Hans Philipp August von Luck (* 26. März 1775 in Müncheberg; † 8. Januar 1859 in Potsdam) war ein preußischer General der Infanterie und Ritter des Schwarzen Adlerordens.

Leben Herkunft Hans Philipp August von Luck stammte aus einer Familie des schlesischen UradelsSiehe Literatur: Walter von Hueck: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser. A. 1981. Band XVI | 76 - GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 1981, S. 245., die mit Thymo de Luccene 1253 zuerst urkundlich erscheint und sich später über die Neumark und Großpolen weiter verbreitet. Er war der Sohn des Geheimrates und Kammerpräsident der preußischen Regierung in Kleve Ludolf Wilhelm von Luck und Witten (1742–1820) und dessen Ehefrau Friederike Christiane Sophie, geborene von Goertzke (1738–1801) aus dem Hause Friedersdorf bei Seelow. Hans von Luck hatte mehrere Geschwister. Seine Schwester Wilhelmine war in zweiter Ehe mit dem Gutsbesitzer und Generalmajor Freiherr Ernst (Ernst Friedrich) von Troschke verbunden, seine jüngere Schwester Friederike wiederum mit dem Landrat August von Briest, dem Letzten seines Adelsgeschlechts.

Militärkarriere Luck war seit Juli 1785 zunächst Kadett in Berlin und kam zwei Jahre später an die École militaire. Dort erlernt er u. a. die französische Sprache. Am 28. Februar 1793 wurde er als Fähnrich im Infanterieregiment „Jung-Schwerin“ der Preußischen Armee angestellt. Da es sich bei diesem Truppenteil um ein immobiles Regiment handelte, bat Luck um seine Versetzung. Er kam daraufhin am 19. Januar 1794 zum Infanterieregiment „von Knobelsdorff“, das zu diesem Zeitpunkt im Winterquartier bei Nierstein lag. Während des Feldzuges 1794/95 gegen das revolutionäre Frankreich nahm er als Sekondeleutnant und Ordonnanzoffizier an der Schlacht bei Kaiserslautern sowie dem Gefecht bei Johanniskreuz teil. Anfang Januar 1797 wurde Luck Adjutant beim Grenadierbataillon „von Rabiel“ in Potsdam. Neben dem Truppendienst widmete er sich die kommenden Jahre militärwissenschaftlichen Studien. Für zwei Jahre war Luck 1803/05 Gouverneur bei der École militaire in Berlin und wurde anschließend als Stabskapitän in das Füsilierbataillon „von Pelet“ nach Bunzlau versetzt. Mit diesem Bataillon nahm er 1806 während des Vierten Koalitionskrieges am Gefecht bei Saalfeld und der Schlacht bei Jena teil. Nach der Niederlage der preußischen Truppen schlug er sich nach Danzig durch und wirkte hier an der Verteidigung der Stadt mit.

Nach dem Frieden von Tilsit folgte am 17. Februar 1809 seine Versetzung in das 1. Schlesische Infanterie-Regiment. Hier avancierte Luck am 22. November 1809 zum Kapitän und Chef der Leibkompanie. Drei Monate später wurde er von diesem Posten entbunden und König Friedrich Wilhelm III. ernannte ihn zu seinem Flügeladjutanten. Unter gleichzeitiger Beförderung zum Major kommandierte man Luck am 21. Juli 1810 als militärischer Begleiter zum Kronprinzen. Zunächst noch in Vertretung, wurde Luck schließlich 1813 zum Gouverneur des Kronprinzen ernannt. In dieser Stellung war er während der Befreiungskriege zunächst im Hauptquartier von Blücher und beteiligte sich an den Schlachten bei Großgörschen und Bautzen. Während des Herbstfeldzuges 1813 wechselt Luck mit dem Kronprinzen in das Hauptquartier von Kleist über und nahm in den folgenden Monaten an den Schlachten bei Leipzig, Brienne sowie Bar-sur-Aube teil. Zwischenzeitlich zum Oberst aufgestiegen, zeichnete ihn der König nach der Schlacht bei Paris persönlich mit dem Eisernen Kreuz I. Klasse aus. Unter Belassung in seiner bisherigen Stellung wurde Luck am 20. April 1814 zum Chef der 9. Brigade im II. Armee-Korps ernannt. Krankheitsbedingt erhielt er knapp zwei Monate später die Erlaubnis zur Wiederherstellung seiner Gesundheit nach Bad Pyrmont zu gehen. Im September war Luck wieder dienstfähig und der König ernannte ihn daraufhin zum Brigadechef bei der mobilen Armee am Rhein. Diese Brigade führte er bis zum Beginn des Sommerfeldzuges 1815, um anschließend die 11. Brigade im III. Armee-Korps zu übernehmen. In der Schlacht bei Waterloo konnte er sich mit seinen Truppen besonders bewähren.

Vor dem Zweiten Pariser Frieden wurde Luck nach Münster beordert und am 2. Oktober 1815 zum Generalmajor befördert. Aus seiner Brigade formierte sich im September 1818 die 13. Division, als deren erster Kommandeur Luck bis 1834 fungierte. Zwischenzeitlich war er am 18. Juni 1825 zum Generalleutnant befördert und mit dem Roten Adlerorden I. Klasse mit Eichenlaub ausgezeichnet worden. Für den verstorbenen General Georg Wilhelm von Valentini wurde Luck am 2. Oktober 1834 zum Generalinspekteur des Bildungswesens ernannt. Daneben wirkte er auch als Mitglied der Kommission für die Prüfung militärwissenschaftlicher und technischer Gegenstände. Zudem wurde ihm 1837 auch der Vorsitz der Obermilitärexaminationskommission übertragen. Luck reformierte das Militärbildungswesen in den Bereichen der Kadettenanstalten und der Allgemeinen Kriegsschule in wichtigen Punkten. So waren bspw. sich als Fahnenjunker meldende Abiturienten von der Fähnrichsprüfung befreit und der Ausbildungsgang des Kadettenkorps wurde dem der Gymnasien angepasst.

Nach dem Tod von König Friedrich Wilhelm III. ernannte ihn der ehemalige Kronprinz und nunmehrige König Friedrich Wilhelm IV. unter Belassung in der Stellung als Generalinspekteur zum Generaladjutanten. Mit Patent vom 7. April 1842 wurde Luck am 31. März 1842 zum General der Infanterie befördert. Anlässlich seines 50-jährigen Dienstjubiläums schlug ihn Friedrich Wilhelm IV. am 28. Februar 1843 zum RitterRudolph Graf Stillfried von Rattonitz: Liste der Ritter des Königlich Preußischen Hohen Ordens vom Schwarzen Adler. VI. Von Seiner Majestät dem Könige Friedrich Wilhelm IV. ernannte Ritter. Königlich Geheime Ober-Hofbuchdruckerei (R. L. v. Decker), Berlin 18. Juni 1871, S. 58. des Schwarzen Adlerordens. Als besonderer Gunstbeweis überreichte der König dabei seinen eigenen Ordensstern mit der Bestimmung, das dieser von Luck immer anzulegen sei. Für vier Jahre war Luck schließlich noch Präses der General-Ordens-Kommission, bis er am 7. September 1848 von dieser seiner letzten amtlichen Stellung entbunden wurde.

Seine allerletzten Lebensjahre verlebte er zurückgezogen in der Villa Quandt in Potsdam, die ihm der König als Ruhesitz zur Verfügung gestellt hatte.

AufnahmeJohanniterorden (Hrsg.): Liste der Mitglieder der Balley Brandenburg des Ritterlichen Ordens St. Johannis vom Spital zu Jerusalem. . Verlag Martin Berendt, Berlin 1859, S. 12. u. S. 108. als Ritter des Königlich Preußischen St. Johanniter-Orden fand Herr von Luck bereits 1812. Er war mit Friedrich Wilhelm Ludwig von dem Knesebeck auf Gut Jühnsdorf bei Berlin der dienstälteste noch lebende Ehrenritter des Johanniterordens 1852/1853 der Brandenburgischen Provinzial-Genossenschaft der Kongregation. Zuletzt war Johanniter von Luck Rechtsritter.Marcelli Janecki: Handbuch des Preußischen Adels. Band 1, Hrsg. Kgl. Herolds-Amt, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1892, S. 362–363.

Familie Luck hatte sich am 8. November 1815 in der Madeleine in Paris mit Cécile de Saint-Luce Oudaille (1798–1857) verheiratet. Aus dieser Ehe gingen sieben Kinder hervor:

Ludolf (1817–1895), preußischer Staatsanwalt und PolitikerSiehe Literatur: Walter von Hueck: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser. A. 1981. Band XVI | Band 76-Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 1981, S. 265. ⚭ 1847 Julie Ebers (1822–1848) ⚭ 1860 Ida von Barner (1826–1898) Ferdinand (1818–1878), preußischer Oberst a. D. Gustav (1820–1867), preußischer Major a. D. ⚭ 1844 Luise von der Lanken-Wakenitz Cäcilie (* 1822) ⚭ 1848 August Freiherr von Ketteler († 27. Juli 1853), Major a. D. Fritz (1825–1883), preußischer Major a. D., Sekretär der Geheimen Kriegskanzlei Eduard (1828–1858), katholischer Pfarrer, Franziskaner Luise (1833–1873) ⚭ Hermann von Schenck (1824–1911), preußischer Generalleutnant

Literatur Walter von Hueck, Friedrich Wilhelm Euler, Johann Georg von Rappard: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser. A (Uradel). 1981. Band XVI, Band 76 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 1981, S. 263–267. (Mit Portrait b. S. 257). Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der Deutschen Adelsgenossenschaft (DAG). Teil A (Uradel). 1939. Jahrgang 38, Justus Perthes, Gotha 1938. Kurt von Priesdorff: Soldatisches Führertum. Band 4, Hanseatische Verlagsanstalt Hamburg, o. O. [Hamburg], o. J. , , S. 403–410, Nr. 1364. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Der in Deutschland eingeborene Adel (Uradel). 1906. Siebenter Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1905, S. 455 ff. Marcelli Janecki (Red. zug.): Jahrbuch des Deutschen Adels. Zweiter Band, Hrsg. Deutsche Adelsgenossenschaft, Vaterländische Verlagsanstalt-W. T. Bruer, Berlin 1898, S. 487 f.

Theodor von Troschke (sein Neffe): Aus dem Leben des General v. Luck. Berlin 1863. Auch, In: Martin Runkel (Hrsg.): Preußisches Jahrbuch. Jg. 3. Verlag von Th. Chr. Fr. Enslin, Berlin 1862.R. de l' Homme de Courbiere (Hrsg.): Militärische Blätter. №. 44-V. Jahrgang-Heft, G. Bernstein-Verlag G. Stilke-Rudolf Wagner, Berlin, Dienstag, 3. November 1863, S. 142.

Einzelnachweise

Kategorie:General der Infanterie (Königreich Preußen) Kategorie:Person in den Koalitionskriegen (Preußen) Kategorie:Ritter des Schwarzen Adlerordens Kategorie:Rechtsritter (Johanniterorden) Kategorie:Träger des Königlich Preußischen St. Johanniterordens Kategorie:Träger des Roten Adlerordens 1. Klasse Kategorie:Träger des Guelphen-Ordens Kategorie:Träger des ö.k. Leopold-Ordens (Komtur) Kategorie:Träger des Alexander-Newski-Ordens (Russisches Kaiserreich) Kategorie:Träger des Ordens des Heiligen Georg Kategorie:Träger des Ordens des Heiligen Wladimir Hans Kategorie:Preuße Kategorie:Geboren 1775 Kategorie:Gestorben 1859 Kategorie:Mann