Christopher Lehmpfuhl (* 4. Februar 1972 in Berlin) ist ein zeitgenössischer deutscher Plein-Air-Maler aus Berlin.

Werdegang Christopher Lehmpfuhls Mutter war Klavierlehrerin, sein Vater promovierter Physiker, seine zehn Jahre ältere Schwester Karena Collet ist heute als Kunst-Fotografin tätig. Nach dem Abitur studierte er von 1992 bis 1998 Malerei bei Professor Klaus Fußmann an der Hochschule der Künste (heute Universität der Künste). Sein Studium schloss er als Meisterschüler ab und erhielt dafür 1998 den GASAG Kunstpreis. Seit 1996 ist er freischaffender Maler. Seit 2005 ist er mit Erika Maxim-Lehmpfuhl (Kunsthistorikerin, Studiomanagerin und Mitarbeiterin) verheiratet, mit ihrer gemeinsamen Tochter leben sie in Berlin.

Werkbetrachtung

Der neue Typus des Plein-Air-Malers Christopher Lehmpfuhl lehnt sich an die Tradition der Plein-Air-Malerei des Impressionismus an. Er malt vor seinem Bildmotiv, unter freiem Himmel, im urbanen Raum und in der freien Natur, im In- sowie Ausland, häufig während seiner Malreisen. Er vollendet seine Bilder immer vor Ort, ob in der Natur oder in der Stadt, bei jeder Wetterlage. Lehmpfuhl arbeitet mit Ölfarbe, die er mit den Händen pastos auf die Leinwand aufträgt und darauf modelliert. Häufig wiederkehrendes Thema in seinen Werken ist das Licht mit seinen wechselnden Stimmungen.

Bildnerische Wirkung Zu Beginn seiner Laufbahn arbeitete Lehmpfuhl überwiegend mit kleinen Formaten, die mit den Transportmöglichkeiten wuchsen. Heutzutage handelt es sich bei seinen Bildern meist um große Hoch- und Querformate, in denen er seine Motive in Panoramen, Ausschnitten und Nahansichten wiedergibt. Seine Ölbilder kennzeichnet eine haptische Bildoberfläche, die einen reliefartigen und skulpturalen Charakter aufweist. Durch die Kombination aus dem dicken Farbauftrag und den ausschnitthaften Bildmotiven ergibt sich ein Spiel mit Figuration und Abstraktion. Aus der Nähe betrachtet wirken die Bildgegenstände grob und unscharf. Erst aus einigen Metern Entfernung erscheinen die abstrakten Materialbilder und dicht-kompakten Farbmassen als Landschaften und urbane Räume mit plastischer Dreidimensionalität.

Ausstellungen (Auswahl)

Einzelausstellungen

1996: Galerie am See, Potsdam 1998: GASAG Berlin 2003: Städtische Galerie, Wangen 2004: Kulturzentrum Ponta del Gada, Azoren 2005: Galerie Schottelius European Fine Arts, San Francisco 2007: Ernst-Ludwig-Kirchner Kunstverein, Fehmarn 2007: Residenz, München, anlässlich der Verleihung des Kunststipendiums der Bayerischen Akademie der Schönen Künste 2007: Ray Hughes Gallery, Sydney 2009: Nordsee Museum Husum, Nissenhaus 2010: Alte Münze, Berlin 2012: Alte Münze Berlin 2014: Ostholstein Museum, Eutin; Nordsee-Museum, Nissenhaus, Husum 2015: Bode Project Space, Daegu; Box Freiraum, Berlin 2016: Rudolf-Stolz-Museum, Sexten; European School of Management, Berlin; Kurt-Tucholsky-Literaturmuseum, Schloss Rheinsberg, Robert-Köppe-Haus, Schieder-Schwalenberg, Museum Bensheim 2017: Präsentation im Foyer des Humboldtforums im Rahmen des Spendentages; Fabrik der Künste, Hamburg 2018: Große Werkschau vom Schlossplatz-Zyklus in der U5 „Unter den Linden“ in Kooperation mit Bertelsmann und PPG U5; Kunsthaus Hänisch, Kappeln 2019: Museum Würth, Künzelsau; Barnachhalle K, Hamburg 2020: Fabrik der Künste, Hamburg; Galerie Urs Reichlin, Zug; 2021: Museum für Kunst und Kulturgeschichte Schloss Gottorf: Farbrausch. Christopher Lehmpfuhl, Schleswig; Museum Würth Rioja, (Spanien): Pathos – Christopher Lehmpfuhl in der Sammlung Würth 2023: Museum Würth Arlesheim (Schweiz)

Gruppenausstellungen

1997: Artarmon Gallery, Sydney 2001: Große Kunstausstellung, Haus der Kunst, München 2003: Grenzlandausstellung, Apenrade 2004: Altonaer Museum, Hamburg 2009: Internationales Maritimes Museum Hamburg 2010: Peter-Behrens-Bau, Frankfurt-Höchst 2011: Georg Kolbe Museum, Berlin; Museum Würth, Künzelsau 2011: Berliner Stadtimpressionen heute in der Bildenden Kunst Staatskanzlei Berliner Rathaus 2013: Schloss Gottorf, Schleswig 2015: Galerie Lebon, Paris 2016: Kunsthalle Würth, Schwäbisch Hall; Museum Würth, Chur 2017: Kunsthalle Würth, Schwäbisch Hall 2018: Kunstmix, Kopenhagen; Sammlung Hurrle, Durbach; Schloss Gottorf, Schleswig

Kunstpreise und Stipendien

1998: GASAG-Kunstpreis 2000: Franz-Joseph-Spiegler-Preis, Schloss Mochental, Ehingen 2001: Kunstpreis „Salzburg in neuen Ansichten“, Schloss Neuhaus, Salzburg 2006: Kunstpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste 2010: Atelierstipendium Wollerau, Peach Propertys Group, Schweiz 2011: Kunstpreis der Kulturstiftung der Sparkasse Karlsruhe 2013: Kunstpreis der Schleswig-Holsteinischen Wirtschaft an die Norddeutschen Realisten 2018: Baumkunstpreis der Schleswig-Holsteinischen Landesmuseen, Schloss Gottorf 2019: Wolfgang Klähn-Preis; Publikumspreis an die Norddeutschen Realisten auf der NordArt

Mitgliedschaften und Lehrtätigkeiten

1998: Mitglied im Verein Berliner Künstler 1999: Mitglied im Künstlersonderbund (2001–2007 Tätigkeit im Vorstand und Führung diverser Künstlergespräche mit dessen Mitgliedern) Seit 2001: Lehrtätigkeiten an der Staatlichen Zeichenakademie, Hanau 2002: Mitglied in der Neue Gruppen, München Seit 2003: Mitglied bei den Norddeutschen Realisten Seit 2004: Lehrtätigkeiten an der Akademie Vulkaneifel, Steffeln Seit 2006: Lehrtätigkeiten an der Akademie für Malerei, Berlin

Arbeiten in öffentlichen Sammlungen

Christopher Lehmpfuhls Arbeiten finden sich in vielen Sammlungen, so zum Beispiel: Allianz Berlin Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau- und Reaktorsicherheit, Berlin Deutscher Bundestag, Berlin Deutsches Institut für Normung e. V. (DIN), Berlin GASAG, Berlin Sammlung Haas, Berlin Sammlung Mache, Witten Sammlung Oberwelland, Berlin Sammlung Hurrle, Durbach WestLB AG, Düsseldorf Kunsthalle Emden Sammlung Schües, Hamburg Mecklenburgische Versicherungsgruppe, Hannover NORD/LB, Hannover NordseeMuseum Husum Itzehoer Versicherungen, Itzehoe Badisches Landesmuseum, Karlsruhe Kunstmuseum Karlsruhe, Karlsruhe ZKM, Karlsruhe Sparkassenstiftung Schleswig-Holstein, Kiel Kölnisches Stadtmuseum, Köln Schloss Gottorf, Schleswig Sammlung Würth, Schwäbisch Hall Kunsthalle Schweinfurt Nolde Stiftung, Seebüll Kunstmuseum Solingen Ulmer Museum, Ulm Sammlung Bindella, Zürich

Publikationen

„Farbrausch“, Imhof Verlag, Petersberg, 2021, 236 Seiten „Still-Lebendige-Stadt-Landschaften“, Galerie Urs Reichlin, Zug, 2020, 56 Seiten „Licht / Blicke“, Galerie Kornfeld, Berlin 2020, 24 Seiten „Zwischen Pathos und Pastos – Christopher Lehmpfuhl in der Sammlung Würth“, Swiridoff Verlag 2019, 116 Seiten „Von der Stadt in die Berge“, Galerie Carzaniga, Basel 2019, 63 Seiten „Malreise nach Sylt“, Galerie Müllers, Rendsburg 2019, 39 Seiten „Malreise nach Irland“, Galerie Müllers, Rendsburg 2018, 55 Seiten „Aquarelle. Watercolours“, Galerie Tobias Schrade, Ulm 2018, 71 Seiten „Vor Ort. Neue Bilder“, Galerie Ludorff, Düsseldorf 2018, 80 Seiten „Herbstklänge“, Galerie Schrade, Karlsruhe 2018, 55 Seiten „Christopher Lehmpfuhl in Georgien“, Galerie Kornfeld, Berlin 2018, 87 Seiten „Das Licht des Nordens“, Galerie Müllers, Rendsburg 2017, 71 Seiten „Schwabenritt“, Galerie Schloss Mochental, Ehingen 2016, 55 Seiten „Plein-Air-Malerei in den Dolomiten“, Hirmer Verlag, München 2016, 120 Seiten „Sylt im Licht“, Galerie Müllers, Rendsburg 2016, 40 Seiten „Die Farben des Schnees“, Kunstmuseum Bensheim, Bensheim 2016, 44 Seiten NZZ Edition Nr. 1, Neue Zürcher Zeitung, Zürich 2016, 20 Seiten „Meer. Berge. Plein Air Malerei“, hg. von Erika Maxim-Lehmpfuhl und Christopher Lehmpfuhl, Berlin 2014, 136 Seiten „Von Speyer bis zum Bodensee“, Galerie Schrade, Schloß Mochental 2013, 64 Seiten „Vier Jahreszeiten“, Galerie Netuschil, Darmstadt 2013, 56 Seiten „Berlin Plein Air. Malerei 1995 – 2010“, hg. von Erika Maxim-Lehmpfuhl, Berlin 2011, 456 Seiten „Zwischen Skagen und Hamburg.“ Benz, Kunst-Kabinett Usedom 2009. 51 Seiten „Bilder aus der Schweiz“, Galerie Carzaniga, Basel 2011, 48 Seiten

Weblinks

Christopher Lehmpfuhl auf Artfacts Homepage von Christopher Lehmpfuhl Christopher Lehmpfuhl in der Sammlung des Deutschen Bundestages „Maler müssen übertreiben“. Ein Gespräch zwischen Christopher Lehmpfuhl und Klaus Fußmann im Tagesspiegel, 2012

Einzelnachweise

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