Pteris ist eine Pflanzengattung in der Familie der Saumfarngewächse (Pteridaceae). Die 250 bis 300 Arten gedeihen überwiegend in tropischen und subtropischen Gebieten fast weltweit.
Beschreibung mini|links|Illustration von Pteris aspericaulis mini|Kretischer Saumfarn (Pteris cretica), Blattunterseite mit den Sori entlang des Blattrandes mini|links|Illustration aus Favourite flowers of garden and greenhouse von Pteris quadriaurita mini|Sporangien des Gebänderten Saumfarns (Pteris vittata) mini|links|Modell eines Sporangiums von Pteris serrulata mini|Herbarbeleg des Kretischen Saumfarns (Pteris cretica)
Pteris-Arten sind ausdauernde krautige Pflanzen. Sie wachsen terrestrisch oder lithophytisch. Sie bilden ein aufrechtes, aufsteigendes oder kriechendes, meist kräftiges und verzweigtes Rhizom, das mit Schuppen bedeckt ist und selten Stützwurzeln ausbildet. Die braunen bis schwarzen Schuppen an den Rhizomen sind meist ganzrandig und länglich bis annähernd lanzettlich.
An den Enden der Rhizome stehen büschelartig angeordnet oder nah beieinander stehend die Wedel, die einheitlich gestaltet sind und je nach Art bis zu 2 Meter lang sind. Die an der Oberseite gefurchten, grünen über strohgelben und bräunlich roten bis violett-schwarzen Wedelstiele sind an der Basis beschuppt, weisen darüber aber meist keine Schuppen mehr auf. Die einfach oder bis zu vierfach gefiederten Wedel sind länglich über lanzettlich bis dreieckig und enthalten Paare an Fiederblättchen. Die krautigen bis ledrigen Fiederblättchen sind glatt, geschuppt oder behaart und meist linealisch bis länglich-lanzettlich und haben ganze oder zurück gebogene Ränder. Die Fiederblättchen können an ihrer Basis auch kurze Blattdornen aufweisen. Die auffälligen Blattadern sind frei und gabelig verzweigt, oder verschiedenartig verbunden (anastomosierend) und formen dann ein netzartiges Muster.
Die linealisch geformten Sori stehen am Blattrand (marginal) oder etwas innerhalb (intramarginal). Sie werden von einem falschen Indusium bedeckt, das blass gefärbt ist. Die Sporangien sind lang gestielt. Die vier tetraedrisch angeordneten Sporen haben am oberen Ende meist eine trilete Struktur (Y-Marke, Tetradenmarke) oder das obere Ende ist selten monolet. Die braun über grau bis schwarz gefärbten Sporen haben meist eine raue oder warzige Oberfläche.
Die Chromosomengrundzahl beträgt x = 29.
Systematik und Verbreitung mini|Pteris adscensionis mini|Pteris biaurita mini|Pteris comans mini|Kretischer Saumfarn (Pteris cretica) mini|Pteris denticulata mini|Pteris dispar mini|Pteris excelsa mini|Pteris fauriei mini|Pteris hillebrandii mini|Pteris irregularis mini|Pteris macilenta mini|Pteris marquesensis mini|Pteris multifida mini|Pteris nipponica mini|Pteris quadriaurita mini|Pteris ryukyuensis mini|Pteris saxatilis mini|Pteris semipinnata mini|Pteris serrulata mini|Habitus von Pteris tremula mini|Pteris umbrosa mini|Pteris wallichiana
Die Gattung Pteris wurde im Jahr 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Band 2, Seite 1073 aufgestellt. Die Typusart ist Pteris longifolia
Synonyme für Pteris sind: Afropteris , Anopteris , Campteria , Hemipteris , Heterophlebium , Lathyropteris , Lemapteris , Litobrochia , Peripteris , Phyllitis , Pteridium , Pterilis , Pycnodoria sowie Schizostege
Die Pteris-Arten sind hauptsächlich in subtropischen bis tropischen Gebieten fast weltweit verbreitet. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich dabei nordwärts bis in die Schweiz, nach Japan und Nordamerika und südwärts bis Neuseeland, Australien und das südliche Argentinien. In China kommen etwa 78 Arten vor, 35 davon nur dort. Von den in China vorkommenden Arten gedeihen die meisten in den südlichen bis südwestlichen Landesteilen. In Australien gibt es vierzehn Arten, eine davon nur dort (Stand 2022). In Madagaskar gibt es etwa 26 Arten, neun davon nur dort.
Es soll zwischen 250 und 300 Pteris-Arten geben (Auswahl): Pteris actiniopteroides : Sie gedeiht in Felsspalten im tropischen Karst in Höhenlagen von 600 bis 2000 Metern in den chinesischen Provinzen Chongqing, südöstlichen Gansu (nur im Wen Xian), nördlichen Guangxi (in Luocheng, im Yishan), Guizhou, nördlichen Henan (nur Huixian), Hubei (Yichang), südlichen Shaanxi (nur Xixiang), Sichuan sowie Yunnan. Pteris adscensionis : Dieser Endemit seit den letzten 100 Jahren nur vom zentralen Teil der Insel Ascension bekannt. Pteris albersii : Sie kommt in Kenia sowie Tansania vor. Pteris albertiae : Sie kommt in Zentralamerika und in Kolumbien vor. Pteris altissima : Sie ist in der Neotropis weitverbreitet. Pteris amoena : Sie kommt in Indien, Myanmar, Indonesien, Taiwan, im südöstlichen Tibet (nur Mêdog) und in den chinesischen Provinzen Hainan (nur Changjiang), Yunnan (Guangnan, Xishuangbanna) sowie Zhejiang (nur Cangnan) vor. Pteris angustipinna : Diese sehr seltene Art gedeiht auf Felsen in Wäldern in Höhenlagen von 2000 bis 2600 Metern nur in Taiwan. Pteris angustipinnula : Dieser Endemit gedeiht in Wäldern in Tälern Forests im südwestlichen Guangxi nur in Fusui sowie Longjin. Pteris angustata : Sie kommt in Brasilien vor. Pteris arbelaeziana : Sie wurde 2017 erstbeschrieben und kommt in Zentralamerika vor. Pteris arisanensis (Syn.: Pteris biaurita var. intermittens , Pteris confusa , Pteris vijaynagarensis ): Sie kommt in Sri Lanka, Indien, Nepal, Myanmar, Thailand, Vietnam, Taiwan und in den chinesischen Provinzen Guangdong, Guangxi, südwestliches Guizhou (nur Ceheng), Hainan, Sichuan (Dechang, Yanbian) sowie Yunnan vor. Pteris aspericaulis : Es gibt etwa vier Varietäten: Pteris aspericaulis var. aspericaulis (Syn.: Pteris beddomei , Pteris panigrahiana , Pteris roseolilacina , Pteris submiaoensis , Pteris tibetica , Pteris tirapensis ): Sie kommt im nördlichen Indien, in Bhutan, Nepal, Tibet (Nielamu, Zayü) und in den chinesischen Provinzen Guangxi (nur Bose), Sichuan (nur Shimian) sowie Yunnan vor. Pteris aspericaulis var. cuspigera (Syn.: Pteris shimianensis ): Sie gedeiht in Wäldern in Tälern in Höhenlagen von 1900 bis 2300 Metern in Tibet (Nielamu, Zayü) und in den chinesischen Provinzen Sichuan (nur Shimian) sowie Yunnan (nur Gongshan). Pteris aspericaulis var. subindivisa (Syn.: Pteris subindivisa , Pteris quadriaurita var. subindivisa ): Dieser häufige Endemit kommt nur in Gongshan in Yunnan vor. Pteris aspericaulis var. tricolor (Syn.: Pteris tricolor ): Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet ist nur Bhutan, Sikkim und das südöstliche Yunnan (nur Yingjiang). Sie wird als Zierpflanze in tropischen Parks und Gärten sowie in Räumen verwendet. Pteris austrosinica : Sie gedeiht in dichten Wäldern in feuchten Tälern in Höhenlagen von 400 bis 1000 Metern in den chinesischen Provinzen Guangdong, Guangxi sowie Jiangxi. Pteris bahamensis : Sie kommt in Florida und auf den Bahamas vor. Pteris bakeri : Sie kommt in Kolumbien, Ecuador, Peru sowie Bolivien vor. Pteris baksaensis : Dieser Endemit gedeiht in Wäldern nur in Baisha in Hainan. Pteris barkleyae : Dieser Endemit kommt nur auf den Seychellen vor. Pteris bella (Syn.: Pteris wangiana ): Sie kommt im südlichen Vietnam, nördlichen sowie südlichen Taiwan und in den chinesischen Provinzen Hainan (nur im Wuzhi Shan), Hunan (nur Yizhang) sowie Yunnan vor. Pteris berteroana : Sie kommt im südlichen Südamerika vor. Pteris biaurita (Syn.: Pteris flavicaulis ): Sie ist pantropisch verbreitet. Pteris boliviensis : Sie wurde 2002 aus Bolivien erstbeschrieben. Pteris brasiliensis : Sie kommt von Brasilien bis ins südliche Südamerika vor. Pteris buchananii : Sie kommt in Äthiopien, Kenia, Malawi, Tansania, Uganda, Simbabwe und Südafrika vor. Pteris cadieri : Es gibt seit 1990 etwa zwei Varietäten: Pteris cadieri var. cadieri: Sie kommt im nördlichen Vietnam, auf den Ryūkyū-Inseln, in Taiwan und in den chinesischen Fujian (Minhou, Nanjing), Guangdong, Guangxi sowie nordöstlichen bis südöstlichen Guizhou vor. Pteris cadieri var. hainanensis (Syn.: Pteris hainanensis ): Diese Neukombination erfolgte 1990. Sie gedeiht in Wäldern in Höhenlagen von 300 bis 700 Metern in den chinesischen Provinzen Guangdong (Gaoyao, Wengyuan), Guangxi (Longjin, Yaoshan) sowie Hainan (Baoting, Ledong). Pteris caiyangheensis : Dieser Endemit gedeiht in immergrünen Lorbeerwäldern und in Monsunwäldern in Höhenlagen von 800 bis 1000 Metern nur in Simao in Yunnan. Pteris camerooniana (Syn.: Pteris bonapartei , Pteris manniana ): Sie kommt in Afrika und in Madagaskar in den Provinzen Antsiranana sowie Toamasina vor. Pteris catoptera (Syn.: Pteris abyssinica , Pteris biaurita non , Pteris kameruniensis ): Sie ist vom tropischen bis ins südliche Afrika, Madagaskar und auf den Komoren verbreitet. Pteris changjiangensis : Dieser Endemit gedeiht auf der Bodenoberfläche und auf Felsen in Höhenlagen von 400 bis 800 Metern nur in Changjiang in Hainan. Pteris comans : Sie kommt auf Inseln des Südlichen Pazifik, in Neuseeland und in den australischen Bundesstaaten südöstliches Queensland, östliches New South Wales, südliches Victoria, Tasmanien (einschließlich King Island, Bass-Straße) vor. Pteris confertinervia : Dieser Endemit kommt nur in Taibei in Taiwan vor. Pteris crassiuscula : Dieser Endemit gedeiht in Wäldern in Tälern in Höhenlagen von etwa 700 Metern nur in Baoting sowie im Diaoluo Shan in Hainan. Kretischer Saumfarn (Pteris cretica ): Er kommt in Mittel- und Südeuropa, in Afrika, Asien, Madagaskar, Mexiko, Guatemala, auf Réunion sowie auf Pazifischen Inseln vor. Man kann zwei Varietäten unterscheiden. Pteris cryptogrammoides : Dieser Endemit kommt nur in Xiamen in Fujian vor. Pteris dactylina : Sie kommt im nordöstlichen Indien, in Nepal, Bhutan, südöstlichen Tibet, Taiwan und in den chinesischen Provinzen Guizhou (nur im Fanjing Shan), Sichuan sowie Yunnan vor. Pteris decrescens : Es gibt mindestens zwei Varietäten: Pteris decrescens var. decrescens: Sie kommt in Vietnam, Kambodscha Guangdong (nur Yangchun), Guangxi, Guizhou sowie Yunnan vor. Pteris decrescens var. parviloba (Syn.: Pteris parviloba ): Sie kommt nur im nördlichen Vietnam und im Daming Shan Guangxi vor. Pteris deltodon (Syn.: Pteris nana , Pteris trifoliata non ): Sie kommt in Laos, Vietnam, auf den Ryūkyū-Inseln, in Taiwan und in den chinesischen Provinzen südwestliches Guangxi (nur Longsheng), Guizhou (Anlong, Duyun, Pingtang), Sichuan, Yunnan (Guangnan, Maguan, Pingbian) sowie Zhejiang vor. Pteris dentata (Syn.: Pteris arguta , Pteris ascensionensis , Pteris cordemoyi , Pteris elegans , Pteris elegans , Pteris flabellata , Pteris oligodictyon , Pteris semiserrata , Pteris serrulata non , Pteris straminea , Pteris straminea , Pteris dentata var. oligodycta , Pteris dentata subsp. flabellata ): Sie kommt in weiten Teilen Afrikas, in Madagaskar und auf einigen Inseln vor. Pteris dispar (Syn.: Pteris semipinnata var. dispar , Pteris taiwaniana ): Sie ist in Vietnam, Korea, Malaysia, auf den Philippinen, in Japan, Taiwan und in den chinesischen Provinzen südliches Anhui (nur Qimen), Chongqing, Fujian, Guangdong, Guangxi (Lingui, Tengxian), Guizhou, Henan, Hubei (nur Jiugongshan), Hunan, südliches Jiangsu (nur Yixing), Jiangxi, Sichuan (Emei Shan, Luxian) sowie Zhejiang verbreitet und kommt vielleicht in Thailand vor. Pteris dissitifolia : Sie kommt im nördlichen Vietnam, in Laos und in den chinesischen Provinzen nördliches Guangdong, Hainan (nur Baoting) sowie südliches Yunnan (Hekou, Xishuangbanna) vor. Pteris elongatiloba : Die zwei Varietäten kommen nur in Madagaskar in den Provinzen Antananarivo, Mahajanga sowie Toliara vor. Pteris ensiformis : Es gibt mindestens vier Varietäten: Pteris ensiformis var. ensiformis (Syn.: Pteris crenata , Pteris stricta ) Sie ist von Sri Lanka über das nördliche Indien, Kambodscha, Laos, Vietnam, Malaysia, Taiwan und in den chinesischen Provinzen Chongqing, Fujian, Guangdong, Guangxi, Guizhou, Hainan, Jiangxi, Sichuan, Yunnan sowie Zhejiang, die Ryukyu-Inseln bis Queensland, Fidschi sowie Polynesien verbreitet.