miniatur|Mohammed Boudia Mohammed Boudia (* 24. Februar 1932 in Bab Jedid; † 28. Juni 1973 in Paris) war ein algerischer Dramaturg, Unabhängigkeitskämpfer, Terrorist und Mitglied der Volksfront zur Befreiung Palästinas.
Leben Mohammed Boudia engagierte sich als Mitglied der Nationalen Befreiungsfront (FLN) im Algerienkrieg.
Der israelische Buchautor Ronen Bergman bezeichnete ihn als „bunte Mischung aus algerischem Revolutionär, bisexuellem Bohemien und Playboy, Abenteurer und Erzterrorist“, der sowohl für die Volksfront zur Befreiung Palästinas als auch für die Terrororganisation Schwarzer September tätig war.Ronen Bergman: Der Schattenkrieg, München 2018 (4. Auflage), S. 220 ff.
Für letztere war er von Ali Hassan Salameh persönlich angeworben worden.Ronen Bergman: Der Schattenkrieg, München 2018 (4. Auflage), S. 266. Sein Theater in Paris diente ihm als Tarnung für seine terroristischen Anschlagspläne. Er wurde im Zusammenhang mit seiner Verwicklung in das Münchner Olympia-Attentat von der Sondereinheit Caesarea des israelischen Geheimdienstes Mossad durch eine in seinem Auto platzierte Anti-Personen-Mine getötet.
Aus Rache für seinen Tod wurde der israelische Militärattaché in Washington Josef (Joe) Alon zwei Tage später ermordet. Sein Tod ist bisher nicht endgültig aufgeklärt. Vermutlich war Ilich Ramírez Sánchez („Carlos, der Schakal“) an dem Mord beteiligt.Ronen Bergman: Der Schattenkrieg, München 2018 (4. Auflage), S. 774.
Werke (Auswahl) Naissances, Theaterstück L’olivier, Theaterstück, 1962 Die Orakel, Erzählung, 1964, aus dem Französischen übersetzt von Renate Vogt
Literatur Bernd Schirmer (Hrsg.), Kurzbiografie Boudia, Mohammed in Erkundungen – 22 algerische Erzähler, Verlag Volk und Welt Berlin 1973, S. 327 f.
Einzelnachweise
Kategorie:Mitglied einer Untergrundorganisation Kategorie:Münchner Olympia-Attentat Kategorie:Autor Kategorie:Algerier Kategorie:Geboren 1932 Kategorie:Gestorben 1973 Kategorie:Mann