Sommerkahl ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Aschaffenburg. Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Schöllkrippen.
Geografie mini|links|Gemeindegebiet von Sommerkahl mini|Gemeindeteile und Gemarkungen von Sommerkahl Lage Sommerkahl liegt in der Region Bayerischer Untermain im Kahlgrund an der gleichnamigen Sommerkahl (Speckkahl). Der topographisch höchste Punkt der Gemeinde befindet sich östlich von Sommerkahl am Finkenborn mit , der niedrigste liegt an der Kahl in der Nähe von Blankenbach auf . Durch die Gemeinde verlaufen die Kreisstraßen AB 19 und AB 21 sowie der Degen-Weg.
Gemeindegliederung Es liegen auf dem Gemeindegebiet zwei Gemarkungen:
Gemarkung Fläche (ha) Sommerkahl 544 Schöllkrippener Forst, Gemarkungsteil 1 2 Gemeinde Sommerkahl 546
Die Gemarkungsfläche von Sommerkahl beträgt 5,431 km². Sie ist in 1995 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 2722,13 m² haben. In ihr liegen die beiden Gemeindeteile:
Gemeindeteil Siedlungstyp Einwohner Gemeinde Sommerkahl | Zahlen & Fakten | Einwohner Höhe (m u. NHN) Sommerkahl Pfarrdorf 891 220 Vormwald Dorf 245 300 Gemeinde Sommerkahl 1136
Die früheren Gemeindeteile Obersommerkahl und Untersommerkahl sind heute baulich verwachsen und bilden den Gemeindeteil Sommerkahl.
Im gemeindefreien Gebiet Schöllkrippener Forst gibt es die beiden unbewohnten Exklaven Dällersgrund und Ruhwiesen auf der Gemarkung Schöllkrippener Forst im Bereich der Speckkahlquelle.Exklaven im Schöllkrippener Forst auf BayernAtlas
Nachbargemeinden
Name Etymologie Der Name Sommerkahl leitet sich von dem gleichnamigen Bach Sommerkahl ab, welcher der Kahl bei Langenborn zufließt. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der Ort Sommerkahl offiziell „Sonderkahl (vulgo Sommerkahl)“ geschrieben, der Bach hieß offiziell Sonderkahlbach und das Tal, in dem beide liegen, Sonderkahl-Grund.
Frühere Schreibweisen Frühere Schreibweisen des Ortes aus diversen historischen Karten und Urkunden: 1250 Sunderkalden 1282 Sunderkalde 1380 Somerkalten 1514 Sunderkalde 1532 Somerkale 1625 Sommerkahl 1845 Sonderkahl (vulgo Sommerkahl)
Geschichte Der älteste Gemeindeteil ist Untersommerkahl. Diese Bauernsiedlung wird im 13. Jahrhundert erwähnt und durch die Bergbausiedlung Obersommerkahl im späten Mittelalter ergänzt. Gleichzeitig entstand am Berghang im 16. und 17. Jahrhundert der Ortsteil Vor dem Walde (Vormwald).
Von 1542 bis 1922 wurde in der Gemarkung Kupfer abgebaut. Heutzutage gibt das Besucherbergwerk Grube Wilhelmine einen ausführlichen Einblick in den historischen Bergbau.
Sommerkahl gehörte vier Staatengebilden an: von 982 bis 1803 dem Kurfürstentum Mainz, von 1803 bis 1810 dem Fürstentum Aschaffenburg, von 1810 bis 1814 dem Großherzogtum Frankfurt, von 1814 bis heute dem Königreich bzw. Freistaat Bayern.
Die Gemeinde Sommerkahl gehörte zum Bezirksamt Alzenau, das am 1. Juli 1862 gebildet wurde. Dieses wurde am 1. Januar 1939 zum Landkreis Alzenau in Unterfranken. Mit dessen Auflösung kam Sommerkahl am 1. Juli 1972 in den neu gebildeten Landkreis Aschaffenburg.
Einwohnerentwicklung Im Zeitraum 1988 bis 2018 stieg die Einwohnerzahl von 1054 auf 1241 um 187 Einwohner bzw. um 17,7 %. Quelle: BayLfStat
Religionen Katholische Pfarrei Mater Dolorosa in Sommerkahl Evangelische Kirche St. Markus in Schöllkrippen
Politik Gemeinderat Nach der letzten Kommunalwahl 2020 hat der Gemeinderat zwölf Mitglieder. Die Wahlbeteiligung lag bei 63,2 %. Die Wahl brachte folgendes Ergebnis: CSU 6 Sitze 47,0 % SPD 3 Sitze 23,7 % Freie Wählergemeinschaft 3 Sitze 29,4 %
Bürgermeister Weiteres Mitglied und Vorsitzender des Gemeinderates ist der Erste Bürgermeister. Dies ist seit 7. Juni 2011 Albin Schäfer; er wurde am 15. März 2020 mit 87,2 % der Stimmen für weitere sechs Jahre im Amt bestätigt.
Wappen
mini|Pfarrkirche mini|Schule
Gemeindepartnerschaft Sommerkahl unterhält seit 1992 eine Partnerschaft mit der ehemaligen Gemeinde Geußnitz (heute Ortsteil der Stadt Zeitz) in Sachsen-Anhalt.
Kultur und Sehenswürdigkeiten Baudenkmäler
Bodendenkmäler
Bauwerke Die Schule in Sommerkahl war am 1. August 1936 bezugsfertig. Das Abbruchgut der Grube Wilhelmine lieferte einen Teil des Baumaterials, vor allem Steine, Eisenträger und Holz. Am 25. Oktober 1959 wurde der Erweiterungsbau seiner Bestimmung übergeben.
Daneben gibt es in Sommerkahl noch die katholische Pfarrkirche Mater Dolorosa. Beim Bau der Kirche wurde am 10. Mai 1959 der Grundstein gelegt. Am 4. Advent 1960 wurde der erste Gottesdienst abgehalten.
Außerdem gibt es das ehemalige Kupferbergwerk Grube Wilhelmine. Von 1542 bis 1922 wurde dort Kupfer zunächst über- und ab 1871 auch untertage abgebaut. Führungen werden durch die Stollen des Bergwerkes und des angegliederten Museums angeboten. Im und am Bergwerk findet jedes Jahr, am letzten Wochenende vor dem 1. Advent, der Barbaramarkt statt (die Heilige Barbara ist die Patronin der Bergleute).
Mühlen Die erste schriftliche Erwähnung einer Mühle (Untermühle) in Sommerkahl war 1633. Im Jahre 1837 hatte Sommerkahl fünf Mühlen. Angefangen am Oberlauf der Sommerkahl, mit der Obermühle am Bergwerk. Dann folgt die Glasersmühle, später Gertsmühle genannt. Darauf die Geßnersmühle. Die Pfaffsmühle und die Untermühle, auch Antonsmühle genannt, folgen im ehemaligen Gemeindeteil Untersommerkahl. Die Mühlen waren Kunden- und Handelsmühlen, die Getreide, speziell Roggen und Weizen, zu Schwarz- und Weißbrot mahlten. 1955 war die Obermühle bereits stillgelegt. Danach folgten in den nächsten 15 Jahren die Stilllegung der anderen Mühlen.
Infrastruktur Verkehr Straßenanbindungen Diese Autobahnen liegen mit Anschlüssen in der Nähe: Autobahn A 3 (über Anschluss Hösbach, 13 km), nach Frankfurt-Süd (ca. 44 km entfernt) und Würzburg (ca. 72 km entfernt). A 45 (über Anschluss Alzenau-Nord, 20 km), nach Gießen (ca. 75 km entfernt) und Frankfurt-Ost (ca. 28 km entfernt) A 66 (über Anschluss Gelnhausen/West, 18 km), nach Fulda (ca. 61 km entfernt) und Hanau/Frankfurt-Ost (A66, ca. 28 bzw. 40 km entfernt)
Busverbindung Nach Aschaffenburg (ca. 18 km) bzw. Schöllkrippen (ca. 3 km), über Westerngrund (ca. 8 km) nach Gelnhausen (ca. 16 km).
Bahnverbindungen Ab Blankenbach oder Schöllkrippen (ca. 3 km) über Kahl (Main) nach Hanau (ca. 30 km) mit der Kahlgrundbahn. Ab Aschaffenburg (ca. 18 km, ICE-Bahnhof) nach Frankfurt bzw. Würzburg/München mit der DB. Ab Gelnhausen (ca. 16 km) nach Frankfurt bzw. Fulda mit der DB.
Flughafen Der nächstgelegene Flughafen ist der Flughafen Frankfurt Main (ca. 65 km).
Bildung Es gibt folgende Einrichtungen: Kindergarten: Für Kinder von 1–6 Jahren, Grundschule: 88 Schüler aus den Gemeinden Sommerkahl und Blankenbach (Stand: Schuljahr 2018/19).
Besonderes Vorkommnis 1944 stürzte ein Nachtjäger, eine Junkers Ju 88 in den Wald bei Sommerkahl. 2014 wurde ein Mahnmal dafür in der Nähe der Absturzstelle aufgestellt.http://www.google.de/search?q=flugzeugabsturz+sommerkahl&oq=flugzeugabsturz&aqs=chrome.1.69i57j69i59j0l4.8095j0j7&sourceid=chrome&ie=UTF-
Persönlichkeiten Leni Rüth, eine Einwohnerin des Ortes, beherbergte im Winter 1944 auf 1945 die Jüdin Elfriede Otto geb. Fleischmann und ihren Sohn Joachim-Peter aus Apolda, die angesichts ihrer drohenden Deportation untertauchten, und rettete ihnen damit das Leben.Peter Franz/Udo Wohlfeld: Die Fleischmanns. Eine jüdische Familie in Apolda. = gefunden 5, Schriftenreihe des Vereins Prager-Haus Apolda e. V., S. 79 ff., Apolda 2009, ISBN 3-935275-11-0 Herbert Stenger (1948–2014), deutscher Bergrennfahrer Heiko Westermann (* 1983), 27-facher deutscher Fußballnationalspieler
Weblinks
Gemeinde Sommerkahl Kupferbergwerk Wilhelmine
Unser Kahlgrund Heimatjahrbuch für den ehemaligen Landkreis Alzenau
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Aschaffenburg Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)
Kategorie:Gemarkung im Landkreis Aschaffenburg