Joe Luga (bürgerlich Joachim Gaul; * 26. März 1920 in Hamburg; † 7. Mai 2002 ebenda) war ein deutscher Sänger und Kabarettist.

Leben Der gebürtige Hamburger Joe Luga wuchs in Berlin auf und absolvierte eine Ausbildung zum Buchhändler. Sein künstlerisches Handwerk erlernte er u. a. bei Blandine Ebinger und Fritzi Massary. 1940 wurde Luga zur Wehrmacht eingezogen und kam 1942 zum Fronttheater Braune Bären, wo er als „Inge, die Dame vom Dienst“ vor Soldaten auftrat. Nach dem Zweiten Weltkrieg wirkte er zunächst in Berlin, gefördert von dem Kabarettisten und Komponisten Rudolf Nelson, und arbeitete dort mit bekannten Künstlerinnen wie Brigitte Mira und Helen Vita zusammen. Später stand er in Cuxhaven auf der Bühne, bevor er 1951 in Mannheim die Joe-Luga Bar eröffnete. Trotz seiner Homosexualität, aufgrund derer er während der Adenauer-Ära zweimal inhaftiert wurde, war Luga vier Jahre mit der Sängerin Valerie Antelmann verheiratet. 1962 kehrte er nach Hamburg zurück. Hier arbeitete Luga 18 Jahre lang in seinem erlernten Beruf und trat daneben regelmäßig an Kleinkunstbühnen auf. Luga war bekannt für seine Interpretationen von Chansons Friedrich Hollaenders und Rudolf Nelsons, wobei sich insbesondere das Hollaender-Chanson Ich bin das Nachtgespenst beim Publikum besonderer Beliebtheit erfreute.Er war Hamburger von Geburt und Berliner im Herzen, Hamburger Abendblatt vom 8. Mai 2002, abgerufen am 17. Oktober 2015.Sascha Balasko: Als Erich für Inge sammelte, Hamburger Morgenpost vom 25. März 2000, abgerufen am 17. Oktober 2015.

Selten wirkte Joe Luga vor der Kamera, so in der Serie Zwei himmlische Töchter und die Gimmicks mit Iris Berben und Ingrid Steeger in den Titelrollen. Luga verkörperte bei der Revuetruppe Gimmicks den Orchesterchef, der von seinem Klavier aus das Orchester leitet und dabei gelegentlich auch singt.

Unter dem Titel „So bin ich: Bekenntnisse von Inge und Joe“ veröffentlichte Joe Luga im Jahr 2000 seine Autobiographie. Er starb 82-jährig im Hamburger Krankenhaus St. Georg. Joe Luga wurde in einem anonymen Urnengrab auf dem Hamburger Friedhof Öjendorf beigesetzt.

Nach seinem Tod war er in dem Dokumentarfilm Rosa von Praunheims Tote Schwule – Lebende Lesben zu sehen, der 2008 bei der Berlinale Premiere feierte.

Filmografie 1977: Ein Sommernachtsball 1978: Zwei himmlische Töchter 1978: Die Gimmicks 1979: Tortur mit Torte – Wie macht man Klimbim und anderen Tingeltangel 2008: Tote Schwule – Lebende Lesben (Archivmaterial)

Diskografie 1976: Mir geht’s gut 1976: Chansons von Friedrich Hollaender, Rudolf Nelson, Ralph Benatzky u. a. 1995: …ich liebe Chansons 2000: Joe Luga – So bin ich! Heiter, frech, besinnlich!

Veröffentlichungen 2000: So bin ich – Bekenntnisse von Inge und Joe, Himmelstürmer Verlag, Hamburg, ISBN 3-934825-00-1.

Weblinks

Joe Luga berichtet von seinem Leben Joe Luga singt das Chanson "Maier sieht mich freundlich an

Einzelnachweise

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