Die Belgrader Vorort-Eisenbahn Beovoz () war neben der Straßenbahn Belgrad das wichtigste schienengebundene Nahverkehrsmittel in Belgrad. Beovoz wurde durch die Eisenbahnen Serbiens (ŽS) betrieben und verband das Stadtzentrum mit dem Umland. Beovoz wurde ab 2013 von BG:Voz weitgehend abgelöst.
Linien
Linie Strecke S1 Inđija – Stara Pazova – Nova Pazova – Batajnica S2 Pančevo Vojlovica – Pančevo streliste – Pančevo varoš – Ovca – Sebes – Krnjaca – Pančevacki most S3 Beograd Centar – Rakovica – Kneževac – Kijevo – Resnik – Pinosava – Ripanj kolonija – Ripanj – Bela reka – Sopot kosmajski – Vlasko polje – Mladenovac S4 Pančevo Vojlovica – Pančevo streliste – Pančevo varoš – Ovca – Sebes – Krnjaca – Pančevacki most – Vukov spomenik – Karađorđev park – Rakovica – Kneževac – Kijevo – Resnik – Pinosava – Ripanj kolonija – Ripanj – Bela reka – Sopot kosmajski – Vlasko polje – Mladenovac – Lazarevac – Lajkovac – Valjevo
Die Stationen der Zentralen Linie 1 des BG:Voz zwischen Batanjnica und Pančevački most sind:
mini|Triebwagen 412/416 in der Station Prokop mini|Beovoz-Zug im Bahnhof Novi Beograd
Systematik
Das insgesamt 330 Kilometer lange Bahnnetz der Stadtbahn quert das zentrale Stadtgebiet in zwei in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Tunneln (Dedinje, 6.160 m lang und Vračar, 3.504 m lang). Ein dritter Tunnel verbindet bis jetzt die nur für den Rangierbetrieb genutzte Station Makiš.blic.rs: Primäre Funktion ist heute die Beförderung der Fahrgäste innerhalb des Belgrader Eisenbahnknotens. Da die Linien von Beovoz nur die Infrastruktur des neuen Belgrader Eisenbahnknotens nutzen, ist keine Verbindung zum alten Bahnhof Beograd Centar gegeben.
Die vier Linien verliefen zuletzt auf den Strecken Batajnica – Inđija, Beograd Centar – Mladenovac, Pančevo (Vojilovica) – Pančevački most und Valjevo – Pančevo (Vojilovica) in bis zu 35 m tiefen Tunneln unter dem Stadtgebiet. Mit der nicht fertiggestellten Behelfsstation des zukünftigen Hauptbahnhofs Prokop und der 1996 eröffneten ersten städtischen Tunnelstation Vukov spomenik ist der Beovoz auch an das Zentrum der Stadt angebunden. Eine weitere wichtige Station ist die Station Novi Beograd, die momentan der zentrale Umsteigebahnhof von Fern- und Nahverkehr ist, da hier die zwei Eisenbahnsysteme vom alten und neuen Hauptbahnhof zusammentreffen.
Die spätere Anbindung von Beovoz an die in Planung befindliche Belgrader Stadtbahn oder Metro wird über die Umsteigestationen Vukov Spomenik und Prokop erfolgen. Ein Ausbau des Beovoz zum Flughafen Surčin ist mittlerweile in der Planungsphase und soll ab Novi Beograd über eine Neubaustrecke zum Flughafen eingerichtet werden.Danas, 8. März 2008 Beovozom do aerodroma Im System des Beovoz verkehren neun Triebwagenzüge auf vier Linien.Stadt Belgrad Insgesamt wurde 2008 täglich 88 Fahrten durchgeführt, für 2009 waren 91 vorgesehen. Auf den damals fünf Linien wurden 2008 3,2 Millionen Personen befördert.zeleznicesrbije.com:
Der Beovoz bediente zuletzt die Außenstrecken bis zu den Endhaltestellen des BG:Voz in Batajnica und Pančevački most sowie Beograd Centar. Züge der BG:Voz fuhren montags bis freitags im 15-Minuten-Takt, am Wochenende mindestens im Stundentakt.zeleznicesrbije.cmass.info:
Fahrtenhäufigkeit
Die Beovoz-Züge verkehrten zuletzt nur im 45- bzw. 90-Minuten-Takt. Hatte die durchschnittliche Fahrtenfolge während der Jahre 1998/1999 33 Minuten betragen, verschlechterte sich die Situation in den folgenden Jahren durch mangelnde Investitionen in die Infrastruktur der Stadtbahn sowie den Ausfall zahlreicher Triebwagengarnituren.
Fahrgastzahlen
Die Verkehrsleistung lag 2001 bei 62 Mio. Pkm, im Jahr 2007 bei 99 Mio. Pkm. 2007 nutzten 4,5 Mio. Fahrgäste das Angebot von Beovoz.Politika, 10. April 2008 „Beovozom“ niko ne gazduje 2008 wurden nur noch 3,25 Mio. Fahrgäste befördert, was 9.000 Fahrgästen pro Tag entspricht. Eine Kapazität von 20.000 Fahrgästen pro Tag ist realisierbar.blic.rs:
Eingesetzte Triebwagen
mini|Triebwagen der Baureihe RVR 412/416
Seit 1980 wurden von den damaligen Zeleznice Jugoslavije für den Eisenbahnbetrieb in Novi Sad, Belgrad, Titograd und Skopje Triebwagen der lettischen RVR EMV 412/416er Baureihe angeschafft. Von noch 26 fahrtüchtigen Triebwagen der Zeleznice Srbije werden zehn ausschließlich für den Betrieb des Beovoz genutzt, neun Triebwagen bedienen dabei den aktuellen Fahrplan und einer dient als Reserve. Die Instandhaltung der Triebwagen erfolgt im Depot Zemun, der Remont wird von Zelvoz in Smederevo und Sinvoz in Zrenjanin übernommen.
Da sich die zwischen 11 und 27 Jahre alten Züge heute in einem technisch schlechten Zustand befinden und viele Einheiten wegen technischer Defekte, Schäden während des Betriebsablaufs und Überalterung nicht mehr einsatzbereit sind, hat die Investition in neue Triebwagen Priorität und sollte ursprünglich im Laufe des Jahres 2009 abgewickelt werden.
2010 wurden erste neue Triebwagen geliefert. Diese wurden allerdings nicht zur Verbesserung des Beovoz-Verkehrs verwendet, sondern stattdessen für das neu eingeführte System BG:Voz benutzt, das seit dem 1. September 2010 die Stationen Novi Beograd und Pančevački most in einem 30- bzw. 15-Minuten-Takt verbindet.Počeo s radom „Bg voz“. Bei www.b92.net, 3. September 2010
Tarifsystem Für die Berechnung des Fahrpreises waren zwei Tarifzonen eingerichtet, für das eigentliche Stadtgebiet sowie das Gesamttarifgebiet. Um die zentrale Zone 1, die zu einem großen Teil durch die Stadtteile des engeren Stadtgebietes begrenzt wurde, lag eine weitere Zone, die die Außenbezirke umfasste. Diese deckte das gesamte Gebiet von Belgrad ab, jedoch war in der Tarifzone keine flächendeckende Eisenbahninfrastruktur vorhanden.
Im Oktober 2008 betrug der Preis für Einzelfahrscheine 25 Dinar für die einfache Fahrt in der inneren Zone und 90 Dinar für die Fahrt durch die innere und äußere Zone. Alle Fahrten, die durch beide Zonen führen, kosteten einheitlich 90 Dinar, unabhängig von der Länge der Fahrt.
Seit dem 1. April 2009 wurden Monatsmarken für den Beovoz angeboten. Diese waren jeweils einen Kalendermonat gültig und kosteten im Normalpreis 1200 Dinar sowie reduziert 600 Dinar (ca. 5 Euro).zeleznicesrbije.com:
Seit dem 1. Januar 2025 ist die Fahrt im gesamten Nahverkehr Belgrads, einschließlich der S-Bahn, kostenlos.
Geschichte und Entwicklung Rekonstruktion des Belgrader Eisenbahnknotens mini|Eisenbahnbrücke zum Bahnhof Beograd Centar
Die Einrichtung der Belgrader Stadtbahn geht auf die umfassende Rekonstruktion des Belgrader Eisenbahnknotens ab 1971 zurück.
Der erste Spatenstich für die Neue Eisenbahnbrücke als erstem zentralen Bauwerk des Eisenbahnknotens und eigentlicher Baubeginn erfolgte 1974. Die Eisenbahnbrücke über die Save wurde 1979 eingeweiht. Da die Brücke aber durch die fehlenden Tunnel in der Stadt und die Baustelle der Station Prokop keine Zubringer besaß, waren für die Aufnahme des Betriebs einer Stadtbahn die Fertigstellung der Tunnel Dedinje und Vračar nötig.
Die Arbeiten am neuen Belgrader Hauptbahnhof Prokop begannen 1977. Der als zentraler Verkehrsknoten der Stadt geplante Bahnhof wurde durch die zeitgleichen Arbeiten an drei die Stadt durchquerenden Tunneln für ein komplexes Schienensystem geplant.
Trotz Verzögerung des Projektes fuhren die ersten Beovoz-Züge auf Teilstrecken zwischen Batanjnica und der in Bau befindlichen Station Belgrad Zentrum/Prokop schon seit dem 30. September 1984.gsp.co.rs: Endhaltepunkt blieb jedoch bis 1992 eine provisorische Station hinter der Neuen Eisenbahnbrücke ohne Anbindung an den ÖPNV.
Offizielle Aufnahme des Betriebs
Die offizielle Einweihung des Beovoz fand 1992 statt. Mit drei Linien durchfuhren erstmals Beovoz-Züge fahrplanmäßig das Stadtzentrum auf den Relationen Pancevo–Batanjnica und Resnik–Batajnica. Das operative Zentrum von Beovoz ist im Bahnhof Beograd centar.
Tunnel Vračar mini|Südportal des Vračar-Tunnels
Zentrale Achse des Betriebes ist der zweigleisige Vračar-Tunnel von 3225 m Länge.Structurae Online Vracar Tunnel Dieser quert das Stadtgebiet zwischen den Stationen Karadordev Park und Pancevacki most. Von 1974 bis 1995 erbaut, sollten ursprünglich neben den Stationen Karadordev park, Vukov spomenik und Pancevacki most noch die Station Slavija erbaut werden. Diese kam jedoch nicht zur Ausführung.
Einweihung der unterirdischen Station Vukov spomenik mini|Galerie im Bahnhof Vukov spomenik
Ab 1985 wurde an der ersten Tunnelstation des Beovoz gearbeitet. Nach zehnjähriger Bauzeit konnte mit der Eröffnung 1995 der in 43 Meter Tiefe gelegenen Station Vukov spomenik eine Station nahe dem Stadtzentrum eröffnet werden und eine schnellere Anbindung der Vorstadt an das Zentrum erreicht werden.
Die Eröffnung der Station wurde vom damaligen Präsidenten Serbiens Slobodan Milošević und der politischen Führung der Sozialistischen Partei Serbiens sowie der JUL am 7. Juli 1995 in einer Manifestation, die landesweit im Fernsehen übertragen wurde, eröffnet, die stark an die staatspropagandistischen Manifestationen im ehemaligen sozialistischen Ostblock erinnerte.
Zur Eröffnung des aufwendigen Repräsentations- und Prachtbaus, der mit fünf Ebenen, exklusiven Baumaterialien sowie einer bronzenen Großplastik den Stil der Moskauer und St. Petersburger U-Bahn-Stationen nachempfunden ist, hielt Milošević die, die damalige Wirtschaftsblockade Jugoslawiens herausstellende, Rede: Die Tatsache, dass unser Land ein solches Projekt in den Jahren völliger internationaler Blockade und in einer Zeit, in der wir uns einem bis heute unbekannten äußeren Druck befanden, mit Erfolg zum Abschluss gebracht haben, zeigt, dass dies kein Hindernis sein konnte, dass Belgrad die modernste unterirdische Station in Europa bekommen hat. Sie hat nicht nur praktischen, sondern auch symbolischen Wert, da es unzweifelhaft sichtbar ist, das wir mit der Entwicklung unserer Eisenbahn in das kommende Jahrhundert geschritten sind. Die Eisenbahn in Serbien soll so aussehen und so wird sie aussehen, wenn das Projekt beendet wird, das wir hier mit der Realisierung der Modernisierung der Eisenbahn und des Hochgeschwindigkeitsbahnverkehrs begonnen haben.Glas Javnosti, 7. Juli 2005
Zentrale Station Prokop mini|Prokop-Baustelle Herzstück des Beovoz- und übrigen Eisenbahnverkehrs ist die Station Prokop/Belgrad Zentrum, die bis heute auf ihre Vollendung wartet. 1977 begonnen konnte sie noch nicht fertiggestellt werden. Mit zehn Gleisen wird sie sowohl dem innerstädtischen als auch dem Fernverkehr dienen. In Prokop befindet sich aber schon heute das operative Zentrum des Beovoz, da hier alle Linien zusammenlaufen.
Sukzessive Schließung des Systems
Seit ergänzend zu den bestehenden Beovoz-Relationen im September 2010 auf der innerstädtischen Stammstrecke von Pančevački most nach Novi Beograd das von GSP Beograd betriebene System BG:Voz in Betrieb ging, die im April 2011 bis Batajnica verlängert wurde, wurde das Beovoz-Liniennetz zunächst um diese innerstädtische Relation gekürzt und ab 2013 vollständig aufgegeben. Von BG:Voz nicht übernommene Strecken wurden in den Regionalzugverkehr integriert.
Planungen zum weiteren Ausbau und Verbesserung des bestehenden Systems Einheitliches Tarifsystem Bisher wird das Beovoz-System von den Eisenbahnen Serbiens betrieben, es soll zukünftig in das Tarifsystem des GSP integriert werden, für das 2007 eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben worden ist.Stadt Belgrad, 8. November 2007 Saobraćajni institut radi studiju o integraciji „Beovoza“ u sistem javnog gradskog prevoza Das Belgrader Verkehrsinstitut CIP hat die Studie für die Integration 2008 abgeschlossen. Mit einem einheitlichen Tarifsystem können die Fahrgäste des Beovoz die Billets auch für die Fahrzeuge des GSP nutzen, was mit Umsteigehaltestellen des GSP und angepassten Fahrtakt an allen Beovoz-Station erfolgen soll.Vecernje Novosti, 26. Januar 2009
Verkürzung des Fahrtaktes