Der Hammerwurf der Männer bei den Olympischen Spielen 1976' in Montreal wurde am 26. und 28. Juli 1976 im Olympiastadion Montreal ausgetragen. Zwanzig Athleten nahmen teil.
Für die Mannschaft der Sowjetunion gab es einen dreifachen Erfolg zu feiern. Jurij Sjedych wurde Olympiasieger. Die Silbermedaille gewann Alexei Spiridonow, Bronze ging an den Olympiasieger von 1972, Anatolij Bondartschuk.
Die Bundesrepublik Deutschland wurde durch Edwin Klein, Karl-Hans Riehm und Walter Schmidt vertreten. Alle drei Athleten erreichten das Finale. Riehm wurde Vierter, Schmidt Fünfter und Klein Achter. Für die DDR gingen Jochen Sachse und Manfred Seidel an den Start, die ebenfalls das Finale erreichten. Sachse wurde Sechster, Seidel Zehnter. Der Österreicher Peter Sternad scheiterte in der Qualifikation. Werfer aus der Schweiz und Liechtenstein nahmen nicht teil.
Rekorde Bestehende Rekorde Weltrekord79,30 m Walter Schmidt ()Frankfurt am Main, BR Deutschland14. August 1975, sport-record.de (englisch)Olympischer Rekord75,50 m Anatolij Bondartschuk ()Finale OS München, BR Deutschland7. September 1972 mini|hochkant=2.1| Rekordverbesserung Der sowjetische Olympiasieger Jurij Sjedych verbesserte den bestehendem olympischen Rekord im Finale am 7. September mit seinem ersten Wurf um 2,02 m auf 77,52 m. Den Weltrekord verfehlte er damit um 1,78 m.
Durchführung des Wettbewerbs Die Athleten traten am 26. Juli zu einer Qualifikationsrunde an, die in zwei Gruppen durchgeführt wurde. Zehn von ihnen – hellblau unterlegt – übertrafen die direkte Finalqualifikationsweite von 69,00 m. Damit war die Mindestanzahl von zwölf Finalteilnehmern nicht erreicht, so wurde das Finalfeld mit zwei Wettbewerbern nach den nächstbesten Weiten – hellgrün unterlegt – auf zwölf Teilnehmer aufgefüllt. Das Finale fand am 28. Juli statt.
Im Finale hatte jeder Athlet zunächst drei Versuche. Den besten acht Werfern standen anschließend weitere drei Würfe zu.
Zeitplan 26. Juli, 10:00 Uhr: Qualifikation 28. Juli, 14:00 Uhr: FinaleOfficial Report, Games of the XXI Olympiad, Montreal 1976: v.3 (englisch/französisch), S. 23 (PDF, 23.245 KB), abgerufen am 13. Oktober 2021
Anmerkung:Alle Zeiten sind in Ortszeit Montreal (UTC−5) angegeben.
Legende Kurze Übersicht zur Bedeutung der Symbolik – so üblicherweise auch in sonstigen Veröffentlichungen verwendet: – verzichtet x ungültig
Qualifikation Datum: 26. Juli 1976, ab 10:00 UhrOfficial Report, Games of the XXI Olympiad, Montreal 1976: v.3 (englisch/französisch), S. 77 (PDF, 23.245 KB), abgerufen am 13. Oktober 2021
Gruppe A Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch Weite 1 Karl-Hans Riehm 74,46 m – – 74,46 m 2 Jurij Sjedych 71,46 m – – 71,46 m 3 Anatolij Bondartschuk 71,08 m – – 71,08 m 4 Manfred Seidel 70,84 m – – 70,84 m 5 Walter Schmidt 70,76 m – – 70,76 m 6 Jochen Sachse x 70,64 m – 70,64 m 7 Alexei Spiridonow 70,64 m – – 70,64 m 8 Peter Farmer 67,50 m 68,94 m 69,92 m 69,92 m 9 Edwin Klein 68,68 m 68,36 m 68,72 m 68,72 m 10 Paul Dickenson 67,52 m x 68,52 m 68,52 m
Gruppe B Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch Weite 1 Chris Black 70,76 m – – 70,76 m 2 Jacques Accambray 70,72 m – – 70,72 m 3 Shigenobu Murofushi 66,22 m 68,84 m 68,24 m 68,84 m 4 Giampaolo Urlando x 66,18 m 68,54 m 68,54 m 5 Larry Hart 67,74 m 65,74 m x 67,74 m 6 Murray Cheater 66,30 m 67,38 m x 67,38 m 7 Edoardo Podberschek 66,56 m 66,28 m x 66,56 m 8 Peter Sternad 65,80 m 66,08 m 66,14 m 66,14 m 9 Murray Keating 65,00 m 65,28 m 65,68 m 65,68 m 10 Kleanthis Ierissiotis 65,50 m x x 65,50 m
Finale Datum: 28. Juli 1976, 14:00 Uhr Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch 4. Versuch 5. Versuch 6. Versuch Endresultat Anmerkung 1 Jurij Sjedych 75,64 m 77,52 m OR x x 75,58 m 76,40 m 77,52 m OR 2 Alexei Spiridonow 75,74 m 73,94 m 75,28 m 75,60 m x 76,08 m 76,08 m 3 Anatolij Bondartschuk 75,48 m x 74,64 m 74,16 m x 75,46 m 75,48 m 4 Karl-Hans Riehm 75,00 m 73,08 m x 75,46 m 75,42 m 74,62 m 75,46 m 5 Walter Schmidt 72,58 m 74,72 m 74,36 m 73,52 m 74,72 m 72,42 m 74,72 m 6 Jochen Sachse 71,90 m 72,84 m 72,80 m 73,14 m 74,30 m 73,70 m 74,30 m 7 Chris Black 70,56 m 72,38 m 73,18 m x 69,54 m x 73,18 m 8 Edwin Klein 68,14 m 70,52 m 70,32 m 70,36 m 69,76 m 71,34 m 71,34 m 9 Jacques Accambray x 67,52 m 70,44 m nicht im Finale derbesten acht Werfer 70,44 m 10 Manfred Seidel 69,66 m x 70,02 m 70,02 m 11 Shigenobu Murofushi x 68,62 m 68,88 m 68,88 m 12 Peter Farmer 67,98 m 67,92 m 68,00 m 68,00 m Als Medaillenkandidaten gingen die sowjetischen Werfer Juri Sjedych und Alexei Spiridonow sowie Karl-Hans Riehm aus der Bundesrepublik Deutschland an den Start. Riehm hatte den Hammerwurf im Jahr zuvor mit einer neuen Abwurftechnik auf ein ganz neues Niveau gebracht. Aber im Olympiajahr hatten Sjedych und Spiridonow diesen Vorsprung wieder ausgeglichen, Zum weiteren Favoritenkreis zählten Anatolij Bondartschuk, Olympiasieger von 1972, und Weltrekordler Walter Schmidt, der allerdings bei Großereignissen nie an seine besten Ergebnisse herangekommen war. Ebenfalls im Finale vertreten war der Japaner Shigenobu Murofushi, dessen Sohn Kōji Murofushi 2004 Olympiasieger im Hammerwurf werden sollte.
Schon in der ersten Runde des Finales platzierten sich die drei sowjetischen Athleten mit starken Weiten an der Spitze. Spiridonow führte mit zehn Zentimetern vor Sjedych, dieser wiederum mit sechzehn Zentimetern vor Bondartschuk. Im zweiten Versuch übernahm dann Sjedych mit der olympischen Rekordweite von 77,52 m die Spitze. An dieser Reihenfolge änderte sich nichts mehr, auch wenn sich Spiridonow im letzten Versuch noch einmal steigern konnte. Riehm und Schmidt folgten auf den Plätzen vier und fünf vor dem DDR-Athleten Jochen Sachse, der 1972 die Silbermedaille gewonnen hatte.Athletics at the 1972 München: Men's hammer throw, archiviert bei wayback (Internet Archive), sports-reference.com (englisch), abgerufen am 13. Oktober 2021
Den sowjetischen Werfern gelang der erste Dreifacherfolg eines Landes nach den USA bei den Olympischen Spielen 1904, als nur US-Werfer am Start gewesen waren.
Literatur Ernst Huberty / Willy B. Wange, Die Olympischen Spiele Montreal Innsbruck 1976, Lingen-Verlag, Köln 1976, S. 228f
Videolinks Synd 29 7 76 Olympic Men's 110m Hurdle FinalL, 3000m Steeplechase, Hammer Throw, Bereich 0:36 min – 1:26 min youtube.com, abgerufen am 18. Dezember 2017 Hammer Throw Final 1976 Olympics.mpg, youtube.com, abgerufen am 18. Dezember 2017 Montreal Olympic Games Highlights - Second Part - Colour, Bereich 4:49 min bis 5:04 min, youtube.com, abgerufen am 13. Oktober 2021
Weblinks Official Report, Games of the XXI Olympiad, Montreal 1976: v.3 (englisch/französisch), S. 77 (PDF, 23.245 KB), abgerufen am 13. Oktober 2021 Montreal 1976, Athletics hammer throw men Results, Seite des IOC (englisch), olympics.com, abgerufen am 13. Oktober 2021 Olympedia, Athletics at the 1976 Summer Olympics, Hammer Throw, Men, olympedia.org (englisch), abgerufen am 13. Oktober 2021 Athletics at the 1972 München: Men's hammer throw, archiviert bei wayback (Internet Archive), sports-reference.com (englisch), abgerufen am 13. Oktober 2021
Einzelnachweise
Kategorie:Leichtathletikwettbewerb bei den Olympischen Sommerspielen 1976