Jenny Jaeger (* 4. Mai 1909 in Odessa; † 13. Januar 1986 in Düsseldorf) war eine russische Jongleurin.

Leben und Karriere Als Tochter des Artistenehepaares Willy Jaeger und Nadeschda Jaeger (geb. Kulewskaja) betrat sie bereits mit fünf Jahren die Zirkus-Manegen Russlands. Ihr Vater Willy war ebenfalls Jongleur und ihr Lehrmeister und ihre Mutter Nadeschda Trapezkünstlerin.

Ihre Karriere als Jongleuse begann sie 1918 zunächst mit 8, dann mit 9 Bällen. 1924 debütierte sie im Circus Salamonski mit 10 BällenKarl-Heinz Ziethen: "Jenny jaeger – 10 Bälle". In: "Juggling" The Art and its Artists., Seite 272, Verlag Rausch & Lüft Berlin 1985, ISBN 3-9801140-1-5. Sie wurde „der weibliche Rastelli“ genannt, obwohl Enrico Rastelli diesen Trick nie auf der Bühne zeigte. Von Paul Spadoni im Moskauer Staatszirkus entdeckt, wurde sie an die Berliner „Scala“ engagiert. Danach arbeitete sie in Europa. Wintergarten-Varieté Berlin, Viktoria-Theater London, Palace-Theater Blackpool, Cirque d’Hiver und Cirque Medrano in Paris, Circus Schumann Kopenhagen, Tuschinsky-Theater Amsterdam, Ronacher-Varieté Wien, Apollo-Theater und Kristall-Palast in Düsseldorf waren Stationen ihrer Engagements. Sie entwickelte Jonglagen mit Bällen, Reifen und Keulen und ihre Balancen mit großen Schüsseln erforderten eine fünffache Konzentration. Die Perfektion, die sie mit scheinbarer Leichtigkeit präsentierte, machten sie zu einer Weltnummer.

Jaeger wurde als eine der besten einzeln arbeitenden Jongleusen erwähnt.

Den Zweiten Weltkrieg verbrachte sie zum großen Teil in Groß Köris bei der Artistenfamilie Kremo. In der letzten Vorstellung im Wintergarten, Wilhelm Küßhauer: "Berlin-Wintergarten". In: "Artisten-Welt". 10. Jahrgang. Nummer 11/12, 20. Juni 1944, Seiten 9 und 29, Verlag Rudolf Haufe Berlin der am 21. Juni 1944 durch Bombenangriff völlig zerstört wurde, verlor sie ihre gesamten Requisiten und Kostüme. Erst nach dem Krieg gastierte sie wieder in Europa. Sie beendete ihre Artistenlaufbahn Ende der 1950er-Jahre.

Ehrungen 1951: Goldmedaille vom Circus Mijares-Scheiber, Schweden Aufnahme in die Juggling Hall of Fame

Literatur Juggler’s World, Vol. 40 no. 2 Summer 1988, 4. Umschlagsseite Das Organ, Jahrgang 7 / Nummer 1 vom 15. Januar 1952, Seite 25 Karl-Heinz Ziethen – Die Kunst der Jonglerie, Seite 23, 48, 49, Abb. 114, Henschelverlag Berlin 1988, ISBN 3-362-00123-8 Karl-Heinz Ziethen – „Juggling“ The Art and its Artists, Seite 272, Verlag Rausch & Lüft, Berlin, ISBN 3-9801140-1-5 Karl-Heinz Ziethen – Jonglierkunst im Wandel der Zeiten, Seite 23, Verlag Rausch & Lüft, Berlin edition aragon – Jonglieren, Seite 35, edition aragon, Moers, ISBN 3-924690-11-1

Weblinks Jenny Jaeger in der Juggling Hall of Fame Jenny Jaeger Juggling TV

Einzelnachweise

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