Eduard Heinrich Franz Albert Prosch (* 14. August 1804Kirchenbuch Ludwigslust (Stadt): Geburts- und Taufeintrag Nr. 71/1804; getauft am 18. August 1804. Die Geburtsangabe der Volkszählungsliste 1819 für Ludwigslust (13. August 1805) ist falsch. in Ludwigslust; † 30. Januar 1878 in Breslau) war ein deutscher Verwaltungsjurist und Intendant der großherzoglichen Sammlungen in Mecklenburg-Schwerin.
Leben Eduard Prosch war ein Sohn des Sekretärs des Herzogs Friedrich Ludwig zu Mecklenburg [-Schwerin] und spätere Geheime Finanzrat Carl Prosch (1765–1844) aus dessen erste Ehe mit Carolina Sophia Wilhelmina, geb. Weiß. Sie starb mit 29 Jahren am 11. September 1805 in Ludwigslust.
Wie sein älterer Bruder Karl Prosch besuchte Eduard Prosch das Gymnasium zum Grauen Kloster in Berlin. Nach dem Abitur studierte er Rechtswissenschaft an der Georg-August-Universität Göttingen und der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg sowie Kunstgeschichte in Göttingen und Paris. 1826 wurde er in Heidelberg zum Dr. iur. promoviert. Nach Mecklenburg zurückgekehrt, wurde er 1827 Zweiter Sekretär, dann Kabinettssekretär und Vorstand des Kabinetts von Erbgroßherzog Paul Friedrich. Nach dessen Regierungsantritt 1837 wurde Prosch Hofrat, 1839 Wirklicher Kabinettssekretär, 1841 Kabinettsrat und 1849 Geheimer Kabinettsrat. 1842 übernahm er die Beaufsichtigung der künstlerischen Arbeiten am Schweriner Dom. Als 1845 wegen der Bauarbeiten am Schweriner Schloss die großherzogliche Sammlung ausgelagert werden musste, entschloss sich der Großherzog, sie zugleich öffentlich zugänglich zu machen. Die Einrichtung der Sammlung wurde Eduard Prosch übertragen, der zur Unterbringung zwei Häuser in der Alexandrinenstraße in der Paulsstadt von Hausmarschall Jaspar Friedrich von Bülow anmietete und herrichtete.Ilka Voermann: Die Kopie als Element fürstlicher Gemäldesammlungen im 19. Jahrhundert. (= Schriften zur Residenzgeschichte 8), Lukas, Berlin 2012, ISBN 978-3-86732-135-8, S. 249f.
1851 wurde er offiziell zum Intendanten der großherzoglichen Sammlungen in Schwerin, Ludwigslust und Neustadt bestellt. Er hatte einen kleinen Ankaufsetat und war der erste Leiter der Sammlungen, der gezielt auch Werke mecklenburgischer Künstler ankaufte. Neben der Gemäldegalerie baute er eine Sammlung von Gipsabgüssen antiker Statuen auf. Mehrfach ging er auf Erwerbungsreisen nach Italien.Die schließlich mehr als 300 Stücke umfassende Abgusssammlung kam 1919 an das Institut für Altertumskunde der Universität Rostock, siehe Sammlungsgeschichte Eine von ihm auf diesen Reisen angefertigte Sammlung von Aquarellen war 2003 im Kunsthandel.Seltene Sammlung italienischer Portraits aus Venedig und Rom, Hampel Auktionen 2003, abgerufen am 1. November 2015 Sein Nachfolger wurde Friedrich Schlie. Seit der Gründung 1835 war er Mitglied des Vereins für mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde. 1851 war er Mitgründer und bis 1855 Mitglied des Wissenschaftlichen Vereins zu Schwerin. Nach den Kösener Korpslisten war er Mitglied der Mecklenburger-Corps Vandalia Rostock II (1822) und Vandalia Göttingen (1823) sowie Stifter der Vandalia Rostock III (1824).Kösener Korpslisten 1910, 185/76; 87/147; 185/81. Für eine Immatrikulation in Rostock findet sich im Rostocker Matrikelportal kein Nachweis.
Sein gleichnamiger Sohn Eduard Prosch d. J. (* 8. Juli 1834 in Ludwigslust; † 26. August 1913 in Greifswald) wurde Gutsbesitzer, Musiker und Komponist.
Porträts Theodor Schloepke: Porträt Eduard Prosch, 1877, Öl auf Leinwand, Staatliches Museum Schwerin Ein weiteres Porträt aus der Hand von Schloepke, das 2003 im Kunsthandel war, soll ihn in jungen Jahren darstellen (eher seinen Sohn Eduard Prosch jun. wegen der Datierung 1868?Hampel Auktionen, abgerufen am 1. November 2015).
Auszeichnungen 60px Hausorden der Wendischen Krone, KomturAuszeichnungen nach Mecklenburg-Schwerinsches Staatshandbuch 1878, S. 29 Medaille für Kunst und Wissenschaft (Mecklenburg-Schwerin) in Gold 1850
60px Roter Adlerorden 3. Klasse 1851 60px Albrechts-Orden, Ritter 60px Herzoglich Sachsen-Ernestinischer Hausorden, Ritter
Werke Die Rechte der Nachbarn nach Grundsätzen des deutschen Privatrechts. Schwerin 1826 (Diss.) (Digitalisat) Sphinx. Räthsel-Gedichte. 1856 Mitherausgeber: Das Großherzogliche Schloß in Schwerin. Bauperioden 1844-1851, 1851-1857. 1859 Sphinx. Räthsel-Gedichte. Neue Folge, 1861 mit Friedrich August Stüler und Hermann Willebrand: Das Schloß zu Schwerin. 3 Bände 1866–1869 Die plastischen Werke der großherzoglichen Kunstsammlung: nach dem Inhalt und ihrer Künstlerischen Bedeutung erläutert. 2 Bände, 1872 Band 1: Bildwerke der griechischen und römischen classischen Kunst. Digitalisat
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Person (Schwerin) Kategorie:Intendant Kategorie:Komtur des Hausordens der Wendischen Krone Kategorie:Träger der Medaille für Kunst und Wissenschaft (Mecklenburg-Schwerin) Kategorie:Träger des Roten Adlerordens 3. Klasse Kategorie:Träger des Albrechts-Ordens (Ritter 1. Klasse) Kategorie:Träger des Herzoglich Sachsen-Ernestinischen Hausordens (Ritter/Ritter I. Klasse) Kategorie:Dichterjurist Kategorie:Stifter eines Corps Kategorie:Corpsstudent (19. Jahrhundert) Kategorie:Wissenschaftlicher Mitarbeiter eines Museums in Schwerin Kategorie:Geboren 1804 Kategorie:Gestorben 1878 Kategorie:Mann