Le Buisson Campin ist ein spätmagdalénienzeitlicher Freiland-Fundplatz im Pariser Becken. Da der Fundort langsam mit Sedimenten der Oise überdeckt wurde, haben sich Funde und die Fundverteilung ausgezeichnet erhalten. Eine Analyse der Fundausrichtung ergab, dass die Funde nicht vom Wasser verlagert wurden.James G. Enloe: Fauna and Site Structure at Verberie. In: Ezra Zubrow et al. (Hrsg.): The Magdalenian household. New York, State University of New York, S. 37 Die Befunde bestehen aus Herdstellen und den sie umgebenden Funden. Die Fundstelle wurde durch Françoise Audouze in Sektoren von 400 m² (A1-T20) in einem Quadratmetermuster ausgegraben.

Lage Le Buisson Campin liegt direkt an der Oise in der Nähe von Compiègne, zwischen Verberie und Choisy-au-Bac, ca. 60 km nördlich von Paris.

Datierung Die Fundstelle war zwischen 12.950 und 12.300 v. Chr. (cal.) bewohnt, also am Ende des älteren Dryas und des frühen Bölling. Über pleistozänen Kiesen und Sanden (Schicht III) liegen feine gelbe pleistozäne Hochflutsande der Oise, welche die Funde enthalten (Schicht II), sie können in mindestens vier Horizonte unterteilt werden, die jedoch heute überprägt und daher schlecht erhalten sind. Darüber liegt eine holozäne lehmige kalkhaltige Braunerde, die seit dem Neolithikum beackert wurde (Schicht I). Es wurden insgesamt acht Siedlungsschichten nachgewiesen. Die Funde konzentrieren sich um eine oder mehrere Herdstellen, die nach dem Quadrat benannt sind, in dem sie ausgegraben wurden. Schicht II-1: Herdstellen D1 und M20 Schicht II-22: Herdstelle L8 Schichten II-3 und II-4: Herdstelle O5-6 Schicht II-6: Herdstelle J/9-10

Funde Die Funde bestehen vor allem aus Silexartefakten, Tierknochen und Knochengeräten wie Geschossspitzen und Nadeln.Aline Averbou: Utilisation et transformation des matières osseuses au Buisson Campin (Verberie, Oise). In: Ezra Zubrow et al. (Hrsg.): The Magdalenian household. New York, State University of New York, S. 76–90 Die Silexindustrie wird von Klingen und Lamellen dominiert.Frédéric Jann: Technologie lithique à Verberie. In: Ezra Zubrow et al. (Hrsg.): The Magdalenian household. New York, State University of New York, S. 51–75 Das Rohmaterial wird von sekundär abgelagertem Kreidefeuerstein (Campanien und Santonien) dominiert.Frédéric Jann: Technologie lithique à Verberie. In: Ezra Zubrow et al. (Hrsg.): The Magdalenian household. New York, State University of New York, S. 53 Dazu kommen grauer Quarzit und Feuersteine des Baronien.

Wirtschaftsweise Hauptbeutetier war das Rentier, dessen Knochen 95 % der identifizierten Tierknochen (mindestens 130 Individuen) ausmachen. Vermutlich wurden bevorzugt junge Bullen getötet.James G. Enloe: Fauna and Site Structure at Verberie. In: Ezra Zubrow et al. (Hrsg.): The Magdalenian household. New York, State University of New York, S. 30 Nach der Gebrauchsspurenanalyse der SilexfundeFrançoise Audouze: Domesticity and spatial organisation at Verberie. In: Ezra Zubrow et al. (Hrsg.): The Magdalenian household. New York, State University of New York, S. 145 und der Mengenverteilung der Körperteile war der Fundort vermutlich eine Jagdstation, es blieben vor allem Körperteile mit geringem Nährwert am Fundort zurückJames G. Enloe: Fauna and Site Structure at Verberie. In: Ezra Zubrow et al. (Hrsg.): The Magdalenian household. New York, State University of New York, S. 34. Neben dem Rentier wurden Wildpferde, Schneefüchse, Mammute, Teichfrösche, arktischer Ziesel, Lemminge und andere Nagetiere nachgewiesen. Unter den Vögeln finden sich Gänse, Enten und Moorschneehuhn.James G. Enloe: Fauna and Site Structure at Verberie. In: Ezra Zubrow et al. (Hrsg.): The Magdalenian household. New York, State University of New York, S. 23

Weblink Beschreibung vom Kulturministerium (französisch)

Literatur James G. Enloe, Francoise Audouze: The Magdalenien site of Verberie (Le Buisson Campin). In: Ezra Zubrow et al. (Hrsg.): The Magdalenian household. New York, State University of New York, S. 15–21.

Einzelnachweise

Kategorie:Jungpaläolithikum (Europa) Kategorie:Archäologischer Fundplatz in Hauts-de-France Kategorie:Département Oise Kategorie:Magdalénien Kategorie:Archäologischer Fundplatz in Europa