Reichenberg ist ein Markt im Landkreis Würzburg im Regierungsbezirk Unterfranken.

Geographie Der Markt Reichenberg ist südlich der Stadt Würzburg gelegen. Am östlichen Ortsrand befindet sich das Schloss Reichenberg.

Gemeindegliederung Reichenberg hat sieben Gemeindeteile (in Klammern der Siedlungstyp): Albertshausen (Pfarrdorf) Chaussee-Wirthshaus (Einöde) Fuchsstadt (ehemaliger Markt) Guttenberg (Forsthaus) Lindflur (Kirchdorf) Reichenberg (Hauptort) Uengershausen (Pfarrdorf)

Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Albertshausen, Fuchsstadt, Guttenberger Wald (Gemarkungsteil 1), Lindflur, Reichenberg und Uengershausen. Die Gemarkung Reichenberg hat eine Fläche von 8,442 km². Sie ist in 1919 Flurstücke aufgeteilt.

Geschichte Bis zur Gemeindegründung Reichenberg war Bestandteil des Rittergutes Albertshausen der Freiherren von Wolfskeel, das zum Fränkischen Ritterkreis gehörte. Es wurde 1806 durch das Großherzogtum Würzburg mediatisiert und kam mit diesem 1814 zu Bayern. Im Jahr 1818 entstand die politische Gemeinde. Die ehemalige Gemarkung Hattenhausen, wie Heidingsfeld eine im 14. Jahrhundert von Wolfram von Leinach ererbte Oblei,Christine Demel: Leinach. Geschichte – Sagen – Gegenwart. Gemeinde Leinach, Leinach 1999, S. 101. ist in ReichenbergVgl. Staatsarchiv Würzburg. aufgegangen.

Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurden am 1. Mai 1978 die Gemeinden Albertshausen, Lindflur, Uengershausen sowie der Markt Fuchsstadt eingegliedert. Dadurch wurde die Gemeinde Reichenberg zum Markt erhoben.

Einwohnerentwicklung 1961: 3155 Einwohner 1970: 3501 Einwohner 1987: 3732 Einwohner 1991: 3882 Einwohner 1995: 4013 Einwohner 2000: 4090 Einwohner 2005: 4045 Einwohner 2010: 4015 Einwohner 2015: 4075 Einwohner 2023: 4274 Einwohner Im Zeitraum 1988 bis 2018 stieg die Einwohnerzahl von 3817 auf 4136 um 319 Einwohner bzw. um 8,4 %.Quelle: BayLfStat

Politik Bürgermeister Erster Bürgermeister ist Christian Giese (Offene Liste). Dieser löste den vorherigen Bürgermeister Stefan Hemmerich (SPD) ab, der nicht mehr angetreten war.

Marktgemeinderat

Die Gemeinderatswahl am 15. März 2020 führte bei einer Wahlbeteiligung von 73,1 % zu folgendem Ergebnis:Gemeinderatswahl 2020, abgerufen am 8. Juli 2020 Liste Stimmenanteil Sitze CSU 35,34 % 6 SPD 27,59 % 4Grüne 17,58 % 3 Offene Liste Markt Reichenberg 19,49 % 3

Wappen

Baudenkmäler

Bodendenkmäler

Bildung und Soziales Im Markt Reichenberg gibt es mehrere Kindertageseinrichtungen. Ergänzt wird das Betreuungsangebot durch einen Waldkindergarten. Im schulischen Bereich besteht mit der Grundschule Reichenberg ein entsprechendes Bildungsangebot.

Bücherei Die Gemeindebücherei befindet sich im Galeriegebäude in Reichenberg. Der Bestand umfasst rund 3.500 Bücher, darunter insbesondere Kinder- und Jugendbücher für die Altersgruppen vom ersten bis zum 14. Lebensjahr. Ergänzt wird das Angebot durch Zeitschriften und aktuelle Romane.

Kindertagesstätten Im Markt Reichenberg gibt es vier Kindertagesstätten. Im Mai 2025 wurde die zweigruppige Kindertagesstätte in Fuchsstadt neu eröffnet.

Evangelische Kita ReichenbergEvangelische Kita Reichenberg Kindertagesstätte Fuchsstadt Kindertagesstätte LindflurKindertagesstätte Lindflur Waldkindergarten "Schlupfwinkel"Waldkindergarten Schlupfwinkel

Grundschule Die Grundschule Reichenberg befindet sich im Ortszentrum von Reichenberg, oberhalb der Wolffskeelhalle.Grundschule Reichenberg

Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft

2017 gab es in der Gemeinde 982 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Von der Wohnbevölkerung standen 1613 Personen in einem versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis. Damit war die Zahl der Auspendler um 631 Personen größer als die der Einpendler. 42 Einwohner waren arbeitslos. 2016 gab es 49 landwirtschaftliche Betriebe.

Ilgenfritz Mechatronics mit Sitz in Fuchsstadt ist die größte Firma im Markt Reichenberg.

Verkehr Reichenberg liegt an der Bahnlinie Stuttgart–Würzburg zwischen Lauda und Würzburg. Im Dezember 2010 ging, 800 Meter vom 1977 geschlossenen Bahnhof Reichenberg entfernt, ein Haltepunkt in Betrieb. Seitdem halten hier tagsüber im Stundentakt Regionalbahnen der Linie RB 85 nach Würzburg und Lauda.Protokoll der Gemeinderatssitzung vom 6. Oktober 2009mainpost.de Eine ÖPNV-Anbindung an die Stadt Würzburg via Busverkehr besteht etwa alle 30 bis 60 Minuten. Per Individualverkehr ist Reichenberg über die Bundesstraße B19 sowie ab der Anschlussstelle Kist über die Autobahn A7 oder über die Anschlussstellen Kist oder Heidingsfeld der Autobahn A3 erreichbar.

Persönlichkeiten Martin Voit (* 1792 in Reichenberg; † 1825 an der Goldküste), Stabsarzt in Niederländischem Dienst an der Goldküste 1824–1825 Leonhard Eißnert (* 1866 in Reichenberg; † 1949 in Offenbach am Main), hessischer Politiker Johann Karl Oestreicher (* 1925 in Reichenberg; † 2018), Jurist, Richter am Bundessozialgericht Klaus Götzner, Musiker und Versicherungskaufmann, als Funky K. Götzner Schlagzeuger von Ton Steine Scherben und der Berliner Samba-Band Terra Brasilis.www.motorhorst.de: Klaus Götzner / Ton Steine Scherben - Ein Porträt. Benjamin Heisenberg (* 1974 in Tübingen), Regisseur, Autor und bildender Künstler, ist in Reichenberg aufgewachsen Klaus Toyka (* 1945 in Biberach an der Riss), Professor für Neurologie, Kunst- und Kultur Mäzen hat 32 Jahre in Reichenberg gelebt

Literatur

Markt Reichenberg (Hrsg.): Reichenberg, Albertshausen, Fuchsstadt, Lindflur, Uengershausen. Fünf Dörfer, eine Gemeinde. Eglmaier-Verlag, Würzburg um 2000 (Das Erscheinungsjahr lässt sich aus dem Inhalt erschließen, siehe S. 16). Ulrich Rüthel: Der II. Weltkrieg in unserer Heimat. Ein Beitrag zur Heimatgeschichte Reichenbergs. 1929 - 1949. Reichenberg 1987. Ulrich Rüthel: Die Familie von Wolffskeel. Strukturen einer 800jährigen Geschichte. Reichenberg 1995. Ulrich Rüthel: Geschichte der Grafen Wolffskeel von Reichenberg zu Uettingen. 1250-Jahrfeier Uettingen am 1. September 2002. Uettingen 2002. Ulrich Rüthel: Geschichte des Schlosses Reichenberg. (PDF). Ulrich Rüthel: Marktgemeinde Reichenberg – Chronik Zeitleiste. (PDF). Ulrich Rüthel: Sozialstrukturen im Herrschaftsbereich der Herren von Wolffskeel in Reichenberg bei Würzburg. Würzburg 1975. Ulrich Rüthel: Und ewig währt der Wandel … Geschichte der Schule Reichenberg. Würzburg 2006. Wolfgang Schindler: Kirchweih – das große Fest auf dem Lande. BürgerInnen aus Fuchsstadt und Reichenberg erinnern sich. In: Die kleine Zeitung. Würzburg 1992. Ausgabe 22, S. 31. Wolfgang Schindler: Vor 300 Jahren brannte Hattenhausen. 1692 schlug die Geburtsstunde des heutigen Ortsnamens Reichenberg. In: Die kleine Zeitung. Würzburg 1992. Ausgabe 16, S. 8. Wolfgang Schindler, Ulrich Rüthel: Markt Reichenberg mit seinen Ortsteilen Albertshausen, Fuchsstadt, Lindflur und Uengershausen. Bilder aus vergangener Zeit. 2. Auflage. Horb am Neckar 1990.

Weblinks

Offizielle Website des Marktes Reichenberg Informationen zur ehemaligen jüdischen Gemeinde Reichenberg bei Alemannia Judaica Informationen zur ehemaligen jüdischen Gemeinde Reichenberg bei Jüdische-Gemeinden.de (PDF; 1,05 MB)

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Würzburg Kategorie:Markt in Unterfranken Kategorie:Gemeindegründung 1818

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