In der Liste der Stolpersteine in Dietzenbach werden die vorhandenen Gedenksteine aufgeführt, die im Rahmen des Projektes Stolpersteine des Künstlers Gunter Demnig in Dietzenbach verlegt worden sind. { "type": "FeatureCollection", "features": [

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] } Stolpersteine Adresse Name Inschrift Verlegedatum Bild AnmerkungDie Angaben auf den 2006 und 2014 verlegten Stolpersteine geben den damaligen Recherchestand wieder. Inzwischen sind durch die Recherchen von Horst Schäfer, die zu dem Buch ... und tilge nicht unser Angedenken geführt haben, eine Vielzahl neuer Fakten bekannt geworden. Die daraus sich ergebenden Abweichungen zu den ursprünglichen Stolperstein-Inschriften werden in der Spalte „Anmerkungen“ dokumentiert. Soweit zusätzliche Angaben aus dem Familienbuch Dietzenbach von Richard Becker zitiert werden, wird nicht die Seitenzahl zitiert, sondern die fortlaufende Familien-Nummer, unter der ein Eintrag dort verzeichnet ist. Bahnhofstr. 71()Wohnhausder FamilieHermann und Emma Wolf 180px Im Wohnhaus der Familie Wolf befand sich auch der Gebetsraum der jüdischen Gemeinde Dietzenbach. Teile der Familie sind am 13. Juli 1938 nach Frankfurt verzogenBecker, Nr. 3650 und von dort aus 1941 über Kuba in die USA emigriert. Einige Familienmitglieder hatten jedoch bereits vorher Dietzenbach verlassen und Zuflucht in anderen Ländern gesucht. Hermann Wolf Hier wohnteHermann WolfJg. 1875unfreiwillig verzogen1937 FrankfurtFluchtversuch 1941USATot auf Kuba17. Februar 2014 180px*12. März 1872 in Dietzenbach - † 25. November 1941 in Havanna.Becker, Nr. 3650; laut Schäfer, S. 45, stammt das Geburtsdatum aus Unterlagen des Standesamtes Dietzenbach. Eine Heiratsurkunde des Standesamtes Eppertshausen, die 1966 in einem Entschädigungsverfahren vorgelegt wurde, benennt jedoch den 12. März 1872 als Geburtsdatum.

Der Begriff Fluchtversuch ist falsch, da die Flucht der Familie geglückt ist. Jedoch verstarb Hermann Wolf auf der Flucht am 25. November 1941 in Havanna aufgrund einer Typhus-Erkrankung, die er sich während der Überfahrt zugezogen hatte.Schäfer, S. 50–59

Am 1. August 2023 wurde in Dietzenbach eine Straße nach Hermann Wolf benannt, der Hermann-Wolf-Weg.Anna Scholze: Erinnerung an ein Opfer des Nazi-Regimes. Dietzenbach - Stadt benennt Straße nach Hermann Wolf, dem ehemaligen Vorstand der jüdischen Gemeinde, in: Frankfurter Rundschau, 1. August 2023, S. 44 (F12) Emma Wolf Hier wohnteEmma Wolfgeb. MosesJg. 1883unfreiwillig verzogen1937 FrankfurtFlucht 1941USAüberlebt17. Februar 2014 180px* 3. April 1883 in Eppertshausen - † 8. Januar 1970 in New York.Schäfer, S. 45 und 104

Emma Wolf war zusammen mit ihrem Mann und ihrer Tochter Bertha (siehe unten) auf dem Weg in die USA. Wegen der Erkrankung und dem anschließenden Tod ihres Mannes unterbrach sie zusammen mit ihrer Tochter die Reise in Havanna. Dadurch lief ihr Visum für die USA ab, dessen Wiederbeschaffung aufgrund der zwischenzeitliche Kriegserklärung der USA gegenüber Deutschland sehr schwierig war. Gesundheitlich schwer angeschlagen, erreichte sie im November 1941 dennoch New York. Dort lebte sie dann im Haushalt ihrer Tochter Bertha.Schäfer, S. 56–65 Julius Wolf Hier wohnteJulius WolfJg. 1909unfreiwillig verzogen1937 FrankfurtFlucht 1941USAüberlebt17. Februar 2014 180px*17. August 1909 in Dietzenbach - † 3. April 1987 in New York.Schäfer, S. 109 und S. 129

Julius Wolf flüchtete im Juni 1938 nach Holland und von hier aus weiter in die USA, wo er am 10. September 1938 ankam.Schäfer, S. 110 Klemi Wolf Hier wohnteKlemi WolfJg. 1911unfreiwillig verzogen1937 FrankfurtFlucht 1941USAüberlebt17. Februar 2014 180px* 30. November 1910 in Dietzenbach - † 29. Juni 1991 wahrscheinlich in New York.Schäfer, S. 132 und S. 137

Clementine Wolf, Rufname Klemi, war Schneiderin und arbeitete ab 1933 in Hamburg. 1934 kehrte sie vorübergehend zu ihren Eltern nach Dietzenbach zurück und bereitete sich von hier aus auf eine Ausreise nach Palästina vor. Am 24. Oktober 1934 reiste sie nach Italien ab und erreichte im August 1935 von hier aus Pakästina. Im März 1937 heiratete sie dort Eric Rothschild. Im Jahre 1947 wanderte die Familie nach New York aus.Schäfer, S. 133–134 Irene Wolf Hier wohnteIrene WolfJg. 1913Flucht 1936Palästinaüberlebt17. Februar 2014 180px*22. Dezember 1911 in Dietzenbach - † 4. November 1994 in Köln.Schäfer, S. 138 und S. 162

Irene Wolf emigrierte am 27. April 1934 in die Schweiz, wo sie auf ein Einreisezertifikat nach Palästina wartete. Am 18. Mai 1936 verließ sie die Schweiz und reiste über Triest nach Haifa, wo sie am 25. Mai 1936 ankam. Am 26. Mai 1939 heiratete sie in Tel Aviv den Kaufmann Yona Notea. Der verließ 1951 Israel und zog nach Köln. Seine Frau stellte parallel dazu für sich und ihre beiden Kinder einen Wiedereinbürgerungsantrag für die Bundesrepublik Deutschland, dem am 13. September 1952 durch den Regierungspräsidenten in Köln stattgegeben wurde. Am 29. Oktober 1952 reisten die drei zurück nach Deutschland.Schäfer, S. 140–145 Alfred Wolf Hier wohnteAlfred WolfJg. 1918unfreiwillig verzogen1937 FrankfurtFlucht 1941USAüberlebt17. Februar 2014 180px*25. Januar 1918 in Dietzenbach - † 27. April 1999 in den USA (vermutlich in New York).

Der gelernte Bäcker musste im Mai 1938 seine Arbeit in Frankfurt aufgeben und konnte danach noch im gleichen Jahr aufgrund eines verwandtschaftlichen Affidavits in die USA einreisen. Ab 1941 konnte er dort wieder als Bäcker arbeiten und heiraten.Schäfer, S. 164–168 Ria Wolf Hier wohnteRia WolfJg. 1920unfreiwillig verzogen1937 FrankfurtFlucht 1941USAüberlebt17. Februar 2014 180px*26. März 1920 in Dietzenbach - † zwischen Dezember 1953 und Januar 1954 vermutlich in New York.

Ria Wolfs (eigentlich Marie Wolf) Biografie ist nur lückenhaft dokumentiert. Im Mai 1939 wohnte sie vermutlich noch bei ihren Eltern in Frankfurt und gelangte danach möglicherweise mit einem Kindertransport nach England. Ein Neffe von ihr, ein Sohn von Irene Notea bezweugte, dass seine Schwester zu einem ihm unbekannten Zeitpunkt von England nach New York weitergereist sei. Hier ist sie bei der Geburt ihres dritten Kindes gestorben.Schäfer, S. 168–174. Bertha Wolf Hier wohnteBertha WolfJg. 1921unfreiwillig verzogen1937 FrankfurtFlucht 1941USAüberlebt17. Februar 2014 180px*4. Oktober 1921 in Dietzenbach - † 1998 in New York.

Bertha Wolf wollte ursprünglich auch nach Palästina ausreisen, was aber nicht möglich war. Sie erhielt dann 1941 zusammen mit ihren Eltern die Ausreisegenehmigungen, die sie zum Transit über Frankreich, Spanien und Portugal berechtigte. Am 9. September 1941 verließen die drei Lissabon und reisten nach New York ab. Wegen der Erkrankung und des Todes des Vaters musste die Reise in Havanna unterbrochen werden, von wo aus sie zuerst einmal alleine in die USA weiterreiste. 1945 heiratete sie in New York den sechs Jahre älteren Günther Schloss.Schäfer, S. 174–192. Schmidtstr. 12()Wohnhausder FamilieMax und Rosa Merkel 180pxDas Ehepaar Max und Rosa Merkel musste 1938 Dietzenbach verlassen und zog erst nach Frankfurt. Von hier aus emigrierten sie im selben Jahr noch in die USA, wohin bereits ihre Tochter Klara geflüchtet war.

Max und Rosa Merkel hatten am 24. Juni 1909 in Altwiedermus geheiratet waren danach nach Dietzenbach gezogen, dem Geburtsort von Max Merkel.

Rosa Merkel, geborene Adler, war die Schwester von Johanna Wolf (siehe unten). Max Merkel Hier wohnteMax MerkelJg. 1881vertrieben 1938Flucht – USA24. Februar 2006 180px*11. Dezember 1881 in Dietzenbach - † 1950 in New YorkBecker, Nr. 2454 und Schäfer, S. 221 und S. 225 Rosa Merkel Hier wohnteRosa Merkelgeb. AdlerJg. 1883vertrieben 1938Flucht – USA24. Februar 2006 180px*9. April 1883 in Altwiedermus - † 11. Dezember 1977 in New YorkSchäfer, S. 221 und S. 227 Klara Merkel Hier wohnteKlara MerkelJg. 1910vertrieben 1937Flucht – USA24. Februar 2006 180px*26. Juni 1910 - † vermutlich in den späten 1970er Jahren in New York.

Klara Merkel, die Mitte der 1930er Jahre Max Strauss geheiratet hatte, floh im August 1937 zusammen mit ihrem Ehemann in die Schweiz und nannte sich von nun an Claire. 1938 konnte das Ehepaar in die USA übersiedeln, wohin dann auch im September 1938 Klaras Eltern folgten.Schäfer, S. 230–236 Babenhäuser Str. 29() Elisabethe Ebert Hier wohnteElisabetheEbertJg. 1882ermordet 20. Oktober 1941HeilanstaltWeilmünster24. Februar 2006 180px*28. August 1882 - † 20. Oktober 1941 in der Heilanstalt Weilmünster

Elisabethe Ebert lebte unverheiratet in ihrem Elternhaus und arbeitete jahrelang als Vorarbeiterin in einer Offenbacher Seifenfabrik. Aus welchen Gründen sie 1941 in die damalige Landesheilanstalt Weilmünster eingeliefert wurde, ist nicht bekannt. Dass sie dort keines natürlichen Todes gestorben ist, sondern ermordet wurde, kann als sicher gelten.Schäfer, S. 275–281 Bahnhofstr. 13() (Die Stolper-steine befinden sich gegenüber dem ehemaligen Wohn haus der Eheleute Wolf unterhalb des rechten Schaufensters der Buchhandlung.)Wohnhausder FamilieMax und Johanna Wolf 180pxMax Wolf und seine Frau Johanna, geborene Adler, haben am 8. Januar 1908 in Altwiedermus geheiratet und sind danach nach Dietzenbach gezogen. Die Wurzeln von Max Wolfs Familie lassen sich hier bis in das Jahr 1766 zurückverfolgen. Johanna Adler war die Schwester von Rosa Merkel (siehe oben).

Max Wolf betrieb in Dietzenbach eine Vieh- und Futtermittelhandlung. Er und seine Frau zählten vor 1933 zu den wohlhabendsten Bürgern Dietzenbachs. Unter der nationalsozialistischen Herrschaft mussten sie nicht nur die Zerstörung ihres Gewerbes erdulden, sondern auch die schamlose Bereicherung Dietzenbacher Bürger auf ihre Kosten.Schäfer, S. 18–40 Johanna Wolf Hier wohnteJohanna Wolfgeb. AdlerJg. 1882unfreiwillig verzogen1937 FrankfurtFlucht 1939USAüberlebt17. Februar 2014 180px*11. Februar 1882 in Altwiedermus - † 8. Oktober 1977 in New York

Johanna Wolf arbeitete im Geschäft ihres Mannes mit. Nach dessen Zerschlagung zog das Ehepaar im Mai 1938 nach Frankfurt. 1939 betrieb die Familie ihre Ausreise. Diese erfolgte im Oktober 1939 und führte zunächst nach Rotterdam und anschließend in die USA.Schäfer, S. 18–40 Max Wolf Hier wohnteMax WolfJg. 1879unfreiwillig verzogen1937 FrankfurtFlucht 1939USAüberlebt17. Februar 2014 180px*21. Februar 1879 in Dietzenbach - † 21. Juli 1956 in Binghamton (New York)