Bei der Kirche in Buddern () handelt es sich um einen Feldsteinbau aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Bis 1945 war sie evangelische Pfarrkirche für das Kirchspiel Buddern; heute dient sie als Gotteshaus der römisch-katholischen Pfarrei Budry im Bistum Ełk.
Geographische Lage Budry liegt im Nordosten der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren an der Woiwodschaftsstraße DW 650 (einstige deutsche Reichsstraße 136), die die Kreisstädte Gołdap () und Węgorzewo (Angerburg) miteinander verbindet und bis Stara Różanka (Alt Rosenthal) vor den Toren der Stadt Kętrzyn (Rastenburg) führt. Eine Bahnanbindung besteht nicht.
Die Kirche steht mitten im Dorf an der ul. Marii Konopnickiej.
Kirchengebäude mini|hochkant|Der 1882 vorgesetzte Turm der Kirche Bereits im Jahr 1724 gab es Pläne zum Bau einer evangelischen Kirche in Buddern. Verwirklicht werden konnte das Projekt jedoch erst in den Jahren 1738 und 1739Walther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 2 Bilder ostpreußischer Kirchen. Göttingen 1968, S. 87., als ein Bau aus verputzten Feldsteinen errichtet wurde.
Der gleichzeitig für die Glocken erbaute Holzturm an der Kirche musste 1882 abgerissen werden. An seine Stelle trat ein massiver der Kirche vorgesetzter Turm.
Der Kircheninnenraum ist flach gedeckt und hatte ursprünglich zwei seitliche Emporen. Altar und Kanzel sind schlichte Schnitzwerke. 1799 erhielt das Gotteshaus eine Orgel, die der Orgelbaumeister Nippert aus Insterburg (heute ) anfertigte. Das Geläut bestand anfangs aus drei Glocken. mini|links|Blick in den Innenraum der heutigen Kirche Im Ersten Weltkrieg erlitt das Gebäude schwerste Zerstörungen und konnte erst in den ersten Nachkriegsjahren wiederhergestellt werden.
In den 1950er Jahren wurden mannigfache Restaurierungsarbeiten an der Kirche vorgenommen, gleichzeitig die Ausstattung der Liturgie der Römisch-katholischen Kirche angepasst. Die katholische Kirchengemeinde ist jetzt Eigentümer des Gotteshauses, das sie der Hl. Dreifaltigkeit geweiht hat.
Kirchengemeinde Im Jahr 1739 wurde Buddern ein Kirchdorf;Walther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente. Göttingen 1968, S. 476. bis dahin gehörte es zum Kirchspiel der Kirche in Engelstein (). Im Gründungsjahr wurde zugleich eine Pfarrstelle geschaffenFriedwald Moeller: Altpreußisches evangelisches Pfarrerbuch von der Reformation bis zur Vertreibung im Jahre 1945. Hamburg 1968, S. 26., die die zweite Amtsstelle in Engelstein ersetzte. Im Jahr 1925 zählte die Pfarrei Buddern 4450 Gemeindeglieder. Sie wohnten in einem fast 40 Orte und Wohnplätze umfassenden weitflächigen Kirchspiel. Bis 1945 gehörte die Kirchengemeinde Buddern zum Kirchenkreis Angerburg in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Evangelischen Kirche der Altpreußischen Union. Flucht und Vertreibung der überwiegend evangelischen Bevölkerung machten nach 1945 kirchliches Leben nicht mehr möglich.
Zunehmend aber siedelten sich polnische Bürger an, die meistens römisch-katholischer Konfession waren. Gehörten die Katholiken vor 1945 zur Pfarrkirche Zum Guten Hirten in Angerburg, so übernahmen sie nun die bisher evangelische Kirche in dem nunmehr Budry genannten Ort und machten sie zu ihrer Pfarrkirche. Die daraus entstandene Pfarrgemeinde ist Teil des Dekanats Węgorzewo im Bistum Ełk (Lyck) der Römisch-katholischen Kirche in Polen. Die in Budry lebenden wenigen evangelischen Kirchenglieder gehören jetzt zur Kirchengemeinde in Węgorzewo, einer Filialgemeinde der Pfarrei Giżycko (Lötzen) in der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen.
Ev. Kirchspiel (bis 1945) Zum evangelischen Kirchspiel Buddern gehörten bis 1945 außer dem Pfarrort noch 38 Orte, Ortschaften und Wohnplätze:Der * kennzeichnet einen Schulort.
Name Polnischer Name Name Polnischer Name Amalienhof Bogumiły Klein Sawadden1938–1945 Buttenhof Zawady Małe *Amwalde Skaliszki Klein Sunkeln Sąkieły Małe *Brosowken1938–1945 Birkenhöhe Brzozówko *Krzywinsken1927–1945 Sonnheim Krzywińskie Brosowkenberg1938–1945 Birkenstein Brzozowska Góra *Lindenwiesebis 1923 Klein Pillacken Piłacki Małe *Dowiaten Dowiaty Pfeil (Forst) Strzała Freyhof Wola Pietrellen1938–1945 Treugenfließ Pietrele Friedrichsfelde Gnaty Pilsach Grenzhöfchen *Popiollen1938–1945 Albrechtswiesen Popioły Gronden Grądy Węgorzewskie Schwarzstein Czernica Grondischken Grądyszki Senft (Forst) Groß Budschen Budzewo *Sobiechen1938–1945 Salpen Sobiechy Groß Sawadden Steinorter Wiesenhaus Grünfelde Rozia Stollberg Wiesenh. Grünhöfchen Zbytki Waldfriede Jurgutschen1938–1945 Jürgenshof Jurgucie Waldhof Kaczorowo Karlsfelde Radziszewo *Wenzken Więcki Karlshof Droglewo Wiesengrün Klein Budschen Wilhelmshöh Koźlak
Kath. Pfarrei (seit 1945) Zur Parafia Budry gehören neben dem Pfarrort zehn Dörfer: Name Deutscher Name Name Deutscher Name Brzozówko Brosowken1938–1945 Birkenhöhe Pietrele Pietrellen1938–1945 Treugenfließ Budzewo Groß Budschen Piłaki Małe Lindenwiesebis 1923 Klein Pillacken Dowiaty Dowiaten Popioły Popiollen Grądy Węgorzewskie Gronden Sobiechy Sobiechen1938–1945 Salpen Grądyszki Grondischken Więcki Wenzken
Pfarrer (bis 1945) Von der Gründung der Kirchengemeinde Buddern im Jahr 1739 bis zur Vertreibung 1945 amtierten in Buddern als evangelische Geistliche: Christoph Albrecht Rüdiger, 1739–1743 Theophilus Baranski, 1743–1748 Johann Gottlieb Cibrovius, 1749–1761 Michael Groß, 1761–1800 Johann Friedrich Bruno, 1794–1802 Heinrich Gotthard Raabe, 1801–1810 Matthias Czygan, 1810–1845 Adolf Heinrich Julius Radefeldt, 1845–1846 Wilhelm Schulz, 1846–1868 Franz Ludwig A. Paczynski, 1868–1889 Hermann August Unterberger, 1890–1916 Kurt Rudloff, 1916–1928 Gerhard Woytewitz, 1928–1933 Helmut Welz, 1935–1945
Kirchenbücher Von den Kirchenbuchunterlagen der evangelischen Pfarrei Buddern haben sich erhalten und werden bei der Deutschen Zentralstelle für Genealogie in Leipzig aufbewahrt: Taufen: 1834 bis 1873 Trauungen: 1834 bis 1873 Begräbnisse: 1834 bis 1873.
Weblinks
Aus der Geschichte des Ortes Buddern
Einzelnachweise
Kategorie:Kirchengebäude in der Woiwodschaft Ermland-Masuren Kategorie:Kulturdenkmal in der Woiwodschaft Ermland-Masuren Kategorie:Feldsteinkirche Kategorie:Kirchengebäude im Bistum Ełk Kategorie:Umgewidmetes Kirchengebäude Kategorie:Dreifaltigkeitskirche Kategorie:Erbaut in den 1730er Jahren Kategorie:Gmina Budry