Fischendorf ist ein Ortsteil der Stadt Leisnig im Landkreis Mittelsachsen. 1964 hatte der Ort 849 Einwohner.siehe unter Weblinks: Digitales Historisches Ortsverzeichnis 1965 wurde er nach Leisnig eingemeindet.
Geschichte Fischendorf entstand im 12. Jahrhundert im Zuge des Landesausbaus im Pleißenland. Es unterstand den Burggrafen von Leisnig. Nach dem Amtserbbuch Leisnigsiehe unter Weblinks hatte es Wachkorn zu zahlen, eine Abgabe, die noch auf die Zeit des Burgwards Leisnig hinweist. Fischendorf hat keine Hufeneinteilung, es war also kein Bauerndorf. Die Erstnennung erfolgte 1273Harald Schieckel: Regesten der Urkunden des Sächsischen Landeshauptarchivs Dresden. Berlin 1960, Regest 1002, S. 238. bei der Übertragung von Abgaben von Vischerstorf an das Kloster Sornzig.
Gemäß dem Registrum Dominorum von 1378Hans Beschorner (Hrsg.): Registrum dominorum marchionum Missnensem (1378). Leipzig-Berlin (1933). Eintrag LXXIa/34, S. 309. hatten „Vischerdorf et Droynicz“ zusammen ein Küchenrind zu liefern, eine Abgabe, die wohl aus der Zeit der servitien des Tafelgutes Leisnig stammt.Manfred Kobuch: Leisnig im Tafelgüterverzeichnis des Römischen Königs. NASG 64/1993, S. 29–52.
1496 werden Bauern von Fischendorf namentlich genannt, deren Abgaben nun an den neu errichteten Altar Compassionis Mariae in der Matthäi-Kirche Leisnig gehen sollten,Originalurkunde SHStA Dresden: 10001, Ältere Urkunden, Nr. 9171. Druck bei Schöttgen, Codex Diplomaticus Monasterii Buch, als Nr. 275. nämlich „Merten Clarman, Caspar Clarman, Valten Furkall, Jorge Langpein“. Reste dieser Abgaben finden sich noch im Amtserbbuch Leisnigsiehe unter Weblinks: Repertorium Saxonicum des ISGV als „6 Groschen in den gemeinen Kasten“, dort waren gemäß Kastenordnung die Einnahmen der Kirche St. Matthäi einschließlich der Nebenaltäre zusammengefasst worden. Weiter nennt das Amtserbbuch in Fischendorf „13 besessenen Mann, darunter 1 Anspanner, die sind alle dem Amt Leisnig lehen- und zinsbar“ genannt. Dazu hatte der Gasthof zusammen mit dem Gasthof Clennen einen ganzen Heerwagen (ein gerüsteter Wagen mit 4 Pferden) zu stellen. Das deutet auf Einnahmen in Verbindung mit dem Geleitsrecht an beiden Stellen, das schon 1214 nachweisbar ist.Originalurkunde SHStA Dresden: 10001, Ältere Urkunden, Nr. 193. Druck bei Schöttgen, Codex Diplomaticus Monasterii Buch, als Nr. 4. Die anderen Einwohner von Fischendorf waren dagegen vom Heerfahrtsdienst befreit.Kamprad, S. 286. In der Schenke zu Fischendorf wurde das Landgericht gehalten, dazu gehörten fast alle Dörfer des Amtes Leisnig.Kamprad, S. 287, der noch mehr interessante Einzelheiten von der Schenke berichtet. Damit in Verbindung stehen sicher mehrere Hinrichtungen „auf dem Sande zu Fischendorf“ und der Galgenberg.Kamprad, S. 471–472.
Der Ort war stets nach Tragnitz gepfarrt.
Literatur Jens Kunze: Das Amt Leisnig im 15. Jahrhundert, S. 354–355, Leipzig, 2007, ISBN 978-3-86583-027-2. Johann Kamprad: Leisnigker Chronika von 1753, Abschrift im Auftrag des Leisniger Geschichts- und Heimatvereins (2013), ISBN 978-3-00-043035-0.
Einzelnachweise
Weblinks
Fischendorf Repertorium Saxonicum des ISGV, Amtserbbuch Leisnig
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