In der Liste der Stolpersteine in Blieskastel umfasst die Stolpersteine, die vom deutschen Künstler Gunter Demnig in der saarländischen Stadt Blieskastel verlegt wurden. Stolpersteine sind Opfern des Nationalsozialismus gewidmet, all jenen, die vom NS-Regime deportiert, ermordet, in die Emigration oder in den Suizid getrieben wurden. Demnig verlegt für jedes Opfer einen eigenen Stein, im Regelfall vor dem letzten selbst gewählten Wohnsitz.

Die erste Verlegung in Blieskastel erfolgte am 30. Mai 2009.

Verlegte Stolpersteine In Blieskastel wurden bisher neun Stolpersteine an vier Adressen verlegt. Stolperstein Übersetzung Verlegeort Name, Leben 120px HIER WOHNTEGEORG BIEGJG. 1908VERHAFTET 14.12.1937WEGEN VERDACHTES AUF'KOMMUNISTISCHE UMTRIEBE'DACHAUTOT AN HAFTFOLGEN24.1.1945 Bezirksstraße 34Niederwürzbach , geboren 1908, wurde zusammen mit Otto Bieg am 13. Dezember 1937 verhaftet. Zur Last gelegt wurden ihnen kommunistische Umtriebe. Georg wurde nach Denunziation durch den Oberbürgermeister ins KZ Dachau verlegt, wo er als Sanitäter zwangsverpflichtet wurde. Bei seiner Arbeit, die vielen Häftlingen das Leben rettete, infizierte er sich mit Fleckfieber und verlor am 24. Januar 1945 sein Leben.Institut für aktuelle Kunst im Saarland: Blieskastel, Demnig, Stolperstein, Bieg, Georg und Otto, abgerufen am 8. Dezember 2022 120px HIER WOHNTEHEINRICH BIEGJG. 1901EINGEWIESENHEILANSTALTHOMBURG/SAAR'VERLEGT' 31.1.1941HADAMARERMORDET 31.1.1941'AKTION T4' Bezirksstraße 16Niederwürzbach wurde am 13. Dezember 1901 in Niederwürzbach geboren und ging wie viele junge Männer im Saargebiet in die Französische Fremdenlegion. Aus Afrika kehrte er mit psychischen Problemen (vermutlich einer posttraumatische Belastungsstörung nach einem Kampfeinsatz) wieder nach Niederwürzbach zurück und wurde zu einem unbekannten Zeitpunkt in die Heilanstalt Homburg/Saar aufgenommen. Von Homburg wurde Heinrich Bieg mit 145 weiteren Patienten am 2. September 1939 in der Heilanstalt Weilmünster aufgenommen. Von Weilmünster gelangte Heinrich Bieg in einem Transport mit 68 weiteren Patienten am 31. Januar 1941 in die Tötungsanstalt Hadamar. Die Patienten eines solchen Transports wurden in der Regel noch am Tag der Ankunft in die in der Anstalt befindliche Gaskammer geschickt und durch das Gas Kohlenmonoxid ermordet.Antrag auf Recherche für Opfer der NS-Euthanasie-Verbrechen vom 25.09.2020 Gedenkstätte Hadamar 120px HIER WOHNTEOTTO BIEGJG. 1910GESTAPOHAFT 1937SOLDATDIENST VERWEIGERTVERRATENVERHAFTET 10.7.1944HINGERICHTET 11.7.1944ZUCHTHAUS FRANKFURT Bezirksstraße 34Niederwürzbach , geboren 1910, wurden zusammen mit Georg Bieg am 13. Dezember 1937 verhaftet. Zur Last gelegt wurden ihnen kommunistische Umtriebe. Otto wurde nach seiner Inhaftierung auf der Lerchesflur zum Wehrdienst eingezogen, verweigerte sich jedoch und wurde am 11. Juli 1944 standrechtlich erschossen. 120px HIER WOHNTEBLANDINA JOSEPHGEB. ADLERJG. 1865DEPORTIERT 1943ERMORDET INAUSCHWITZ Gerbergasse Ecke Zweibrücker Straße geboren am 12. Oktober 1865 in HeuchelheimInstitut für aktuelle Kunst im Saarland: Blieskastel, Demnig, Stolperstein, Joseph, Fanny, Blandina und Edgar; Neuberger, Myrtil, abgerufen am 8. Dezember 2022 120px HIER WOHNTEEDGAR JOSEPHJG. 1893DEPORTIERT 1942ERMORDET INAUSCHWITZ Gerbergasse Ecke Zweibrücker Straße geboren am 16. November 1893 in Blieskastel 120px HIER WOHNTEFANNY JOSEPHGEB. SINAIJG. 1860DEPORTIERT 1943THERESIENSTADTERMORDET 5.4.1944 Gerbergasse Ecke Zweibrücker Straße geboren am 20. Oktober 1860 in Großblittersdorf (frz. Grosbliederstroff) Fanny Joseph war für Bürgermeister Peter Kolb ein Ärgernis, da er seine Gemeinde „judenfrei“ halten wollte. Im Zuge der Evakuierung der roten Zone wollte er seine Gemeinde „judenfrei“ halten. Als gebürtige Französin durfte die 80-Jährige jedoch wieder einreisen. Zwar versuchte Kolb weiterhin sie ausweisen zu lassen, doch wurde sie letztlich 1943 deportiert und am 5. April 1944 im Ghetto von Theresienstadt ermordet. 120px HIER WOHNTEMARTHA NEUBERGERGEB. JOSEPHJG. 1903DEPORTIERT 1942ERMORDET INAUSCHWITZ Gerbergasse Ecke Zweibrücker Straße geboren am 12. März 1903 in Blieskastel 120px HIER WOHNTEMYRTIL NEUBERGERGEB. SINAIJG. 1882DEPORTIERTERMORDET INAUSCHWITZ Gerbergasse Ecke Zweibrücker Straße geboren am 16. März 1882 120px HIER WOHNTEANNA OPPENHEIMERJG. 1863DEPORTIERT 1940THERESIENSTADTTOT AUF TRANSPORT Kardinal-Wendel-Straße 62 geboren am 12. März 1903 in BlieskastelInstitut für aktuelle Kunst im Saarland: Blieskastel, Demnig, Stolperstein, Oppenheimer, Anna, abgerufen am 8. Dezember 2022

Verlegedaten 30. Mai 2009 8. Mai 2022 (Heinrich Bieg)

Weblinks

stolpersteine.eu – Projektseite des Künstlers Gunter Demnig

Einzelnachweise

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