mini|hochkant|Porträt Hermann Wilhelm Soltau von Günther Gensler, Studie zu dem Gruppenporträt von 1840, entstanden in dem Zeitraum von 1838 bis 1840, Museum für Hamburgische Geschichte mini|Die Mitglieder des Hamburger Künstlervereins, mit Hermann Wilhelm Soltau, von Günther Gensler, 1840, Hamburger Kunsthalle mini|hochkant|Porträt (posthum) Carsten Wilhelm Soltau (in der Hauptkirche St. Michaelis), 1838, Hamburger Kunsthalle mini|hochkant|Der Kartäusermönch, 1839 mini|Eine kleine Ablenkung, vor 1840 mini|Küstenlandschaft, vor 1841, Hamburger Kunsthalle mini|hochkant|Hamburger Danksagungstafel (Außenansicht) für Hilfe nach dem Hamburger Brand an Nikolaus I., 1843, Eremitage, Sankt Petersburg mini|hochkant|Nähe des Geliebten, Illustration zum gleichnamigen Gedicht von Johann Wolfgang von Goethe, 1845 mini|hochkant|Eines der zwölf Blätter aus dem Lindley-Album von 1852 (Nachdruck von 1900). Blatt mit abgebildeten Wasserturm Hamburg-Rothenburgsort mini|hochkant|Medaille anlässlich des 25-jährigen Stiftungsfestes des Hamburger Künstlervereins 1857, Vorderseite mini|hochkant|Medaille anlässlich des 25-jährigen Stiftungsfestes des Hamburger Künstlervereins 1857, Rückseite mini|hochkant|„Hermann Wilhelm Soltau“, Sammelgrabmal Maler, Friedhof Ohlsdorf
Hermann Wilhelm Soltau (* 9. Juli 1812 in Hamburg; † 14. Mai 1861 ebenda) war ein deutscher Maler, Illustrator und Grafiker der Hamburger Schule.
Leben Hermann Wilhelm Soltau wurde als Sohn des Kaufmanns Carsten Wilhelm Soltau und dessen Frau Johanna Henriette Catharina, geborene Sprockhoff in Hamburg geboren. Dietrich Wilhelm Soltau war der Halbbruder seines Vaters.
Seine erste künstlerische Ausbildung erhielt Hermann Wilhelm Soltau von Gerdt Hardorff in Hamburg. 1831 studiert er in Rom. Am 6. November 1832Matrikel der Akademie der Bildenden Künste München schrieb er sich an der Akademie der Bildenden Künste in München ein, wo er fortan studierte und sich der Genremalerei widmete. In seiner Münchner Zeit unternahm er Studienreisen nach Tirol, der Lombardei und Venedig. 1838 kehrte er von München nach Hamburg zurück. Dort stand er Günther Gensler Modell für dessen Gruppenporträt Die Mitglieder des Hamburger Künstlervereins, dessen Mitglied er seit 1837 war. Am 8. Januar 1838 trat er zudem dem Kunstverein in Hamburg bei. der Protokollbücher von 1822–1842 (PDF-S. 53). PDF-Datei von kunstverein.de 1840 reiste Soltau über Antwerpen nach Paris. In Paris wohnte er 1841 am Quai Saint-Michel 13 im Quartier de la Sorbonne des 5. Arrondissements. Wie schon in München nahm er auch in Paris an Ausstellungen teil. 1844 wurde ihm im Salon de Paris eine Goldmedaille verliehen.
1848, im unruhigen Jahr der Februarrevolution in Frankreich, der Märzrevolution in Deutschland und der Märzrevolution in Dänemark kehrte er in den Norden zurück und schloss sich den Freikorps unter dem bayrischen Major Ludwig von der Tann an, die aus Freiwilligen aus Hamburg, Kiel und Magdeburg bestanden und in der Schleswig-Holsteinischen Erhebung gegen Dänemark kämpften. Zu den Freikorps gehörten auch die Maler Emil Bauch und Julius Bakof (1819–1857), die wie Soltau dem Hamburger Künstlerverein angehörten, sowie der Architekt und spätere Vorsitzende des Kieler Künstlervereins Gustav Ludolf Martens (1818–1882) und der Magdeburger Maler und Lithograf Friedrich Wilhelm Ferdinand Theodor Albert (* 1822). Da den preußischen Offizieren der regulären Schleswig-Holsteinischen Armee die Freikorps ein Dorn im Auge waren, wurden diese im Juli wieder aufgelöst. Im Wandsbeker Gehölz gab Ludwig von der Tann seinen Männern ein Abschiedsfest, bei dem die Standarte der Freikorps an den Hamburger Künstlerverein übergeben wurde. Gustav Ludolf Martens veröffentlichte danach sein in Hamburg veröffentlichtes Tagebuch eines Freiwilligen des von der Tann’schen Corps, für das Soltau ein Titelblatt entwarf. Es handelt sich dabei um eine Rahmengroteske, in der rechts und links jeweils drei bewaffnete Freiwillige dargestellt sind, darunter links ein Wappenschild mit dem doppelköpfigen Reichsadler des Deutschen Bundes, rechts ein Wappenschild der späteren Provinz Schleswig-Holstein, das auch die Schleswig-Holsteinische Armee nutzte, oben eine Ansicht von Altenhof und unten eine Darstellung des Gefechts bei dem Dorf Hoptrup in der Gemeinde Hoptrup Sogn. Der Entwurf, eine Federzeichnung, gelangte 1891 in die Kieler Kunsthalle, eine ebenfalls 1848 datierte Radierung nach dem Entwurf befindet sich in der Sammlung des Museums für Kunst und Gewerbe Hamburg.Ulrich Schulte-Wülwer: Kieler Künstler – Band 1: Kunstleben und Künstlerreisen 1770–1870. Sonderveröffentlichungen der Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte herausgegeben von Jürgen Jensen, Band 75, Boyens, Heide 2014, ISBN 978-3-8042-1406-4, S. 68–69
1849 hielt Soltau sich eine Zeit in Lüneburg auf, um dortige Kunstschätze zu studieren. 1853 bis 1857 hatte er sein Atelier in der Gröningerstraße 31 (heute Willy-Brandt-Straße) im Stadtteil Hamburg-Altstadt.Hamburger Adressbuch 1853 1857 zog er zum Pferdemarkt 21 (heute Gerhart-Hauptmann-Platz)Hamburger Adressbuch von 1858 und 1858 zum Holländischen Brook 22Hamburger Adressbuch von 1859 auf der Hamburger Insel Wandrahm, wo er bis zu seinem Tode arbeitete und wohnte. 1959 hielt er sich eine längere Zeit in Kiel auf und nahm am 28. Mai an einem Fest des Kieler Künstlervereins zu Ehren Albrecht Dürers teil, an dem auch der Hamburger Künstlerverein geladen war und dessen Einladungskarte er entwarf. Am 18. September kam der Hamburger Künstlerverein erneut nach Kiel, um gemeinsam mit dem Kieler Künstlerverein den 28. Stiftungstag des Hamburger Künstlerverein zu feiern. Bei der Feier überreichte Soltau dem Kieler Künstlerverein eine von ihm mit Feder und Aquarellfarbe angefertigte Dankesadresse im Namen des Hamburger Künstlervereins, die sich heute in der Sammlung der Schleswig-Holsteinischen Landesbibliothek in Kiel befindet. Für das Kieler Schillerfest am 9. November 1859 entwarf er Farbskizzen zu Friedrich Schillers Dramen für das Stellen Lebender Bilder. Zum Weihnachtsabend 1859 erschien ein lithografisches Gedenkblatt Soltaus, das in der Mitte das Schiller-Standbild aus Gips zeigte, das Engelbert Peiffer für das Kieler Schillerfest schuf und das während des Festes auf einem Sockel auf dem Alten Markt stand.
Hermann Wilhelm Soltau starb nach einer längeren Leidenszeit am 14. Mai 1861 in der Nacht zum 15. Mai in seiner Wohnung an einem Herzinfarkt. Einige Tage später wurde er unter großer Anteilnahme seiner Freunde und Kunstgenossen beerdigt. Das Banner des Hamburger Künstlervereins, zu dem er 1852 den Entwurf schuf, begleitete den Trauerzug. Aus Kiel kamen zwei Künstler, die im Namen des Kieler Künstlervereins einen Kranz zum Begräbnis brachten.
Auf dem Ohlsdorfer Friedhof im Bereich des Althamburgischen Gedächtnisfriedhofs, nahe dem Haupteingang des Friedhofs, wird auf dem Sammelgrabmal Maler unter anderen an Hermann Wilhelm Soltau erinnert.
Soltau ist mit Werken unter anderem in den Sammlungen der Hamburger Kunsthalle, des Vereins für Hamburgische Geschichte, des Altonaer Museums, des Museums für Kunst und Gewerbe Hamburg, der Kunsthalle zu Kiel, der Schleswig-Holsteinischen Landesbibliothek in Kiel, des Bayerischen Nationalmuseums in München, der Neuen Pinakothek in München, der Staatlichen Museen zu Berlin, der Eremitage in St. Petersburg und der National Gallery of Art in Washington, D.C., des Rhode Island School of Design Museums in Providence, der New York Public Library und der Bibliothèque nationale de France vertreten. Neben seinen Ölbildern schuf er eine Fülle von ornamentalen Gelegenheitsblättern, Illustrationen, Randzeichnungen, Miniaturen und Entwürfe für Kunstgegenstände sowie für kunstgewerbliche Gegenstände. Er war Mitglied des Hamburger Künstlervereins und Ehrenmitglied des Altertumsvereins zu Lüneburg. Er wurde neben Günther Gensler auch von Hermann Steinfurth in Öl porträtiert und von Joseph Puschkin gezeichnet. 1843 erschien ein Porträt, das Soltau zeigt, als Lithografie von C. Schulz in Paris.
Auszeichnungen 1844: Goldmedaille im Salon de Paris
Ausstellungen (Auswahl) 1835: Ausstellung im Kunstverein München – Ölgemälde Kapuziner, ein Mädchen beschenkend 1837: Ausstellung im Kunstverein München – Ölgemälde Vier Mönche mit einer Menge Bücher 1837: Ausstellung in Hamburg – Ölgemälde Ein Franziskanermönch unterrichtet drei Novizen (auch Franziskanerkloster)Kunst-Blatt vom 29. August 1837, Seite 285 und 286 (Digitalisat) 1838: Vierte Ausstellung des Hamburger Künstlervereins – Innere des Palazzo Castei in VenedigKunst-Blatt vom 19. Juli 1838, Seite 232 (Digitalisat) 1838: Ausstellung in Halle, Hallescher Kunstverein – Ölgemälde Floßfahrt auf der Isar (bei München)Kunst-Blatt vom 28. August 1838, Seite 275 (Digitalisat) 1839: Ausstellung im Schauspielhaus in Hamburg – Ölgemälde Floßfahrt auf der Isar (bei München)Kunst-Blatt vom 20. Juni 1839, Seite 199 1841: Ausstellung im Musée Royal (Louvre) – Ölgemälde Floßfahrt auf der Isar (bei München)Ausstellungskatalog Paris 1841 1844: Salon de Paris Posthum 1913: Hamburger Bildnisse (aus Privatbesitz) im Kunstverein in Hamburg – Porträt (posthum) Carsten Wilhelm Soltau (im Sessel mit Pfeife), Ölgemälde (aus dem Besitz von Frl. Marie Soltau)Hamburger Bildnisse, Seite 14, unteres DrittelHamburger Bildnisse, Seite 58, Abbildung
Werke (Auswahl) Maße: Breite × Höhe 183?: Landleute am Allerseelenfeste die Gräber ihrer Angehörigen schmückend 183?: Landwirt Hofer empfängt die Sterbesakramente 1832: Rauchender Maler an der Staffelei, Öl auf Leinwand, 25 × 26,3 cm – Kunsthalle zu KielBild in Kiel (schwarz-weiße Abbildung) (Der abgebildete Maler stellt Georg Heinrich Crola dar. In der Nationalgalerie Berlin gibt es ein zweites Bild, gleichen Motives und nahezu gleicher Größe, das 1832 von Wilhelm Bendz gemalt wurde.Bild in Berlin) 1833: Junge Zillertalerin, nach links blickend, Bleistift auf Papier 16 × 20,5 cmAbbildung Junge Zillertalerin, nach links blickend und Einzelheiten bei artnet 1833: Kreuzgang in Berchtesgaden, Bleistift auf Papier, 19,5 × 23 cm Kreuzgang in Berchtesgaden 1834: Porträt Veitel Ausserladscheider zum Kreiterer, Bleistift auf Papier, 20,3 × 24 cmAbbildung Veitel Ausserladscheider zum Kreiterer und Einzelheiten bei artnet 1835: oder vorher Kapuziner, ein Mädchen beschenkend, Ölgemälde – ausgestellt 1835 im Kunstverein München, von diesem angekauft und am 16. Februar 1836 verlostArtikel über die Verlosung 1836 in der Zeitung Bayerische Landbötin (Digitalisat) 1835: Afrikanerin und Gondoliere, Bleistift auf Papier, 21 × 12,5 cmAbbildung Afrikanerin und Gondoliere und Einzelheiten bei artnet Ca. 1835: Kopf einer schwarzen Frau, Zeichnung, Graphit auf Velinpapier – Rhode Island School of Design Museum, ProvidenceHead of a Black Woman auf risdmuseum.org Nach 1835: Porträt (posthum) Carsten Wilhelm Soltau (im Sessel mit Pfeife), Ölgemälde – ausgestellt 1913 in Hamburg 1837 oder vorher: Ein Franziskanermönch unterrichtet drei Novizen (auch Franziskanerkloster), Ölgemälde – ausgestellt 1837 in Hamburg 1837 oder vorher: Vier Mönche mit einer Menge Bücher, Ölgemälde – ausgestellt 1837 im Kunstverein München 1837: Floßfahrt auf der Isar (bei München), Öl auf Leinwand, 143 × 118 cmNachweis, Datum und Maße von dem Gemälde Floßfahrt auf der Isar – ausgestellt 1838 in Halle und 1841 in Paris – Neue Pinakothek 1838 oder vorher: Innere des Palazzo Castei in Venedig – ausgestellt 1838 in Hamburg 1838: Porträt (posthum) Carsten Wilhelm Soltau (in der Hauptkirche St. Michaelis), Ölgemälde – Hamburger Kunsthalle 1839: Der Kartäusermönch, Öl auf Leinwand, 36 × 43 cm 1839: Bildnis eines Biedermeierhernn, Miniatur, Höhe 9 cmAbbildung Bildnis eines Biedermeierhernn und Einzelheiten bei artnet Vor 1840: Eine kleine Ablenkung, Öl auf Leinwand, 181 × 136 cm Vor 1841: Küstenlandschaft, Öl auf Leinwand, 44 × 33, Öl auf Papier (auf Holz befestigt) – Hamburger Kunsthalle