Das Freudenhaus ist ein 1970 entstandenes, deutsches Filmmelodram aus dem Hurenmilieu von Alfred Weidenmann, der auch das Drehbuch verfasste. Es basiert auf dem gleichnamigen Roman (1966) von Henry Jaeger.
Handlung Dieses Freudenhaus ist weniger ein Haus der Freude als vielmehr eine Heimstatt, Unterkunft und Zufluchtsstätte für Zu-kurz-Gekommene, verkorkste Einsame und traurige Verlassene, Freaks und Verlierer der Gesellschaft allesamt. Rosa ist eine alternde Bordsteinschwalbe, die sich endlich nach einer bürgerlichen Existenz sehnt, und Leopold Grün, ein wenig erfolgreicher Zirkusartist – seine Spezialität: Hundeimitationen – wollen sich zusammentun, um der Angst vor dem Alter und der Einsamkeit zu entgehen. Sie heiraten daher, ohne dass diese Ehe mehr als ein ökonomisches Zweckbündnis zur sozialen und finanziellen Altersabsicherung sein könnte. Gemeinsam wollen sie sich eine Existenz als Vermieter aufbauen und kaufen daraufhin ein entsprechendes Vorstadthaus mit angeschlossenem Kneipenlokal.
Doch es erweist sich als schwerer als gedacht, zahlungskräftige Mieter zu finden. Erst als einige leichte Mädchen einziehen, kommt Rosa auf die Idee, aus beiden Wohngebäuden ein Freudenhaus zu machen. Plötzlich brummt der Laden, die Kunden – „ehrbare“ Bürger ebenso wie Randgestalten der Gesellschaft – kommen zuhauf, und die anfänglichen finanziellen Schwierigkeiten sind wie weggeblasen. Doch Leopold entpuppt sich als eine miese Type, als Betrüger und Dieb, der Rosa hintergeht. Für ihn war das Freudenhaus nur eine Zwischenstation zum eigenen Glück, und das war nicht an der Seite Rosas geplant. Eines Tages ist er verschwunden und mit ihm die stolze Summe von 70.000 DM.
Produktionsnotizen Das Freudenhaus wurde ab der zweiten Novemberhälfte bis kurz vor Weihnachten 1970Meldung im Hamburger Abendblatt vom 28. November 1970 in den Studios von Bendestorf vor den Toren Hamburgs gedreht und am 28. Januar 1971 im Regina-Kino von Hannover uraufgeführt.
Kritiken
In Filme 1971–76, Handbuch der katholischen Filmkritik ist zu lesen: „Bordellromanze mit Hintertreppencharakter, die statt Charaktere Nummern vorführt und im übrigen das Genre wie ein Werbefilm glorifiziert.“Filme 1971-76. Handbuch IX der katholischen Filmkritik. Köln 1977, S. 98
Im Lexikon des Internationalen Films heißt es: „Unterhaltungsfilm, der sich um moralische Ehrenrettung des Milieus und anspruchsvolle Charakterstudien bemüht, es aber nur zu einer süßlich-tragischen Bordellromanze bringt.“
Einzelnachweise
Weblinks
Kategorie:Filmtitel 1971 Kategorie:Deutscher Film Kategorie:Filmdrama Kategorie:Literaturverfilmung Kategorie:Alfred Weidenmann