Stiefenhofen (westallgäuerisch Schtiefəhofə) ist eine Gemeinde im bayerisch-schwäbischen Landkreis Lindau (Bodensee). mini|Stiefenhofen von Westen aus gesehen mini|Stiefenhofen mit dem Berg Grünten im Hintergrund
Geografie Lage und Gemarkungen Die Gemeinde liegt in der Region Westallgäu unweit des Bodensees. Es gibt die Gemarkungen Harbatshofen () und Stiefenhofen. Der tiefste Punkt der Gemeinde liegt auf , der höchste auf .und ist zugleich der höchste Punkt im Landkreis Lindau
Gemeindeteile Es gibt 26 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):
Die Einöden Hinteregg, Lerchenmühle, Rastmühle und Tobelmühle sind keine amtlich benannten Gemeindeteile.
Nachbargemeinden
Geschichte Bis zur Gemeindegründung In einer Sankt Galler Urkunde aus dem Jahr 868 wird der Ort Stoufun erwähnt. 883 nennt eine andere Sankt Galler Urkunde STIVUNHOVARO MARCHA (=Stiefenhofen).
Im Alten Reich war die heutige Gemeinde Stiefenhofen auf verschiedene Territorien verteilt:http://www.leo-bw.de/media/kgl_atlas/current/delivered/bilder/HABW_06_13.jpg; https://geschichte.digitale-sammlungen.de/hab/band/bsb00008060 Grafschaft Rothenfels (Haus Königsegg, Schwäbischer Kreis): Stiefenhofen, Aich, Buch, Genhofen, Hahnschenkel, Hopfen, Iringshofen, Mutten, Ranzenried, Schwanden, Trabers, Wolfsried Herrschaft Bregenz (Vorderösterreich, Österreichischer Kreis) Gericht Grünenbach: Harbatshofen, Hertnegg, Holzleute, Isenbretshofen, Lautenberg, Mittelhofen, Rutzhofen Gericht Simmerberg: Balzhofen, Berbruggen, Burkatshofen Gericht Hohenegg (= ehemalige Herrschaft Hohenegg): Gschwend, Jungensberg, Oberthalhofen, Unterthalhofen
Anfang des 19. Jahrhunderts kamen die Orte zum Königreich Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die Gemeinde Stiefenhofen.
Gebietsreform In Folge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Juli 1970 die Gemeinde Harbatshofen eingemeindet. Gleichzeitig wurden Gebietsteile an den Markt Oberstaufen abgetreten.
Am 1. Juli 1972 wurde die Gemeinde aus dem damaligen Landkreis Sonthofen ausgegliedert und in den Landkreis Lindau (Bodensee) integriert.Chronik Landkreis Lindau
Einwohnerentwicklung Auf dem Gebiet der Gemeinde wurden folgende Einwohner gezählt:
Jahr 1961 1970 1987 1991 1995 2000 2005 2010 2015 2020 Einwohner 1589 1557 1498 1628 1612 1665 1719 1788 1842 1916
Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 1508 auf 1857 um 349 Einwohner bzw. um 23,1 %.
Politik Gemeinderat Nach der Wahl 2020 hat der Gemeinderat 12 Mitglieder. Darunter sind drei Frauen.
Bürgermeister Erster Bürgermeister ist seit 2026 Markus Mohr (Liste Zukunft Stiefenhofen), er wurde 2026 zu seiner ersten Amtsperiode gewählt.
2. Bürgermeister ist Rainer Boch und 3. Bürgermeister ist Simon Hauber.
Wappen mini|Vorlage des Wappenvogels aus der Genhofner St. Stephanskirche
Die Motive des Kreuzschnabels wie des Stufenbalkens wurden von Fresken des 16. Jahrhunderts in der Genhofner St. Stephanskirche übernommen.
Kultur und Sehenswürdigkeiten Stephanskapelle in Genhofen
mini|220px|Spätgotischer Innenraum der Stephanskapelle in Genhofen mini|St. Martin in Stiefenhofen
Der Gemeindeteil Genhofen liegt an einer wichtigen historischen Durchgangsstraße, die vermutlich schon um das Jahr 250 von den Römern angelegt wurde. Im Mittelalter wurde hier Salz, das damalige „weiße Gold“, von Immenstadt nach Simmerberg transportiert. Genhofen lag vor dem gefürchteten Anstieg auf den Hahnschenkel. In diesem Zusammenhang entstand die Stephanskapelle mit ihren weitgehend im Original erhaltenen Fresken aus dem späten 15. und 16. Jahrhundert. Ihr Bauherr war Magister Conrad Schilling. Von bemerkenswerter Qualität sind die drei spätgotischen Flügelaltäre im Innern. Die Bilder des Choraltars stammen von Adam Schlan(t)z, dem Hofmaler des Fürstabts von Kempten. Die Plastiken werden Michael Zeynsler († nach 1559) zugeschrieben; sie zeigen den Augsburger Bischof St. Ulrich, Maria mit Kind und den Apostel Jakobus den Älteren. Neben Jakobus ist ein zweiter Patron der Reisenden, St. Christophorus, vorhanden. Die Tür zur Sakristei schmücken einige Dutzend Hufeisen.
Bau- und Bodendenkmäler
Tourismus Stiefenhofen hat sich dem Thema „Kräuter“ verschrieben: Kräuterlandhof, Kräuterführungen, Kräuterküche Ski-Langlauf-Loipen Durch Genhofen führt der Bayerisch-Schwäbische Jakobusweg Durch das Gemeindegebiet führt die ca. 475 Kilometer lange Radrunde Allgäu Stiefenhofen liegt am Bodensee-Königssee-Radweg, welcher in Lindau beginnt und zunächst über Hergatz und Röthenbach (Allgäu) nach Stiefenhofen und weiter über Oberstaufen und Immenstadt nach Sonthofen führt. Urlaub auf dem Bauernhof
Sport Nach der Gründung des Fußballvereins TSV Stiefenhofen im Jahr 1981 spielt die Mannschaft erstmals in ihrer Vereinsgeschichte in der Kreisliga A im Württembergischen Fußballverband. Seit der Saison 2025/26 bildet der TSV Stiefenhofen eine Spielgemeinschaft mit dem TSV Oberstaufen. Seitdem spielen sie in der Kreisliga Allgäu des Bayerischen Fußballverband.
Die Damenmannschaft, bestehend aus einer Spielgemeinschaft des TSV Stiefenhofen, dem SC Thalkirchdorf und dem FC 07 Immenstadt, spielt aktuell in der Kreisliga Allgäu. In der Saison 2022/23 gelang ihr der Aufstieg in die Bezirksliga Süd.
Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft Der amtlichen Statistik zufolge gab es 1998 am Arbeitsort 89 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im produzierenden Gewerbe, aber keine im Bereich Handel und Verkehr. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 80 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. insgesamt gab es am Wohnort 562 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Im verarbeitenden Gewerbe zählte man fünf und im Bauhauptgewerbe acht Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 110 landwirtschaftliche Betriebe mit 1966 ha landwirtschaftlich genutzter Grünfläche. Im Jahr 2017 vermeldete die Gemeinde noch 105 landwirtschaftliche Betriebe.
Bildung Einrichtungen (Stand: 1999): Kindergarten: 50 Kindergartenplätze Volksschule: eine mit vier Lehrern und 87 Schülern
Persönlichkeiten Philipp Jakob Heisler (1718–1781), Rechtswissenschaftler Gabriele Schwarz-Eckart (1937–1943), Opfer des Holocausts Manfred Renn (* 1948), Sprachwissenschaftler Karl-Heinz Koberstein (* 1956), Fußballspieler Jörg Steinleitner (* 1971), Politiker, Schriftsteller, Journalist und Rechtsanwalt
Literatur
Weblinks
Gemeinde Stiefenhofen
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Lindau (Bodensee) Kategorie:Ort in Oberschwaben Kategorie:Ersterwähnung 868 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)