mini|Kloster Höglwörth mini|Innenansicht der Klosterkirche Das Kloster Höglwörth ist ein ehemaliges Augustiner-Chorherren-Stift in Höglwörth bei Anger in Bayern in der Erzdiözese München und Freising. Es liegt auf einer Halbinsel im Höglwörther See.

Geschichte Das den Aposteln Petrus und Paulus geweihte Augustiner-Kloster wurde 1125 durch Erzbischof Konrad I. von Salzburg in Höglwörth bei Anger gegründet. Sein voller Titel lautete auf Latein „conventus in Hegelberd sanctorum Petri et Pauli apostolorum ordinis sancti Augustini Saltzeburgensis diocesis“. Das Augustiner-Chorherrenstift Höglwörth bildete den wirtschaftlichen, kulturellen und geistig religiösen Mittelpunkt der Gegend vom frühen 12. bis Anfang des 19. Jahrhunderts.

Das Ende des 16. Jahrhunderts war eine Zeit des Niedergangs. 1614 verfügte Propst Marquard von Schwendi (1609–1634) die Auflösung des Konvents und übertrug die beiden Stiftspfarreien Weltpriestern. Für die Verwaltung des Stiftes wurde ein weltlicher Inspektor eingesetzt. Nach Schwendis Tod begann mit der Berufung von Chorherren aus den Stiften Au und Heilig Kreuz zu Augsburg der langsame Wiederaufbau in Höglwörth.

Unter Patritius Pichler (1686–1691) erfolgte 1689/90 der Neubau der Stiftskirche und ihre Weihe. Der Propst Johann Baptist II. Puechner (1725–1743) wurde 1733 mit dem Recht der Pontifikalien ausgestattet.

Höglwörth blieb als einziges Stift in Bayern von der Säkularisation verschont, da es 1802 dem Kurfürstentum Salzburg des Erzherzogs Ferdinand von Toskana übertragen wurde und erst 1810 als Teil des ehemals Salzburgischen Rupertiwinkels an Bayern fiel. Das Kloster setzte seine Aufhebung 1817 selbst durch. Sein letzter Propst Gilbert Grab beantragte die Aufhebung des Stiftes allerdings schon 1813, der jedoch in einem nicht befolgten Reskript des bayerischen Königs von 1816 widersprochen wurde. Danach gehörte Höglwörth Anfang 1817 noch zum Zuständigkeitsbereich des Ordinariats Freising. Am 30. Juli 1817 schließlich wurde das letzte und einzige von der Säkularisation verschont gebliebene bayerische Stift aufgehoben. Dies war zugleich die letzte vom Königreich Bayern durchgeführte Säkularisation. Das Kloster kam in Privatbesitz.

Pröpste QuelleMichael Hartig: Die oberbayerischen Stifte, Band I: Die Benediktiner-, Cisterzienser- und Augustiner-Chorherrenstifte. Verlag vorm. G. J. Manz, München 1935, , S. 200. Tagobert, auch Dagobert, 1129, erster Propst Ulrich I., 1147 Rupert, 1159, 1169 Helmweig, 1172, 1177 Heinrich, 1193, 1198 Otto, 1204 Hermann, 1214, 1224 Engelbert I., 1225, 1229, Bestätigung der Schenkungen an das Kloster durch Graf Luitbold IV. Heinrich II., 1238, 1248 Engelbert II. von Aschau, 1249 Ortwin, † 1286 Friedrich Hager, 1293 Leupold, 1316, 1332 Werner Mitterkircher Conrad II., † 1345 Stephan, † um 1349 Ulrich von Weißeneck, bis 1355, später Bischof von Seckau, † 1372 Albrecht von Offenstetten, 1356, † 1364 Conrad III. Ruzzenbacher, resignierte 1365 Hartnid Weißeneck, † 1370 Zacharias, 1371, † um 1399 Sighart Waller, resignierte 1406 Georg I. von Sauleneck, 1407, resignierte Johann, 1411 Georg II., 1414, † 1417 Christian Wildekker, 1417, 1435 Benedikt Tauner, 1439, † 1478 Wilhelm II. Stainhauff, 1477, † 1480 Christoph I. von Maxlrain, 1480–1512 Christoph II. Trenbeck, 1514, † 1522 Wolfgang I. Griesstätter, 1522–1541 Propst des Klosters Höglwörth, 1531–1539 Administrator des Klosters Baumburg, danach Propst und Prälat (1541–1559) sowie erster Fürstpropst (1559–1567) von Berchtesgaden sowie Administrator der Stiftspropstei Altötting (1561–1564)Walter Brugger, Heinz_Dopsch, Peter F. Kramml (Hrsg.): Geschichte von Berchtesgaden. Stift, Markt, Land. Band 1: Zwischen Salzburg und Bayern. Bis 1594. Plenk, Berchtesgaden 1991, ISBN 3-922590-63-2, S. 536 (eingeschränkte Vorschau). Urban Ottenhofer, 1541–1564 Balthasar Peer, 1564–1589 Richard Schneeweis, 1589–1609 Marquard von Schwendi, 1609–1634, zugleich Domherr in Salzburg, in Augsburg und in Passau, hielt sich nur selten in Höglwörth auf, 1614 verfügte er die Auflösung des Konventsdatenmatrix.de Klöster in Bayern, Höglwörth, Geschichte Leonhard Feustlin, 1634–1638, unter ihm und seinen Nachfolgern Wiederaufbau durch Berufung von Chorherren aus den Stiften Au und Heilig Kreuz zu Augsburg Felix Faber, 1638–1644 Caspar Hofinger, 1645–1650 Wolfgang II. Zehentner, 1652–1671 Propst, 1671–1676 Administrator Johann Adam Weber, 1676–1686 Patritius Pichler, 1686–1691, unter ihm Neubau der Stiftskirche und ihre Weihe 1690 Johann Baptist I. Zacherl, 1691–1725 Johann Baptist II. Puechner, 1725–1743, sich auszeichnend durch Ehrgeiz und Verschwendungssucht, 1733 ausgestattet mit dem Recht der Pontifikalien Anian I. Hoepfengraber, 1743–1749 Augustin Eßlinger, 1749–1762 Anian II. Koellerer, 1762–1803 Gilbert Grab, 1804–1817, 1810 zwischenzeitlich abgesetzt, † 1822 mini|Glockenturm und Portal der Kirche

Kloster und Kirche Das Kloster mit seiner Rokokokirche liegt auf der gleichnamigen Halbinsel (bis zur neuzeitlichen Verlandung eine Insel) im Höglwörther See im östlichen Oberbayern.

Für das Jahr 1219 ist die Weihe der dreischiffigen Basilika St. Peter und Paul belegt. Von diesem romanischen Vorgängerbau ist nur noch der Chor erhalten. Im Jahr 1311 erfolgte der Umbau der Kirche im Stil der Gotik. Zwischen 1675 und 1689 wurde eine neue Kirche gebaut, die 1689 geweiht wurde;, Denkmalnummer D-1-72-112-33 in diesen Bau wurde der romanische Chor der Stiftskirche einbezogen und barock überformt. In den Jahren 1760 bis 1785 erfolgte die Ausgestaltung der Kirche im Stil des Rokoko.

Literatur Martin von Deutinger: Beyträge zur Geschichte, Topographie und Statistik des Erzbisthums München und Freysing, Band 4: Mit einer Ansicht des Klosters Högelwerd, München 1852, (Digitalisat) Hermann Hauke: Die Säkularisation des Augustiner-Chorherrenstifts Höglwörth. Das Schicksal seiner Bibliothek. In: Bibliotheksforum Bayern, Bd. 4 (1976), S. 25–35. Walter Brugger, Heinz Dopsch, Joachim Wild (Hrsg.): Höglwörth: Das Augustiner-Chorherrenstift mit den Pfarreien Anger und Piding. Salzburg Studien: Forschungen zu Geschichte, Kunst und Kultur", Band 9. Verein „Freunde der Salzburger Geschichte“, Salzburg 2008 ISBN 978-3-902582034; 2. Aufl. 2012, ISBN 978-3-902582065.

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