Hans Schmalfuß (* 28. März 1894 in Hamburg; † 13. März 1955 ebenda) war ein deutscher Chemiker und Hochschullehrer.

Leben Schmalfuß war der Sohn des Gynäkologen Gustav Schmalfuß. Hans Schmalfuß besuchte das Wilhelm-Gymnasium in Hamburg, wo er zu Michaelis 1912 das Reifezeugnis erhielt.Verzeichnis sämtlicher Abiturienten des Wilhelm-Gymnasiums von 1881 bis 1931. In: Lehrerkollegium des Wilhelm-Gymnasiums (Hrsg.): Festschrift zum 50jährigen Jubiläum des Wilhelm-Gymnasiums zu Hamburg. Christians, Hamburg 1931, PPN 301222665, S. 161–187. (Abiturienten-Nr. 704, Festschrift Online) Anschließend begann er an der Universität Jena das Studium der Chemie. 1913 wurde er im Corps Thuringia Jena und (als 5. seiner Familie) im Corps Brunsviga Göttingen aktiv.Kösener Corpslisten 1960, 77/914; 41/847. Nachdem er am ganzen Ersten Weltkrieg teilgenommen hatte, brachte er sein Studium an der Universität Hamburg zum Abschluss. Mit einer Doktorarbeit bei Paul Rabe wurde er 1921 zum Dr. med. et phil. promoviert.Mathematisch-naturwissenschaftliche Dissertation: Beitrag zur Kenntnis der Cistransisomerie 1. Drei Jahre später folgte die Habilitation.Habilitationsschrift: Studien über die Bildung von Pigmenten. Am Chemischen Staatsinstitut leitete er anschließend die Abteilung für Organische Chemie (1924–1926) und die Abteilung für Biochemie (1925–1941). Er wurde 1928 zum Professor ernannt und leitete von 1931 bis 1941 das Untersuchungsamt des Chemische Staatsinstitut in Hamburg. Am 13. Juli 1941 beantragte er die Aufnahme in die NSDAP und wurde zum 1. Oktober desselben Jahres aufgenommen (Mitgliedsnummer 8.771.122).Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/37850320 1941 ging er an die Reichsuniversität Posen. Bis 1945 wirkte er dort als Lehrstuhlinhaber und Direktor des Instituts für landwirtschaftliche Gewerbeforschung und Vorratspflege.Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich, Frankfurt am Main 2007, S. 542

In der Nachkriegszeit in Deutschland war er ab 1946 als Professor im Wartestand an der Forschungsanstalt für Landwirtschaftliche Gewerbepflege in Giengen an der Brenz. 1950 wechselte er an das Institut für Angewandte Ernährungswissenschaft der TH Hannover. 1951 gehörte er zu den Gründern der Arbeitsgemeinschaft ernährungswissenschaftlicher Institute. Zuletzt arbeitete er bis 1955 für die Deutsche Vacuum Oel AG im heimatlichen Hamburg. Er starb kurz vor seinem 61. Geburtstag.

Werke Stoff und Leben. In: BIOS. Abhandlungen zur theoretischen Biologie und ihrer Geschichte, sowie zur Philosophie der organischen Naturwissenschaften, Band VI, Barth, Leipzig 1937 (Digitalisat). Das Chemische Staatsinstitut, Hamburg in seiner Ausgestaltung während der Jahre 1917 bis 1932. mit Helene Schmalfuß: Betriebsprüfungen für die Kartoffelbrennereien des Warthegaues. Posen 1942. Die Bedeutung der Nährstoffe für die Soldatenernährung. Posen 1944.

Weblinks Hans Schmalfuß Universität Hamburg Fachbereich Chemie Zur Ernährung von Soldaten (2010) Biografien-Datenbank: NS‑Dabeigewesene

Einzelnachweise

Kategorie:Chemiker (20. Jahrhundert) Kategorie:Ernährungswissenschaftler Kategorie:Hochschullehrer (Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover) Kategorie:Hochschullehrer (Reichsuniversität Posen) Kategorie:Hochschullehrer (Universität Hamburg) Kategorie:NSDAP-Mitglied Kategorie:Corpsstudent (20. Jahrhundert) Kategorie:Person im Ersten Weltkrieg (Deutsches Reich) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1894 Kategorie:Gestorben 1955 Kategorie:Mann Kategorie:Person (Giengen an der Brenz) Kategorie:Absolvent der Universität Hamburg