Der Wettergott von Nerik ist eine hethitische Wettergottheit, die ihren Hauptverehrungsort in der hethitischen Stadt Nerik hatte, deren Kult für zweihundert JahrePiotr Taracha: Religions of Second Millennium Anatolia. Wiesbaden 2009, S. 104. aber nach Kaštama und Takupša verlegt wurde, als die Hethiter Nerik an die Kaškäer verloren hatten.Piotr Taracha: Religions of Second Millennium Anatolia. Wiesbaden 2009, S. 102. Er war auch unter den Namen Nerak oder Nerikkil bekannt.Piotr Taracha: Religions of Second Millennium Anatolia. Wiesbaden 2009, S. 44.
Wettergötter waren im alten Anatolien die Herren des Himmels und der Berge.Volkert Haas, Heidemarie Koch: Religionen des alten Orients: Hethiter und Iran. Göttingen 2011, S. 228. Sie schickten Donner, Blitz, Wolken und Regen ebenso wie Stürme.Volkert Haas, Heidemarie Koch: Religionen des alten Orients: Hethiter und Iran. Göttingen 2011, S. 228. Er war ein Wettergott der jüngeren Generation, der hauptsächlich als RegenspenderPiotr Taracha: Religions of Second Millennium Anatolia. Wiesbaden 2009, S. 54. und somit als Vegetationsgottheit diente.Volkert Haas, Heidemarie Koch: Religionen des alten Orients: Hethiter und Iran. Göttingen 2011, S. 224.
Im offiziellen Staatspantheon galt der Wettergott von Nerik als Sohn des Wettergottes von Ḫatti und der Sonnengöttin von Arinna.Piotr Taracha: Religions of Second Millennium Anatolia. Wiesbaden 2009, S. 91. Allerdings galt er in seiner Kultstadt Nerik nicht als Sohn des obersten hethitischen Götterpaares, sondern als Sohn des hattischen Gottes Šulinkatte und der Sonnengöttin der Erde.Volkert Haas, Heidemarie Koch: Religionen des alten Orients: Hethiter und Iran. Göttingen 2011, S. 236.
Als Geliebte des Wettergottes von Nerik galt die Göttin Tešimi, die Herrin des Palastes.Piotr Taracha: Religions of Second Millennium Anatolia. Wiesbaden 2009, S. 56. Während Trockenzeiten, im Herbst oder nach der Ernte schlief der Wettergott von Nerik im Schoß der Tešimi.Volkert Haas, Heidemarie Koch: Religionen des alten Orients: Hethiter und Iran. Göttingen 2011, S. 234. Tešimi galt in Nerik allerdings auch als Geliebte des Gottes Telipinu.Volkert Haas, Heidemarie Koch: Religionen des alten Orients: Hethiter und Iran. Göttingen 2011, S. 235.
Nach der Rückkehr des Wettergottes von Nerik aus dem Exil in Kaštama wurde das Bildnis des Wettergottes in seinem Tempel in Nerik zusammen mit dem Bildnis der Göttin Zašḫapuna, der Stadtgöttin von Kaštama, verehrt. Das muss aber nicht zwingend heißen, dass die beiden Gottheiten ein Paar bildeten, denn hatte der Wettergott von Nerik bereits die Göttin Tešimi als Geliebte, so hatte auch Zašḫapuna bereits einen Partner. Dieser war der Berggott Zaliyanu.Piotr Taracha: Religions of Second Millennium Anatolia. Wiesbaden 2009, S. 104.
Literatur Volkert Haas, Heidemarie Koch: Religionen des alten Orients: Hethiter und Iran. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2011, ISBN 978-3-525-51695-9. Piotr Taracha: Religions of Second Millennium Anatolia. Harrassowitz, Wiesbaden 2009, ISBN 978-3-447-05885-8.
Einzelnachweise
Kategorie:Hethitische Gottheit Kategorie:Hattische Gottheit Kategorie:Männliche Gottheit Kategorie:Wettergottheit Kategorie:Vegetationsgottheit