mini|Neuland-Verwaltungsgebäude in Westhagen Die Neuland Wohnungsgesellschaft mbH ist ein deutsches Wohnungsunternehmen mit Sitz in Wolfsburg. Sie war maßgeblich am Aufbau der Stadt beteiligt.

Unternehmen Das Unternehmen gehört zu 60,0 % der Stadt Wolfsburg, zu 34,9 % der stadteigenen Wolfsburger Struktur- und Beteiligungsgesellschaft und zu 5,1 % der Stiftung phæno.Porträt auf der Homepage, abgerufen am 9. Oktober 2024 Sie beschäftigt über 200 Mitarbeiter, vor allem im kaufmännischen Bereich. Ihr gehören in Wolfsburg rund 11.500 Mietwohnungen, 98 gepachtete Wohnungen und ca. 234 gewerbliche Mieteinheiten mit rund 44.000 Quadratmeter Fläche. Der Sitz des Unternehmens ist im Stadtteil Westhagen. Geschäftsführer sind Hans-Dieter Brand und daneben seit 2021 auch Irina Franz.Irina Helm wird zweite Geschäftsführerin. Neuland Wohnungsgesellschaft mbH, 13. November 2020, abgerufen am 8. Juni 2022.

Geschichte Am 2. November 1938 wurde die Neuland, Gemeinnützige Wohn- und Siedlungsgesellschaft der Deutschen Arbeitsfront in der Stadt des KdF-WagensIm nächsten Jahr wird die Stadt entstehen. In: 50 Jahre Wolfsburg im Spiegel der Presse. Stadt Wolfsburg, Wolfsburg 1988, S. 12. in der damaligen Stadt des KdF-Wagens bei Fallersleben gegründet, dem späteren Wolfsburg. Das Stammkapital betrug 1.000.000 Reichsmark. Ziel war der Bau einer Stadt nahe dem im selben Jahr gegründeten Volkswagenwerkes. Erster technischer Geschäftsführer der Neuland war der Architekt Titus Taeschner. Er arbeitete mit Peter Koller zusammen, der als Leiter des Stadtbaubüros der Deutschen Arbeitsfront für den Bau der Stadt verantwortlich war.Porträt Kollers von Sigurd Trommer, abgerufen am 9. November 2015

Das 1937 geschaffene Gesetz über die Neugestaltung deutscher Städte ermöglichte den Bau der Stadt in dem bisher wenig erschlossenen Gebiet. Eine zunächst beauftragte Wohnungsgesellschaft lehnte den Auftrag zum Bau der neuen Stadt ab, da er ihre Möglichkeiten überstieg, so dass dafür die Neuland gegründet wurde. Erschwerend und kostentreibend waren für die Bautätigkeit der Neuland die Umstände, dass zunächst Baracken für die Unterbringung der Bauarbeiter aufgestellt werden mussten. In dem bis dahin landwirtschaftlich geprägten Gebiet gab es auch keine Handwerksunternehmen, die über ausreichend Kapazitäten für den Stadtaufbau verfügten. So mussten erst Niederlassungen von Bauunternehmen aus anderen Teilen des Deutschen Reiches im Aufbaugebiet der neuen Stadt errichtet werden. Da zu dieser Zeit der Bau des Westwalls begann und dafür fast alle Bauarbeiter dienstverpflichtet wurden, erfolgte der Bau der Neuland-Wohnungen in der ersten Zeit vorwiegend durch italienische Arbeiter. mini|1942 entstandene Häuser an der heutigen Friedrich-Ebert-Straße Zunächst wurden die Stadtteile Steimker Berg, Schillerteich und Wellekamp errichtet. Die von der Neuland erbauten Wohnungen wurden von Beginn an mit Fernwärme beheizt und waren überwiegend mit einer Badewanne ausgestattet, so dass sie einen für die damalige Zeit hohen Wohnkomfort boten. Drei von der Neuland betriebene Zentralwäschereien, unter anderem am Steimker Berg und an der heutigen Lessingstraße, standen den Mietern zum Waschen ihrer Wäsche zur Verfügung. Das erste von der Neuland erbaute große Einzelbauwerk war das im Sommer 1939 eröffnete Ledigenheim an der Schlieffenstraße (heutige Goethestraße, heute als Wohn- und Pflegeheim genutzt). Ab Herbst 1941 wurden aufgrund des kriegsbedingten Mangels an Arbeitskräften und Baumaterial kaum noch Neubauten begonnen, nur bereits begonnene Bauvorhaben wurden noch fertiggestellt. Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs wurden 2.915 Wohnungen durch die Neuland errichtet.

Ab 1945 stand die Neuland als ehemalige Gesellschaft der Deutschen Arbeitsfront unter Kontrolle der britischen Vermögensverwaltung. Erst 1947 konnte die Bautätigkeit wieder aufgenommen werden. Bis zur Währungsreform 1948 konnten jedoch nur bereits vorhandene Gebäude weiter ausgebaut werden, dabei wurden 24 Wohnungen fertiggestellt.

In der Nachkriegszeit errichtete die Neuland zahlreiche Gebäude, meist Mietwohnungen. Bis 1959 war sie weitgehend allein für den Neubau von Wohnungen verantwortlich. Stand anfangs noch der Abriss der Barackensiedlungen im Vordergrund, wurden später zahlreiche neue Stadtteile errichtet. Besonders ab 1955, als die Stadt Wolfsburg das Eigentumsrecht an Grund und Boden des Stadtgebietes erhielt, kam es zu einer schnellen Expansion der Stadt. mini|Porschestraße, links Haerder-City-Center im Bau (1973) 1972/73 baute die Neuland mit der aus Lübeck stammenden August Haerder & Co GmbH in der Porschestraße das Haerder-City-Center als erstes Einkaufszentrum in der Innenstadt, das verschiedene selbstständige Einzelhandelsgeschäfte unter einem Dach vereinte. Ab 1979 zog die Verwaltung der Neuland nach Westhagen um, so dass 1985/86 ihr bisheriges Verwaltungsgebäude (Unter den Eichen 51/53) zu Seniorenwohnungen umgebaut werden konnte. In den 1980er Jahren begann die Neuland mit dem Verkauf von Mietwohnungen als Eigentumswohnungen, zunächst im Stadtteil Steimker Berg.

In den 2000er Jahren war die Neuland für mehrere Großbauten verantwortlich: 2003: BadeLand Wolfsburg, eines der größten Schwimmbäder Norddeutschlands 2003: Wolfsburger Hauptniederlassung der Sparkasse Gifhorn-Wolfsburg 2005: Science-Center phæno 2008/09: Umbau der Lebensmittel-Abteilung des ehemaligen Kaufhauses Hertie zu einer MarkthalleMarkthalle Wolfsburg. de+ architekten gmbh, abgerufen am 14. September 2022.

Zum 75-jährigen Geschäftsjubiläum wurde 2013 die Neuland Stiftung gegründet., abgerufen am 9. November 2015

2015 beschloss die Neuland, das phæno wegen hoher Folgekosten an die Stadt Wolfsburg abzugeben. Dafür erhielt sie rund 30 Millionen Euro von der Stadt, die seither auch für Reparaturen einstehen muss.Phæno: Stadt zahlt 30 Millionen an Neuland. Wolfsburger Allgemeine Zeitung vom 13. Juli 2015, abgerufen am 9. November 2015 2018 wurde das von der Neuland erbaute Stufenhochhaus, eines der markantesten Wohngebäude des Stadtteils Detmerode, wegen Baufälligkeit abgerissen.

Literatur Maik Ullmann, Alexander Kraus: Die NEULAND baut der Stadt das Haus. Reihe Stadt–Zeit–Geschichte, Bd. 12, Wallstein Verlag, ISBN 978-3-8353-6057-0. Neuland. An jedem Werktag eine Wohnung. Neuland (Hrsg.), Wolfsburg 1953. 20 Jahre Neuland Gemeinnützige Wohnungs- und Siedlungsgesellschaft mbH Wolfsburg. 1938–1958. Internationale Industrie-Bibliothek, Band 106, Neue Serie Nr. 12, Länderdienst-Verlag, Brilon/Westf. 1958. Neuland – Ein Wohnungsunternehmen prägt das Gesicht einer Stadt. In: architektur & wirtschaft. Nr. 52, Verlag für Architektur GmbH, Wiesbaden 1986, S. 66–82. Adolf Köhler: Wolfsburg. Eine Chronik. 1938–1948. Wolfsburg 1974, S. 57.

Weblinks Website der Neuland

Einzelnachweise

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