Beutezeit (englischer Originaltitel: ) ist ein Roman des amerikanischen Autors Jack Ketchum. Der Horrorroman erschien erstmals 1980 in den Vereinigten Staaten in einer gegenüber der Originalvorlage stark gekürzten Version unter dem Titel Off Season, 1999 veröffentlichte Ketchum den Roman erneut in einer überarbeiteten und nicht zensierten Version, die 2007 auch in Deutschland in einer Übersetzung von Friedrich Mader veröffentlicht und in den Folgejahren mehrfach neu aufgelegt wurde. Das Buch handelt von einer Familiengruppe von Kannibalen, die an der Ostküste von Maine Jagd auf Menschen macht, und dem Überfall der Gruppe auf sechs junge Leute, die eine Ferienwohnung in der Gegend nahe dem Ort Dead River gemietet haben.

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Allgemeines und formaler Aufbau mini|hochkant|Jack Ketchum, Salon du Livre 2009

Die in Beutezeit dargestellte Geschichte ist durchweg fiktiv. Die deutsche Ausgabe von Beutezeit besteht aus drei Teilen, die jeweils in mehrere Kapitel aufgeteilt werden. Weder die Teile noch die Kapitel tragen Titel, sondern sind nach Zeitpunkten gegliedert. Teil 1 beschreibt die Ereignisse am 12. September 1981, Teil 2 die des 13. September 1981 und Teil 3 die des 14. September 1981. Die gesamte Geschichte findet entsprechend in diesem Zeitraum von drei Tagen statt. Die Kapitel sind mit Uhrzeiten überschrieben. Das gesamte Buch wird aus der Position eines Erzählers wiedergegeben, der sowohl Einblicke in die konkrete Handlung wie auch in die Gedanken und Erinnerungen der Personen hat. Mit wenigen Ausnahmen spielt die gesamte Geschichte in der Umgebung des Ortes Dead River an der Küste von Maine, die in der Geschichte dargestellte Legende ist auf der vorgelagerten Insel Catbird Island angesiedelt.

Die eigentliche Geschichte wird durch zwei Zitate eingeleitet:

Eingeleitet wird das überarbeitete Buch durch eine Widmung: Mein Dank an Doug und die zwei Daves (Hinchberger und Barnett) sowie an Neal für ihre großartige Arbeit an der Wiederbelebung dieses Buches. Ergänzt wird dies durch einen Dank an die Schriftsteller Robert Bloch und Stephen King, die Ketchum als Autor unterstützt haben. Hierauf folgt ein Vorwort von Douglas E. Winter, der die vorliegende Ausgabe, in den Vereinigten Staaten als Off Season Unexpurgated erschienen, mit der ursprünglich erschienenen Version vergleicht und Jack Ketchum als Autor vorstellt. Den Abschluss stellt ein Nachwort von Jack Ketchum dar, der darlegt, wie die ursprüngliche gekürzte und stark zensierte Fassung entstand und aus welchem Grund er die neue, auf der Originalversion basierende, Version schrieb.

Handlung Das Buch handelt von einer Familiengruppe von Kannibalen, die an der Ostküste von Maine Jagd auf Menschen macht. Im Kern der Handlung steht der Überfall der Gruppe auf sechs junge Leute, die eine Ferienwohnung in der Gegend nahe dem Ort Dead River gemietet haben. Die Handlung besteht dabei aus drei Strängen: In einem ersten Strang geht es um den Überfall der Kannibalen auf eine junge Lehrerin, die diesen überlebt, und die darauf folgenden Ermittlungen der Polizei. Der zweite Strang beschreibt die Aktivitäten der jungen Lektorin Carla, die ein Haus in der Nähe des Ortes gemietet hat, und ihren Freunden. Als dritter Strang werden die Aktivitäten der Kannibalengruppe beschrieben, die in einer Höhle am Strand leben und von dort ihre Beutezüge starten. Hinzu kommen alte Legenden von verschwundenen Kindern auf der nahe gelegenen Insel Catbird Island und Berichte über vergangene, nicht geklärte Vorfälle. Alle drei Stränge und die Legenden werden an unterschiedlichen Stellen des Romans miteinander in Berührung gebracht und führen am Ende zusammen.

Legenden über Catbird Island In einem Buch, das Marjorie, die Schwester von Carla, über Dead River und die vorgelagerte Insel Catbird Island liest, wird die Geschichte der Insel beschrieben. 1858 wurden die Küste von Maine und die Insel von einem starken Sturm heimgesucht, der die Insel mit Ausnahme des Leuchtturmes Barnet Light überschwemmte. Die Familie des Leuchtturmwärters Daniel Cook harrte im Turm aus und verblieb dort etwa zehn Tage. Danach wollten Cook und sein Sohn mit dem Boot an die Küste fahren, um neuen Proviant zu holen, kamen jedoch nie an. Seine Frau verblieb mit den beiden Töchtern allein im Turm, bis fast einen Monat später ein anderes Boot anlegte und nur noch die jüngste Tochter Libby lebend vorfand. Die Mutter war einen Tag vorher verstorben, die ältere Schwester Agnes auf der Insel verschollen.

1865, sechs Jahre nach dem Vorfall, verschwand der siebenjährige Sohn des Leuchtturmwärters Lowell S. Dow und wurde ebenfalls nicht wieder aufgefunden; man nahm an, dass er ins Meer gespült wurde. 27 Jahre nach diesem Vorfall wurde Barnet Light vollständig aufgegeben. In der Gegend hielt sich die Legende, dass Agnes Cook auf der Insel überlebt und sich in den Höhlen der Klippen verirrt hatte. Sie soll sechs Jahre später den kleinen Jungen entführt haben, um in ihrer Einsamkeit Trost zu finden. Beide sollen als Geister auf der Insel und beim verlassenen Leuchtturm leben und dienen als Schreckgespenster, mit denen die Mütter der Gegend ihren Kindern drohen.

Polizeiliche Ermittlungen Das Buch beginnt in der Nacht auf den 12. September mit einer Verfolgungsjagd einer Gruppe verwilderter Kinder auf eine Frau, die sich nur durch einen Sprung von den Klippen ins Meer retten kann. Sie wird am Nachmittag des Tages halb erfroren und von Hummern angefressen im Meer gefunden, kurz danach wird auch ihr abgestelltes Fahrzeug entdeckt. Der Sheriff George Peters und sein Deputy Sam Shearing werden mit dem Fall beauftragt und beginnen mit den Ermittlungen, können die Frau jedoch erst am nächsten Abend verhören. Sie erzählt ihnen von den verwilderten Kindern und sie stellen Parallelen zu mehreren verschwundenen Fischern und Jugendlichen und einer Beobachtung eines alten Muschelsammlers und Säufers her, der ihnen bereits ein halbes Jahr vorher von einer Gruppe verwahrloster Menschen am Strand erzählt hatte. Er wird erneut befragt und erzählt ihnen erneut von der Gruppe, dabei benennt er auch den konkreten Strandabschnitt, an dem er sie beobachtet hatte. Peters und Shearing beschließen, die betreffende Gegend abzusuchen und herauszufinden, ob dort tatsächlich eine Gruppe von Menschen lebt, die andere angreift und verschleppt.

Carla und ihre Freunde Die Lektorin Carla aus New York hat sich zur Entspannung und um in Ruhe an einem Buch arbeiten zu können ein Ferienhaus im Umland von Dead River nahe dem Strand gemietet. Sie erreicht das Haus am Morgen des 12. September und beginnt, sich dort einzurichten und die Wohnung aufzuräumen, da sie für den nächsten Abend ihre Schwester Marjorie und deren Freund Dan, ihren Ex-Freund Nick und dessen neue Freundin Laura sowie ihren aktuellen Partner Jim eingeladen hat. Später am frühen Abend, als sie Holz für den Kamin in die Wohnung holt, sieht sie am Rande des Grundstücks in einiger Entfernung einen Mann in rotem Hemd, dem sie zuwinkt und der auch zu ihr blickt und winkt. Danach geht sie zurück in das Haus, um zu duschen und sich für den Schlaf vorzubereiten.

Am folgenden Tag machen sich ihre Gäste von New York aus auf den Weg nach Dead River und lernen sich auf der Fahrt erst richtig kennen. Bei einem Stopp kurz vor ihrem Ziel zeigt Jim Nick einen Revolver, eine .44 Magnum, den er mitgenommen hat, um mit ihm in Maine ein paar Schießübungen zu machen. Sie erreichen das Ferienhaus am frühen Abend und vertreiben sich den Abend mit Essen, Reden und Kartenspielen, bevor sie sich auf ihre Zimmer aufteilen. Während Dan und Marjorie sowie Jim und Carla noch Sex haben, überkommt Nick eine Eifersucht und er blockiert sich gegenüber Laura, sodass beide schlafen gehen.

Das Leben der Kannibalen Auch die Geschichte der Kannibalen beginnt mit der Jagd auf die Frau, die von den Klippen springt. Sie wurde von den Kindern der Gruppe gejagt, die aufgrund des Fehlschlages später von den Erwachsenen bestraft wurden. Nach dem Überfall durchsuchen die Kinder das Auto der Frau und nehmen sich ein paar Dinge mit, die sie gebrauchen könnten. Der Anführer der Gruppe, ein junger Mann, der mit einem roten Hemd bekleidet ist, sieht am späten Nachmittag Carla an der Veranda ihres Ferienhauses und winkt ihr zu, später am Abend beobachtet er sie von außen durch das Fenster, als sie sich für den Schlaf vorbereitet. Am nächsten Abend beobachten zwei Frauen aus der Gruppe die jungen Leute beim Kartenspiel und berichten ihrem Anführer und anderen in der Höhle, dass mittlerweile nicht mehr nur die Frau, sondern insgesamt sechs Menschen im Haus sind.

Der Anführer der Gruppe erinnert sich an das Leben auf der Insel und auch an seine Eltern, die ihm einen Namen gegeben hatten, den er jedoch vergessen hatte; er kann sich allerdings erinnern, dass seine Mutter Agnes hieß und dass sein Vater nachts immer zum Leuchtturm ging. Sie hatten ihm und den anderen Kindern das Angeln und Jagen beigebracht; später machten sie jedoch auch Jagd auf Menschen, um nicht zu hungern, und fanden Gefallen an dem Fleisch. Nachdem einige Männer mit Gewehren die Insel abgesucht hatten, floh die Gruppe an das Festland und suchte einen neuen Unterschlupf. Die Kannibalengruppe lebt seitdem in einer geräumigen Höhle in den Klippen am Strand, die nur über einen schmalen und versteckten Eingang erreichbar ist. Sie haben sich dort eingerichtet und mehrere Vorratsbereiche für Kleidung, Felle, Knochen und sonstige Gegenstände angelegt. In einem Raum bereiten sie ihre Vorräte vor und stellen aus ihrer Jagdbeute Würste und Räucherfleisch her, aus den Resten werden Suppen gekocht. Als die beiden Frauen zurückkommen, ist eine andere, schwangere, Frau dabei, das Fleisch, Mark und Fett einer jungen Frau zu Würsten zu verarbeiten, während in einem unter der Decke hängenden Käfig ein junger Mann liegt und beobachten muss, wie seine Freundin zerteilt wird. Der Anführer und seine Brüder, ein riesiger kahler Hüne und ein drahtiger kleiner Mann, bereiteten sich derweil auf einen Angriff auf das Haus vor, um mehr Beute zu machen. Zu der Gruppe gehören neben den Männern und Frauen sieben Kinder, das älteste Mädchen ist ebenfalls schwanger.

Der Überfall und das Finale Die Geschichte eskaliert in dem Überfall der Kannibalengruppe auf die jungen Leute im Ferienhaus. Der Angriff beginnt, nachdem die Kannibalen das Haus umstellt und die Menschen im Haus eine Zeit lang beobachtet haben. Sie überfallen zuerst Jim und Carla, die sich inmitten eines Sexualaktes befinden; sie reißen Jim von Carla runter und schneiden ihm dabei die Kehle durch, danach ziehen sie die schreiende Carla durch die zertrümmerte Scheibe nach draußen zum Feuer und hängen sie kopfüber an ein Seil an einem Baum. Durch die Schreie geweckt, stürmt zuerst Nick in das Zimmer und wird niedergeschlagen, später folgen Dan und Marjorie und stoßen auf die Leiche von Jim. Carla wird aufgeschlitzt und ausgenommen sowie danach auf einen Spieß geschoben und über einem Feuer gebraten, später holen sich die Kannibalen einzelne Teile von ihr und essen sie. Während des folgenden Kampfes, den die jungen Leute aus dem Haus heraus führen, können sie die Magnum aus dem Auto holen, dabei wird Dan jedoch getötet und zerstückelt sowie teilweise roh gegessen. Nick und Marjorie gelingt es, nachdem sie einige der Angreifer wie etwa die jüngere Frau und zwei Kinder töten und dem riesenhaften Bruder des Anführers die Hand abschießen, sich auf den Dachboden zu retten. Laura bleibt paralysiert im Haus und wird von den Kannibalen mitgeschleppt. Als sich die Angreifer zum Dachboden durcharbeiten, versuchen die beiden durch ein enges Fenster zu fliehen, Marjorie wird jedoch nach ihrem Sprung eingekesselt und nur Nick kann sich ungesehen auf das Dach retten. Dort bleibt er, bis die Horde mit den beiden Frauen abzieht, und verfolgt sie nach einiger Zeit, um die Frauen zu retten. Es gelingt ihm am Strand, den nach ihm suchenden Anführer zu sehen und ihm zu folgen.