Der Artikel beinhaltet eine ausführliche Darstellung der schwedischen Fußballnationalmannschaft der Frauen bei Europameisterschaften und den Qualifikationen dazu. Schweden nahm immer an der Qualifikation teil und konnte sich für neun Endrunden qualifizieren. Zudem wurde 1984 und 1995 die Finalrunde erreicht, die 1984 und teilweise 1995 mit Hin- und Rückspielen ausgetragen wurde. Schweden konnte bei der ersten Austragung den Titel gewinnen. Hinzu kommen drei zweite Plätze. Bereits 1979 nahm Schweden an der inoffiziellen Europameisterschaft teil und wurde dort Dritter.Inofficial European Women Championship 1979
Übersicht Jahr Gastgeberland Teilnahme bis… Gegner Ergebnis Trainer/in Bemerkungen und Besonderheiten 1984 keine Endrunde Finale England Europameister Ulf Lyfors Sieger durch Elfmeterschießen 1987 Norwegen Finale Norwegen Vize-Europameister Ulf Lyfors 1989 Deutschland Spiel um Platz 3 Italien Dritter Gunilla Paijkull 1991 Dänemark nicht qualifiziert – Im Viertelfinale an Italien gescheitert. 1993 Italien nicht qualifiziert – Im Viertelfinale an Dänemark gescheitert. 1995 keine Endrunde Finale Deutschland Vize-Europameister Bengt Simonson Finale in einem Spiel in Deutschland verloren 1997 Norwegen/Schweden Halbfinale Deutschland – Marika Domanski-Lyfors Kein Spiel um Platz 3 2001 Deutschland Finale Deutschland Vize-Europameister Marika Domanski-Lyfors Niederlage durch Golden Goal 2005 England Halbfinale Norwegen – Marika Domanski-Lyfors Kein Spiel um Platz 3 2009 Finnland Viertelfinale Norwegen – Thomas Dennerby 2013 Schweden Halbfinale Deutschland – Pia Sundhage Kein Spiel um Platz 3 2017 Niederlande Viertelfinale Niederlande – Pia Sundhage Gegner in der Gruppenphase waren Deutschland, Italien und Russland. 2022 England Halbfinale England – Peter Gerhardsson Gegner in der Qualifikation: Island, die Slowakei, Ungarn und Lettland. Gegner bei der Endrunde waren Titelverteidiger Niederlande, Portugal und die Schweiz in der Gruppenphase und Belgien im Viertelfinale. 2025 Schweiz ViertelfinaleEngland Peter Gerhardsson Als Play-off-Sieger der Qualifikation gegen Serbien qualifiziert.
Die Turniere EM 1984 Für die erste Europameisterschaft hatten nur 16 Mannschaften gemeldet. Da die Aufteilung der Qualifikationsgruppen nach geographischen Gesichtspunkten erfolgte, musste die schwedische Mannschaft in der Qualifikation gegen Norwegen, Finnland und Island antreten. Schweden startete am 18. August 1982 mit einem 6:0 in Finnland in die Qualifikation und gewann auch alle anderen Spiele. Dabei kassierten die Schwedinnen nur beim letzten Spiel, einem 2:1-Sieg in Norwegen ein Gegentor. Damit stand Schweden im Halbfinale und traf in zwei Spielen auf Italien. Zunächst wurde in Rom mit 3:2 gewonnen und dann auch das Rückspiel mit 2:1. Damit hatte Schweden die Endspiele erreicht, in denen England der Gegner war. Da beide ihre Heimspiele mit 1:0 gewannen, kam es im zweiten Spiel zum Elfmeterschießen, das die Schwedinnen mit 4:3 gewannen und damit erster Europameister wurden. Mit drei Toren war Pia Sundhage beste Torschützin der Endrunde.
EM 1987 in Norwegen Bereits im selben Jahr begann die Qualifikation für die nächste Europameisterschaft, für die wieder nur 16 Mannschaften gemeldet hatten. Auf eine geographische Einteilung wurde diesmal bis auf eine Ausnahme verzichtet. Schweden traf nun auf die Niederlande, Belgien und Frankreich. Schweden gewann fünf Spiele und verlor nur in den Niederlanden, die auch gegen Belgien verlor. Damit hatten die Schwedinnen am Ende mit zwei Punkten Vorsprung die Gruppe gewonnen.
Die Endrunde der besten vier Mannschaften durfte dann Norwegen ausrichten, das den Heimvorteil nutzte. Im Halbfinale kam es zunächst zur Finalrevanche von 1984 gegen England und nach erneut zähem Kampf hatten die Schwedinnen wieder das bessere Ende für sich. Im Finale verloren sie dann aber den Titel an Norwegen. Beste schwedische Torschützin bei der Endrunde war diesmal Gunilla Axén mit zwei Toren.
EM 1989 in Deutschland Bereits drei Monate nach dem Finale begann die Qualifikation für die nächste Endrunde. Wieder traf Schweden auf die Niederlande, zudem Irland und Schottland, das aber nach zwei Spielen zurückzog. Schweden konnte nur das Heimspiel gegen Irland gewinnen, spielte zudem zweimal remis und verlor das letzte entscheidende Spiel um den Gruppensieg in den Niederlanden. Als Gruppenzweite trafen sie im erstmals durchgeführten Viertelfinale auf Dänemark und gewannen in Odense mit 5:1. Damit reichte ein 1:1 im Rückspiel um die Endrunde zu erreichen. Dagegen scheiterte Gruppensieger Niederland an Norwegen, gegen das die Schwedinnen dann bei der Endrunde im Halbfinale verloren. Im kleinen Finale sicherte sich Schweden dann durch einen 2:1-Sieg nach Verlängerung gegen Italien den dritten Platz.
EM 1991 in Dänemark In der Qualifikation für die folgende EM-Endrunde trafen die Schwedinnen auf Frankreich und Polen. Schweden gewann die vier Spiele und kassierte nur bei den beiden 4:1-Heimsiegen Gegentore. Im Viertelfinale war dann Italien der Gegner und nach einem 1:1 in Malmö reichte es in Castellammare nur zu einem torlosen Remis. Damit schied Schweden aufgrund der Auswärtstorregel aus. Als bester Viertelfinal-Verlierer qualifizierten sich die Schwedinnen aber für die erste Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen 1991 in China.
EM 1993 in Italien An der Qualifikation für die folgende EM nahmen schon 23 Mannschaften teil. Um sich für das Viertelfinale zu qualifizieren, musste Schweden in der Gruppenphase wieder gegen Irland und erstmals Spanien spielen, gegen das die Qualifikation mit einem 4:0-Sieg begann. Nach einem 1:1 im Rückspiel und einem 1:0 in Irland wurde die Qualifikation mit einem 10:0 gegen Irland abgeschlossen, was erst 18 Jahre später übertroffen wurde. Im Viertelfinale waren dann die Däninnen der Gegner. Zunächst wurde im heimischen Borås mit 1:2 verloren und dann im Rückspiel nur ein 1:1 erreicht. Damit war Schweden wieder nicht für die besten Vier qualifiziert.
EM 1995 Bereits neun Monate nach dem Viertelfinalaus begann mit nun 29 Mannschaften die Qualifikation für die nächste Europameisterschaft, die wieder und letztmals ohne Endrunde ausgetragen wurde. Schweden traf erstmals auf Lettland und die Slowakei, die erstmals teilnahmen. Mit vier Siegen ohne Gegentor wurde Schweden wieder Gruppensieger. Im Viertelfinale kam es dann zur Revanche gegen die Däninnen, die diesmal zuerst zu Hause antreten mussten und mit 2:0 gewannen. Durch ein 3:0 im Rückspiel konnte sich Schweden aber für das Halbfinale qualifizieren, das wie 1984 mit Hin- und Rückspiel ausgetragen wurde. Gegner war Norwegen, das im Heimspiel mit 4:3 gewann. Mit einem 4:1-Sieg im Rückspiel konnten die Schwedinnen aber auch diese Niederlage wettmachen und ins Finale einziehen. Dieses fand in einem Spiel in Deutschland statt. Schweden ging in Kaiserslautern vor 8.500 Zuschauern zwar in der sechsten Minute durch Malin Andersson in Führung, die auch 26 Minuten lang hielt. Dann gelang Maren Meinert der Ausgleich. In der zweiten Halbzeit konnten die Deutschen dann noch zwei Tore nachlegen, bevor Anneli Andelén in der 88. Minute noch einmal nachlegen konnte. Für Deutschland war dies der dritte Titelgewinn und seitdem konnte keine andere Mannschaft den Titel gewinnen.
EM 1997 in Norwegen und Schweden Sechs Monate nach dem Finale begann für Schweden die Qualifikation für die nächste EM-Endrunde für die nun schon 34 Mannschaften gemeldet hatten und die erstmals mit acht Mannschaften ausgetragen wurde. Auf Grund der unterschiedlichen Spielstärke der gemeldeten Mannschaften wurde die Qualifikation in zwei Kategorien eingeteilt. Die 16 stärksten Mannschaften, zu denen auch Schweden gehörte, spielten um die direkte Qualifikation, die 18 schwächeren Mannschaften um die Möglichkeit bei der nächsten Qualifikation in der höheren Kategorie zu spielen. Im ersten Spiel traf Schweden wieder einmal auf Dänemark und gewann dort mit 2:1. Danach traf Schweden erstmals auf Rumänien und gewann 8:0. Gegen den dritten Gegner Spanien gab es dann beim 1:1 im Heimspiel den einzigen Punktverlust, die drei anderen Spiele wurden aber gewonnen, u. a. mit 8:0 in Spanien, was für die Spanienerinnen bis heute die höchste Niederlage ist. Damit war Schweden als Gruppensieger direkt für die Endrunde qualifiziert. Dänemark als Zweiter und Spanien als Dritter setzten sich dann in den Playoffs gegen Portugal bzw. England durch und durften auch zur Endrunde.
Schweden und Norwegen richteten dann erstmals gemeinsam die Endrunde aus, bei der es auch erstmals eine Gruppenphase gab. Schweden bestritt dabei alle Spiele auf heimischen Boden und traf in der Gruppenphase auf drei EM-Neulinge. Im ersten Spiel war zunächst Russland der Gegner und wurde mit 2:1 besiegt. Danach wartete Qualifikationsgegner Spanien, das offensichtlich aus dem 0:8 gelernt hatte und diesmal nur mit 0:1 verlor. Mit einem 3:0 gegen Frankreich schloss Schweden dann di Gruppenphase ab und traf im Halbfinale auf Titelverteidiger Deutschland. In einem lange offenen Spiel konnte Bettina Wiegmann erst in der 84. Minute das einzige Tor des Spiels erzielen. Im Finale gegen Italien konnte Deutschland dann den Titel auch verteidigen.
EM 2001 in Deutschland In der Qualifikation für die EM 2001 spielten die Schwedinnen wieder in der höheren Kategorie und trafen auf drei alte Bekannte: Frankreich, Spanien und die Niederlande. Schweden tat sich zunächst schwer, denn von den ersten drei Spielen wurde nur das Spiel in Spanien mit 5:2 gewonnen, die beiden anderen endeten remis. Nach einem 3:0-Sieg bei den Niederländerinnen, wurde in Frankreich mit 0:2 verloren, dann aber in Spanien mit 7:0 gewonnen. Dies reichte aber nur zum zweiten Platz hinter Frankreich, das kein Spiel verloren hatte. Damit mussten Schweden in die Playoffs gegen Finnland und gewann beide Spiele (5:2 und 5:1). Spanien scheiterte dagegen in den Playoffs an Dänemark.
Bei der Endrunde in Deutschland wurde im ersten Gruppenspiel mit 1:3 gegen die Gastgeberinnen verloren. Dabei hatte Hanna Ljungberg ihre Mannschaft bereits in der 14. Minute in Führung gebracht, die aber nur 30 Minuten hielt. Kurz vor dem Halbzeitpfiff musste zunächst der Ausgleich und dann in der zweiten Halbzeit noch zwei Tore kassiert werden. Im zweiten Spiel gegen England wurde dann mit 4:0 gewonnen. Mit einem 1:0 im letzten Spiel gegen Russland sicherte sich die Mannschaft dann den zweiten Platz. Im Halbfinale trafen die Schwedinnen dann wieder einmal auf Dänemark und Tina Nordlund sicherte mit ihrem Tor in der 9. Minute den Finaleinzug. Hier war dann wieder Deutschland der Gegner. Da beiden diesmal in 90 Minuten kein Tor gelang, kam es zur Verlängerung mit Golden-Goal-Regel, durch die die Deutschen dann den Titel verteidigten. Zwei Jahre später standen sich dann beide im WM-Finale wieder gegenüber und erneut gewannen die Deutschen durch ein Golden Goal.
EM 2005 in England Für die EM 2005 wurde der Gastgeber erstmals vorab festgelegt und England erhielt den Zuschlag für die Austragung. In der Kategorie A spielten diesmal 20 Mannschaften in vier Fünfergruppen und Schweden traf auf Italien, Finnland, die Schweiz und erstmals Serbien und Montenegro. Die Schwedinnen starteten mit sechs Siegen und waren damit vorzeitig für die Endrunde qualifiziert, verloren dann aber in Italien und gaben auch im letzten Spiel in Finnland noch einen Punkt ab. Italien als Zweiter und Finnland als Dritter konnten sich in den Playoffs dann aber ebenfalls qualifizieren.