Kintai () ist ein Städtchen (Miestelis) im Bezirk Klaipėda der Republik Litauen. Der Ort ist Zentrum des Amtsbezirks (Seniūnija) Kintai und gehört zur Rajongemeinde Šilutė.
Lage Kintai liegt im Südwesten Litauens, im ehemaligen Preußisch Litauen, am Kurischen Haff etwa 15 km nordwestlich des Gemeindesitzes Šilutė. Nach Kintai führen Landstraßen von Šilutė, Ventė und Priekulė.
Geschichte Im Jahr 1874 wurde Kinten (offenbar) Sitz eines Amtsbezirks im Kreis Heydekrug.
Nach der Eingliederung in die Litauische Sozialistische Sowjetrepublik wurde Kintai bis 1950 Sitz einer Gemeinde (lit. valsčius) und war von 1950 bis 1988 Sitz eines Umkreises (lit. apylinkė). Von 1988 bis 1995 gehörte der Ort zum Umkreis Saugos. Seit 1995 ist Kintai Sitz eines Amtsbezirks. Als solcher bekam der Ort im Jahr 2011 ein Wappen.
Einwohnerentwicklung mini|Vydūnas-Kulturzentrum in Kintai Jahr EinwohnerVolkszählungsdaten 1910 473 1959 493 1970 807 1979 893 1989 1023 2001 833 2011 616
Schule In Kintai gibt es eine Hauptschule.
Kirche mini|Kirche in Kintai Die ehemalige evangelisch-lutherische Kirche von Kintai, ein 1705 erbauter geputzter Ziegelbau ohne Turm, wurde im Jahr 1990 der katholischen Gemeinde übergeben. Die evangelisch-lutherische Gemeinde nutzt seitdem ihr Pfarrhaus als Kirche. 2021 erhielten die Gemeinden als Schenkung drei Bronzeglocken und den frei stehenden hölzernen Glockenturm der aufgegebenen evangelischen St. Bonifatiuskirche in Hamburg-Barmbek-Nord.
Persönlichkeiten Martynas Anysas (1895–1974), litauischer Jurist, Historiker und Diplomat August Heinrici (1812–1881), deutscher Pfarrer, war von 1847 bis 1850 in Kinten tätig Vydūnas (bürgerlich Wilhelm Storost, lit. Vilius Storosta) (1868–1953), preußisch-litauischer Lehrer, Dichter, Philosoph, Humanist und Theosoph, wirkte in Kinten von 1888 bis 1892 als Volksschullehrer
Amtsbezirk Kintai mini|Lage des Amtsbezirks Kintai im Nordwesten der Rajongemeinde Šilutė mini|Links das Pfarrhaus, rechts die ehemals evangelisch-lutherische Kirche zu Kintai Seit 1995 besteht die Kintų seniūnija, die zur Rajongemeinde Šilutė gehört. Im Amtsbezirk sind neben dem Städtchen Kintai 24 Dörfer mit insgesamt 1757 Einwohnern auf einer Fläche von 155,5 km² zusammengeschlossen (Stand 2011). Der Amtsbezirk ist seit 2009 in die acht Unterbezirke (lit. Seniūnaitija) Kintų seniūnaitija, Kiškių seniūnaitija, Minijos seniūnaitija, Mockių seniūnaitija, Rūgalių seniūnaitija, Sakūčių seniūnaitija, Stankiškių seniūnaitija und Ventės seniūnaitija eingeteilt. Zum Amtsbezirk gehören:
Ortsname deutscher Name Unterbezirk Aukštumalai Augstumal Rūgaliai Blymaciai Bliematzen Kiškiai Bložiai Bloszen Stankiškiai Kalviškiai zu Kioschen Mockiai Kintai Kinten Kintai Kiošiai Kioschen Mockiai Kiškiai Kischken Kiškiai Lamsočiai Lampsalen Mockiai Minija Minge Minija Mockiai Matzken Mockiai Muižė Feilenhof Stankiškiai Paurai Pauern Kiškiai Povilai Paweln Kintai Prycmai Pretzmen Kiškiai Raudžiai Raudszen Kiškiai Rūgaliai Neu Rugeln Rūgaliai Sakūčiai Michel Sakuten Sakūčiai Stankiškiai Stankischken Stankiškiai Suvernai Suwehnen Stankiškiai Šyšgiriai Schieszgirren Rūgaliai Šturmai Sturmen Ventė Uogaliai Ogeln Kintai Vabalai Wabbeln Rūgaliai Ventė Windenburg Ventė Žyniai Szienen Sakūčiai
Weblinks
Kinten auf http://wiki.genealogy.net Website der Hauptschule von Kintai Website des Vydūnas-Kulturzentrums in Kintai
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in der Rajongemeinde Šilutė Kategorie:Städtchen (miestelis)