Fritz Reusing (* 25. Dezember 1874 in Mülheim am Rhein; † 24. Dezember 1956 in Haan; vollständiger Name: Richard Friedrich Reusing) war ein deutscher Maler und Hochschullehrer, der zu den letzten klassischen Porträtmalern der Düsseldorfer Malerschule im frühen 20. Jahrhundert zählte.
Leben und Werk Nach dem Besuch des Realgymnasiums in Köln-Mülheim von 1885 bis 1892 studierte Fritz Reusing an der Kunstakademie Düsseldorf bei Arthur Kampf, Heinrich Lauenstein, Peter Janssen und Hugo Crola bis 1900.Abt. Rheinland, NW 1020 (SBE Hauptausschuss Stadtkreis Solingen), Nr. 3405 – Akte Entnazifizierung Fritz Reusing, geb. 25.12.1874 (Maler)(dfg-viewer.de) Er wurde Mitglied im Akademischen Verein „Laetitia“Katalog zur Ausstellung des Akademischen Vereins „Laetitia“, 21. Juni – 30. Juli 1914, einer um die Jahrhundertwende einflussreichen Studentenverbindung an der Düsseldorfer Kunstakademie (Gründung um 1879) und in der Freien Vereinigung Düsseldorfer Künstler. Er gehörte von 1897/1898 bis zu seinem Tod 1956 dem Künstlerverein Malkasten an.
Obwohl noch Meisterschüler von Claus Meyer, gelang Reusing bereits in jungen Jahren der große Durchbruch. Für sein Damenporträt von „Mira“, der Tochter von Karl Rudolf Sohn und späteren Ehefrau seines Studienkollegen Werner Heuser, wurde ihm 1901 auf der Internationalen Kunstausstellung im Münchener Glaspalast eine goldene Medaille verliehen.
Als einer der letzten überregional gesuchten Bildnismaler der Düsseldorfer Schule führten ihn Aufträge unter anderem nach Berlin, München, Paris, in die Niederlande und nach Belgien. Er blieb jedoch Zeit seines Lebens in Düsseldorf ansässig. Um 1909 ließ er sich dort von Wilhelm Kreis ein Wohn- und Atelierhaus an der Venloer Straße bauen, das nicht erhalten ist.Wilhelm Kreis (1873–1955) Werkauswahl 1918 wurde Fritz Reusing zum Ehrenmitglied der Kunstakademie ernannt, an der er als Professor die Klasse für Bildnismalerei leitete.
Er war bekannt für seine lässigen, leistungsstarken Porträts, in denen er stets gelungen die lebensvolle Charakteristik des Themas aufnahm. Sein Malstil zeichnete sich durch eine lockere, breite Pinselführung, effektvolle Kompositionen mit virtuosem Farbspiel aus.
Fritz Reusing porträtierte zahlreiche berühmte Zeitgenossen, darunter Künstlerkollegen, Musiker wie Richard Strauss und Igor Strawinsky, Schauspieler und Schriftsteller wie Joachim Ringelnatz und Hans Carossa, sowie bekannte Wissenschaftler wie Albert Einstein und Max Planck. Auch einflussreiche Unternehmer wie Gustav Krupp von Bohlen und Halbach, August Thyssen, Carl Duisberg oder Friedrich Carl Hermann Heye, erster Präses der Handelskammer HamburgBildnis des Friedrich Carl Hermann Heye (1870–1937) ließen sich von ihm malen. Weiterhin schuf er repräsentative Herrscherporträts, darunter in Auftragsarbeit die Kaiser Wilhelm I., Friedrich III. und Wilhelm II. In der Zeit des Ersten Weltkriegs und des Zweiten Weltkriegs entstanden zahlreiche General- und Offiziersporträts, so 1915 von Generaloberst Alexander von Kluck (in Uniform mit Verwundung im Sessel sitzend), 1916 das Gruppenbild mit Kronprinz Rupprecht von Bayern und seinem Generalstabschef Konrad Krafft von Dellmensingen, 1919 ein Porträt von Erich Ludendorff und um 1942 ein Porträt von Generalfeldmarschall Walter von Reichenau, sowie vom General der Panzertruppe Friedrich Paulus. Zur GeSoLei erstellte er 1925 ein Gemälde des Ausstellungs-Vorstands, auf dem auch der Architekt Wilhelm Kreis abgebildet ist. Den Professorentitel erhielt Reusing nach dem Zweiten Weltkrieg.Verzeichnungseinheit Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland NW 0060 / KM Bildende Kunst NW 0060, Nr. 1719 – Eingaben an den Kultusminister (Korrespondenz Ministerialrat Dr. Busley). Buchstabe R. Laufzeit 1946–1951, enthält u. a. Verleihung des Professoren-Titels an den Porträtmaler Fritz Reusing. Beerdigt wurde Fritz Reusing auf dem städtischen Waldfriedhof von Haan.Der Maler Fritz Reusing ist vertreten (…). In: Waldfriedhof ist eine Erfolgsgeschichte, Rheinische Post vom 31. Oktober 2022
Die Monumentalskulptur Flora des Bildhauers Carl Vilz von 1944, die auf der Kunstausstellung Düsseldorf 1947 ausgestellt war, wurde für Fritz Reusing in Stein gegossen und fand ihren Platz in seinem Park in Haan, an der später nach ihm benannten Straße, dem Fritz-Reusing-Weg. Die Skulptur wurde bei einem Unwetter von einer umstürzenden Buche zerstört.
Der schriftliche Nachlass Reusings wird beim Rheinischen Archiv für Künstlernachlässe in Bonn aufbewahrt.RAK Bestandsliste (rak-bonn.de)
Werke (Auswahl) mini|hochkant|Wilhelm II., 1905 1904: Porträt einer jungen Dame im Boudoir 1905: Porträt Kaiser Wilhelm II. 1905: Porträt Otto Langhorst 1910: Porträt Oskar Schürer (Neffe von Fritz Reusing), RötelzeichnungVelhagen & Klasings Monatshefte, 42. Jahrgang 1927/1928, Heft 7 (März 1928), S. 88. (Abbildung) 1911: Bildnis Arthur von Posadowsky-Wehner 1912: Porträt eines Herrn im Automobil vor weiter Landschaft 1913: Bildnis einer eleganten Dame in grüner Robe 1915: Bildnis Alexander von Kluck 1916: Porträt Bjørn Bjørnson, Schloss Wahn 1916: Bildnis Rupprecht von Bayern mit Konrad Krafft von DellmensingenWinfried Heinemann, Markus Pöhlmann (Hrsg.): Monarchen und ihr Militär. Militärgeschichtliches Forschungsamt, Potsdam 2010, ISBN 978-3-941571-07-5, S. 56. (Abbildung) 1916: Sitzende Dame mit Rosenhut in einem Interieur 1919: Porträt Erich LudendorffKünstler porträtieren Erich Ludendorff 1924: Porträt Carl Bosch (Radierung)Carl Bosch, Radierung von Fritz Reusing, 1924 1926: Hüftbild Arthur Schloßmann (im Stadtmuseum Düsseldorf) 1926: Porträt der Schriftstellerin Elisabeth Schucht (1888–1954) 1927: Porträt einer rauchenden Dame im Salon 1928: Rollenporträt Werner Krauss als Neidhardt von Gneisenau im gleichnamigen Kinofilm von Wolfgang Goetz (im Schloss Wahn) Schloss Wahn, Rollenporträt Werner Krauss 1929: Selbstporträt 1928: Gartenrestaurant am Rhein 1934: Gruppenbild aus dem Düsseldorfer Malkasten (in geselliger Runde an Tischen sitzend Fritz von Wille, die Fabrikanten Franz und Richard Windscheid (Windscheid & Wendel), Dr. Riese, Maler Wilhelm Fritzel, Maler Edmund Schwarzer, Fabrikant Dahl, Maler Karl Wilhelm Dahl, die Architekten Richard Dörschel und Hermann vom Endt, Maler Erich von Perfall, Maler Peter Greeff, die Architekten Hermann Goerke und Heinrich Salzmann, Maler Otto Ackermann, Bildhauer Friedrich Coubillier) 1936: Porträt des Bildhauers Hans Breker in seinem Atelier 1937: Porträt Aenne Pehle (geb. Anna Bornemann), Gattin des Bildhauers Albert Pehle und Schwägerin von Walter Ophey vor 1941: Porträt Sven Hedin 1941: Porträt Emil RahmedeDas Portrait von Emil Rahmede, Artikel vom 1. Januar 2018 im Portal come-on.de, abgerufen am 3. September 2018 1942: Porträt Paula Krieger
Gruppenausstellungen (Auswahl) 1910: Kunstverein Hamburg 1911: Große Berliner Kunstausstellung 1914: Esposizione Internazionale d’Arte della Città di Venezia – Biennale di Venezia, Venedig 1932: Düsseldorf-Münchner Kunst, Kunstpalast DüsseldorfFritz Reuter in Ausstellungskatalog der teilnehmenden Künstler des Vereins zur Veranstaltung von Kunstausstellungen Düsseldorf 1936: Große Deutsche in Bildnissen ihrer Zeit, aus Anlass der XI. Olympischen Spiele 1936 im Kronprinzenpalais in Berlin 1941: Rheinische Kunstausstellung im Grünen Tor in Danzig (mit dem Porträt von Sven Hedin) 1941: Herbstausstellung Düsseldorfer Künstler in der Kunsthalle Düsseldorf (mit Bildnis des Generalfeldmarschalls von Bock) 1955: Künstlergruppe 1949, Sonderausstellung des Kunstvereins für die Rheinlande und Westfalen in der Kunsthalle Düsseldorf
Schriften Bedeutende Männer, schöne Frauen. (mit einem Vorwort von Otto Brües) Bagel Verlag, Düsseldorf 1954.
Literatur
Einzelnachweise
Kategorie:Maler (Düsseldorf) Kategorie:Maler (Düsseldorfer Malerschule) Kategorie:Porträtmaler Kategorie:Hochschullehrer (Kunstakademie Düsseldorf) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1874 Kategorie:Gestorben 1956 Kategorie:Mann