Der Artikel beinhaltet eine ausführliche Darstellung der albanischen Fußballnationalmannschaft der Männer bei Europameisterschaften und den Qualifikationen dazu. Albanien nahm 2016 zum ersten Mal an der Endrunde zur Europameisterschaft teil. Albanien ist damit nach Lettland und Island das dritte Land, das sich zwar für eine EM, aber noch nicht für eine WM qualifizieren konnte.

Übersicht Albanien konnte sich erstmals im Oktober 2015 für die 2016 stattfindende Endrunde zur Europameisterschaft qualifizieren.

Jahr Gastgeberland Teilnahme bis … Letzte(r) Gegner Ergebnis Trainer Bemerkungen und Besonderheiten 1960 Frankreich nicht teilgenommen 1964 Spanien nicht qualifiziert im Achtelfinale an Dänemark gescheitert 1968 Italien nicht qualifiziert in der Qualifikation am späteren Vizeeuropameister Jugoslawien gescheitert 1972 Belgien nicht qualifiziert in der Qualifikation am späteren Europameister Deutschland gescheitert 1976 Jugoslawien nicht teilgenommen 1980 Italien nicht teilgenommen 1984 Frankreich nicht qualifiziert in der Qualifikation an Titelverteidiger Deutschland gescheitert 1988 BR Deutschland nicht qualifiziert in der Qualifikation an Vizeeuropameister Spanien gescheitert 1992 Schweden nicht qualifiziert in der Qualifikation an Frankreich gescheitert 1996 England nicht qualifiziert in der Qualifikation am späteren Europameister Deutschland gescheitert 2000 Niederlande und Belgien nicht qualifiziert in der Qualifikation an Norwegen und Slowenien gescheitert. 2004 Portugal nicht qualifiziert in der Qualifikation an der Schweiz und Russland gescheitert. 2008 Österreich und Schweiz nicht qualifiziert in der Qualifikation an Rumänien und der Niederlande gescheitert 2012 Polen und Ukraine nicht qualifiziert in der Qualifikation an Frankreich und Bosnien und Herzegowina gescheitert, das sich aber auch nicht qualifizieren konnte 2016 Frankreich Vorrunde Schweiz, Frankreich, Rumänien 18. Albanien beendete die Gruppenphase als Dritter und verpasste das Achtelfinale als schlechtester Gruppendritter 2021Europa nicht qualifiziert Albanien stellte keine Spielstätte für die Endrunde. In der Qualifikation an Weltmeister Frankreich, der Türkei und Island gescheitert, das sich noch über die Playoffs qualifizieren kann. 2024Deutschland VorrundeItalien, Kroatien, Spanien In der Qualifikation setzte sich Albanien gegen Tschechien – das sich als Gruppenzweiter auch qualifizierte –, Polen, Moldau und die Färöer durch.

Endrunden mit vier Teilnehmern EM 1960 An der ersten Fußball-Europameisterschaft 1960, die noch als „Europapokal der Nationen“ ausgetragen wurde, wollte Albanien nicht teilnehmen.

EM 1964 Vier Jahre später wollten schon mehr Mannschaften als 1960 teilnahmen, darunter auch die von Zyber Konçi trainierten Albaner. Daher wurde eine Vorrunde vorgeschaltet. Albanien sollte gegen Griechenland antreten, das sich noch im Kriegszustand mit Albanien befand und daher weigerte, gegen Albanien zu spielen. Griechenland schied damit aus dem Turnier aus und Albanien zog in die nächste Runde ein. In dieser mussten die Albaner gegen Dänemark antreten und verloren ihr erstes Pflichtspiel am 29. Juni 1963 in Kopenhagen mit 0:4. Vier Monate später gelang ihnen zwar im Heimspiel ein 1:0, wobei Panajot Pano bereits in der dritten Minute das erste Qualifikationstor für Albanien erzielte.Albanien 1-0 Dänemark Dies reichte aber nicht, um das Viertelfinale zu erreichen. Dänemark konnte sich dann auch im Viertelfinale in drei Spielen gegen Luxemburg durchsetzen und wurde bei der Endrunde Vierter.

EM 1968 An der Qualifikation zur dritten Europameisterschaft nahm Albanien, das seit 1965 von Loro Boriçi trainiert wurde, wieder teil und traf dabei in der einzigen Dreiergruppe auf Vizeweltmeister Deutschland und den Nachbarn Jugoslawien. Die Qualifikation begann für die Albaner am 8. April 1967 mit einem 0:6 in Dortmund gegen Deutschland, wobei Gerd Müller seine ersten vier Länderspieltore erzielte. Nach zwei Niederlagen gegen Jugoslawien – 0:2 im Heimspiel und 0:4 im Auswärtsspiel – kam es am letzten Spieltag zur erneuten Begegnung mit dem Vizeweltmeister, der gegen Jugoslawien je ein Spiel verloren und gewonnen hatte und daher in Tirana gewinnen musste. Deutschland trat ohne den im Hinspiel noch viermal erfolgreichen Gerd Müller, der sich in einem Formtief befand, und ohne Franz Beckenbauer an. Bundestrainer Helmut Schön stellte aber mit Wolfgang Overath und Günter Netzer, die damals besten deutschen Mittelfeldspieler sowie mit Peter Meyer den Führenden in der Bundesligatorschützenwertung auf. Das als Schmach von Tirana in die deutsche Fußballgeschichte eingegangene 0:0 nutzte den Albanern zwar nichts mehr, sorgte aber dafür, dass Deutschland zum bisher einzigen Mal in der Qualifikation für ein großes Turnier ausschied. Die Jugoslawen wurden dadurch Gruppensieger und erreichten dann auch die Endrunde, wo sie erst im zweiten Finalspiel Gastgeber Italien unterlagen. Für Albanien ist das 0:0 das bisher beste Ergebnis gegen Deutschland und für viele Deutsche verband sich mit dem Land der Skipetaren nun noch etwas anderes.

EM 1972 Auch vier Jahre später war Deutschland wieder Gegner in der Qualifikation, zudem die Türkei und Polen. Diesmal kam es bereits im ersten Heimspiel der Albaner zum Aufeinandertreffen mit den Deutschen – die ersten beiden Spiele in Polen und der Türkei wurden zuvor verloren – und diesmal war auch Gerd Müller wieder dabei. Ihm gelang auch das einzige Tor zum 1:0-Sieg. Müller fehlte dann zwar im Rückspiel, aber mit 2:0 gewannen die Deutschen auch dieses Spiel. Immerhin gelang den Albanern im letzten Spiel noch ein 3:0 gegen die Türken, was aber nicht mehr reichte, um den letzten Platz zu verlassen. Gruppensieger Deutschland erreichte dann auch die Endrunde in Belgien und wurde dort souverän erstmals Europameister.

EM 1976 1976 wurde die Endrunde letztmals mit vier Mannschaften ausgetragen, Albanien nahm aber an der Qualifikation nicht teil.

Endrunden mit acht Teilnehmern EM 1980 Auch vier Jahre später war Albanien nicht dabei.

EM 1984 An der Qualifikation für die EM 1984 in Frankreich nahmen dann auch die seit 1982 von Shyqyri Rreli trainierten Albaner wieder teil und mussten in Gruppe 6 wieder gegen Deutschland antreten. Weitere Gegner waren diesmal Nordirland, Österreich und erneut die Türkei. Albanien verlor gleich das erste Spiel in Österreich mit 0:5 und dann auch in der Türkei mit 0:1, konnte dann aber im Heimspiel gegen Nordirland beim 0:0 einen Punkt gewinnen, der den Nordiren am Ende fehlte. Danach folgten knappe Niederlagen gegen Titelverteidiger Deutschland (zweimal 1:2), in Nordirland (0:1) und gegen Österreich (1:2) und ein 1:1 gegen die Türken, was am Ende aber nur zum letzten Platz reichte. Gruppensieger Deutschland fuhr zur EM, schied dort aber erstmals bei einem großen Turnier in der Vorrunde aus.

EM 1988 Für die Europameisterschaft 1988 musste sich Albanien, das nun von Agron Sulaj trainiert wurde, gegen Spanien, Rumänien und erneut Österreich qualifizieren. Auf Deutschland konnten die Albaner diesmal nicht treffen, da Deutschland als Gastgeber automatisch qualifiziert war. Erstmals verloren die Albaner alle Qualifikationsspiele, die Heimspiele aber alle nur mit einem Tor Unterschied, und wurden wieder Gruppenletzter. 1988 endete die Amtszeit von Sulaj, seinem Nachfolger Shyqyri Rreli, der schon sein Vorgänger war, misslang aber die Qualifikation für die WM 1990. Gruppensieger Spanien schied dann bei der Endrunde in der Vorrunde aus.

EM 1992 In der Qualifikation für die EM 1992 traf Albanien wieder auf Spanien sowie Frankreich, die Tschechoslowakei und Island. Die Albaner verloren die ersten fünf Spiele in Folge und nach einem 0:9 gegen Spanien wurde der erst vor der Qualifikation wieder ins Amt gekommene Nationaltrainer Agron Sulaj durch Bejkush Birçe abgelöst, bevor sie mit dem 2:1 im Heimspiel gegen Island erstmals nach 20 Jahren wieder ein EM-Qualifikationsspiel gewannen. Danach folgte noch eine 1:2-Niederlage im vorletzten Spiel gegen die Tschechoslowakei. Das letzte, für den Ausgang der Qualifikation nicht mehr wichtige Heimspiel gegen Spanien, wurde dann aufgrund von Unruhen in Albanien nicht mehr ausgetragen.

Endrunden mit 16 Teilnehmern EM 1996 In der Qualifikation für die EM 1996 in England, die erstmals mit 16 Mannschaften ausgetragen wurde, mussten die seit 1994 von Neptun Bajko trainierten Albaner wieder gegen Deutschland antreten. Weitere Gegner waren Bulgarien, Georgien und der Republik Moldau, die beide erstmals teilnahmen sowie Wales. Die Albaner konnten nur die beiden Spiele gegen Moldawien gewinnen sowie zwei Remis in den Heimspielen gegen Bulgarien und Wales erzielen. Gegen Deutschland wurde zweimal nur knapp mit 1:2 verloren. Damit waren sie zwar punktgleich mit Wales und hatten die bessere Tordifferenz, da sie aber das erste Spiel in Wales verloren hatten, wurden sie wieder nur Gruppenletzter. Immerhin gelangen ihnen erstmals 10 Tore in der Qualifikation. Gruppensieger Deutschland und die zweitplatzierten Bulgaren qualifizierten sich für die EM-Endrunde, wo Deutschland zum dritten Mal Europameister wurde.

EM 2000 Für die EM 2000 mussten die Albaner sich in einer Gruppe mit Norwegen, Slowenien, Griechenland, Lettland und wieder Georgien qualifizieren. Albanien, das nun von Astrit Hafizi trainiert wurde, konnte nur das letzte Spiel gegen Georgien gewinnen und damit wurde damit erstmals nicht Gruppenletzter, womit die Amtszeit von Hafizi endete. Gruppensieger Norwegen qualifizierte sich direkt und damit erstmals für die EM-Endrunde, Slowenien als Gruppenzweiter in den Relegationsspielen gegen die Ukraine ebenfalls zum ersten Mal. Beide schieden aber in der Vorrunde aus.

EM 2004 In die Qualifikation für die EM 2004 gingen die Albaner noch mit Giuseppe Dossena als Nationaltrainer und trafen auf die Schweiz, Russland, Irland und den neuen Dauergegner Georgien. Albanien blieb in den Heimspielen ungeschlagen, konnte aber nur zwei Spiele gewinnen – jeweils 3:1 gegen Russland und Georgien. Gegen Irland und die Schweiz reichte es nur zu Unentschieden. Dagegen wurden alle Auswärtsspiele verloren. Nach der ersten hatte Dossena seinen Posten verloren, ihm folgte der ehemalige deutsche Europameister Hans-Peter Briegel unter dem gegen Russland das 3:1 gelang. Am Ende konnte aber auch Briegel die Albaner nicht zur EM führen und wieder wurde nur Georgien auf den letzten Platz verwiesen. Gruppensieger wurde die Schweiz, die damit direkt für die EM-Endrunde qualifiziert war, Russland konnte sich als Gruppenzweiter aber in den Playoffs gegen Wales aber auch noch einen Endrundenplatz sichern. Beide schieden aber bereits in der Vorrunde aus.

EM 2008 Vier Jahre später musste sich Albanien für die nächste EM gegen Rumänien, die Niederlande, Bulgarien, Belarus, Slowenien und Luxemburg qualifizieren. Da Briegel die Albaner auch nicht zur WM in seinem Heimatland führen konnte, löste ihn Otto Barić im Mai 2006 ab. Die Albaner begannen mit zwei Niederlagen und drei Remis, ehe gegen Luxemburg erstmals gewonnen wurde. Nach einem Sieg im Rückspiel in Luxemburg folgten aber drei Niederlagen und zwei Remis. Damit wurden sie vor den punktgleichen Slowenen mit der etwas besseren Tordifferenz Drittletzter und Barić' Amtszeit als Nationaltrainer endete. Seinen Posten übernahm der ehemalige Vizeweltmeister Arie Haan, der aber nach der missglückten Qualifikation für die WM 2010 ebenfalls wieder abgelöst wurde. Rumänien und die Niederlande fuhren als Erster und Zweiter zur EM-Endrunde, wo sie erneut aufeinander trafen.

EM 2012