mini|Armin Wolf (2026) Armin Wolf (* 19. August 1966 in Innsbruck) ist ein österreichischer Journalist und Fernsehmoderator. Seit 2002 ist er Moderator des Nachrichtenjournals Zeit im Bild 2 (ZiB 2) und seit 2010 zudem auch stellvertretender Chefredakteur der ORF-Fernsehinformation.

Leben Ausbildung und Karriere mini|Armin Wolf (Mitte) bei der Grimme-Preis-Verleihung 2018 Armin Wolf ist der Sohn einer Lebensmittelverkäuferin und eines Hausmeisters, Betriebsrats und christlichen Gewerkschafters.Eva Weissenberger: Hoch hinaus. In: Falter, Ausgabe 11/2003 vom 12. März 2003. . Er absolvierte in Innsbruck eine kaufmännische Ausbildung an einer Handelsakademie. Dort unternahm er als Mitbegründer einer Schülerzeitung auch erste journalistische Schreibversuche. Er war im Vorstand der Schülerunion und Mitglied der JVP, aus der er mit 18 Jahren austrat, da er die Parteimitgliedschaft nicht mit seiner Arbeit als Politik-Berichterstatter vereinbaren konnte.. Nach eigenen Angaben war dieses jugendliche Engagement wichtig für die Entwicklung seines Politikverständnisses. Mit der Schülervertretung nahm er an Rhetorik-Schulungen und Schreibworkshops teil und konnte Anmerkungen zum Lehrplan an den Handelsschulen machen, die auch umgesetzt wurden. Über die JVP konnte er an den Sitzungen der Tiroler ÖVP teilnehmen und lernte, wie Politik an der Basis funktioniert und das Denken der Parteifunktionäre.Über Jugendsünden und die Macht von Wikipedia. In: Blog von Armin Wolf, 8. Juli 2019, abgerufen am 8. Juli 2019.

Unmittelbar nach der Matura begann Wolf 1985 im Tiroler Landesstudio des ORF als freier Mitarbeiter in der Hörfunk-Redaktion. 1988 übersiedelte er nach Wien zum Radiosender Ö1, wo er sieben Jahre lang als außenpolitischer Journalist tätig war (unter anderem 1991/1992 als USA-Korrespondent in Washington, D.C.). 1995 wechselte er zum Fernsehen als Redakteur der Zeit im Bild 2 und war von 1998 bis 2001 Redaktionsleiter der ZiB 3, die er auch mitentwickelt hat.

Sein nebenberufliches Studium der Politikwissenschaft (mit einer Kombination aus Soziologie, Pädagogik, Zeitgeschichte und Medienkunde als Nebenfach) beendete Wolf im Dezember 1999 an der Universität Wien mit einer Magisterarbeit über „Der Sieg ist das Bild“. Die Inszenierung von Politik in der Mediengesellschaft. 2005 promovierte er an der Universität Innsbruck mit einer Dissertation über prominente Quereinsteiger in der Politik, die 2007 unter dem Titel Image-Politik. Prominente Quereinsteiger als Testimonials der Politik veröffentlicht wurde.

2010 beendete Wolf während einer neunmonatigen Bildungskarenz mit einem Stipendium ein Executive-MBA-Studium an der Berlin School of Creative Leadership mit einer Arbeit über junges Publikum und politische Information („News kind of comes to me…“ Young Audiences, Mass Media, and Political Information). Er war in der Vergangenheit Lehrbeauftragter an den Universitäten Innsbruck und Wien und hielt dort Vorlesungen über Politische Kommunikation und Journalismus. (PDF) Martina Winkler für das Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft der Universität Wien (Hrsg.), ohne Datum (vor Mai 2012), abgerufen am 27. Juli 2019.

Seit dem 18. Juli 2002 präsentiert Wolf die ZiB 2 (erst alternierend mit Ingrid Thurnher, später mit Marie-Claire Zimmermann, von 2010 bis 2021 mit Lou Lorenz-Dittlbacher, seit 2022 mit Margit Laufer und seit 2019 mit Martin Thür). Von 2002 bis 2005 moderierte er auch die Diskussionssendung Offen gesagt, 2005 und 2012 leitete er die traditionellen Sommergespräche mit den Vorsitzenden der Parlamentsparteien. Insbesondere eine Szene des Gespräches mit Heinz-Christian Strache wurde nicht nur zu einem Klassiker auf der Video-Plattform Youtube, sondern wurde von Strache in der Ausgabe mit ihm im Jahr 2012 neuerlich ins Gespräch gebracht: Strache behauptete im Vorfeld in seinem Facebook-Auftritt, dass Wolf im Jahr 2005 ihn mit einer Unwahrheit konfrontiert hatte. Wolf seinerseits brachte in seinem Weblog den Gegenbeweis,Heinz-Christian Strache und sein Lieblingsbuch. (Mit eingebunden Video der Szene auf Youtube, Depp, Lügen und Video.) In: Blog von Armin Wolf, 27. August 2012, abgerufen am 27. Juli 2019. der Strache am nächsten Tag zu einer halbherzigen Entschuldigung, wiederum in seinem Facebook-Account, veranlasste.Herr Straches „Waldgang“-Entschuldigung. Das hat FPÖ-Chef Strache eben auf seiner Facebook-Seite veröffentlicht: … In: Blog von Armin Wolf, 28. August 2012, abgerufen am 27. Juli 2019.

Im Jahr 2017 wählte das englischsprachige Politik-Magazin Politico Europe Armin Wolf auf Platz 11 einer Liste von 28 Persönlichkeiten, die die höchste Wahrscheinlichkeit aufweisen, Europa im Jahr 2018 zu gestalten.POLITICO 28 — Class of 2018 — The 28 people who are shaping, shaking and stirring Europe. Sowie: Armin Wolf – The Interrogator. () Beide in: Politico Europe (englisch), 7. Dezember 2017, abgerufen am 27. Juli 2019.POLITICO 28 — Who to watch in 2018, Stephan Faris und Matthew Kaminski, Politico Europe, 7. Dezember 2017, abgerufen am 8. September 2024.

Wolf bezog im Jahr 2023 vom ORF ein Brutto-Jahresgehalt in Höhe von 252.780 Euro.

Journalistischer Stil und Kritik

Armin Wolf ist für seine Live-Interviews mit Politikern bekannt. Für seinen Interviewstil ist er geachtet und zahlreich ausgezeichnet, ist dafür aber auch gefürchtet und vielfach kritisiert.

Michael Frank charakterisierte Wolf in einem Bericht über den Wiener Opernball 2008 in der Süddeutschen Zeitung als einen TV-Moderator, der Michael Frank: Wiener Opernball 2008: Zuckersüßes Österreich. In: Süddeutsche Zeitung, 31. Jänner 2008 (Artikel Online in der Fassung 17. Mai 2010, abgerufen am 27. Juli 2019). Hans-Peter Siebenhaar formulierte 2017 im deutschen Handelsblatt: Hans-Peter Siebenhaar: Rechtspopulisten nehmen den ORF ins Visier. In der Reihe Der Medien-Kommissar. In: Handelsblatt, 18. Dezember 2017 (Artikelanfang frei abrufbar, abgerufen am 27. Juli 2019). Dem englischsprachigen Politik-Magazin Politico nach hat sich Wolf zu

Wolf war seit 2009 auf Twitter aktiv und hat dort eine große Anzahl von Followern. In einer Podiumsdiskussion anlässlich des Erscheinens einer Studie an der Universität Wien zum Thema „Twitterpolitik“ im Jahr 2012 meinte Wolf, der seit Februar 2009 twittert In: “My First Tweet” (myfirsttweet.com): . und wie ist: Günter Felbermayer: Armin Wolf zur „Twitteria“: „Ich grüße mein Volk“. Podiumsdiskussion im Rahmen der Studie zur "Twitterpolitik". Von Trollen, politischen Autounfällen, Rankings und dem rüden Umgang auf dem Micro-Blogging-Dienst. In: Die Presse, 30. März 2012, abgerufen am 27. Juli 2019. Der Journalist Christian Ortner titulierte Wolf in der Tageszeitung Die Presse ironisch als .Christian Ortner: Was, bitte, haben die Linken eigentlich gegen Donald Trump? Der nächste Präsident der Vereinigten Staaten tritt mit einer Agenda an, wie sie genauso von linken Parteien und Bewegungen in Europa vertreten wird. Kolumne Quergeschrieben. In: Die Presse. Printausgabe 11. November 2016 (Artikelanfang Online, 10. November 2016, abgerufen am 27. Juli 2019). Sowie als: Was stört die Linken eigentlich an Donald T.? In: Ortner Online. Das Zentralorgan des Neoliberalismus. Blog von Christian Ortner, 13. November 2016 (, abgerufen am 27. Juli 2019):

Nachdem die Nationalratsabgeordnete Susanne Winter im November 2015 wegen ihrer ausdrücklichen Zustimmung zu einem antisemitischen Posting auf Facebook, dass an der Flüchtlingskrise schuld seien, von der FPÖ ausgeschlossen worden war, war sie danach bei Wolf im ZIB-2-Studio zu Gast, der sie mit dieser und anderen ihrer Facebookseite konfrontierte, um sie mit der provokanten Frage aufzufordern, ihr Mandat im Parlament niederzulegen.Transkript zum Interview von Armin Wolf mit Ex-FPÖ und jetzt „Wilde Abgeordnete“ Susanne Winter in der ZIB2 am (Dienstag,) 3. November 2015 in ORF 2. _neuwal, Transkriptstatus: Mittwoch, 4. Nov. 2015 (, abgerufen am 27. Juli 2019).Nach FPÖ-Ausschluss: Winter liefert sich Wortgefecht mit Armin Wolf. In: Salzburg24/APA, 4. November 2015, abgerufen am 27. Juli 2019. Wolf erhielt für den Stil dieses Interviews viel Zustimmung, jedoch gab es auch Kritik. Die SPÖ-Nationalratsabgeordnete Daniela Holzinger bezeichnete Winters Posting zwar als , kritisierte aber die Interviewführung als und behauptete, von könne keine Rede sein. Der ehemalige Grünen-Europaabgeordnete Johannes Voggenhuber bezeichnete das Interview als und . Wolf verwahrte sich gegen Voggenhubers Vorwürfe und warf hingegen ihm vor, über das Interview zu verbreiten. So habe Wolf keineswegs, wie von Voggenhuber behauptet, Winter als tituliert. Unterstützung erhielt Wolf vom ZiB-Redakteursvertreter Dieter Bornemann: Journalisten hätten nicht die Aufgabe, bei Interviews nur Stichwortgeber zu sein, außerdem seien kritische und auch harte Fragen selbstverständlich erlaubt.Interview: Winter in der „ZiB 2“: Voggenhuber und Holzinger kritisieren Wolf. Voggenhuber: „Lynchjustiz“ des Moderators „journalistisch nicht zu rechtfertigen“ – Holzinger: „Niveaulos“ – Wolf kontert. In: Der Standard/APA, 6. November 2015, abgerufen am 27. Juli 2019.mtp/hell: Voggenhuber kritisiert die „Lynchjustiz“ von Armin Wolf. Auf Facebook kritisiert der Grünen-Politiker das Wolf-Interview mit der Abgeordneten Susanne Winter und nennt es eine "lustvoll inszenierte mediale Hinrichtung". Der ORF-Anchorman hat bereits darauf reagiert. In: Die Presse, 6. November 2015, abgerufen am 27. Juli 2019. ()Agenturen, kurier.at, aho/tem: „Lynchjustiz“: ZiB-Redakteure verteidigen Wolf. ZiB2-Gespräch mit Susanne Winter sorgte für herbe Kritik – etwa von Grünen-Politiker Voggenhuber. ORF-Redakteursvertreter: „Sind keine Stichwortgeber“. In: Kurier, 6. November 2015, abgerufen am 27. Juli 2019.

Der Medienunternehmer Christian W. Mucha und Herausgeber des Monatsmagazins ExtraDienst (ED) warf Wolf 2017 und vor. Letzteres entstehe auch dadurch, dass dieser seit Jahren selbst entscheide, wen er gut oder schlecht dastehen lasse. Wolf berichte tendenziös und gebe dabei vor, unabhängig zu sein. Mucha fragte, ob man Die Mehrheit der ZIB-Konsumenten, Christian W. Mucha (Hrsg.): In: ExtraDienst, Heft ED 5/2017.

Der Medienpsychologe Peter Vitouch, der für die SPÖ als stellvertretender Vorsitzender Mitglied im ORF-Publikumsrat war, warf Wolf, mit dem er in der Diskussionssendung Punkt eins (Radio Ö1) am 19. Mai 2017 zu Gast war, unter anderem vor, zu betreiben und mit Körpersprache und Stimmlage zu vermitteln, dass Politiker bei ihm unter stünden und schlechte Menschen wären.Ralf Hillebrand: ORF-Publikumsrat zu Armin Wolf: „Eine brutale Mimose“. Ein SN-Interview löste eine emotional geführte Diskussion auf Ö1 aus. Im Mittelpunkt: ORF-Publikumsrat Peter Vitouch und „ZiB 2“-Anchorman Armin Wolf. In: Salzburger Nachrichten, 19. Mai 2017, abgerufen am 27. Juli 2019. Anlass für diese Diskussion war ein ZIB-2-Beitrag vom 9. Mai 2017 über den damaligen ÖVP-Vizekanzler Reinhold Mitterlehner. Wolf ließ in der Anmoderation für den Filmtitel Django – Die Totengräber warten schon einblenden. Mitterlehner, der seinen Couleur- und Spitznamen „Django“ zu seinem Amtsantritt selbst öffentlich machte, erklärte tags darauf, am 10. Mai, von allen Ämtern zurückzutreten, und machte unter anderem Wolf wegen der Anmoderation mitverantwortlich.Ralf Hillebrand: Wenn der ORF seine Grenzen ausreizt. Politiker alle Lager kritisieren seit Wochen „ZiB 2“-Moderator Armin Wolf. Nun wehrt er sich gegen Vorwürfe des ORF-Publikumsrats. In: Salzburger Nachrichten, 17. Mai 2017 (Artikelanfang frei lesbar, abgerufen am 27. Juli 2019).