mini|5-poliger DIN-Stecker, Rille gegen Verdrehen und Markierungspfeil „TOP“ am Griff oben DIN-Stecker ist eine umgangssprachliche Bezeichnung für Rund-Steckverbindungen, die den Normen DIN 41524 (drei- und fünfpolig), 45322 (fünfpolig mit 60° Abstand), 45326 (achtpolig) und 45329 (siebenpolig) entsprechen (ersetzt durch EN 60130-9).

DIN-Stecker, wie sie im Heimbereich verwendet werden, haben einen zylindrisch-runden Griffteil aus Thermoplast-Kunststoff mit etwa 15–16 mm Durchmesser. Heraus ragt ein zylindrischer Kragen mit 13,2 mm Durchmesser aus vernickeltem Eisenblech, der als Schirm wirkt und nicht zu den Polen gezählt wird. Die 3–8 silbern galvanisierten Messing-Stifte von 1,45 mm Durchmesser sind vorne abgerundet und ragen nicht ganz so weit vor wie der Kragen. Die Stifte sitzen fest eingegossen in einem schwarzen Kunststoffteil und stehen innen als Lötstifte ähnlich weit vor wie außen. Der Kragen aus etwa 0,6 mm dünnem Blech nimmt an zwei Rechtecklochungen zwei passende Nasen des schwarzen Einsatzes formschlüssig auf. Das Griffstück kann darüber gesteckt sein und einrastend den ganzen Stecker zusammenhalten oder als fester Verguss ausgebildet sein.

Der Kragen weist häufig eine von außen nach innen durchgeprägte Längsrille auf (am Griff schließt hier zumeist ein erhabener Strich an) und dient der drehwinkelmäßigen Ausrichtung auf die Buchse, deren meist schwarzer Einsatz hier eine Rille aufweist. Eine Variante mit zwei gegenüberliegenden Rillen ist in entsprechende Buchsen auch um 180° verdreht einsteckbar. Ohne Rille gibt die Stiftanordnung allein die passende Ausrichtung vor.

Die Kontakte liegen auf einem Kreisbogen mit 45°, 60°, 72°, 90° bzw. 180° Abstand mit und ohne Zentralkontakt.

Im Einsatz von Muffe oder Buchse sitzen in den Löchern geringfügig schwimmend doch verdrehfest Federgabeln aus galvanisiertem Messingblech, innen als Lötöse zum Anlöten von Drähten vorbereitet.

Die elektrische Belastbarkeit ist dem Datenblatt eines Herstellers zu entnehmen und beträgt z. B. bei MAWI 50 BS DIN 41524: 4 A Strom und 34 V AC/DC Wechsel- und Gleichspannung.

Geschichte mini|DIN-Steckverbinder in Kupplungs-, Stecker- und Buchsenvariante DIN-Steckverbinder wurden vor allem in Europa in zahlreichen Gebieten der Elektrik und Elektronik für unterschiedliche Zwecke eingesetzt. Im Bereich Heimelektronik wurden DIN-Steckverbinder ab dem Aufkommen von Heimtonbandgeräten Mitte der 1950er Jahre sehr häufig für die Verbindung von Audiogeräten aller Art genutzt. Im Audiobereich werden sie für MIDI-Verbindungen genutzt und bei PCs für Tastatur und Maus.

5- und 6-polige DIN-Steckverbinder mit 240° (statt 180°) fanden ebenfalls Einsatz als Steckverbinder für Videorekorder.

DIN-Stecker waren in Laboren weit verbreitet, wie zum Beispiel bei Heizplatten und Magnetrührern zum Anschluss von Thermostaten.

DIN-Steckverbinder in der DDR In der DDR war die umgangssprachliche Bezeichnung Diodenstecker. Der Begriff geht auf die Demodulationsdiode von Rundfunkempfängern zurück, an der das Ausgangssignal abgenommen wurde. Die entsprechende Buchse dieses Steckverbindungstyps hieß „Diodenbuchse“. Die Pegel und Impedanzen waren anders als beim DIN-Steckverbinder in der Bundesrepublik Deutschland. Der Eingang hatte 1 V/1 MΩ und war somit geeignet für den Anschluss von hochohmigen Kristalltonabnehmern (KS22/KS23) von Plattenspielern. Für Export-Fernsehgeräte (Colormat 4000er-Serie) waren ebenfalls DIN-Steckverbinder für den Anschluss von Videorecordern vorgesehen. Sie sind 6-polig ausgelegt (Audio-L, Audio-R, Video, Masse, Schaltspannung, +12 V), außerdem bidirektional – bei angelegter Schaltspannung werden aus den Ausgängen Eingänge.

Nachfolger: Cinch, SCART und HDMI Der immer größer werdende Marktanteil der Importgeräte zwang die deutschen Hersteller, sich anzupassen und Cinch- und Klinkensteckverbindungen statt DIN-Steckverbindungen einzusetzen. Im Videobereich hatte sich der SCART-Steckverbinder durchgesetzt. Manchmal wurde statt SCART auch ein Bündel Cinch-Steckverbinder verwendet, wobei die einzelnen Stecker leicht vertauscht werden konnten. Mittlerweile wurde die analoge Übertragung weitgehend von der digitalen HDMI-Schnittstelle abgelöst. Mit HDMI können digitale Audio- und Videodaten, also etwa ein digitales HD-Videosignal inklusive digitalem Raumklang, gleichzeitig über dasselbe Kabel übertragen werden.

Bauformen mini|Variationen der DIN-Stecker mini|Der Audio-Receiver (Verstärker und Tuner in einem Gerät) Revox B780 von 1980 hat sowohl Cinch-Buchsen als auch 5-polige DIN-Buchsen zum Anschluss von externen Signalquellen; der Anschluss einer externen Endstufe am Vorverstärker-Ausgang (Pre out) war nur per DIN-Buchse möglich

2-polig 180°-Sensoren und 2-polige Stromversorgung Die seltene 180°-Ausführung – nicht im Bild – ist für zweipolige Sensoren und kann auch der Spannungs- bzw. Stromversorgung dienen.

3-polig Mono Die Variante mit drei Stiften mit Stiftabstand 90° wird für Mono-Audiogeräte eingesetzt.

4-polig 216° Stromversorgung Eine Variante mit vier Stiften im Abstand von 3 × 72° dient in einigen Geräten zur Stromversorgung.

5-polig 180° Stereo Fünf Stifte in 180°-Anordnung kommen bei Stereo-Audiogeräten, MIDI-Anschlüssen und PC-Tastaturen zum Einsatz.

5- und 6-polig 240° AV Die 5- und 6-poligen Ausführungen in 240° wurden in Deutschland als kombinierte Steckverbinder für Video- und Audiosignale benutzt, (AV-Steckverbinder, 5-polig für Mono, 6-polig für Stereo). Sie waren der Vorgänger der SCART-Buchse. In Autoradios war diese Ausführung zum Anschluss externer Audioquellen vorgesehen.

Commodore-Computer (wie zum Beispiel der Heimcomputer Commodore 64) haben je nach Modell eine 5- oder 8-polige Ausführung für Video- und Audiosignale, eine 6-polige für den CBM-Bus, über den Drucker und Diskettenlaufwerke angeschlossen werden können, und eine 7-polige für die Stromversorgung.

4- und 5-polige Kopfhörerstecker und Stromversorgung Als Kopfhörerstecker wurden 4- und 5-polige Würfelstecker verwendet – mit und ohne Zentralkontakt. Passend zur Kodierung des Steckergehäuses hat die Buchse zwei um 180° versetzte Nuten. Durch entsprechendes Einstecken des Kopfhörersteckers (in eine dafür ausgelegte Schaltbuchse) können die Lautsprecher bei Kopfhörerbetrieb wahlweise angelassen oder abgeschaltet werden.

Achtung: Es gibt-24 Volt-Steckernetzteile für Beleuchtungen mit Würfelbuchsen.

Neben den schon genannten drei Varianten bei 5-poligen Steckern gibt es auch bei den sieben- und 8-poligen DIN-Steckern jeweils zwei mechanisch nicht untereinander steckkompatible Varianten.

8-polig Bei den 8-poligen Steckern, bei der die Kontaktstifte 1 bis 5 gemäß einer 5-poligen 180°-DIN-Buchse angeordnet sind, existiert sowohl eine Norm mit 270° Öffnungswinkel (nach DIN 45326) als auch eine Norm mit 262° Öffnungswinkel (hufeisenförmig nach IEC 60574-18), die unter anderem für den kombinierten Audio-Video-Anschluss bei Commodore 64/128 verwendet wurde.

10-, 12- und 14-polig DIN-Steckverbinder mit zehn Kontakten kamen bei einigen Videogeräten zum Einsatz. Solche mit 12 und 14 Kontakten wurden im AV-Bereich häufig zur Steuerung von Dia- und Filmprojektoren verwendet.

In der Industrie Steuerung DIN-Steckerverbinder werden auch in industriellen Anlagen verwendet, z. B. für die Steuerung von Mobilfunkantennen. Diese Steckerverbinder sind auch als trittfeste und sogar wasserdichte (IP68)-Varianten verfügbar. Zudem verfügen sie optional über eine Überwurfmutter oder Bajonettverschluss zur Befestigung und sind elektrisch abgeschirmt.

Profi-Mikrofon Bis in die 1970er Jahre hinein kamen Tuchelstecker vor allem in Deutschland bei der professionellen Mikrofonverkabelung zur Anwendung (3-polige für phantomgespeiste Mikrofone, 6-polige für Mikrofone mit Röhrenvorstufe). Im Jargon sind diese Schraub-DIN-Steckverbinder als kleine Tuchel bzw. Kleintuchel bekannt. Später wurden sie durch XLR-Stecker ersetzt.

Der dem Kleintuchel begrifflich gegenüberstehende große Tuchel dagegen ist nicht mit den hier behandelten DIN-Steckverbindern kompatibel. Er wurde vor allem in der Beschallungstechnik und frühen Rundfunktechnik für den Anschluss von Mikrofonen verwendet.

Der Renkstecker in DIN-kompatibler Ausführung kam in erster Linie im CB-Funk zum Einsatz, ist aber mittlerweile in Audio-Anwendungen so gut wie nicht mehr anzutreffen.

DIN-Audiosteckverbinder In der Unterhaltungselektronik kam die dreipolige DIN-Buchse bei den Röhrenradios und frühen Monogeräten zum Einsatz, um mit den aufkommenden Heim-Tonbandgeräten Aufnahmen unabhängig von der eingestellten Lautstärke machen zu können. Der Abgriff des Audiosignals nach dem Demodulator (Diode) belegte Pin 1 für Aufnahme und führte dort zu den Bezeichnungen Diodenstecker und Diodenkabel. Über den hochohmigen Eingang Pin 3 konnte wahlweise das Tonbandgerät wiedergegeben oder ein Plattenspieler mit Kristalltonabnehmersystem angeschlossen werden.

Bei Stereogeräten wurde die DIN-Buchse um zwei weitere Pins erweitert. Die Kompatibilität zu dreipoligen Mono-Steckern ist grundsätzlich gegeben, bei Stereogeräten wird in diesem Fall jedoch nur der linke Kanal übertragen.

Eine Besonderheit der DIN-Audiostecker ist die Tatsache, dass die Leitungen nicht nach Signalrichtung, sondern nach Verwendungszweck zugeordnet sind, was in gewissen Gerätekonstellationen zu Kompatibilitätsproblemen führen kann, da die Pins je nach Gerätetyp unterschiedlich beschaltet sind. So sind grundsätzlich Pin 3 und 5 für die Wiedergabe, Pin 1 und 4 für die Aufnahme vorgesehen. Das bedeutet, dass Wiedergabe- und Aufnahmegeräte, wie beispielsweise Tonbandgeräte, Kassettendecks oder Plattenspieler, das Signal an den Pins 3/5 ausgeben und ein eventuelles Eingangssignal für die Aufnahme an den Pins 1/4 erwarten. Verstärker sowie Radios mit eingebautem Verstärker nutzen die Pins genau gegengleich, der Eingang liegt also auf 3/5 und der Ausgang auf 1/4. Zudem arbeiten Aufnahme- und Wiedergabekanäle mit unterschiedlichen Pegeln und Impedanzen. Werden verschiedene HiFi-Geräte über einen Verstärker betrieben oder beispielsweise ein Tonbandgerät an einem Radio, gibt es diesbezüglich keine Probleme, es kann ein gewöhnliches DIN-Kabel verwendet werden, bei dem jeder Kontakt eines Steckers direkt mit dem jeweils gleichen Kontakt des anderen Steckers verbunden ist. Sind am Wiedergabegerät mehrere DIN-Buchsen vorhanden, ist für diesen Zweck die Buchse „Radio“ zu verwenden.

Sollen dagegen beispielsweise zwei Tonbandgeräte direkt, ohne zwischengeschaltetem Verstärker, miteinander verbunden werden, ist häufig ein spezielles Überspielkabel erforderlich. Bei diesem müssen nicht nur die Kontakte überkreuzt verbunden sein (also Pin 3/5 auf Pin 1/4 des anderen Steckers), es müssen zusätzlich auch Widerstände in die Signalleitungen eingebaut sein, um Pegel und Impedanz des Wiedergabesignals an jene des Aufnahmesignals anzugleichen. Manche Geräte verfügen jedoch über einen zusätzlichen Hochpegeleingang, an dem direkt ein Signal an Pin 3/5 mit dem für die Wiedergabe üblichen Pegel eingespeist werden kann, so dass ein gewöhnliches DIN-Kabel für die direkte Überspielung verwendet werden kann. Diese Buchse ist üblicherweise mit „Phono“, „TA“ oder einem Plattenspielersymbol beschriftet und ist ein reiner Eingang. Teilweise sind beide Buchsen jedoch auch in einer kombiniert (Radio/Phono-Kombibuchse). In diesem Fall dienen Pin 3 und 5 bei der Wiedergabe als Ausgänge, bei der Aufnahme werden diese auf Hochpegeleingänge umgeschaltet, gleichzeitig stehen auch Pin 1 und 4 als Eingänge für den üblichen DIN-Aufnahmepegel zur Verfügung.

Die Signalmasse liegt in jedem Fall auf Pin 2.

Mikrofoneingänge nutzen immer Pin 3 (L/Mono) und 5 (R) für das Signal.