mini|Foto eines Mannes mit Holzkragen in Shanghai, John Thomson um 1870. Der Holzkragen (), in westlichen Sprachen auch als cangue, kang bezeichnet, war eine Bestrafungsmethode im Kaiserreich China, Korea und Japan.
Beschreibung Er bestand aus einem quadratischen Holzbrett mit einem kreisrunden Loch für den Hals des Verurteilten in der Mitte. Der Holzkragen verfügte über ein Scharnier und einen Verschluss, der beide Hälften des Brettes zusammenhielt.
Der Holzkragen diente der Demütigung und Beschämung des Verurteilten. Dieser wurde (teilweise monatelang) öffentlich zur Schau gestellt. Der Betreffende konnte sein Gesicht nicht verbergen, sich nicht abwenden, nicht allein essen, sich nicht hinlegen und nicht rennen.
Im 19. Jahrhundert wurde der Holzkragen zu einem weit verbreiteten Topos in der Wahrnehmung Chinas durch die westliche Welt. Er galt als Symbol für die Rückständigkeit und Grausamkeit des fernöstlichen Rechtssystems.Klaus Mühlhahn: „Aus den Ignoranten, Skandalösen, und Schwachen anständige Bürger formen.“ Die Geburt des Gefängnisses in China am Ende der Qing-Dynastie. In: Sabine Dabringhaus (Hrsg.): China auf dem Weg in die Moderne aus globaler Perspektive (= Periplus. Jahrbuch für außereuropäische Geschichte. 2005). Lit, Münster/Hamburg/London 2005, S. 72 ().
Die Bestrafungsmethode wurde im Kaiserreich China bis zum Ende der Qing-Dynastie angewendet.
Zitate
Literatur Eugenie Ostrowska-Haugwitz: Fern und nah. Nachdruck von 1911. Salzwasser Verlag, Paderborn 2012, ISBN 978-3-86444-826-3, S. 124 (). Das Reich der Mitte: China im 19. Jahrhundert. In: Du. Band 61, Nummer 721, November 2001 Iwo Amelung: Der Gelbe Fluß in Shandong (1851–1911). (Dissertation, FU Berlin 1999) Harrassowitz Verlag, Wiesbaden 2000, ISBN 978-3-447-04337-3 ().
Weblinks jia 枷, the cangue bei chinaknowledge.de
Einzelnachweise
Kategorie:Ehrenstrafe Kategorie:Rechtsgeschichte (China)