mini|Stadtkirche St. Martin (Tauberbischofsheim) Die Stadtkirche St. Martin ist eine römisch-katholische Kirche in Tauberbischofsheim und ist dem heiligen Martin von Tours geweiht.Grundlegende im Kirchenführer St. Martin. (PDF; 447,7 kB). Online auf www.kath-kirche-tbb.de. Abgerufen am 25. Dezember 2015.
Geschichte Mittelalter Die Ursprünge der Gemeinde reichen zurück in das 7. Jahrhundert. Die heutige Kirche hatte mehrere Vorgängerbauten. Von der im 13. Jahrhundert errichteten romanischen Vorgängerkirche sind der Turm und die Darstellung des Hl. Martin erhalten. Um das Jahr 1400 wurde eine neue Pfarrkirche errichtet.
Neuzeit mini|Blick auf St. Martin vom Türmersturm Die heutige Kirche wurde in den Jahren 1910–1914 im Stil der Neugotik nach Plänen des Architekten Ludwig Maier vom Erzbischöflichen Bauamt Heidelberg errichtet. Ab März 1910 wurde zunächst die alte Stadtkirche abgebrochen. Am 16. Oktober 1910 kam es zur Grundsteinlegung für die neue Martinskirche. Das Richtfest der heutigen Kirche feierte man am 2. Januar 1912, die Benediktion (Segnung) am 15. August 1913 und am 24. Mai 1914 fand die feierliche Konsekration (Weihe) statt.Seelsorgeeinheit Tauberbischofsheim: Jubiläum der Stadtkirche. Online auf www.kath-tauberbischofsheim.de. Abgerufen am 25. Dezember 2015. Im Zuge des Neubaus wurde der romanische Turm auf nunmehr 69 m erhöht. Der Kirchenraum ist 51 m lang, 24 m breit und 17 m hoch und besteht aus Mittel- und zwei Seitenschiffen. 2014 feierte man das 100-jährige Jubiläum der neu errichteten Stadtkirche.
Die Stadtkirche St. Martin gehört zur Seelsorgeeinheit Tauberbischofsheim, die dem Dekanat Tauberbischofsheim des Erzbistums Freiburg zugeordnet ist.
Ausstattung mini|hochkant|Blick auf den Altar Altäre In der linken Seitenapsis befindet sich der spätmittelalterliche Marienaltar, der um das Jahr 1517 entstand, und wahrscheinlich von dem Ulmer Künstler Nikolaus Weckmann d. Ä. geschaffen wurde.
Weitere Altäre in der Martinskirche: Valentin-Altar, aus dem Jahr 1756; Anna-Altar mit Gemälde von Georg Anton Urlaub († 1759), aus dem Jahre 1757 Heiligkreuz-Altar mit einer Kopie der Tauberbischofsheimer Kreuzigung von Matthias Grünewald (Original in der Kunsthalle Karlsruhe), geschaffen 1761
Kanzel In der Martinskirche befindet sich eine Kanzel mit Darstellung der Kirchenväter Ambrosius, Hieronymus, Augustinus und Gregor des Großen. Sie wurde um 1700 geschaffen.
Orgel mini|Empore mit Orgelprospekt Die Orgel wurde 1989 von dem Orgelbauer Claudius Winterhalter erbaut. Das Schleifladen-Instrument hat 40 Register auf drei Manualwerken und Pedal.Informationen zur Orgel
I Hauptwerk C–g3 1. Bourdon 16′ 2. Principal 8′ 3. Rohrflöte 8′ 4. Gambe 8′ 5. Octave 4′ 6. Hohlflöte 4′ 7. Quinte ′ 8. Octave 2′ 9. Cornet V (ab g0) 8′ 10. Mixtur IV-V ′ 11. Cromorne 8′ II Positiv C–g3 12. Montre 8′ 13. Bourdon 8′ 14. Prestant 4′ 15. Flûte 4′ 16. Nazard ′ 17. Doublette 2′ 18. Tierce ′ 19. Larigot ′ 20. Fourniture IV 1′ 21. Cromorne 8′ Tremblant doux III Schwellwerk C–g3 22. Quintaton 16′ 23. Diapason 8′ 24. Flûte harmonique 8′ 25. Salicional 8′ 26. Voix celeste 8′ 27. Flûte octaviante 4′ 28. Octavin 2′ 29. Plein-Jeu III-V 2′ 30. Trompette harmonique 8′ 31. Hautbois 8′ 32. Clairon 4′ Tremblant Pedalwerk C–f1 33. Principalbass 16′ 34. Subbass 16′ 35. Octavbass 8′ 36. Gedecktbass 8′ 37. Octavbass 4′ 38. Hintersatz IV ′ 39. Bombarde 16′ 40. Trompette 8′
Skulpturen Zu den mittelalterlichen Kunstwerken zählt eine spätgotische Skulptur der Maria als Himmelskönigin am linken Chorpfeiler. Sie entstand um das Jahr 1450 und wird dem Künstler Hans Multscher aus Ulm zugeschrieben. Daneben weist die Martinskirche eine Christkönig-Figur und eine Jesuskind-Figur von Thomas Buscher aus dem Jahre 1932 auf.
Weitere Ausstattungsgegenstände In der Martinskirche befinden sich u. a. die folgenden, weiteren Ausstattungsgegenstände: Sakramentshäuschen mit Darstellung der Mantelteilung im Aufsatz, datiert 1448 Ölberg an der Choraußenmauer, um 1500 Prunkepitaph aus Alabaster, für Alexander († 1588) und Anna Maria v. Riedern († 1623) Fastentuch mit 16 Bildszenen zur Passion Jesu, zu Ostern und Pfingsten, aus dem 18. Jahrhundert Glasfenster: um 1870, reiches Bildprogramm, aus der Vorgängerkirche, 1910 neu gefasst
Glocken Im Turm hängt ein fünfstimmiges Geläut aus Bronze. Vier dieser Glocken sind historische Glocken: Die älteste Glocke stammt noch aus dem beginnenden 14. Jahrhundert. Die weiteren Glocken stammen aus dem 15. und 16. Jahrhundert. Eine datiert von 1448, eine andere von 1615. Glocke 2 wurde 1953 von der Karlsruher Glockengießerei hinzugegossen.Informationen zu den Glocken der kath. Pfarrkirche St. Martin in Tauberbischofsheim. Online auf www.ebfr-glocken.de. Abgerufen am 25. Dezember 2015. Der Uhrenschlag wird von Glocken 1–4 wahrgenommen; Glocken 3 und 4 läuten die Viertelstunden, Glocken 1 und 2 läuten den wiederholenden Stundenschlag.Tauberbischofsheim (TBB), Glocken der kath. Pfarrkirche St. Martin auf youtube.com
Glocke Name Gießer Gussjahr Durchmesser Gewicht Schlagton 1 Marienglocke Jacob Stempfel 1448 1405 mm 1593 kg des1 + 8 2 Bonifatius & Lioba Karlsruher Glockengießerei 1953 1078 mm 735 kg f1 + 6 3 Evangelistenglocke H. Kessler II 1400 885 mm 502 kg b1 + 7 4 Salveglocke Jacob Stempfel ? 1448 718 mm 209 kg d2 + 5 5 Taufglocke Christof Glockengießer 1615 612 mm 157 kg e2 + 10
mini|hochkant=0.85|Hinweisschild für die Radwegekirche St. Martin Radwegekirche Die Martinskirche ist mit ihrer Lage am Taubertalradweg als Radwegekirche ausgewiesen.Radwegekirchen.de: St. Martin Tauberbischofsheim. Online auf www.radwegekirchen.de. Abgerufen am 17. Juni 2016.Tourismusverband Liebliches Taubertal (Hrsg.): Radwegekirchen. Broschüre. 12 Seiten. Landratsamt Main-Tauber-Kreis, Tauberbischofsheim, S. 9.
Literatur Josef Heer: Tauberbischofsheim heute. 2. Auflage. Druckerei und Buchbinderei der Justizvollzugsanstalt Heilbronn 1983 (mit zahlreichen Abbildungen der St-.-Martins-Kirche von außen und innen).
Einzelnachweise
Weblinks
Website der katholischen Kirchengemeinden Tauberbischofsheim Die Pfarrgemeinde St. Martin auf der Website der Seelsorgeeinheit Tauberbischofsheim
Martin Kategorie:Pfarrkirche des Erzbistums Freiburg Kategorie:Erbaut in den 1910er Jahren Kategorie:Neugotisches Bauwerk in Baden-Württemberg Kategorie:Neugotisches Kirchengebäude Kategorie:Geläut Kategorie:Martin-von-Tours-Kirche (Patrozinium) Kategorie:Kulturdenkmal in Tauberbischofsheim Kategorie:Kirchengebäude in Europa Kategorie:Bauwerk des Historismus im Main-Tauber-Kreis Tauberbischofsheim , Martin Kategorie:Bauwerk von Ludwig Maier