Unter dem Namen Halbstarrachse werden drei Bauarten der Radaufhängung von Automobilen zusammengefasst. Gemeinsam ist ihnen ein biegesteifer, aber verdrehweicher Balken mit offenem Profil meist in U-Form, der beide Seiten der Radaufhängung miteinander verbindet und zusätzlich als Stabilisator wirkt. Sie werden nur bei nicht angetriebenen Hinterrädern verwendet.
Varianten Zwischen folgenden drei Varianten wird unterschieden: Torsionskurbelachse: Der Querbalken befindet sich an den Enden zweier Längslenker zwischen den Rädern wie bei einer Starrachse. Die Längslenker sind torsions- und in Querrichtung biegeweiche Flachprofil-Stäbe; seitlich geführt wird die Achse mit einem Panhardstab. Koppellenkerachse: Der Querbalken befindet sich bei etwa einem Drittel der Länge ab Drehlager an den Längslenkern, die als steife Rohrprofile ausgeführt sind. Verbundlenkerachse: Der Querbalken befindet sich nahe der Drehlager der Längslenker. Die Drehachse geht durch den Schubmittelpunkt des Profils.
Vorteile Vorteilige Merkmale der Verbundlenkerachsen:
kostengünstig
geringer Raumbedarf
flacher Aufbau
leichte Montage und Demontage der Achse
bestimmte vorgegebene Stabilisatorwirkung durch den Querträger
geringe Spurweitenänderung
Nachteile Spannungsspitzen bei den Übergangsstellen von Verdrehsteifen zu biegeweichen Bauteilen
Übersteuerneigung unter Querkraft
ungünstige Seitenkraftabstützung (schlechte Quersteifigkeit)
ungeeignet als angetriebene Achse
niveauabhängige Spurkurven beim wechselseitigen Federn erfordern eine unterhalb der Radmitte liegende Anbindung der Längsarme
geringes Abstimmpotenzial
Einzelnachweise
Kategorie:Fahrwerkstechnik