Jiří Polák (* 1948 in Prag; † 2014) war ein tschechisch-deutscher Schriftsteller, Dramaturg, Drehbuch- und Hörspielautor.

Leben Jiří Polák wurde als Sohn des Malers und Wirtschaftswissenschaftlers Ota Šik geboren. Sein jüngerer Bruder ist der Schweizer Architekt, Architekturtheoretiker und Professor Miroslav Šik. Polák absolvierte die Film- und Fernsehfakultät der Akademie der Musischen Künste in seiner Geburtsstadt und schloss sie unter seinem Lehrer Milan Kundera als diplomierter Drehbuchautor und Dramaturg ab. Von 1973 bis 1976 arbeitete Polák als Redakteur beim Zentralen Filmverleih Prag, bevor er von 1976 bis 1980 mit einem Berufsverbot belegt wurde. In dieser Zeit schrieb Polák unter verschiedenen Pseudonymen.Website von Jiří Polák, abgerufen am 15. November 2015

Nach seiner Ausbürgerung aus der damaligen Tschechoslowakei im Jahr 1980 siedelte Polák in die Bundesrepublik Deutschland über und nahm die deutsche Staatsbürgerschaft an. Hier arbeitete er zunächst 1982 als Gastdramaturg am Theater Freiburg, von 1985 bis 1989 war er Dozent für Dramaturgie und Drehbuchschreiben an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (dffb). Ab 1989 wirkte Polák freischaffend, war aber auch weiterhin für die dffb tätig.

Polák schrieb unter anderem Drehbücher für die ZDF-Filme King of Evergreen und Tote sterben niemals aus, für die Tatort-Episode Ein Hauch von Hollywood und den Kurzfilm Alice im Niemandsland. Für die Bühne entstand 1995 neben anderen Arbeiten das Stück So nah – so fern, das am Schauspiel Leipzig uraufgeführt wurde und als bester deutscher Beitrag beim 1. Europäischen Dramatiker Wettbewerb lief. Daneben schrieb Polák eine ganze Reihe von Hörspielen für verschiedene Hörfunk-Sender.

Jiří Polák lebte zuletzt in Berlin.Info in der ARD-Hörspieldatenbank, abgerufen am 15. November 2015

Schriften 1968: Sechzehn Katzen der Jungfrau Katty, Erzählung, Literaturmagazin Plamen, Prag 1982: Gesprächsführung oder Eine totale Lehrerin, Erzählung, Freiburger Lesebuch 2004: Paradies ist teuer, Kurzkrimi, Edition Karo, Berlin 2004: Fremde Tochter, fremdes Glück, Kurzkrimi, Edition Karo, Berlin 2005: Weihnachtsleichen, Kurzkrimi, Edition Karo, Berlin 2012: Wolfsgrenze, Roman, Leipziger Literaturverlag, ISBN 978-3-86660-143-7

Hörspiele 1982: Reise ins Paradies – Regie: Heinz Wilhelm Schwarz 1983: Die Tote trug ein dunkelblaues Kleid – Regie: Heinz Wilhelm Schwarz 1986: Wie ein Wasserhahn – Regie: Hein Bruehl 1987: Sonntag im Urwald – Regie: Hein Bruehl 1988: Feuer am Bodensee – Regie: Ulrike Brinkmann 1990: Das Glück des Voyeurs – Regie: Klaus-Michael Klingsporn 1991: Der Hunger des Kellners – Regie: Stefan Dutt 1993: Siesta – Regie: Karlheinz Liefers 1993: Liberti, der letzte Hund der Königin – Regie: Angeli Backhausen 1994: Café Lustgarten oder Rituale des Abendlandes – Regie: Klaus-Michael Klingsporn 2003: Korridor Drei – Regie: Christoph Pragua 2005: Neues vom Todesstreifen – Regie: Christoph Pragua 2008: Der Pianist – Regie: Jörg Schlüter 2008: Aus den Fugen (2. Folge: Casting ist alles) – Regie: Jürgen Dluzniewski 2009: Wer hat Angst vorm bösen Wolf? – Regie: Fabian von Freier 2013: Der Pianist im Tempel – Regie: Christoph Pragua

Auszeichnungen 1988: Hörspiel des Monats August für Feuer am Bodensee

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Einzelnachweise

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