.-o.-Spiel scheiterten. Das beste Abschneiden ist bisher das Erreichen des Halbfinales bei der ersten Endrundenteilnahme 1997, als das Halbfinale das erste K.-o.-Spiel war.

Übersicht Jahr Gastgeberland Teilnahme bis... Gegner Ergebnis Trainer Bemerkungen und Besonderheiten 1984 keine Endrundenicht teilgenommen 1987 Norwegen nicht qualifiziert - In der Qualifikation an Italien gescheitert. 1989 Deutschland nicht qualifiziert - In der Qualifikation an Frankreich und der Tschechoslowakei gescheitert, die sich auch nicht qualifizieren konnten. 1991 Dänemark nicht qualifiziert - In der Qualifikation an Dänemark und Italien gescheitert. 1993 Italien nicht qualifiziert - In der Qualifikation an Schweden gescheitert, das sich auch nicht qualifizieren konnte. 1995 keine Endrunde nicht qualifiziert - In der Qualifikation an England gescheitert. 1997 Norwegen/Schweden Halbfinale Italien - Ignacio Quereda Kein Spiel um Platz 3 2001 Deutschland nicht qualifiziert - In den Playoffs an Dänemark gescheitert 2005 England nicht qualifiziert - In der Qualifikation an Dänemark und Norwegen gescheitert. 2009 Finnland nicht qualifiziert - In den Playoffs an der Niederlande gescheitert, die sich damit erstmals qualifizieren konnte. 2013 Schweden Viertelfinale Norwegen - Ignacio Quereda 2017 Niederlande ViertelfinaleÖsterreich - Jorge VildaGegner in der Vorrunde waren Portugal, England und Schottland. 2022 England Viertelfinale England – Jorge Vilda Gegner in der Qualifikation waren Tschechien, Polen, die Republik Moldau und Aserbaidschan. Bei der Endrunde trifft die spanische Mannschaft auf Dänemark, Deutschland und Finnland. 2025 Schweiz FinaleEngland 2. Montserrat Tomé Als Gruppensieger der Qualifikation vor Dänemark, Belgien und Tschechien qualifiziert. Finalniederlage im Elfmeterschießen.

Die Turniere EM 1984 Für die erste Europameisterschaft hatten der spanische Verband noch keine Mannschaften gemeldet. Die Spanierinnen machten ihr erstes Länderspiel erst, nachdem die Qualifikation bereits begonnen hatte.

EM 1987 in Norwegen Bereits im selben Jahr begann die Qualifikation für die nächste Europameisterschaft, für die wieder nur 16 Mannschaften gemeldet hatten, darunter auch Spanien. Spanien traf auf Italien, Ungarn und die Schweiz. Spanien startete mit vier Niederlagen, gewann dann in der Schweiz mit 3:0 und holte am Ende auch noch in Italien einen Punkt. Als Gruppendritter schieden sie damit aus. Gruppensieger Italien war für die Endrunde qualifiziert und wurde dort Dritter.

EM 1989 in Deutschland Ein Jahr nach dem Aus in der vorherigen Qualifikation begann die Qualifikation für die nächste Endrunde. Spanien, das nun von Ignacio Quereda trainiert wurde, traf auf Frankreich sowie erstmals die Tschechoslowakei, Belgien und Bulgarien, gegen das die Qualifikation mit einem 1:1 begonnen wurde. Danach wechselten zunächst Niederlagen und Siege sich ab: Nach einer 0:1-Niederlage in der Tschechoslowakei folgte ein 1:0 gegen Belgien, dann ein 1:3 gegen Frankreich und ein 1:0 gegen Bulgarien. Mit einem torlosen Remis in Frankreich wurde der letzte Punkt geholt, denn die beiden letzten Spiele wurden verloren, so dass am Ende nur der vierte Platz herauskam. Gruppensieger Frankreich scheiterte dann im erstmals durchgeführten Viertelfinale an Italien, die zweitplatzierten Tschechoslowakinnen am späteren Europameister Deutschland.

EM 1991 in Dänemark In der Qualifikation für die folgende EM-Endrunde trafen die Spanierinnen auf Dänemark sowie wieder Italien und die Schweiz. Spanien konnte diesmal kein Spiel gewinnen, zwei torlose Remis waren die beste Ausbeute. Spanien hatte als Gruppenletzter dadurch auch die erste Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen 1991 in China verpasst. Gruppensieger Dänemark setzte sich im Viertelfinale gegen die Niederlande durch und durfte die Endrunde ausrichten. Die zweitplatzierten Italienerinnen konnten Schweden aufgrund der Auswärtstorregel ausschalten. Beide trafen sich dann im Spiel um Platz 3 wieder.

EM 1993 in Italien An der Qualifikation für die folgende EM nahmen schon 23 Mannschaften teil. Um sich für das Viertelfinale zu qualifizieren, musste Spanien in der Gruppenphase erstmals gegen Irland und Schweden spielen, gegen das die Qualifikation mit einer 0:4-Niederlage begann. Nach einem 0:1 gegen Irland konnte in Irland mit 1:0 gewonnen und in Schweden ein 1:1 erreicht werden. Damit waren die Spanierinnen Gruppenzweite, aber nur die Gruppensieger erreichten das Viertelfinale, in dem Gruppensieger Schweden dann an den Däninnen scheiterte.

EM 1995 1993 begann mit nun 29 Mannschaften die Qualifikation für die nächste Europameisterschaft, die wieder und letztmals ohne Endrunde ausgetragen wurde. Spanien traf erstmals auf England und Slowenien, das erstmals teilnahm, sowie Belgien. Spanien begann mit drei torlosen Remis gegen Belgien und England (zweimal), dann gelang mit dem 17:0 gegen Slowenien der höchste Länderspielsieg, womit Spanien einen bis zum 24. September 1995 gültigen Weltrekord aufstellte, der auch noch von keiner europäischen Mannschaft überboten wurde. Auch die beiden letzten Spiele wurden ohne Gegentor gewonnen. Damit hatten England und Spanien beide 29:0 Tore, England aber einen Sieg mehr und ein Remis weniger und war Gruppensieger. Spanien hatte damit auch die zweite WM der Frauen verpasst. Im Viertelfinale konnte sich England dann gegen Island für das Halbfinale qualifizieren, das wie 1984 mit Hin- und Rückspiel ausgetragen wurde. Dort scheiterten sie aber an Deutschland.

EM 1997 in Norwegen und Schweden Die Qualifikation für die nächste EM-Endrunde, für die nun schon 34 Mannschaften gemeldet hatten und die erstmals mit acht Mannschaften ausgetragen wurde, bekam einen neuen Modus. Auf Grund der unterschiedlichen Spielstärke der gemeldeten Mannschaften wurde die Qualifikation in zwei Kategorien eingeteilt. Die 16 stärksten Mannschaften, zu denen auch Spanien gehörte, spielten um die direkte Qualifikation, die 18 schwächeren Mannschaften um die Möglichkeit bei der nächsten Qualifikation in der höheren Kategorie zu spielen. Im ersten Spiel traf Spanien auf Dänemark und verlor mit 0:1. Danach traf Spanien auf Rumänien und gewann 5:1. Nach einer weiteren Niederlage gegen Dänemark, folgten Remis in Rumänien und Schweden. Dann wurde das letzte Heimspiel mit 0:8 gegen Schweden verloren, was für die Spanienerinnen bis heute die höchste Niederlage ist. Damit war Spanien als Gruppendritter für die Playoffs gegen England qualifiziert. Nach einem 2:1-Heimsieg reichte ein 1:1 im Rückspiel um sich erstmals für die Endrunde zu qualifizieren. Schweden war als Gruppensieger direkt qualifiziert, Dänemark als Zweiter setzte sich in den Playoffs gegen Portugal durch und durfte auch zur Endrunde.

Schweden und Norwegen richteten dann erstmals gemeinsam die Endrunde aus, bei der es auch erstmals eine Gruppenphase gab. Spanien spielte dabei in beiden Ländern und traf zunächst in der Gruppenphase in Schweden auf zwei weitere EM-Neulinge und Qualifikationsgegner Schweden. Im ersten Spiel war Frankreich der Gegner und beim 1:1 gelang Isabel Parejo das erste Endrundentor für die Spanierinnen.Frankreich - Spanien 1:1 (0:1) Danach wartete Qualifikationsgegner Schweden, und da die Spanierinnen offensichtlich aus dem 0:8 gelernt hatten, verloren sie diesmal durch ein Eigentor von Judith Corominas nur mit 0:1. Mit einem 1:0 gegen Russland, bei dem wieder Parejo das einzige Tor schoss, wurde Spanien sogar noch Gruppenzweiter, da sie gegenüber den punktgleichen Französinnen die bessere Tordifferenz hatten. Im Halbfinale in Norwegen verloren sie dann mit 1:2 gegen Italien, wobei diesmal Ángeles Parejo das Tor für Spanien erzielte.Italien - Spanien 2:1 (2:0) Italien verlor dann das Finale gegen Titelverteidiger Deutschland.

EM 2001 in Deutschland In der Qualifikation für die EM 2001 spielten die Spanierinnen wieder in der höheren Kategorie und trafen auf zwei alte Bekannte: Frankreich und Schweden sowie erstmals die Niederlande. Spanien verlor zum Auftakt das Heimspiel gegen Schweden mit 2:5, wobei aber erstmals zwei Tore gegen die Schwedinnen gelangen. Nach einem 0:1 in Frankreich und einem 1:1 gegen die Niederlande gelang dann mit dem 2:1 in den Niederlanden der einzige Sieg. Denn danach folgte eine 1:2-Heimniederlage gegen Frankreich und ein 0:7 in Schweden. Als Gruppendritte durften die Spanierinnen aber an den Playoffs teilnehmen, verloren aber zweimal gegen Dänemark. Frankreich war als Gruppensieger direkt für die Endrunde qualifiziert, während sich Schweden in zwei Playoffspielen gegen Finnland ebenfalls qualifizieren konnte und dann bei der Endrunde im Finale erst durch ein Golden Goal an Titelverteidiger Deutschland scheiterte.

EM 2005 in England Für die EM 2005 wurde der Gastgeber erstmals vorab festgelegt und England erhielt den Zuschlag für die Austragung. In der Kategorie A spielten diesmal 20 Mannschaften in vier Fünfergruppen und Spanien traf erstmals auf Norwegen sowie auf Dänemark, die Niederlande und Belgien. Die Spanierinnen starteten mit einem 1:0-Sieg in den Niederlanden, verloren dann aber das Heimspiel gegen Norwegen mit 0:2. Ein 9:1 gegen Belgien weckte dann wieder Hoffnungen, dies blieb aber der einzige Sieg. Danach reichte es nur noch zu einem torlosen Remis gegen die Niederlande, alle anderen Spiele wurden verloren, ohne dabei ein Tor zu erzielen. Als Gruppendritte schieden die Spanierinnen damit aus. Gruppensieger Dänemark erreichte direkt die Endrunde, der Gruppenzweite Norwegen über die Playoffs gegen Island um dann erst im Finale wieder einmal gegen Deutschland zu verlieren.

EM 2009 in Finnland Die EM 2009 fand in Finnland statt. Erstmals nahmen zwölf Mannschaften am Turnier teil. Geändert wurde auch der Qualifikationsmodus. Die 1. Qualifikationsrunde bestritten nur die 20 schwächsten Nationalmannschaften. Spanien musste erst in der zweiten Runde eingreifen und traf in einer Fünfergruppe auf England sowie erstmals Tschechien, Belarus und Nordirland. Die Spanierinnen verloren nur das Spiel in England und gaben zudem nur noch bei den 2:2-Remis in Tschechien und im letzten Spiel gegen England Punkte ab. Alle anderen Spiele wurden gewonnen. Als Gruppenzweite trafen sie dann in den Playoffs auf die Niederlande, verloren aber beide Spiele mit 0:2, wodurch sich die Niederländerinnen erstmals für die Endrunde qualifizierten. Diese hatte England als Gruppensieger direkt erreicht und gelangte bis ins Finale, das aber mit 2:6 gegen Titelverteidiger Deutschland verloren wurde. Die drittplatzierten Tschechinnen scheiterten dagegen in den Playoffs an Italien.

EM 2013 in Schweden