Der Zottbach ist ein Bach, der in Tschechien entspringt. Dort heißt er Celní potok (deutsch: Zollbach). Bei Waldheim überschreitet er die deutsch-tschechische Grenze, fließt durchs Gebiet und die Hauptorte der Gemeinde Georgenberg und der Stadt Pleystein. Schließlich mündet er südlich von Lohma von rechts in die Pfreimd.Fritsch Wanderkarte Der Naturpark Nördlicher Oberpfälzer Wald, Maßstab 1 : 50.000

Geographie Verlauf Die Quellen des im Oberlauf Zollbach, älter Böser Bach, genannten Zottbachs liegen in einem Feuchtgebiet zwischen dem Nordosthang des Glaserberges (Mraveniště vrch, 813 m), dem Osthang des Jelenec und dem Südhang des 772 Meter hohen Mokřiny auf tschechischem Gebiet.Pavel Valtr: Český les - jih, územní studieČeský les Tachovsko. SHOCart spol. s.r.o.Zádveřice 48, 76312 Vizovice, 2010, ISBN 978-80-7224-355-6http://geoportal.bayern.de/bayernatlas/?bgLayer=tk&X=5514284.45&Y=4530522.27&zoom=10&lang=de&topic=ba&catalogNodes=122 Von dort bahnt er sich seinen Weg nach Südosten. Dabei nimmt er zahlreiche von rechts und links kommende Bäche auf, die an den Hängen der umliegenden Berge entspringen. Nach etwa einem Kilometer erreicht er auf 700 Meter Höhe das Feuchtgebiet Ve spáleném. Nun wendet sich der Zollbach nach Süden. Nach weiteren 500 Metern fließt er östlich am ehemaligen Dorf Goldbach (Zlatý Potok) vorbei.

An der Ostseite des Zollbaches stehen von Norden nach Süden der Mühlberg (Mlýnský vrch, 728 m), der Höhenzug U rybnika (694 m), der Hüttenberg (Huťský vrch, 701 m), an seiner Westseite wiederum von Norden nach Süden der Havránek (784 m) und der Kamenec (742 m).

Der Zollbach passiert die Hedwigssäge (U Hedvičiny pily).

Am Fuß des Hüttenberges mündet der Kaltwasserbach (Huťský potok) von links beim ehemaligen Neubau in den Zollbach ein. Der Kaltwasserbach entspringt am Plesmetzberg (Knižecí strom, 829 m) und durchfließt die ehemaligen Orte Inselthal (Ostrůvek), Neufürstenhütte (Nová Knížecí Huť) und Annaschleife.

Weiter fließt der Zollbach durch die ehemaligen Siedlungen Ernstsäge, Annapolier (U Anenské leštírny), Josefsthal (Josefovo údolí), Altpocher, Böhmischdorf (Česká Ves).Český les Tachovsko. SHOCart spol. s.r.o.Zádveřice 48, 76312 Vizovice, 2010, ISBN 978-80-7224-355-6http://geoportal.bayern.de/bayernatlas/?bgLayer=tk&X=5514284.45&Y=4530522.27&zoom=10&lang=de&topic=ba&catalogNodes=122

Bevor er auf deutsches Gebiet wechselt, mündet von links der Zahájský potok ein. Nahebei befanden sich früher die Ortschaften Böhmisch Neuhäusl, Wacholderstaude, Neumühle, Neuweiherhäuser, Vorder- und Hinter-Waldheim, Trothäuser, Hagenloh und andere.

Nach 9,3 Kilometern ab der Quelle erreicht der Zollbach die tschechisch-deutsche Grenze, auf der von Osten her das Fressbachl/der Potůček mündet. Ab dort wird er nicht mehr Zollbach, sondern nunmehr Zottbach genannt. Von seinem Einzugsgebiet liegen 33,53 km² auf tschechischem Territorium.Pavel Valtr: Český les - jih, územní studie

Auf deutschem Gebiet durchfließt der Zottbach Waldheim und wendet sich dahinter in rechtem Winkel nach Westen. Er durchfließt Lösselmühle, Georgenberg, Danzerschleif, Glasschleif, Galsterlohe und wendet sich bei Danzermühle wieder nach Süden.

Auf der folgenden Strecke münden sehr viele Bäche von links und auch einige von rechts in den Zottbach. Nach Papiermühle, Neuenhammer, Hammermühle, Schmidtlerschleif, Prollermühle durchfließt der Zottbach ein enges Durchbruchstal zwischen Birkenbühl und Leo-Maduschka-Felsen.

Vorbei an Hagenmühle, Schafbruck, Peugenhammer, Pingermühle umfließt der Zottbach in einem nach Osten gewandten Bogen das höher gelegene Pleystein. Nach Finkenhammer, Bartlmühle, Trutzhof, Berglerschleif, Lohma Siedlung erreicht der Zottbach Lohma und mündet wenige hundert Meter südlich davon von rechts in die Pfreimd.Fritsch Wanderkarte Der Naturpark Nördlicher Oberpfälzer Wald, Maßstab 1 : 50.000

Von seiner Gesamtlänge entfallen 19,39 Kilometer auf seinen Mittel- und Unterlauf in Deutschland, von seinem Einzugsbereich 60,45 km².

Einzugsgebiet Das 98,62 km² große Einzugsgebiet liegt zwischen dem des Raunetbachs, der ebenfalls in die Pfreimd mündet, im Osten und dem der Floß und der Waldnaab im Norden und Westen. Insgesamt – auch über Zuflüsse erst nach dem Grenzübertritt – liegen davon etwa zwei Fünftel auf tschechischem Staatsgebiet.

miniatur|Zottbach von der Zottbachbrücke bei Lohma aus fotografiert

Zuflüsse Hierarchische Liste einer Auswahl von Zuflüssen, jeweils vom Ursprung zur Mündung.

Zlatý potok oder Goldbach, von rechts Huťský potok oder Kaltwasserbach, von links Zahájský potok oder Waldheimer Bach, von links Potůček oder Fressbächl, von links und Osten auf bei Georgenberg-Waldheim; Grenzbach Tschechien/Bayern Modelbach, von links und Osten auf bei Georgenberg-Lösselmühle Bernlohbach, von links und Südosten auf bei Georgenberg-Brünst Drachselbächl, von rechts und Norden auf in Georgenberg Binsenstockbächl, von rechts und Norden auf nach Georgenberg-Danzerschleif Papiererbächl, von rechts Kreuzbuchenbächl, von rechts und Nordnordwesten auf vor Georgenberg-Unterrehberg Brentenbächl, von rechts und Nordwesten auf vor Georgenberg-Danzermühle Bauernbächle, von links, länger als das Brentenbächle Weiherbächl, von rechts Viertenbächl, von rechts und Westnordwesten auf bei Georgenberg-Papiermühle (Bach vom Silberbrunnen), von rechts und Westnordwesten auf vor Georgenberg-Neuenhammer Schwarzbrunnenbach, von rechts und Westsüdwesten auf bei Neuenhammer Kochbach, von links und Nordosten auf gegenüber Pleystein-Hagenmühle Mühlbach, von links und Osten auf nach der Hagenmühle Schillhopfenbach, von rechts und Nordwesten auf vor Pleystein-Peugenhammer in dessen Mühlkanal Zollgraben, von rechts und Nordwesten auf bei Peugenhammer in dessen Mühlkanal Pflaumbach, von rechts und Westen auf in Pleystein Oberlaufname Schwarzenbach Lehlingbach, von rechts und Nordwesten auf vor Pleystein-Schönschleif Fuchsenwiesgraben, von rechts und Nordwesten auf gegenüber Pleystein-Lohma

Geschichte Wie schon beim Verlauf des Zottbaches deutlich geworden, befanden sich am Zottbach und seinen Nebenflüssen zahlreiche Hämmer, Sägen, Papiermühlen, Glashütten, Schleif- und Polierwerke.

Die Wasserkraft des Zottbaches wurde schon vor dem 14. Jahrhundert für Mühlen genutzt. Im 14. Jahrhundert wurden dann viele Mühlen zu Hammerwerken umgebaut und es wurden zusätzliche Hammerwerke neu gegründet. Am Zottbach waren das Pleystein, Peugenhammer, Hammermühle, Neuenhammer, Faislbach und Gehenhammer.

Viele dieser Hammerwerke gingen im Dreißigjährigen Krieg zugrunde. Am Zottbach blieben Pleystein und Peugenhammer bestehen. Einige Hammerwerke wurden im 17. Jahrhundert in Mühlen mit angeschlossenem Sägewerk umgewandelt.

Im 18. Jahrhundert entstanden aus den ehemaligen Hämmern und Mühlen Spiegelschleifen und Polierwerke. Sie bezogen aus den Glashütten in Böhmen und in Frankenreuth Rohglas und stellten daraus geschliffene Gläser und Spiegel her. Dieses veredelte Glas wurde nach Nürnberg und Fürth verkauft. Am Zottbach gab es im 18. Jahrhundert die Spiegelschleifen und Polierwerke Danzerschleif, Galsterlohe, Hagenmühle und Bartlmühle.

Im 19. Jahrhundert wurden viele Spiegelschleifen und Polierwerke neu gegründet oder in älteren Mühlen neue Anlagen eingebaut. Am Zottbach wurden 1832 die Hagenmühle, 1845 Schafbruck, 1847 Schönschleif, 1851 Finkenhammer und 1854 Neuenhammer modernisiert bzw. neu gegründet.

Auf Grund der abgelegenen und verkehrsungünstigen Lage setzte im 20. Jahrhundert ein rascher Niedergang dieser Betriebe ein. Verstärkend wirkten der Erste Weltkrieg und die Inflation.Reinhard H. Seitz: Vom Nordwald zum Landkreis Vohenstrauß. In: Gerhard Gietl und Alfred Hoeppner (Redaktion): Der Landkreis Vohenstrauß. Verlag für Behörden und Wirtschaft R. Alfred Hoeppner, Aßling/Obb. und München 1969, S. 48.

Viele Glashütten und Schleif- und Polierwerke gehörten der jüdischen Glasunternehmer-Familie Kupfer & Glaser, die seit dem 18. Jahrhundert in der Glasherstellung tätig war. Dazu gehörten am Zottbach und seinen Nebenflüssen Goldbach, Neufürstenhütte, Waldheim, Galsterloh, Neuenhammer, Schmittlerwerk, Hagenmühle, Schafbruckmühle, Finkenhammer und Lohma. Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten in Deutschland wurden jüdische Unternehmer gezwungen ihren Besitz billig zu verkaufen und ins Exil zu gehen. Max, Otto, Moritz und Robert Kupfer, die in leitenden Positionen in der Glasherstellung tätig waren, wurden 1941 und 1942 in Konzentrationslagern ermordet. Hermann Glaser überlebte im Exil in Shanghai.

Tourismus Entlang des Zottbaches führt der Zottbachtal-Radweg, der den Waldnaabtal-Radweg mit dem Pfreimdtal-Radweg verbindet.

Einzelnachweise Länge und Einzugsgebiet nach:

Höhe abgefragt (mit Rechtsklick) auf dem BayernAtlas.

Literatur Wanderkarte Naturpark Nördlicher Oberpfälzer Wald, Böhmerwald, Maßstab 1 : 50.000, Fritsch Landkarten- u. Geodaten Vertriebsgesellschaft UG, Hof/Saale Wanderkarte Český les Tachovsko. Maßstab 1 : 50.000, SHOCart spol. s.r.o.Zádveřice 48, 76312 Vizovice, 2010, ISBN 978-80-7224-355-6

Weblinks

Karte von Lauf und Einzugsgebiet des Zottbachs

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