mini|Ausstellungsplakat von Max Stern, 1901 Die Freie Vereinigung Düsseldorfer Künstler war eine Düsseldorfer Künstlervereinigung. 1891 ungefähr gleichzeitig mit dem Künstlerclub St. Lucas entstanden, war sie eine der frühesten Secessionen der Kunstgeschichte. Ihre Mitglieder wandten sich von der traditionellen Historienmalerei der damaligen Zeit ab und widmeten sich einer impressionistisch geprägten Malerei. Spätere Secessionen fanden 1892 in München mit dem Verein bildender Künstler Münchens und 1894 in Dresden mit Verein bildender Künstler Dresden statt.
Geschichte Der Hauptzweck des 1829 in Düsseldorf gegründete Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, einer der ältesten deutschen Kunstvereine, war „die Kunst zu befördern“. Von Anfang an war das Vereinsleben des Düsseldorfer Kunstvereins stets auch durch künstlerische und kulturpolitische Auseinandersetzungen mit den Düsseldorfer Verhältnissen und dem allgemeinen Kunstgeschmack der Zeit geprägt. Die Ausstellungspolitik war mit der Kunstakademie und den Förderern und Sammlern der Düsseldorfer Malerschule verbundenen. Mit künstlerischen Ausstellungen war es ansonsten in Düsseldorf schlecht bestellt, da die Leitung in den Händen des 1844 gegründeten Verein Düsseldorfer Künstler zur gegenseitigen Unterstützung und Hülfe lag. Der 1844 von Wilhelm von Schadow, Wilhelm Camphausen, Alfred Rethel, Oswald Achenbach und anderen Mitgliedern der Düsseldorfer Malerschule gegründete Verein der Düsseldorfer Künstler zu gegenseitiger Unterstützung und Hülfe war zunächst ein überregionaler Darlehens- und Versicherungsverein für Künstler, um Notlagen aufzufangen. Jedem Mitglied, das eine der bildenden Künste berufsmäßig ausübte, konnte sich an Ausstellungen beteiligen.
So kam es ab Mitte des 19. Jahrhunderts einer zunehmenden Zersplitterung der Düsseldorfer Künstlerschaft. Künstler lösten sich von dem dominierenden stark konservativ geprägten, akademischen Malstil der Düsseldorfer Kunstakademie und stellten allein oder in Gruppen besonders aus, zum Beispiel die Düsseldorfer Künstler-Vereinigung 1899.Künstlervereinigung 1899 Friedrich Scharschmidt: Die Düsseldorfer Künstler-Vereinigung 1899. In: Die Kunst für alle: Malerei, Plastik, Graphik, Architektur, Jahrgang 1899, Heft 16, 15. Mai 1899, S. 246–247
1891, fast zeitgleich zur Münchener Secession, gründete Gregor von Bochmann die ebenfalls secessionstisch geprägte „Freie Vereinigung Düsseldorfer Künstler“., auf Ostholstein-Museum, Rückblicke, abgerufen am 17. Oktober 2015 Sie war eine Vorform der Sezession, die die Erneuerung des Ausstellungswesens und die Förderung des internationalen Künstleraustausches beabsichtigte. Ziel war es, die Freiheit der Kunst zu sichern, verschiedenen Strömungen der Kunst ein Forum zu geben und junge Künstler zu fördern. Man nahm jeden Künstler auf, der sich den Gesetzen einer sorgfältigen künstlerischen Jury unterwarf. Gewünscht war, das die Secession die Werke jedes Künstlers, gleichgültig, ob er vielbegehrt, berühmt oder noch blutjung war, von einer gerechten, unerbittlich und geschmackvollen Jury zu prüfen lassen sollte, sodass diese über dem künstlerischen Niveau blieben, das unbedingt gehalten werden sollte.Wilhelm Schäfer: Die Freie Vereinigung Düsseldorfer Künstler, in Die Rheinlande, Oktober 1901, S. 5–6
Die Durchführung der Ausstellung wurde von ungefähr fünfzig Künstlern – alle ohne eigenen Ausstellungsort – organisiert, was keine große künstlerische Wirkung hatte, im Unterschied zu späteren Organisationen, die dann auch tatsächlich „Secession“ in ihrem Namen trugen. Neben überwiegend fortschrittlich gesinnten Akademikern nahmen an ihren Ausstellungen auch die Mitglieder des Künstlerclubs St. Lucas teil. Ende des Jahres 1892 machte sich die Freie Vereinigung Düsseldorfer Künstler mit einer Ausstellungen im Stammhaus des Galeristen Eduard Schulte in Düsseldorf bemerkbar. Ab 1892, alljährlich im Dezember, veranstaltete der Künstlerclub St. Lucas in den oberen Räumen der Galerie Schulte eine Separat-Ausstellung. In Berlin stellten Mitglieder der Gruppe nur im Verband der „Freien Vereinigung Düsseldorfer Künstler“ auf der Großen Berliner Kunstausstellung 1893 aus. Die überregionale Kunstchronik besprach diese Künstlergruppe erstmals 1894.
1899 spaltete die Düsseldorfer Künstler-Vereinigung 1899 ab:
Ausstellungen (Auswahl) 1892: Galerie Eduard Schulte, II. Jahres-Ausstellung der Freien Vereinigung Düsseldorfer Künstler 1893: Galerie Eduard Schulte, Jahres-Ausstellung der Freien Vereinigung Düsseldorfer Künstler 1894: Galerie Eduard Schulte, III. Jahres-Ausstellung der Freien Vereinigung Düsseldorfer Künstler 1894: Künstlerhaus Wien: Münchener „Secession“, Freie Vereinigung Düsseldorfer Künstler, Ausstellung von Werken inländischer Künstler 1901: Kunstgewerbemuseum Düsseldorf, X. Jahresausstellung 1910: Städtische Kunsthalle Düsseldorf, Ausstellung der Freien Vereinigung Düsseldorfer Künstler, mit Plakat von Max Stern
Literatur Nicole Roth: Wie modern ist die Düsseldorfer Malerschule? In: Bettina Baumgärtel (Hrsg.): Die Düsseldorfer Malerschule und ihre internationale Ausstrahlung 1819–1918. Michael Imhof Verlag, Petersberg 2011, ISBN 978-3-86568-702-9, Band 1, S. 251 ff. Magdalena M. Moeller: Der Sonderbund: eine Voraussetzungen und Anfänge in Düsseldorf, Rheinland-Verlag, Köln 1984, ISBN 3-7927-0798-5, S. 25. Die Rheinlande, Sonderheft Februar 1901, S. 4. Wilhelm Schäfer: Die Freie Vereinigung Düsseldorfer Künstler. In: Die Rheinlande, Oktober 1901, S. 5. Freie Vereinigung Düsseldorfer Künstler (Hrsg.): Unsere Kunst Neues aus den Werkstätten der freien Vereinigung Düsseldorfer Künstler mit Beiträgen deutscher Dichter. Verlag Hermann Michels, Düsseldorf 1900.
Weblinks Verein der Düsseldorfer Künstler zur gegenseitigen Unterstützung und Hilfe, Webseite im Portal vddk1844.de
Einzelnachweise
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