mini|hochkant=2.1| Der Speerwurf der Frauen bei den Olympischen Spielen 1980 in Moskau wurde am 24. und 25. Juli 1980 im Olympiastadion Luschniki ausgetragen. 22 Athletinnen nahmen teil.

Olympiasiegerin wurde die Kubanerin María Caridad Colón. Sie gewann vor Saida Gunba aus der Sowjetunion und Ute Hommola aus der DDR.

Für die DDR gingen neben der Medaillengewinnerin Hommola außerdem Ruth Fuchs und Ute Richter an den Start. Beide erreichten das Finale. Richter wurde Vierte, Fuchs Achte. Werferinnen aus der Schweiz, Österreich und Liechtenstein nahmen nicht teil. Athletinnen aus der Bundesrepublik Deutschland waren wegen des Olympiaboykotts ebenfalls nicht dabei.

Rekorde Bestehende Rekorde Weltrekord70,08 mTatjana Birjulina ()Podolsk, Sowjetunion (heute Russland)12. Juli 1980Athletics - Progression of outdoor world records (Women), Javelin throw - Women, sport-record.de (englisch), abgerufen am 5. November 2021Olympischer Rekord65,94 mRuth Fuchs ()Finale OS Montreal, Kanada24. Juli 1976 Rekordverbesserung Der bestehende olympische Rekord wurde zweimal verbessert: 66,66 m – Ute Richter (DDR), Qualifikation, zweiter Versuch 68,40 m – María Caridad Colón (Kuba), Finale, erster Versuch

Durchführung des Wettbewerbs Die Athletinnen traten am 24. Juli zu einer Qualifikationsrunde an, die in zwei Gruppen durchgeführt wurde. Neun von ihnen – hellblau unterlegt – übertrafen die direkte Finalqualifikationsweite von 60,00 m. Damit war die Mindestanzahl von zwölf Finalteilnehmerinnen nicht erreicht. So wurde das Finalfeld nach den nächstbesten Weiten mit drei weiteren Werferinnen – hellgrün unterlegt – auf zwölf Teilnehmerinnen aufgefüllt. Für die Finalteilnahme reichte letztlich eine Weite von 58,76 m. Das Finale wurde am 25. Juli ausgetragen.

Zeitplan 24. Juli, 10:10 Uhr: Qualifikation 25. Juli, 17:20 Uhr: FinaleOfficial Report, Games of the XXII Olympiad, Moscow 1980, v.3 (englisch/französisch), S. 17 (PDF, 28.260 KB), abgerufen am 5. November 2021

Anmerkung:Alle Zeiten sind in Ortszeit Moskau (UTC+3) angegeben.

Legende Kurze Übersicht zur Bedeutung der Symbolik – so üblicherweise auch in sonstigen Veröffentlichungen verwendet: – verzichtet x ungültig

Qualifikation Datum: 24. Juli 1980, ab 10:10 UhrOfficial Report, Games of the XXII Olympiad, Moscow 1980, v.3 (englisch/französisch), S. 93 (PDF, 28.260 KB), abgerufen am 5. November 2021

Gruppe A

Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch Weite 1 Ute Richter 57,40 m 66,66 m OR – 66,66 m OR 2 Éva Ráduly-Zörgő 63,84 m – – 63,84 m 3 María Caridad Colón 62,42 m – – 62,42 m 4 Iwanka Wantschewa 61,16 m – – 61,16 m 5 Antoaneta Todorowa 60,56 m – – 60,56 m 6 Bernadetta Blechacz 59,90 m 55,92 m 50,26 m 59,90 m 7 Tatjana Birjulina 59,86 m 57,72 m 52,44 m 59,86 m 8 Mária Janák 57,80 m 54,22 m x 57,80 m 9 Petra Rivers 51,08 m 53,14 m 55,80 m 55,80 m 10 Fatima Whitbread 47,44 m 47,22 m 49,74 m 49,74 m Sofia Sakorafa x x x ogV

Gruppe B

Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch Weite 1 Ruth Fuchs 54,12 m 64,26 m – 64,26 m 2 Saida Gunba 63,98 m – – 63,98 m 3 Ute Hommola 63,52 m – – 63,52 m 4 Jadvyga Putinienė 62,96 m – – 62,96 m 5 Fausta Quintavalla 58,76 m x – 58,76 m 6 Tiina Lillak 53,44 m 56,26 m x 56,26 m 7 Pam Matthews 55,72 m 53,72 m 51,70 m 55,72 m 8 Agnès Tchuinté 55,36 m 52,16 m 49,22 m 55,36 m 9 Tessa Sanderson 48,76 m x x 48,76 m 10 Patricia Guerrero 38,36 m 45,40 m 45,42 m 45,42 m DNS Swetana Ralinska

Finale Datum: 25. Juli 1980, 17:20 Uhr Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch 4. Versuch 5. Versuch 6. Versuch Endresultat Anmerkung 1 María Caridad Colón 68,40 m OR x 64,58 m 62,70 m 66,02 m 63,06 m 68,40 m OR 2 Saida Gunba 66,08 m 67,76 m x 63,78 m x 65,06 m 67,76 m 3 Ute Hommola 60,62 m 58,84 m 66,04 m 66,56 m 61,96 m 64,92 m 66,56 m 4 Ute Richter 54,86 m 53,12 m 62,80 m 65,68 m 66,04 m 66,54 m 66,54 m 5 Iwanka Wantschewa 65,38 m 60,88 m x 60,12 m 61,90 m 62,90 m 65,38 m 6 Tatjana Birjulina 56,28 m 65,08 m 58,42 m 60,36 m x 62,48 m 65,08 m 7 Éva Ráduly-Zörgő x 64,08 m 54,80 m 59,44 m 57,02 m 54,30 m 64,08 m 8 Ruth Fuchs 59,90 m x 61,48 m x 63,94 m 59,20 m 63,94 m 9 Bernadetta Blechacz 57,94 m 52,84 m 61,46 m nicht im Finale derbesten acht Werferinnen 61,46 m 10 Antoaneta Todorowa 54,76 m 60,66 m 52,98 m 60,66 m 11 Jadvyga Putinienė 59,94 m x 52,72 m 59,94 m 12 Fausta Quintavalla 49,60 m 57,50 m 57,52 m 57,52 m Ruth Fuchs, die Nummer eins in der Welt zwischen 1972 und 1979, war die Favoritin auf die Goldmedaille, es wäre ihre dritte in Folge. Auch im Olympiajahr hatte sie ihren eigenen Weltrekord noch einmal höher geschraubt, aber im Juli war der sowjetischen Athletin Tatjana Birjulina der erste Wurf über die 70-Meter-Marke überhaupt gelungen. Natürlich war Birjulina jetzt eine gefährliche Konkurrentin für Fuchs. Eine weitere Gegnerin, die US-Werferin Kate Schmidt, 1972 und 1976 jeweils Olympiadritte und zwischenzeitlich ebenfalls vorübergehende Weltrekordlerin, konnte wegen des Olympiaboykotts der USA nicht teilnehmen. Anwärterinnen auf die weiteren vorderen Platzierungen waren die britische Vizeeuropameisterin von 1978 Tessa Sanderson sowie die beiden DDR-Werferinnen Ute Hommola, EM-Dritte, und Ute Richter, EM-Vierte. Mit guten Weiten hatte auch die Kubanerin María Caridad Colón vor diesen Spielen aufhorchen lassen. Außer Sanderson überstanden alle Favoritinnen die Qualifikation.

Im Finale gelangen Colón gleich im ersten Wurf 68,40 m. Das war neuer olympischer Rekord und diese Weite wurde während des gesamten Wettkampfs nicht mehr übertroffen. Saida Gunba aus der Sowjetunion platzierte sich im zweiten Versuch mit ebenfalls sehr guten 67,76 m auf Rang zwei. Hommola kam im vierten Durchgang auf 66,56 m, das bedeutete zunächst einmal Rang drei. Fuchs hatte die Qualifikation in dieses Finale geschafft, aber nur gerade so kam sie unter die besten Acht, sodass ihr noch drei zusätzliche Würfe zur Verfügung standen. Doch sie war weit entfernt von der Form, in der man sie kannte. Mit 63,94 m musste sie sich schließlich mit dem achten Platz begnügen. Im letzten Durchgang wurde es noch einmal eng im Kampf um Bronze. Ute Richter kam bis auf zwei Zentimeter an den dritten Platz heran, doch es reichte nicht mehr ganz Sie blieb Vierte, während Ute Hommola die Bronzemedaille gewann. Olympiasiegerin wurde überraschend María Caridad Colón, Silber ging ebenso überraschend an Saida Gunba. Weltrekordlerin Tatjana Birjulina belegte am Ende noch hinter der Bulgarin Iwanka Wantschewa den sechsten Rang.Athletics at the 1980 Moskva Summer Games: Women's javelin throw, archiviert bei wayback (Internet Archive), sports-reference.com (englisch), abgerufen am 5. November 2021

María Caridad Colón war die erste kubanische Olympiasiegerin im Speerwurf der Frauen.

Videolinks 1980 Olympics women's javelin throw final, youtube.com, abgerufen am 5. November 2021 1980 Moscow Olympic Games Athletics, Bereich 17:30 min bis 18:04 min, youtube.com, abgerufen am 4. Januar 2018

Weblinks Official Report, Games of the XXII Olympiad, Moscow 1980, v.3 (englisch/französisch), S. 92f (PDF, 28.260 KB), abgerufen am 5. November 2021 Olympedia, Athletics at the 1980 Summer Olympics, Javelin Throw, Women, olympedia.org (englisch), abgerufen am 5. November 2021 Moscow 1980 Athletics javelin throw, abgerufen am 5. November 2021 Athletics at the 1980 Moskva Summer Games: Women's javelin throw, archiviert bei wayback (Internet Archive), sports-reference.com (englisch), abgerufen am 5. November 2021

Einzelnachweise

Kategorie:Leichtathletikwettbewerb bei den Olympischen Sommerspielen 1980 Kategorie:Frauenleichtathletikwettbewerb