mini|Turm der ehemaligen Klosterkirche und jetzigen Pfarrkirche St. Vitus mini|Stich des Klosters aus dem „Churbaierischen Atlas“ des Anton Wilhelm Ertl 1687 mini|Die Orgel mit dem Gehäuse von 1639

Das Kloster Sankt Veit ist eine ehemalige Benediktiner-Abtei in Neumarkt-Sankt Veit in Bayern in der Erzdiözese München und Freising.

Geschichte bis zur Säkularisation Das St. Veit geweihte Kloster wurde 1121 durch den Edlen Dietmar von Lungau in Elsenbach gegründet und 1171 auf den nahe gelegenen St. Veitsberg hoch über der Rott verlegt. Im Jahr 1255 erhielt das Kloster das Recht der freien Abtwahl. Gegen Ende des 14. Jahrhunderts war das Kloster recht wohlhabend, unter Abt Nikolaus Humbler konnte um 1501 der Kirchenneubau in Sankt Veit abgeschlossen werden. Während der Reformationszeit kam es jedoch zu einer Krise des Klosters, so dass es im Jahr 1556 nur noch drei Mönche im Kloster gab. Abt Andreas Kirchisner wurde abgesetzt. Unter den beiden Äbten Andreas Sappenberger (1602–1633) und Maurus Fröschl (1633–1653) konnte sich das Kloster trotz Schwedeneinfällen und einem Brand 1639 erholen.

Unter Abt Gregor Westermayr begann im 17. und 18. Jahrhundert die zweite Blütezeit des Klosters. Nach einem Brand 1708 wurden große Teile des Klosters neu errichtet. Unter Abt Gregor II. Kirmayr wurde (ein historischer Irrtum) die große 700-Jahr-Feier des Klosters im Jahre 1730 begangen. Gregor II. war von 1723 bis 1764 Abt. Ihm folgten Maurus Aimer und Anselmus Schuler. Mit Cölestin Weighart trat im Jahr 1795 der letzte Abt des Klosters sein Amt an. Eine Visitation des Klosters durch den kurfürstlichen Geistlichen Rat kritisierte die Zustände scharf, es kam in der Folge 1802 zur Selbstauflösung des Klosters und zur Übernahme durch das Damenstift Sankt Anna in München.

Geschichte nach 1802 1829 gingen die Klostergebäude in den Besitz des sächsischen Freiherrn Maximilian Speck von Sternburg über, 1858 wurden sie an Maximilian von Montgelas, den Sohn des bekannten Staatsmanns Graf Montgelas verkauft, der die Klostergebäude als Schloss nutzte. Im Jahr 1894 erwarb der Direktor der Löwenbrauerei Anton Hertrich die Gebäude. Dessen Sohn Otto betrieb erfolgreich die Expansion der ehemals klösterlichen Brauerei. Das Klosterbräu Sankt Veit gab es noch bis 1984. Die überwiegenden Teile des Klosters waren seit 1934 im Besitz des erzbischöflichen Klerikalseminars in Freising. Seit 1952 wird das gesamte Haus als Altenheim verwendet, 1996 erfolgte ein moderner Neubau. Seit dem Jahr 2006 ist die Altenheim Stift St. Veit gemeinnützige GmbH Träger des Altenheims.

Beschreibung

Ehemalige Abteikirche St. Vitus

Liste der Äbte Quelle:Michael Hartig: Die oberbayerischen Stifte, Band I: Die Benediktiner-, Cisterzienser- und Augustiner-Chorherrenstifte. Verlag vorm. G. J. Manz, München 1935, , S. 67 f. Pilgrim, 1144 Ulrich, 1150, † 1161 Wernher I., 1161 Heinrich I., 1171, † 1190 Wernher II., 1190 Othmar, 1207 Raban, 1230 Benedikt, 1245 Meingott, 1253 Conrad I., 1265 Chuno, 1272 Liebhard I., 1277 Conrad II., 1301 Heinrich II., 1310 Ruger von Degenberg, † 1335 Liebhard II., 1323 Leibrand, 1334, 1335 Conrad III., 1346, 1348 Winhard, 1352, 1357 Hermann, 1360 Conrad IV., 1365–1379 Johann Tölkner, 1380–1395 Andreas Tölkner, 1395–1414 Friedrich I., 1418, 1422 Jakob Popfinger Simon Friedrich II., 1437–1443 Heinrich III. Kratzl, 1443–1468; erhielt 1458 die Pontifikalien Martin Kanzler, 1471–1496 Nicolaus Humbler, 1496–1516 Stephan Dietrich, 1516–1537 Gotthard Schitterperger, 1537–1548 Andreas Kirchisner, 1548–1556 Job Lauterbacher, 1556 (1561) – 1563 Administrator: Gregor Rieder, 1563–1569 Vitus Wiesensteiger, 1569–1577 Hieronymus Wimber, 1577–1579 Modest Schilling, 1579–1582 <li value="35"> Modest Schilling, 1582–1589 Administrator: Caspar Strauß, 1591–1594 <li value="36"> Raphael Kraz, 1594 (1599) – 1602 Andreas Sappenberger, 1602–1633 Maurus I. Fröschl, 1633–1653 Georg Wöstermayer, 1653–1687 Bernhard Hintershuber, 1687–1695 Marian Wieser, 1695–1720 Gregor Kirmayr, 1721–1764 Maurus II. Aimer, 1764–1772 Administrator: Aegid Lichteisen, 1772–1775 <li value="44"> Anselm Schuler, 1775–1796 Coelestin Weighart, 1796–1802, † 1804

Weblinks Klöster in Bayern: Kloster Sankt Veit (Haus der Bayerischen Geschichte) Webseite mit historischen Hintergrundinformationen zum Kloster St. Veit

Einzelnachweise

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