|} Die Bahnstrecke Izmir–Afyonkarahisar in der Türkei verbindet Izmir mit dem anatolischen Hinterland und schließt in Afyonkarahisar an die Anatolische Eisenbahn an.
Geschichte Der Bau der Bahnstrecke wurde zunächst von The Smyrna Cassaba Railway (SCR) als deren Stammstrecke 1863 begonnen, später aufgrund der wirtschaftlichen Schwierigkeiten des Unternehmens zum Teil vom Osmanischen Reich zum Teil gemeinsam von der Gesellschaft und dem Osmanischen Reich fortgeführt. Sie wurde in folgenden Abschnitten in Betrieb genommen:Angaben nach Robinson, S. 50–55.
Abschnitt km Eröffnung durch Izmir-Basmane–Manisa66 km10. Oktober 1865SCRMansia– Turgutlu27 km10. Januar 1866SCRTurgutlu–Alaşehir76 km1. März 1875Osmanisches ReichAlaşehir–Uşak118 km20. Dezember 1887Osmanisches Reich / SCRUşak– Afyonkarahisar133 km1890Osmanisches Reich / SCR
1893 übernahm die Société Ottomane du Chemin de fer de Smyrne-Cassaba et Prolongements (SCP) die Infrastruktur und den Betrieb der Strecke. Am 6. Mai 1899 schloss die SCP mit der CFOA ein Abkommen, das den Übergangsbetrieb zwischen beiden Bahnen in Afyonkarahisar, die durchgehende Tarifierung und eine gegenseitige Vertretung in den Organen der beiden Gesellschaften umfasste.
Als die Türkiye Cumhuriyeti Devlet Demiryolları (TCDD) die SCP im Rahmen der Verstaatlichungspolitik der Türkischen Republik am 1. Juni 1934 übernahm, wurde auch die Bahnstrecke Izmir–Afyonkarahisar Teil der türkischen Staatsbahn.
Betrieb Die 252 Kilometer lange Strecke weist aufgrund des gebirgigen Terrains teilweise erhebliche Steigungen auf. Sie quert auf 1263 Metern Seehöhe die Wasserscheide zwischen Ägäis und Schwarzem Meer. Die Strecke wies nur einen relativ leichten Oberbau auf. Eine Achslast von 13,5 Tonnen durfte noch 1934 nicht überschritten werden.
Haupttransportgüter waren Agrarerzeugnisse und Rohstoffe, die über den Hafen von Izmir exportiert wurden. Im Bereich der Stadt Izmir und ihres Umlandes wurde ein Vorortverkehr angeboten, außerhalb dieses Bereichs verkehrten allerdings maximal ein oder zwei Zugpaare pro Tag.
Heute verkehrt auf der Strecke als moderner Nachtschnellzug, der Konya Mavi.
Literatur Benno Bickel, Karl-Wilhelm Koch, Florian Schmidt: Dampf unterm Halbmond. Die letzten Jahre des Dampfbetriebs in der Türkei. Verlag Röhr, Krefeld 1987, ISBN 3-88490-183-4 A. E. Durrant: The Steam Locomotives of Eastern Europe. David&Charles, Newton Abbot 1972, ISBN 0-7153-4077-8 Neil Robinson: World Rail Atlas and historical summary. Band 8: The Middle East and Caucasus. 2006. Viktor von Röll (Hrsg.): Türkische Eisenbahnen. In: Enzyklopädie des Eisenbahnwesens Bd. 9. 2. Aufl. 1912–1923, S. 373 ff.
Weblinks Fahrplan des Konya Mavi.
Einzelnachweise
Kategorie:Bahnstrecke in der Türkei Kategorie:Verkehr (Provinz Izmir) Kategorie:Verkehr (Provinz Manisa) Kategorie:Verkehr (Provinz Uşak) Kategorie:Verkehr (Provinz Afyonkarahisar) Kategorie:Schienenverkehr (Osmanisches Reich)