mini|hochkant=1.4|Gunter Demnig in Chrudim, 2017 Die Liste der Stolpersteine im Pardubický kraj enthält die Stolpersteine in der tschechischen Region Pardubický kraj (Pardubitzer Region), die an das Schicksal der Menschen dieser Region erinnern, welche von den Nationalsozialisten ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Die Stolpersteine werden in der Regel von Gunter Demnig verlegt.

Das tschechische Stolpersteinprojekt Stolpersteine.cz wurde 2008 durch die Česká unie židovské mládeže (Tschechische Union jüdischer Jugend) ins Leben gerufen und hat sich 2015 aufgelöst. Die Stolpersteine liegen vor dem letzten selbstgewählten Wohnort des Opfers.Zdeňka Kuchyňová: Praha má na chodnících své první pamětní kameny holocaustu, Bericht des tschechischen Rundfunksenders Radio Praha vom 19. Oktober 2008, online auf: www.radio.cz/...Bericht der Vereinigung Stolpersteine.cz, online auf: Die Stolpersteine werden auf Tschechisch stolpersteine genannt, alternativ auch kameny zmizelých (Steine der Verschwundenen).

Verlegte Stolpersteine Chrudim Stolperstein Übersetzung Verlegeort Name, Leben 120px HIER LEBTEJIŘÍ ADLERGEB. 1938DEPORTIERT 1942NACH AUSCHWITZERMORDET 15.12.1943 Široká ul. čp. 87Chrudim , geboren am 9. Juni 1938, Sohn von Otto Adler und Pavla Adlerová, am 5. Dezember 1942 mit Transport Cf aus Pardubice in das KZ Theresienstadt deportiert, am 15. Dezember 1943 mit dem Transport Dr dann weiter ins KZ Auschwitz. Dort ermordet. 120px HIER LEBTEOTTO ADLERGEB. 1891DEPORTIERT 1942NACH BUCHENWALDERMORDET 1944 Široká ul. čp. 87Chrudim In der Datenbank des Portals holocaust.cz befindet sich ein „Ota“ Adler (mit dem tschechisierten Vornamen), dessen sonstige Daten (Geburtstag am 21. Oktober 1891, Transporte Cf nach Theresiensrtadt sowie Dr nach Auschwitz) an sich gut in das Bild passen; auf der Abbildung des Stolpersteins für Otto Adler (hier zu sehen) auf chrudim.eu/vismo/ (Kameny zmizelých v Chrudimi položeny ...) ist jedoch eindeutig eine Notiz über eine Deportation nach Buchenwald zu sehen. 120px HIER LEBTEBLANKA ADLEROVÁGEB. 1933DEPORTIERT 1942NACH AUSCHWITZERMORDET 15.12.1943 Široká ul. čp. 87Chrudim , geboren am 2. März 1933, Tochter von Otto Adler und Pavla Adlerová, am 5. Dezember 1942 mit Transport Cf aus Pardubice in das KZ Theresienstadt deportiert, am 15. Dezember 1943 mit dem Transport Dr dann weiter in das KZ Auschwitz. Dort ermordet. 120px HIER LEBTEPAVLA ADLEROVÁGEB. 1906DEPORTIERT 1942NACH AUSCHWITZERMORDET 15.12.1943 Široká ul. čp. 87Chrudim , geboren am 14. Januar 1906, Ehefrau von Otto Adler, am 5. Dezember 1942 mit Transport Cf aus Pardubice in das KZ Theresienstadt deportiert, am 15. Dezember 1943 mit dem Transport Dr dann weiter in das KZ Auschwitz. Dort ermordet. 120px HIER LEBTEDR. MED. ARTURPACHNERGEB. 1874DEPORTIERT 1942NACH AUSCHWITZERMORDET 29.1.1944 Resselovo náměstí 134Chrudim , geboren am 24. März 1874 in Německý Brod, heute Havlíčkův Brod, Ehemann von Gabriela Pachnerová, war ein tschechoslowakischer Zahnarzt und Publizist jüdischer Herkunft, der Opfer des Holocaust wurde. Sein Vater, Josef Pachner, war in der jüdischen Gemeinde in Německý Brod aktiv und Mitbegründer des jüdischen Friedhofs. Artur Pachner studierte Medizin an der Karls-Universität in Prag, zog 1899 nach Chrudim um und eröffnete eine Praxis. Er veröffentlichte zahlreiche Fachaufsätze aus dem Bereich Stomatologie, Metallurgie u. a. Nach der Besetzung des Landes durch die Wehrmacht wurde Artur Pachner mit seiner Frau Gabriela Pachnerová verhaftet. Am 5. Dezember 1942 wurden sie mit dem Transport Cf aus Pardubice in das KZ Theresienstadt deportiert, wo Pachner zeitweise in der Kleinen Festung gehalten wurde, am 18. Dezember 1942 wurden sie mit dem Transport Ds in das sogenannte Theresienstädter Familienlager des KZ Auschwitz-Birkenau gebracht. Offenbar im Januar 1944 wurde er dort ermordet. 120px HIER LEBTEGABRIELAPACHNEROVÁGEB. 1881DEPORTIERT 1942NACH AUSCHWITZERMORDET 18.12.1943 Resselovo náměstí 134Chrudim geb. Schillerová wurde am 13. März 1881 in Polná geboren. Sie heiratete Artur Pachner. Am 5. Dezember 1942 wurde sie mit dem Transport Cf aus Pardubice in das KZ Theresienstadt deportiert, am 18. Dezember 1942 dann mit dem Transport Ds in das sogenannte Theresienstädter Familienlager des KZ Auschwitz-Birkenau deportiert, wo sie in der Gaskammer 1944 ermordet wurde.".. .12.1943: nicht gut lesbares Datum auf dem Stolperstein; andere Quellen geben als Todesdatum jedoch mit März 1944 an (übereinstimmend "in der Nacht vom 8. auf den 9. März"), s. PACHNER FAMILY..., oder Spisovatelka nacistům unikla..., Bericht des Nachrichtenportals iDNES.cz Pardubice vom 7. September 2017, online auf: pardubice.idnes.cz/ 120px HIER LEBTEOLGA ŘÍHOVÁGEB. 1904DEPORTIERT 1943NACH AUSCHWITZERMORDET 12.9.1943 Široká ul. čp. 87Chrudim , geboren am 15. April 1904, war mit einem Schuldirektor in einer Mischehe verheiratet; sie wurde zwar geschieden, ihr Ehemann ließ den gemeinsamen Sohn in ihrer Pflege, was sie vor der ersten Deportationswelle vermutlich schützte. Sie wurde erst 1943 denunziert und durch die Gestapo verhaftet und in das KZ Auschwitz deportiert, wo sie am 12. September 1943 ermordet wurde. 120px HIER LEBTEDR. JUR. RICHARDSCHMIDLGEB. 1882DEPORTIERT 1942NACH THERESIENSTADTERMORDET 2.2.1943 Široká ul. čp. 87Chrudim , geboren am 27. März 1882, wurde am 5. Dezember 1942 mit Transport Cf aus Pardubice in das KZ Theresienstadt deportiert. Dort am 2. Februar 1943 ermordet. 120px HIER LEBTEEMIL SEIDLITZGEB. 1877DEPORTIERT 1942NACH THERESIENSTADTERMORDET 22.1.1943 Pod Myší Dírou/Soukenická ul.Chrudim , geboren am 2. Mai 1877, wurde am 5. Dezember 1942 mit Transport Cf aus Pardubice in das KZ Theresienstadt deportiert. Dort am 22. Januar 1943 ermordet. 120px HIER LEBTEFRANTIŠKASEIDLITZOVÁGEB. 1877DEPORTIERT 1942NACH THERESIENSTADTERMORDET 12.2.1943 Pod Myší Dírou/Soukenická ul.Chrudim , geboren am 15. März 1877, wurde am 5. Dezember 1942 mit Transport Cf aus Pardubice in das KZ Theresienstadt deportiert. Dort am 12. Februar 1943 ermordet. 120px HIER LEBTEIRMA VTÍPILOVÁGEB. 1898DEPORTIERT 1942NACH AUSCHWITZERMORDET 23.1.1943 Pod Myší Dírou/Soukenická ul.Chrudim , geboren am 5. April 1898, wurde am 5. Dezember 1942 mit Transport Cf aus Pardubice in das KZ Theresienstadt deportiert, am 23. Januar 1943 mit dem Transport Cr dann weiter in das KZ Auschwitz. Dort ermordet.

Luže In Luže wurden fünf Stolpersteine verlegt.

Bild Inschrift Verlegeort Name, Leben 120px HIER WOHNTEOTA ČERVINKAJG. 1916DEPORTIERT 1942NACH THERESIENSTADTERMORDET 1943IN AUSCHWITZ náměstí Plk. Josefa Koukala 49Luže (1916–1943) 120px HIER WOHNTEOLGA ČERVINKOVÁJG. 1888DEPORTIERT 1942NACH THERESIENSTADTERMORDET 1943IN AUSCHWITZ náměstí Plk. Josefa Koukala 49Luže (1888–1943) 120px HIER WOHNTEROBERT VIELGUTJG. 1899DEPORTIERT 1942NACH THERESIENSTADTERMORDET 1943IN AUSCHWITZ Husova 75Luže (1899–1943) 120px HIER WOHNTEGABY VIELGUTOVÁJG. 1930DEPORTIERT 1942NACH THERESIENSTADTERMORDET 1943IN AUSCHWITZ Husova 75Luže (1930–1943) 120px HIER WOHNTEMARTA VIELGUTOVÁJG. 1904DEPORTIERT 1942NACH THERESIENSTADTERMORDET 1943IN AUSCHWITZ Husova 75Luže (1904–1943)

Svitavy Bild Name Verlegeort Leben 120px HIER WOHNTEARNOŠT FREUNDJG. 1911DEPORTIERT 1941NACH THERESIENSTADTERMORDET 1942IM LAGER IZBICA náměstí Míru č. 97Svitavy wurde am 23. September 1911 geboren und war mit Irma Freundová verheiratet. Das Paar hatte einen Sohn – Jiří, geboren am 11. Dezember 1937. Die Familie lebte in Brno. Am 2. Dezember 1941 wurde er zusammen mit seiner Frau und seinem Sohn mit dem Transport G (seine Nummer auf dem Transport lautete 64) von Brno nach Theresienstadt deportiert. Von dort wurde er am 25. Mai 1942 mit seiner Familie mit dem Transport Az (seine Nummer auf dem Transport lautete 585) ins Ghetto Izbica überstellt. Mit diesem Transport wurden 997 Menschen deportiert, nur ein Mensch dieses Transportes hat überlebt. Arnošt Freund und seine Familie wurden ermordet. 120px HIER WOHNTEEMIL FREUNDJG. 1878DEPORTIERT 1942NACH THERESIENSTADTERMORDET 1942IN AUSCHWITZ náměstí Míru č. 97Svitavy wurde am 1. September 1878 in Ubušín geboren und war Vater von Arnošt Freund und Louise Hermanová. Entweder 1918 oder 1919 starb seine Frau an der Spanischen Grippe. Am 19. März 1942 wurde er mit dem Transport Ac von Brno ins Ghetto Theresienstadt deportiert (seine Nummer auf dem Transport lautete 121), am 27. April 1942 erfolgte seine Überstellung ins Ghetto Izbica mit Transport Aq (Nr. 944). Laut eines Interviews mit seiner Tochter Louise, wurde er hingegen nach Auschwitz transportiert – mit dem Zug, mit dem sie in Theresienstadt ankam. Er hatte zu diesem Zeitpunkt eine Lungenentzündung und hohes Fieber. 120px HIER WOHNTELOUISE HERMANOVÁGEB. FREUNDOVÁJG. 1916DEPORTIERT 1942NACH THERESIENSTADTAUSCHWITZUND BERGEN-BELSENÜBERLEBTE náměstí Míru č. 97Svitavy wurde am 8. Mai 1916 in Svitavy geboren. Ihr Vater war Emil Freund. 1934 begann sie eine Ausbildung zur Montessori-Pädagogin in Prag. Sie arbeitete in verschiedenen jüdischen Familien als Erzieherin. Im Februar 1942 wurde sie ins Ghetto Theresienstadt deportiert. Mitte Dezember 1943 wurde sie nach Auschwitz deportiert, wo sie am 24. Dezember 1943 ankam. Sie arbeitete in der Munitions- und Waffenherstellung. Anfang 1945 wurde das Lager evakuiert, die Häftlinge mussten auf einem Todesmarsch Richtung Westen ziehen. Am 14. Juli 1945 wurde sie entlassen und reiste nach Prag. Am 2. Februar 2013 starb sie in České Budějovice.deník.cz: Svitavská rodačka Louise Hermanová přežila nacistické běsnění při vyvražďování Židů, abgerufen am 23. Februar 2016 120px HIER WOHNTEDR. MED. ALBERTMELLERJG. 1890DEPORTIERT 1943NACH THERESIENSTADTERMORDET 1943IN AUSCHWITZ náměstí Míru č. 13Svitavy wurde am 9. Januar 1890 geboren und war Arzt. Er lebte zuletzt in Prag, in der Walderaushova 6. Am 13. Juli 1943 wurde er mit dem Transport Di von Prag nach Theresienstadt deportiert (seine Nummer auf dem Transport lautete 215). Von dort wurde er am 6. September 1943 mit dem Transport Dl nach Auschwitz überstellt (seine Nummer auf dem Transport lautete 1377). Hier wurde er ermordet. 120px HIER WOHNTEDR. MED. OLGAMELLEROVÁJG. 1897DEPORTIERT 1943NACH THERESIENSTADTERMORDET 1943IN AUSCHWITZ náměstí Míru č. 13Svitavy wurde am 13. Mai 1897 geboren und lebte zuletzt in Prag in der Slezská 120. Am 13. Juli 1943 wurde sie mit dem Transport Di von Prag nach Theresienstadt deportiert (ihre Nummer auf dem Transport lautete 214). Von dort wurde sie am 6. September 1943 mit dem Transport Dl nach Auschwitz überstellt (ihre Nummer auf dem Transport lautete 1378). Hier wurde sie ermordet.

Verlegedaten

Die Stolpersteine in Chrudim wurden am 19. September 2017 von Gunter Demnig verlegt. Die Stolpersteine in Svitavy wurden am 15. September 2014 von Gunter Demnig verlegt.

Anmerkungen

Weblinks

Einzelnachweise Bericht der Vereinigung Stolpersteine.cz, online auf:

Stolpersteine CZ ve stavu hibernace. Záslužný projekt chce oživit Federace židovských obcí, in: Židovské listy, Zeitschrift der Federace židovských obcí (Föderation jüdischer Gemeinden), online (archiviert) auf: zidovskelisty.blog.cz/

Kurzangaben aus der Opferdatenbank des Portals holocaust.cz, online auf: holocaust.cz/...; Direktlinks zu den Angaben über einzelne Personen: ...artur-pachner, ...gabriela-pachnerova, ...jiri-adler, ...blanka-adlerova, ...ota-adler, ...pavla-adlerova, ...richard-schmidl, ...emil-seidlitz, ...frantiska-seidlitzova, irma-vtipilova

PACHNER FAMILY. Havlíčkobrodští Neighbors Who Disappeared, Biographien der Familie Pachner aus Chrudim, eine Forschungsarbeit, unterstützt und veröffentlicht durch das Jüdische Museums in Prag, online auf:

Alžběta Langová: První kameny zmizelých – stolpersteine – budou položeny v Chrudimi, in Chrudimský zpravodaj 9/2017 (September 2017), S. 14, online auf: chrudim.eu/assets/...

Pomozte zaplnit bílá místa v osudech deportovaných Židů, in chrudimský deník.cz vom 23.10.2012, online auf: chrudimsky.denik.cz/...