Die dreizehnte Austragung des Volvo Ocean Race fand von 2017 bis 2018 statt. Die Hochseeregatta führte in Etappen rund um die Welt.

Boote Wie auch bereits 2014/15 wurde die Wettfahrt mit der Einheitsklasse Volvo Ocean 65 ausgetragen. Um die Kosten für eine Teilnahme in Grenzen zu halten, wurden die Boote von vorneherein für den Einsatz bei zwei Regatten ausgelegt. Jachten der Austragung 2014/15 wurden daher überholt und modernisiert und kamen erneut zum Einsatz. Dazu kam ein Neubau (AkzoNobel). Die Yachten wurden vom Rennveranstalter zwischen den einzelnen Etappen gewartet. Dabei wird auch darauf geachtet, dass sie identisch sind. Dies führt bis auf Bauteilebene; so werden z. B. Bäume und Masten durch Gewichte so ausgeglichen, dass sie auf allen Booten gleich sind.http://www.volvooceanrace.com/en/news/9926_Everything-you-need-to-know-about-the-Assembly-Period.html

Neuerungen Gegenüber der vorhergehenden Regatta wurde einiges geändert: Das Wertungssystem wurde geändert, um die Risikobereitschaft zu steigern, auf einer Etappe einen anderen Kurs als die Flotte zu nehmen. Die Onboard-Reporter sind nicht mehr fest einem Team zugeordnet, sondern wechseln zwischen den Booten. Die Nachwuchsregel wurde verschärft: Zwei Crew-Mitglieder müssen am Ende des Rennens noch unter 30 Jahren alt sein. Boote mit Frauen an Bord sind stärker besetzt: Die Teams hatten die Wahl zwischen einer Besatzung mit sieben Männern oder mit sieben Männern und ein oder zwei Frauen oder mit sieben Frauen und ein oder zwei Männern oder mit fünf Männern und fünf Frauen oder mit elf Frauen. Die Yachten sind erstmals mit einem Hydrogenerator ausgerüstet, der zukünftig die Boote von fossilen Energieträgern unabhängig machen soll. Die Boote wurden modifiziert; u. a. wurde der Kiel verlängert und ein weiteres Vorsegel (genannt J0) hinzugefügt, das mit 171,3 m² nun die größte Fock und zugleich das kleinste der bis zum Masttop reichenden Vorsegel ist. Es ist für kreuzende Kurse und Halbwindkurse bei leichtem bis mittlerem Wind gedacht.http://www.volvooceanrace.com/en/news/9964_Everything-you-need-to-know-about-the-new-J0-sail.html Von allen Booten können die Crewmitglieder Nachrichten an Online-Kommunikationsplattformen senden.

Teilnehmer Sieben Boote traten zum Wettbewerb an: AkzoNobel (), Brunel (), Dongfeng (), Mapfre (), Sun Hung Kai/Scallywag (), Turn the Tide on Plastic () und Vestas 11th hour racing (/). Anfänglich bemühte sich auch eine deutsche Kampagne, ein Boot ins Rennen zu schicken, beabsichtigt aber eine Teilnahme für die nächste Regatta.Team Structure germanoceanracingteam.com, abgerufen am 17. April 2019 (englisch)

Wie vom letzten Gewinner Ian Walker erwartet worden war, sorgten die neuen Regeln dafür, dass es mehr Seglerinnen an Bord gibt. Alle Teams haben männliche und weibliche Segler an Bord. Turn the Tide on Plastic trat mit einer Crew aus fünf Frauen und fünf Männern an, die restlichen Boote wurden jeweils von sieben Männern und ein bis zwei Frauen gesegelt. Stand 19. Oktober 2017 sind für die Regatta gemeldet (die Nummer gibt die Anzahl der bisherigen Teilnahmen als Bootsbesatzung in einem Volvo Ocean Race an): AkzoNobel: Simeon Tienpont (NL; 3; Skipper), Brad Farrand (NZ; 0; Vorschiffsmann, Trimmer), Luke Molloy (AU; 1; Steuermann, Trimmer), Nicolai Sehested (DK; 1; Steuermann, Trimmer), Martine Grael (BR; 0; Trimmerin), Emily Nagel (BM; 0), Ross Monson (US; 0). Brunel: Bouwe Bekking (NL; 7; Skipper), Andrew Cape (6; AU; Navigator), Kyle Langford (AU; 0; Trimmer), Juanpa Marcos (ARG; 0; Vorschiffsmann), Alberto Bolzan (IT; 1; Steuermann, Wachenführer, Trimmer), Maciel Cicchetti (ARG/IT; 2; Steuermann, Wachenführer, Trimmer), Peter Burling (NZ; 0; Steuermann, Trimmer), Carlo Huisman (NL; 0; Steuermann, Wachenführer, Trimmer), Annie Lush (UK; 1; Trimmerin), Abby Ehler (UK; 2; Bootsfrau). Dongfeng: Charles Caudrelier (FR; 2; Skipper), Carolijn Brouwer (NL; 2), Marie Riou (FR; 0), Jérémie Beyou (FR; 0), Stu Bannatyne (NZ; 7), Daryl Wislang (NZ; 4), Jiru Yang (CN; 1), Liu Xue (CN; 1), Chen Jinhao (CN; 1), Jack Bouttell (AU; 1; Vorschiffsmann), Pascal Bidégorry (FR; 2; Navigator), Kevin Escoffier (FR; 1; Vorschiffsmann). Mapfre: Xabi Fernández (ES; 4; Skipper), Sophie Ciszek (AU/US; 1), Pablo Arrarte (ES; 3; Wachenführer), Willy Altadill (ES; 1; Vorschiffsmann, Trimmer), Rob Greenhalgh (UK; 4; Wachenführer); Blair Tuke (NZ; 0; Steuermann, Trimmer), Joan Vila (ES; 4; Navigator), Támara Echegoyen (ES; 0), Antonio Cuervas-Mons (ES; 3; Vorschiffsmann, Bootsmann); Louis Sinclair (AG; 1), Neal McDonald (UK; 6; Reserve). Sun Hung Kai/Scallywag: David Witt (AU; 1; Skipper), Luke Parkinson (AU; 1), Ben Piggott (AU; 0; Vorschiffsmann), Steve Hayles (NZ; 5; Navigator), John Fisher (UK; 0), Tiger Mok (HK; 0), Alex Gough (AU; 0), Annemieke Bes (NL; 0), Tom Clout (AU; 0), António Fontes (PT; 0). Turn the Tide on Plastic: Dee Caffari (UK; 1; Skipper), Liz Wardley (AU; 2; Bootsfrau), Annalise Murphy (IR; 0), Bleddyn Mon (UK; 0), Francesca Clapcich (IT; 0 ), Bernardo Freitas (PT; 0), Henry Bomby (UK; 0), Lucas Chapman (AU; 0), Frederico Pinheiro de Melo (PT; 0), Bianca Cook (NZ; 0), Martin Strömberg (SE; 3; Wachenführer, Steuermann, Trimmer), Brian Thompson (UK; 1; ab Auckland), Nicolas Lunven (FR; 1; Navigator), Elodie-Jane Mettraux (CH; 0). Vestas 11th hour racing: Charlie Enright (US; 1; Skipper), Damian Foxall (IR; 5), Simon Fisher (UK; 4; Navigator), Phil Harmer (AU; 4), Mark Towill (US; 1), Tony Mutter (NZ; 5), Jena Mai Hansen (DK; 0), Hannah Diamond (UK; 0), Nick Dana (US; 2), Tom Johnson (AU; 0), Stacey Jackson (AU; 1).

Wie auch in früheren Ausführungen der Regatta berichtet von jedem Boot ein Reporter während des Rennens. Erstmals wurden die Reporter nicht von den Teams gestellt, sondern vom Veranstalter selbst. Eine Frau und neun Männer wurden aus fast 10.000 Bewerbern und Bewerberinnen ausgewählt und in Alicante eingehend trainiert. Ihr Schwerpunkt liegt auf journalistischer Erfahrung, wohingegen früher vorwiegend Segler als Reporter zum Einsatz kamen.http://www.volvooceanrace.com/en/news/9739_Meet-the-Onboard-Reporters.html Zusammen mit einem Wechsel der Reporter zwischen den Booten erhofft man sich eine umfangreichere Berichterstattung.

Kurz vor der ersten Hafenregatta in Alicante kam es zu massiven Streitigkeiten über Finanzierung und Gehaltszahlungen zwischen AkzoNobel und dem Skipper der Mannschaft, Simeon Tienpont, und seinem Unternehmen Steam Ocean B.V., in deren Verlauf mehrere Teilnehmer zurücktraten. Das Team musste die Regatta unterbesetzt antreten.http://sailingweekly.com/simeon-tienpont-not-giving-up-on-volvo-ocean-race-2/http://www.yacht.de/regatta/volvo_ocean_race/skipper-von-bord-skandal-im-team-akzonobel/a114258.htmlhttp://www.yacht.de/regatta/news/akzonobel-drama-tienpont-kaempft-jackson-uebernimmt/a114282.htmlhttps://www.prnewswire.com/news-releases/american-rome-kirby-joins-team-akzonobel-for-the-2017-18-volvo-ocean-race-300540191.htmlhttp://www.volvooceanrace.com/en/news/10134_Tienpont-back-to-skipper-team-AkzoNobel-for-Leg-1.html Die Presse sah den Ruf von Akzo Nobel als „massiv beschädigt“ an und sprach von einem „Schmierentheater“.

Regattaverlauf

Etappen Die Hochseeregatta führte einmal um die Erde und wurde in Etappen absolviert. Mit etwa 45.000 Seemeilen war sie um 6.000 sm länger als zuvor. Folgende Häfen werden angelaufen: Alicante () – Starthafen Lissabon () Kapstadt () Melbourne () Hongkong () – Zielhafen Guangzhou () – kein Ziel und Start einer Etappe, nur Rundkurswettfahrt Hongkong () – Starthafen Auckland () Itajaí () Newport () Cardiff () Göteborg () Den Haag () – Zielhafen

In allen Häfen bis auf Melbourne wurden Rundkurswettfahrten (vom Veranstalter als „in-port race“ bezeichnet) durchgeführt. Eine solche Wettfahrt gab es auch in Guangzhou. Die Strecke von Hongkong nach Guangzhou und zurück ist eine Überführungsfahrt, die nicht zur Regatta zählt.

Wertung Der Sieger einer Etappe erhält sieben Punkte, der Zweite sechs, der Dritte fünf usw. Wer am Ende die meisten Punkte hat, gewinnt. Für die Südpazifiketappen von Kapstadt nach Melbourne und von Auckland nach Itajaí sowie für die Nordatlantiküberquerung von Newport nach Cardiff gibt es die doppelte Punktzahl. Der Sieger jeder Etappe erhält einen Bonuspunkt; ebenso das am Kap Hoorn führende Boot und die Mannschaft mit der besten Gesamtsegelzeit. Die Ergebnisse der Rundkurswettfahrten werden nur herangezogen, falls am Ende des Volvo Ocean Race Punktgleichstand zwischen zwei Yachten bestünde.

Rennvorbereitung: „Etappe Null“ und Prolog Dem Volvo Ocean Race ist die Teilnahme an Vorbereitungsregatten vorgeschaltet. Sie werden vom Veranstalter als „Etappe Null“ (Leg Zero) bezeichnet. Für diese Etappe gab es zwar einen formellen Sieger (Mapfre), jedoch ist dies ohne Auswirkungen auf das Volvo Ocean Race. Die Teilnehmer nutzen diese Regatten zum Teil für das Testen der Besatzung und nahmen danach Änderungen bei der Crew vor. So hatte z. B. Turn the Tide on Plastic bei der ersten Regatta den letztmaligen Sieger Ian Walker an Bord.Bordvideo zu sehen bei Minute 0:39 Weiter wurde dem Start der ersten Etappe kurzfristig ein Prolog über 700 sm von Lissabon nach Alicante vorgeschaltet.http://www.volvooceanrace.com/static/assets/content_v2/media/files/m45550_si-prologue-leg-addendum-2017-18-20170831-.pdf Hier segelten die Teilnehmer bereits mit der vorgesehenen Rennbesatzung.

Die erste der Vorbereitungsregatten war die Teilnahme der Volvo-Flotte am jährlich im August ausgetragene Around the Island Race, das 50 Seemeilen um die Insel Wight führt. Mapfre errang am 3. August 2017 in 3 h 13 min einen Start-Ziel-Sieg. Die restlichen Boote kamen binnen 16 Minuten in der Reihenfolge Brunel, AkzoNobel, Dongfeng, Turn the Tide on Plastic, Vestas 11th Hour Racing und Sun Hung Kai/Scallywag ins Ziel, wobei die ersten vier Volvo Ocean 65 alle unter der bisherigen Rekordzeit für Einrumpfboote blieben.http://www.volvooceanrace.com/en/news/9755_MAPFRE-blaze-to-record-victory-in-first-pre-Volvo-Ocean-Race-test.html#

Die nächste Regatta war das Fastnet Race, das am 6. August 2017 gestartet wurde. Nach 600 Seemeilen gewann Dongfeng mit einer Zeit von 2 Tagen, 15 Stunden, 38 Minuten und 10 Sekunden. Sie war damit etwa 4 Stunden langsamer als die schnellste Einrumpfjacht Rambler 88, auf der mit Andrew Cape ein Volvo-Veteran als Navigator fuhr,http://www.rolexfastnetrace.com/news/850-rambler-88-claims-monohull-line-honours der danach bei Brunel anheuerte. In der Volvo-Flotte wurde Mapfre mit nur 56 Sekunden Rückstand Zweiter, dann folgten Brunel, AkzoNobel, Vestas 11th Hour Racing, Sun Hung Kai/Scallywag und das Boot von Turn the Tide on Plastic, das etwas über 39 Minuten nach Mapfre ins Ziel kam.http://www.volvooceanrace.com/en/news/9829_Dongfeng-win-knife-edge-battle-with-MAPFRE-in-Rolex-Fastnet-Race.html

Die dritte Vorbereitungsregatta führte von Plymouth nach Norden zu einer Boje vor der Insel Wight und von dort quer über den Ärmelkanal nach Saint-Malo. Am 11. August gewann Mapfre vor Brunel, Dongfeng, Vestas 11th Hour Racing, AkzoNobel, Turn the Tide on Plastic, und Sun Hung Kai/Scallywag. Dieses Sprintrennen entschied sich relativ zu Beginn, als das Feld sich kurz nach dem Start in einen südlichen Teil und einen nördlichen, mehr küstennahen Teil aufteilte und die Wind- und Tidenverhältnisse die südliche Gruppe bevorzugten. Mapfre gelang es dabei zuerst, nach einer Schwachwindzone wieder eine stärkere Brise zu finden.http://www.volvooceanrace.com/en/news/9846_MAPFRE-win-cross-channel-sprint-into-Saint-Malo-on-Leg-Zero.html