mini|225px|St. Johannes der Täufer miniatur|Innenraum der Kirche Die römisch-katholische Kirche St. Johannes der Täufer ist eine Kirche im bayerischen Pfersdorf, einem Stadtteil des Ortes Poppenhausen im unterfränkischen Landkreis Schweinfurt. Sie gehört zu den Baudenkmälern in Poppenhausen und ist unter der Nummer D-6-78-168-86 in der Bayerischen Denkmalliste registriert. Die Kirche ist dem heiligen Johannes dem Täufer geweiht.
Geschichte
Der älteste Beleg für eine Kirche in Pfersdorf stammt aus dem Jahr 1218.„Würzburger Diözesan-Geschichtsblätter“ 1961, 23. Jahrgang Die Kirche war Johannes dem Täufer geweiht. Die Erwähnung eines Leutpriesters Heinrich in Hengisdorf ist die früheste bekannte Erwähnung von Pfersdorf als Pfarrei. In diesem Zusammenhang war Pfersdorf zuständig für Hain, Maibach, Poppenhausen (heute zur Gemeinde Poppenhausen zugehörig), Ebenhausen, Eltingshausen, Rottershausen (heute Gemeindeteil von Oerlenbach), Holzhausen, Hambach (heute Ortsteile von Dittelbrunn) sowie Lauerbach (nahe Hambach, heute Wüstung) und Rannungen.
Im Rahmen des Bauernaufstands von 1525 schloss sich Pfersdorf trotz gegenteiliger Weisung des Würzburger Bischofs Konrad II. von Thüngen den aufständischen Bauern an. Während der Unruhen wurde auch das Schloss von Pfersdorf, das im 13. und 14. Jahrhundert in adeligem Besitz gewesen war, zerstört. Nach Niederschlagung des Aufstandes ließ Bischof Konrad II. die Anführer der Pfersdorfer Bauern, Peter Weck und Linhard Fenn enthaupten.
Von 1559 bis 1565 gehörte Pfersdorf nach der Reformation vorübergehend dem evangelischen Glauben an, wurde dann aber, nach Vertreibung des evangelischen Pfarrers, wieder katholisch.
Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Kirche schwer beschädigt und das Pfarrhaus vollständig zerstört. Nach dem Krieg betreute der Pfersdorfer Pfarrer den Ort über mehrere Jahre von Stralsbach (heute Ortsteil von Burkardroth) aus.
Pfersdorf wird nun von Ebenhausen aus seelsorgerisch betreut. Nach entsprechenden Bitten bereits zu Beginn des 18. Jahrhunderts wird Pfersdorf am 18. August 1780 wieder eigene Pfarrei. Im Rahmen des Ersten Koalitionskrieges wurde auch die Kirche geplündert. Im Januar 1796 wurde die Kirche geweiht.
Der Kern des Kirchturms der heutigen Kirche ist mittelalterlichen Ursprungs. Im Jahr 1746 wurde unter Maurermeister Johannes Müller ein neuer Chorraum mit gratigem Kreuzgewölbe angebaut. 1746 und 1747 wurde ein „Schreiner von Kützberg“, womit wahrscheinlich der Faber Iignarius Johannes Michael König gemeint ist, für die Errichtung eines Hochaltars bezahlt. Das Hochaltarbild schuf um 1854 ein Künstler namens Leimgrub.
In ihrer heutigen Form entstanden die Kirche im Jahr 1794 unter Ortspfarrer Georg Stephan Behr, der nach seinem Amtsantritt im Jahr 1780 bereits für einen Wiederaufbau des Pfarrhauses gesorgt hatte. Im Jahr 1794 entstand das Langhaus der Kirche unter Maurermeister Valentin Schleichert aus Kissingen.
Im Jahr 1795 entstand die Empore, der alte Beichtstuhl, die Kommunionbank und die Bänke der Kirche; sie wurden vom Schreinermeister Michael Behringer aus Rannungen angefertigt. Die beiden klassizistischen Seitenaltäre wurden (ebenfalls 1795) vom Bildhauer Michael Rehm aus Egenhausen (von dem auch die klassizistische Kanzel der Kirche stammt) sowie deren ursprüngliche Altarbilder von Georg Peter Straßburger aus Würzburg angefertigt. Die heutigen Altarbilder schuf im Jahr 1896 Eulogius Böhler, von dem auch das Deckengemälde „Mariens Himmelfahrt“ stammt.
Pfarrer Behr weihte die Kirche nach entsprechender Erlaubnis des Ordinariats im Januar 1796. Nach seinem Tod am 5. Februar 1796 wurde er in der Mitte des Chores bestattet.
Auf Anweisung des Kgl. Landgerichts vom 12. März 1861 wurde im Jahr 1863 der Kirchturm aufgestockt.
Bei den Kampfhandlungen im Ort am 7. und 8. April 1945 im Rahmen des Zweiten Weltkrieges wurde der Kirchturm durch Granatenbeschuss beschädigt und hatte nun eine Höhe von nur 10 Metern.
Im Jahr 1952 wurden neue Glocken geweiht"Musikverein Pfersdorf e.V. — Historie", veröffentlicht im Internetauftritt des Vereins, abgerufen am 28. Juli 2019. Einzelheiten dazu sind nicht bekannt. Die aktuell vorhandenen Glocken erklingen in den Tönen f′ — a′ — c´´.
Im Jahr 1959 fand eine Renovierung der Kirche statt, in deren Zusammenhang auch die Grabplatte des Pfarrers Johannes Göpfert wiederentdeckt wurde, der von 1614 bis 1623 im Ort gewirkt hatte.
Pfarrer + Pfarrer von PfersdorfHugo Popp: 1200 Jahre Pfersdorf, 1963, S. 19ff. und S. 28f. Name Tätigkeit Conradus Lanio 1590–1614 Johannes Göpfert 1614–1623 Johannes Väth 1623–1628 Hans Peter Bischof 1628–1634 Bis 1780 Verlegung des Pfarrsitzes nach Ebenhausen Georg Stephan Behr (* 6. März 1744 in Retzbach; † 2. Februar 1796 in Pfersdorf) 1780–1796 Meißner (Vorname unbekannt, beim Einfall der französischen Truppen nach einem halben Jahr Tätigkeit geflohen) 1796 Johan Georg Kantz (* 27. Januar 1752 in Eltingshausen; † 23. April in Ochsenfurt) 1796–1808 Johann Georg Sinner (* 17. Oktober 1770 in Ochsenfurt; † 18. Juni 1834 in Pfersdorf) 1809–1834 Vitus Ledermann (* 20. Dezember 1784 in Oberstreu; † 12. November 1843 als Pfarrer in Karlburg) 1835–1840 Karl Ed. Hertinger (* 7. März 1797 in Pflaumheim; † 5. Januar 1878 in Aschaffenburg) 1841–1849 Valentin Möslein (* 7. Juni 1806 in Düttingsfeld; † 20. Dezember 1864 als Pfarrer in Maibach) 1849–1859 Heinrich Zier (* 24. August 1812 in Machtilshausen; † 26. Januar 1877 als Pfarrer in Unteressfeld) 1860–1868 Anton Mehling (* 21. Mai 1829 in Steinfeld; † 8. März als Pfarrer in Grettstadt) 1869–1884 Kaspar Glücker (* 10. Juni 1845 in Oberpleichfeld; † 16. November 1917 in Pfersdorf) 1884–1917 Adam Seubert (* 6. Februar 1868 in Höchberg; † 11. September 1926 in Bolzhausen) 20. Februar 1918 – 1924 Johann Grünewald (* 11. August 1879 in Hasselbach; † 15. September 1934 in Pfersdorf) 8. Januar 1925 – 1934 Peter Bauer (* 12. Februar 1888 in Heimbuchenthal; † 9. Juni 1958 in Pfersdorf, beerdigt in Heimbuchenthal) 1934Investitur am 28. November, Stellenantritt am 17. Dezember–1958 Hugo Popp (* 9. Oktober 1914 in Schnackenwerth) 1958Investitur am 11. August, Stellenantritt am 5. Oktober –
Weblinks
Pfersdorf auf www.poppenhausen.de Chronik: 1200 Jahre Pfersdorf (PDF, 1,4 MB)
Einzelnachweise
Literatur
Pfersdorf Kategorie:Baudenkmal in Poppenhausen (Unterfranken) Pfersdorf Pfersdorf Johannes Kategorie:Erbaut in den 1740er Jahren Kategorie:Kirchengebäude in Europa Kategorie:Bauwerk in Poppenhausen (Unterfranken)