Die Burg Katzenstein, lokal auch Schloss Katzenstein genannt, ist eine Hangburg auf etwa bei Meran in Südtirol. Sie befindet sich an den zum Etschtal abfallenden Hängen des Tschögglbergs in der Örtlichkeit Freiberg etwas unterhalb der Fragsburg.
Geschichte
Die Burganlage wurde bereits 1258 mit einem Conrad von Katzenstein als Stammsitz der Herren von Katzenstein erwähnt und 1285 wurde Conrad als Besitzer des Hofes auf dem Stein erwähnt. 1347 besitzen die Brüder Diepold und Rudolf von Katzenstein gemeinsam die Burg. 1355 ist Diepold Rat des Markgrafen Ludwig von Brandenburg, des Gemahls der Margarethe Maultasch, und 1357 Landrichter von GriesHannes Obermair: Bozen Süd – Bolzano Nord. Schriftlichkeit und urkundliche Überlieferung der Stadt Bozen bis 1500. Band 1. Bozen: Stadtgemeinde Bozen 2005. ISBN 88-901870-0-X, S. 330ff. Nr. 665 u. 677.; 1361 sind Diepold und Rudolf von Katzenstein wichtige Persönlichkeiten an der Seite von Meinhard III. Nachdem 1450 das Geschlecht der Katzenstein im Mannesstamm erloschen war, erschienen zahlreiche Lehnsträger auf der Burg.
Nachdem Michael Katzböck die Burg als Pfand innegehabt hatte, ließ er sie 1580 weitgehend umbauen; die Burg war danach sein freies Eigentum. Im 17. Jahrhundert ging die Burg durch die Heirat der Susanna Maria Katzböck von Katzenstein mit Hans Pögel von Thurnstein an die Pögel über. 1774 kaufte Freiherr Johann Josef von Priami zu Rofferat, Lysna und Wistritz die Burg. Dieser blieb kinderlos und so vererbte die freiherrliche Witwe Elisabeth von Priami (geborene von Waid zum Rößl) die Burg, nach ihrem Tod 1809, ihrem Neffen Joseph Anton Wenter zu Rosenstein. Er verkaufte die Burg 1817 an den Bauern Johann Gögele. Um 1860 wurde das gesamte Anwesen von Oberleutnant Franz Huber erworben, der umfangreiche Renovierungsarbeiten an den Baulichkeiten durchführen ließ. 1938 wurde die Burg von Josef Menz erworben und von seiner Familie bewohnt. 1975 kaufte Anton Innerhofer das Schloss Katzenstein von der Familie Menz; er war bis zu seinem Tod im Jahr 2018 Schlossherr. Anschließend ging die Burg an die Familie Innerhofer-Wegleiter über, in deren Eigentum sie sich seitdem befindet.
Beschreibung Die Burg befindet sich an einer von Natur aus fast völlig ungesicherten Stelle. Neben dem niedrigen viereckigen Bergfried erstrecken sich ein mehrfach umgebauter Palas als Wohnbau, eine Kapelle mit Kreuzgratgewölbe und ein Zwinger. Am Rundbogentor aus Renaissancebuckelquadern befindet sich die Jahreszahl 1553. Im 19. Jahrhundert wurden die Baulichkeiten umfassend erneuert.
Literatur Oswald Trapp: Tiroler Burgenbuch. II. Band: Burggrafenamt. Verlagsanstalt Athesia, Bozen 1980, S. 210–212.
Schloss Katzenstein in Film und Zeitgeschichte Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde das Schloss Katzenstein zeitweise vermietet. Zu den Gästen zählte 1903 auch der amerikanische Millionärserbe Harry Kendall Thaw und Evelyn Nesbit – das amerikanische Model und Broadway Schauspielerin und eine der bekanntesten Frauen der New Yorker Gesellschaft um 1900 – die das Schloss während einer gemeinsamen Europareise bewohnten.
Der spätere Skandal und anschließende Prozess um Thaw, Nesbit und dem New Yorker Architekten Stanford White, wurde in den USA zu einem der größten Medienspektakel der damaligen Zeit. Die Episode deren Aufenthaltes im Schloss Katzenstein wurde später Teil ihrer viel erzählten Lebensgeschichte.
1955 entstand unter der Regie von Richard Fleischer der Spielfilm The Girl in the Red Velvet Swing. Der Film greift die historischen Ereignisse deren Geschichte in dramatisierter Form auf. Der Aufenthalt im Schloss Katzenstein selbst wird im Film jedoch nicht ausdrücklich dargestellt.
Weblinks
Burg Katzenstein auf burgenwelt.org
Einzelnachweise
Katzenstein Kategorie:Bauwerk in Meran Kategorie:Baudenkmal in Meran Katzenstein Katzenstein #Meran