Der Artikel beinhaltet eine ausführliche Darstellung der niederländischen Fußballnationalmannschaft der Frauen bei Europameisterschaften und den Qualifikationen dazu. Die Niederlande nahmen immer an der Qualifikation teil und erreichten dreimal auf sportlichem Wege die Endrunde. 2017 richtete der KNVB die Endrunde aus, die erstmals mit 16 Mannschaften ausgetragen wurde und war dafür automatisch qualifiziert. Die Niederländerinnen hatten schon 1979 an der inoffiziellen Europameisterschaft in Italien teilgenommen, waren aber in der Gruppenphase ausgeschieden.Inofficial European Women Championship 1979 2017 konnten die Niederländerinnen den Heimvorteil nutzen und erstmals den Titel gewinnen. Damit ist der KNVB der zweite Verband neben dem DFB, der sowohl bei den Männern als auch den Frauen den EM-Titel gewinnen konnte.

Übersicht Jahr Gastgeberland Teilnahme bis… Gegner Ergebnis Trainer/in Bemerkungen und Besonderheiten 1984 keine Endrunde nicht qualifiziert – – In der Qualifikation an Dänemark gescheitert. 1987 Norwegen nicht qualifiziert – – In der Qualifikation an Titelverteidiger Schweden gescheitert. 1989 Deutschland nicht qualifiziert – – Im Viertelfinale an Titelverteidiger Norwegen gescheitert 1991 Dänemark nicht qualifiziert – – Im Viertelfinale am späteren Ausrichter Dänemark gescheitert 1993 Italien nicht qualifiziert – – Im Viertelfinale am späteren Sieger Norwegen gescheitert 1995 keine Endrunde nicht qualifiziert – – In der Qualifikation an Island gescheitert, das die Finalrunde aber auch nicht erreichte. 1997 Norwegen/Schweden nicht qualifiziert – – In der Qualifikation an Russland, Frankreich und Island gescheitert, das sich aber auch nicht qualifizieren konnte. 2001 Deutschland nicht qualifiziert – – In der Qualifikation an Frankreich, Schweden und Spanien gescheitert, das sich aber auch nicht qualifizieren konnte. 2005 England nicht qualifiziert – – In der Qualifikation an Dänemark und Norwegen gescheitert. 2009 Finnland Halbfinale England – Vera Pauw Niederlage in der Verlängerung. 2013 Schweden VorrundeDeutschland, Island, Norwegen – Roger Reijners Als Gruppenletzter ausgeschieden 2017 NiederlandeFinaleDänemark Europameister Sarina Wiegman Als Gastgeber automatisch qualifiziert. 2022 England Viertelfinale Frankreich Gegner in der Qualifikation waren Russland, Slowenien, das Kosovo, die Türkei und Estland. Bei der Endrunde treffen die Titelverteidigerinnen auf Schweden, Portugal und die Schweiz. 2025 Schweiz Vorrunde Wales, England, Frankreich Andries Jonker In der Qualifikation als Gruppenzweite hinter Italien qualifiziert.

Die Turniere EM 1984 Für die erste Europameisterschaft hatten nur 16 Mannschaften gemeldet und die Aufteilung der Qualifikationsgruppen erfolgte nach geographischen Gesichtspunkten. Die von Bert van Lingen trainierte Mannschaft musste gegen Belgien, Deutschland und Dänemark antreten. Am 25. September 1982 bestritten sie gegen den Nachbarn Belgien ihr erstes Qualifikationsspiel, bei dem Sjaan Fortuin bereits in der ersten Minute das erste Pflichtspieltor für die Niederländerinnen erzielte. Die Führung konnte aber nicht verteidigt werden und so hatten die Belgierinnen am Ende mit 3:2 die Nase vorn. Danach konnte zwar gegen die Däninnen in Groningen mit 2:1 gewonnen und gegen Deutschland zwei Remis erreicht werden, das letzte Spiel in Dänemark wurde aber mit 0:2 verloren und damit die Qualifikation für die Finalrunde verpasst. Stattdessen durfte Dänemark im Halbfinale in zwei Spielen gegen England antreten, verlor aber beide. Beste Torschützinnen für die Niederlande waren Wil de Visser und Loes Camper mit je drei Toren.

EM 1987 in Norwegen Bereits im März 1985 begann die Qualifikation für die nächste Europameisterschaft, für die wieder nur 16 Mannschaften gemeldet hatten. Auf eine geographische Einteilung der Qualifikationsgruppen wurde diesmal verzichtet. Dennoch trafen die Niederländerinnen erneut auf den Nachbarn Belgien, sowie diesmal Titelverteidiger Schweden und Frankreich. Die Niederländerinnen konnten zwar alle Heimspiele und in Frankreich gewinnen, durch die Niederlagen in Belgien und Schweden reichte es wieder nur zum zweiten Platz. Beste Torschützin für die Niederlande war Jeanny Allott, die allein beim 5:3 gegen Frankreich die ersten drei Tore erzielt hatte. Gruppensieger Schweden verlor dann bei der ersten Endrunde den Titel an Ausrichter Norwegen.

EM 1989 in Deutschland Bereits drei Monate nach dem Finale begann die Qualifikation für die nächste Endrunde. Die Niederländerinnen wurden nun von Piet Buter trainiert und wieder war Schweden einer der Qualifikationsgegner, zudem erstmals Irland und Schottland, das aber nach zwei Spielen die Mannschaft zurückzog, so dass das 4:0 der Niederländerinnen gegen die Schottinnen aus der Wertung genommen wurde. Begonnen hatten die Niederländerinnen die Qualifikation mit einem torlosen Remis in Schweden, danach aber alle Spiele ohne Gegentor gewonnen und waren für das erstmals durchgeführte Viertelfinale qualifiziert. Hier trafen sie auf Titelverteidiger Norwegen, der in seiner Qualifikationsgruppe nur Zweiter geworden war und verloren beide Spiele. Mit fünf Toren war diesmal Marjoke de Bakker beste niederländische Torschützin. Dagegen konnte sich der Gruppenzweite Schweden gegen Dänemark durchsetzen, das in seiner Gruppe die Norwegerinnen distanziert hatte. Norwegen verlor dann bei der Endrunde seinen Titel an Deutschland.

EM 1991 in Dänemark In der Qualifikation für die folgende EM-Endrunde trafen die nun wieder von Bert van Lingen trainierten Niederländerinnen wieder auf Irland sowie erstmals auf Nordirland. Die Niederländerinnen blieben wieder ohne Gegentor, gewannen drei Spiele und gaben nur beim 0:0 in Irland einen Punkt ab. Dabei erzielten sie insgesamt 17 Tore, nur eins weniger als Dänemark und Titelverteidiger Deutschland, die aber zwei Spiele mehr bestritten. Dänemark war dann Gegner im Viertelfinale und da beide Mannschaften in ihrem Heimspiel in der regulären Spielzeit kein Tor erzielen konnten, gab es im zweiten Spiel in Denekamp eine Verlängerung, in der den Däninnen das entscheidende Tor gelang. Wieder war Marjoke de Bakker beste niederländische Torschützin, diesmal mit sechs Toren. Dänemark durfte dann die Endrunde ausrichten und scheiterte im Halbfinale gegen Norwegen im Elfmeterschießen, konnte aber das Spiel um Platz 3 gegen Italien gewinnen.

EM 1993 in Italien An der Qualifikation für die folgende EM nahmen schon 23 Mannschaften teil. Um sich für das Viertelfinale zu qualifizieren, musste die Niederlande in der Gruppenphase gegen Griechenland und Rumänien spielen, gegen die zuvor noch nicht gespielt wurde. Die Niederländerinnen begannen die Qualifikation noch unter Bert van Lingen, nach dem ersten Spiel – einem 3:0 gegen Griechenland – übernahm dann Jan Derks die Verantwortung. Unter ihm gewannen sie auch das zweite Spiel gegen Griechenland und spielten zweimal Remis gegen Rumänien. Da Rumänien in Griechenland nur ein 0:0 erreichte, waren die Niederländerinnen wieder Gruppensieger und für das Viertelfinale qualifiziert. Hier trafen sie auf Norwegen und verloren beide Spiele mit 0:3. Norwegen wurde dann bei der Endrunde zum zweiten Mal Europameister. Beste Torschützin war diesmal Nathalie Geeris mit drei Toren.

EM 1995 Bereits einen Monat später begann mit 29 Mannschaften die Qualifikation für die nächste Europameisterschaft, die wieder und letztmals ohne Endrunde ausgetragen wurde. Die Niederländerinnen trafen erstmals auf Island, gegen das beide Spiele verloren wurden, sowie wie zuvor auf Griechenland, gegen das beide Spiele gewonnen wurden. Als Zweiter schieden die Niederländerinnen damit aus, Island konnte sich im Viertelfinale dann nicht gegen England durchsetzen. Beste niederländische Torschützin war Rianne van Dam mit zwei Toren.

EM 1997 in Norwegen Ein Jahr nach dem vorzeitigen Aus begann die Qualifikation für die nächste EM-Endrunde für die nun schon 34 Mannschaften gemeldet hatten. Auf Grund der unterschiedlichen Spielstärke der gemeldeten Mannschaften wurde die Qualifikation in zwei Kategorien eingeteilt. Die 16 stärksten Mannschaften, zu denen auch die nun von Ruud Dokter trainierte Niederlande gehörte, spielten um die direkte Qualifikation, die 18 schwächeren Mannschaften um die Möglichkeit bei der nächsten Qualifikation in der höheren Kategorie zu spielen. Gegner waren wie zuvor Island sowie diesmal Frankreich und Russland. Die Niederländerinnen gewannen nur das Spiel beim späteren Gruppensieger Russland und schafften zwei Remis (in Frankreich und gegen Russland), verloren aber drei Spiele. Damit belegten sie nur den letzten Platz und mussten in Relegationsspielen gegen Tschechien antreten, die aber beide gewonnen wurden. Beste niederländische Torschützin mit zwei Toren war die Spielerin mit dem Namen „Korbmacher“, deren Vornamen selbst dem KNVB unbekannt ist. Russland hatte sich als Gruppensieger direkt für die Endrunde qualifiziert, Frankreich gelang dies in den Playoffs gegen Finnland, wogegen Island in den Playoffs an Titelverteidiger Deutschland scheiterte. Bei der Endrunde wurden Frankreich und Russland wieder in eine Gruppe gelost, scheiterten aber in der Gruppenphase, die erstmals bei einer Endrunde stattfand.

EM 2001 in Deutschland In der Qualifikation für die EM 2001 spielten die Niederländerinnen wieder in der höheren Kategorie und trafen erneut auf Frankreich, sowie diesmal Schweden und erstmals Spanien. Kein Spiel konnte gewonnen werden, Punkte gelangen nur in drei Remisspielen, die anderen drei wurden verloren und damit wieder nur der letzte Platz belegt. In der Relegation wurde dann mit zwei Siegen gegen Ungarn die Zugehörigkeit zur A-Kategorie gesichert. Drei Spielerinnen mit je zwei Toren waren diesmal die besten niederländischen Torschützinnen. Gruppensieger wurde Frankreich, das damit direkt für die Endrunde qualifiziert war, dort aber in der Gruppenphase scheiterte. Schweden musste als Gruppenzweiter in die Playoffs gegen Finnland und setzte sich dort durch um dann bei der Endrunde bis ins Finale vorzustoßen, das aber gegen Ausrichter und Titelverteidiger Deutschland verloren wurde. Spanien scheiterte dagegen in den Playoffs an Dänemark, das dann im Halbfinale an Schweden scheiterte.

EM 2005 in England Für die EM 2005 wurde der Gastgeber erstmals vorab festgelegt und England erhielt den Zuschlag für die Austragung. In der Kategorie A spielten diesmal 20 Mannschaften in vier Fünfergruppen und die Niederlande traf auf alte Bekannte: Dänemark, Norwegen, Spanien und Belgien. Die Niederländerinnen, nun von Frans de Kat trainiert, konnten nur beide Spiele gegen den Nachbarn – jeweils mit 3:0 – gewinnen und in Spanien ein torloses Remis erreichen. Da alle anderen Spiele verloren wurden und dabei nur ein Tor gelang, reichte es nur zum vierten Platz. Keiner Spielerin gelang mehr als ein Tor. Schon vor dem letzten Spiel hatte Remy Reynierse interimsweise das Amt des Bondscoach übernommen. Im Oktober 2004 löste ihn dann Vera Pauw ab, die zuvor die schottische Fußballnationalmannschaft der Frauen trainiert hatte und für eine Wandlung im niederländischen Frauenfußball sorgte, indem sie 2007 die Ehrendivision der Frauen initiierte. Gruppensieger Dänemark – mit drei Punkten Vorsprung vor Norwegen – war direkt für die Endrunde qualifiziert, Norwegen gelang dies dann in den Playoffs gegen Island. Bei der Endrunde kam Norwegen dann bis ins Finale, verlor dies aber erneut gegen Deutschland, während Dänemark bereits in der Vorrunde scheiterte.

EM 2009 in Finnland