mini|hochkant=2.1| Der 400-Meter-Lauf der Männer bei den Olympischen Spielen 1984 in Los Angeles wurde am 4., 5., 6. und 8. August 1984 im Los Angeles Memorial Coliseum ausgetragen. Achtzig Athleten nahmen teil.

Olympiasieger wurde der US-Athlet Alonzo Babers. Er gewann vor dem Ivorer Gabriel Tiacoh und dem US-Amerikaner Antonio McKay.

Die Bundesrepublik Deutschland wurde durch Erwin Skamrahl vertreten, der die Vorrunde als Sieger seines Laufes überstand, aber im Viertelfinale ausschied. Auch der Schweizer Marcel Arnold scheiterte im Viertelfinale. Läufer aus Österreich und Liechtenstein nahmen nicht teil. Athleten aus der DDR waren wegen des Olympiaboykotts ebenfalls nicht dabei.

Aktuelle Titelträger Olympiasieger 1980Wiktor Markin ()44,60 sMoskau 1980Weltmeister 1983Bert Cameron ()45,05 sHelsinki 1983Europameister 1982Hartmut Weber ()44,72 sAthen 1982Panamerikanischer Meister 1983Cliff Wiley ()45,02 sCaracas 1983Zentralamerika und Karibik-Meister 1983Lázaro Martínez ()45,91 sHavanna 1983Südamerika-Meister 1983Sérgio Menezes ()46,8 sSanta Fe 1983Asienmeister 1983Isidro del Prado ()46,24 sKuwait 1983Afrikameister 1982Amadou Dia Ba ()45,8 sKairo 1982

Bestehende Rekorde Weltrekord43,86 sLee Evans ()Finale OS Mexiko-Stadt, Mexiko18. Oktober 1968Olympischer Rekord Der bestehende olympische Rekord, gleichzeitig Weltrekord, wurde bei diesen Spielen nicht erreicht. Im schnellsten Rennen, dem Finale, verfehlte der US-amerikanische Olympiasieger Alonzo Babers mit seinen 44,27 s den Rekord um 41 Hundertstelsekunden.

Vorrunde Datum: 4. August 1984Official Report of the Games of the XXIIIrd Olympiad Los Angeles, 1984, Volume 2, Competition Summary and Results, S. 273, englisch/französisch (PDF, 41.082 KB), abgerufen am 7. November 2021

Die achtzig Teilnehmer wurden in zehn Läufe gelost. Für das Viertelfinale qualifizierten sich pro Lauf die ersten drei Athleten. Darüber hinaua kamen die zwei Zeitschnellsten, die sogenannten Lucky Loser, weiter. Die direkt qualifizierten Athleten sind hellblau, die Lucky Loser hellgrün unterlegt.

Mit siebzehn Jahren war Dawda Jallow aus Gambia der jüngste Teilnehmer. Der älteste Starter war mit 33 Jahren Joseph Rodan aus Fidschi.

Der US-Amerikaner Sunder Nix erzielte mit 45,42 s in Lauf 7 die schnellste Vorlaufzeit. Der langsamste direkt qualifizierte Athlet war Gérson de Souza aus Brasilien in Lauf 3 mit 48,02 s. Der schnellste Athlet, der sich nicht qualifizieren konnte, war der Ägypter Nafee Mersal, der im sechsten Lauf mit 46,46 s ausschied.

Vorlauf 1 Platz Name Nation Zeit 1 Davison Lishebo 46,20 s 2 David Peltier 46,57 s 3 Allan Ingraham 46,72 s 4 Boubacar Diallo 46,73 s 5 Dean Greenaway 47,33 s 6 Evaldo da Silva 47,55 s 7 Ibrahim Okash 47,91 s 8 Issaka Hassane 49,64 s

Vorlauf 2 Platz Name Nation Zeit 1 Gabriel Tiacoh 45,96 s 2 David Kitur 46,25 s 3 Marcel Arnold 46,46 s 4 Gary Minihan 46,93 s 5 Nordin Mohamed Jadi 47,12 s 6 Tommy Johansson 47,77 s 7 Daniel André 49,09 s 8 Faustin Butéra 51,41 s

Vorlauf 3 Platz Name Nation Zeit 1 Innocent Egbunike 46,63 s 2 Mark Senior 46,73 s 3 Gérson de Souza 47,02 s 4 Manuel Ramírez 47,17 s 5 Bryan Saunders 47,40 s 6 Mohamed Amer al-Malky 47,61 s 7 Syed Meesaq Rizvi 49,58 s DSQ Secundino Borabota

Vorlauf 4 Platz Name Nation Zeit 1 Bert Cameron 46,14 s 2 Oddur Sigurðsson 46,30 s 3 Doug Hinds 46,42 s 4 Richard Louis 46,70 s 5 Jean-Didiace Bémou 47,26 s 6 Hector Llatser 47,30 s 7 Phillip Pipersburg 48,04 s 8 Alberto López 52,21 s

Vorlauf 5

Platz Name Nation Zeit 1 Alonzo Babers 45,81 s 2 Michael Paul 46,18 s 3 Philip Brown 46,26 s 4 Moses Kyeswa 46,78 s 5 Timothy Bethune 46,98 s 6 Joseph Ramotshabi 48,11 s 7 Dawda Jallow 48,36 s 8 René López 48,71 s

Vorlauf 6 Platz Name Nation Zeit 1 Bruce Frayne 46,08 s 2 Aldo Canti 46,14 s 3 Susumu Takano 46,26 s 4 Nafee Mersal 46,46 s 5 Alfred Browne 47,29 s 6 Rashid al-Jirbi 48,71 s 7 Siegfried Cruden 50,07 s DNF Hassan el-Kashief

Vorlauf 7 Platz Name Nation Zeit 1 Sunder Nix 45,42 s 2 Elvis Forde 45,47 s 3 Antonio Sánchez 46,03 s 4 Anton Skerritt 46,30 s 5 James Atuti 47,04 s 6 Adjé Adjeoda Vignon 47,43 s 7 Lapule Tamean 47,60 s 8 Pushpa Raj Ojha 52,12 s

Vorlauf 8 Platz Name Nation Zeit 1 Antonio McKay 45,55 s 2 John Anzrah 46,12 s 3 Isidro del Prado 46,82 s 4 Leonardo Loforte 47,07 s 5 Joseph Rodan 49,00 s 6 Agripa Mwausegha 49,12 s 7 Charles Moses 50,39 s DNF Ali St. Louis

Vorlauf 9 Platz Name Nation Zeit 1 Erwin Skamrahl 45,94 s 2 Ángel Heras 46,06 s 3 Todd Bennett 46,09 s 4 Yann Quentrec 46,94 s 5 Wilson dos Santos 47,55 s 6 Mark Handelsman 48,17 s 7 Christopher Madzokere 48,49 s 8 Arsène Randriamahazomana 48,86 s

Vorlauf 10 Platz Name Nation Zeit 1 Kriss Akabusi 45,64 s 2 Darren Clark 45,68 s 3 Sunday Uti 45,74 s 4 Devon Morris 45,80 s 5 Mike Okot 46,68 s 6 Samuel Sarkpa 47,65 s 7 Mama Moluh 48,90 s DSQ Vincent Confait

Viertelfinale Datum: 5. August 1984Official Report of the Games of the XXIIIrd Olympiad Los Angeles, 1984, Volume 2, Competition Summary and Results, S. 274, englisch/französisch (PDF, 41.082 KB), abgerufen am 7. November 2021

In den vier Viertelfinalläufen qualifizierten sich die jeweils ersten vier Athleten (hellblau unterlegt) für das Halbfinale.

Mit 44,72 s lief der US-Amerikaner Antonio McKay in Lauf eins die schnellste Viertelfinalzeit. Die langsamste Zeit eines Qualifikanten waren die 45,91 s des Japaners Susumu Takano in Lauf vier.

Lauf 1 mini|hochkant=0.9| Platz Name Nation Zeit 1 Antonio McKay 44,72 s 2 Darren Clark 44,77 s 3 Kriss Akabusi 45,43 s 4 Davison Lishebo 45,57 s 5 John Anzrah 45,67 s 6 Devon Morris 46,14 s 7 Allan Ingraham 46,14 s 8 David Peltier 46,48 s

Lauf 2 Platz Name Nation Zeit 1 Innocent Egbunike 45,26 s 2 Sunder Nix 45,31 s 3 Elvis Forde 45,60 s 4 Aldo Canti 45,64 s 5 Ángel Heras 45,88 s 6 Marcel Arnold 46,10 s 7 Philip Brown 46,63 s 8 Anton Skerritt 46,93 s

Lauf 3 Platz Name Nation Zeit 1 Alonzo Babers 44,75 s 2 Sunday Uti 45,01 s 3 Bert Cameron 45,16 s 4 Bruce Frayne 45,35 s 5 Todd Bennett 45,51 s 6 Antonio Sánchez 45,79 s 7 Oddur Sigurðsson 46,07 s 8 Doug Hinds 46,19 s

Lauf 4 Platz Name Nation Zeit 1 Gabriel Tiacoh 45,15 s 2 David Kitur 45,78 s 3 Michael Paul 45,84 s 4 Susumu Takano 45,91 s 5 Erwin Skamrahl 46,39 s 6 Mark Senior 46,50 s 7 Gérson de Souza 46,65 s 8 Isidro del Prado 46,71 s

Halbfinale Datum: 6. August 1984

In den beiden Halbfinalläufen qualifizierten sich jeweils die ersten Vier (hellblau unterlegt) für das Finale.

Im zweiten Halbfinale unterbrach der Jamaikaner Bert Cameron nach ca. 150 Metern seinen Lauf und vollführte – augenscheinlich unter Schmerzen – einige Hüpfsprünge. Nach weiteren zwanzig Metern nahm er das Rennen wieder auf und qualifizierte sich tatsächlich noch für das Finale.

Die Bestzeit des Halbfinales erzielte Gabriel Tiacoh mit 44,64 s in Lauf zwei.

Lauf 1 mini|hochkant=1| Platz Name Nation Zeit 1 Innocent Egbunike 45,16 s 2 Alonzo Babers 45,17 s 3 Darren Clark 45,26 s 4 Sunder Nix 45,41 s 5 Aldo Canti 45,59 s 6 Michael Paul 45,60 s 7 Kriss Akabusi 45,69 s 8 Susumu Takano 45,88 s

Lauf 2 Platz Name Nation Zeit 1 Gabriel Tiacoh 44,64 s 2 Sunday Uti 44,83 s 3 Antonio McKay 44,92 s 4 Bert Cameron 45,10 s 5 Bruce Frayne 45,21 s 6 Elvis Forde 45,32 s 7 David Kitur 45,62 s 8 Davison Lishebo 45,97 s Finale mini|hochkant=2.3| Datum: 8. August 1984 Platz Name Nation Zeit 1 Alonzo Babers 44,27 s 2 Gabriel Tiacoh 44,54 s 3 Antonio McKay 44,71 s 4 Darren Clark 44,75 s 5 Sunder Nix 44,75 s 6 Sunday Uti 44,93 s 7 Innocent Egbunike 45,35 s Für das Finale hatten sich alle drei US-Amerikaner qualifiziert. Hinzu kamen zwei Nigerianer, ein Ivorer und ein Australier. Der qualifizierte Jamaikaner Bert Cameron, der eigentliche Favorit für die Goldmedaille, musste auf den Start verzichten. Er hatte sich im zweiten Halbfinale am Oberschenkel verletzt.

Der Australier Darren Clark hatte den besten Start, er lag nach der ersten Kurve vorne. Alonzo Babers überholte ihn vor der letzten Kurve, auch Gabriel Tiacoh ging nun an Clark vorbei. Babers konnte sein hohes Tempo bis ins Ziel halten, Tiacoh wurde Zweiter. Antonio McKay kam ebenfalls noch vor Clark ins Ziel und gewann Bronze. Clark blieb der vierte Platz vor dem dritten US-Läufer Sunder Nix. Hinter Nix platzierten sich die beiden Nigerianer Sunday Uti und Innocent Egbunike.Athletics at the 1984 Los Angeles Summer Games: Men's 400 metres, archiviert bei wayback (Internet Archive), sports-reference.com (englisch), abgerufen am 7. November 2021

Mit seiner Silbermedaille wurde Gabriel Tiacoh der erste Medaillengewinner der Elfenbeinküste bei Olympischen Spielen. Im zwanzigsten olympischen Finale errang Alonzo Babers den dreizehnten US-Sieg.

Videolinks 1984 Olympic Games - Men's 400 Meters, youtube.com, abgerufen am 7. November 2021 Men's 400m Final at LA Olympics in 1984, youtube.com, abgerufen am 6. Januar 2018

Literatur Olympische Spiele 1984 Los Angeles Sarajevo mit Beiträgen von Ulrich Kaiser und Heinz Maegerlein, Hrsg. Manfred Vorderwülbecke, C. Bertelsmann Verlag, München 1984, ISBN 3-570-01851-2, S. 16f

Weblinks Official Report of the Games of the XXIIIrd Olympiad Los Angeles, 1984, Volume 2, Competition Summary and Results, S. 273f, englisch/französisch (PDF, 41.082 KB), abgerufen am 7. November 2021 Olympedia, Athletics at the 1984 Summer Olympics, 400 metres, Men, olympedia.org (englisch), abgerufen am 7. November 2021 Los Angeles 1984, Athletics, 400m men Results, Seite des IOC (englisch), olympics.com, abgerufen am 7. November 2021 Athletics at the 1984 Los Angeles Summer Games: Men's 400 metres, archiviert bei wayback (Internet Archive), sports-reference.com (englisch), abgerufen am 7. November 2021

Einzelnachweise

Kategorie:Leichtathletikwettbewerb bei den Olympischen Sommerspielen 1984