mini|Lutz Felbick, 2014 Lutz Felbick (* 22. Oktober 1954 in Hückeswagen) ist ein deutscher Musiker und Musikwissenschaftler.

Leben und Wirken Künstlerische Tätigkeiten Lutz Felbick begann seine musikalische Laufbahn 1971 im Bergischen Land zunächst mit öffentlichen Auftritten als Jazzpianist, Chorleiter und Organist. Nach seinem A-Examen an der Robert Schumann Hochschule in Düsseldorf war er von 1982 bis 1992 Kantor der Dreifaltigkeitskirche in Aachen.Umzug der Klais-Orgel von Aachen nach Köln; Klais-Orgel der Dreifaltigkeitskirche Dort realisierte er das künstlerisch breit angelegte Veranstaltungskonzept Musik in II mit eigenen Chor-, Orchester- und Orgelkonzerten, „Geöffnete-Ohren-Konzerten“ und Gastkonzerten.Dokumentation in der Stadtbibliothek Aachen; YouTubeChannel Felbick. Seine vielfältigen Aktivitäten fanden in der regionalen und überregionalen Presse große Beachtung.Regionale und überregionale Medienberichte zu Lutz Felbick auf der Website von Lutz Felbick.

Als Konzertorganist und Mitglied der Improvisationsensembles „Common Sense“ und JATO gab er zahlreiche Konzerte im In- und Ausland und führte unter anderem das gesamte Orgelwerk von Johann Sebastian Bach und Jehan Alain auf.Regionale und überregionale Konzerttätigkeit von Lutz Felbick auf der Website von Lutz Felbick. Von einer bislang wenig bekannten Orgel-Symphonie von Germaine Labole realisierte er die Ersteinspielung. Zu Stationen seiner künstlerischen Laufbahn gehören seine Solokonzerte in der Kathedrale Notre-Dame de Paris, Westminster Abbey London, der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche und der St. Hedwigs-Kathedrale Berlin, in der National City Christ Church und Basilica of the National Shrine of the Immaculate Conception in Washington,National Shrine; NCCC (Zentren der Orgelmusikpflege in Washington) an großen Orgeln in Kiew, Lund/Schweden, Jalta, Helsinki, an Orgeln in Italien, Spanien, den Niederlanden und in Belgien. JATO-Konzerte fanden unter anderem statt bei den Wiener FestwochenDie Bühne. Verlag Austria International, Wien (1992), S. 133. und den Leverkusener Jazztagen. Bei der Multimedia-Veranstaltung „Dom im Licht“ mit synchronisierten Live-Projektionen auf die Fassade des Aachener Doms am 3. November 2017 trat Lutz Felbick u. a. als Solist mit sinfonischen Orgelwerken vor mehr als 4000 Zuschauern auf.Umfangreiche Vor- und Nachberichterstattung in der regionalen und überregionale Presse sowie in Rundfunk- und Fernsehmedien sind beispielsweise in der Aachener Zeitung vom 30. Oktober 2017, 3. November 2017 und 4. November 2017 dokumentiert.

Unter seinen zahlreichen Rundfunk-, Fernseh-, Schallplatten- und CD-Aufnahmen ist die Einspielung von Olivier Messiaens Messe de la Pentecôte (WDR, 1989), die 2007 bundesweit im ARD-Programm gesendet wurde. Besondere Beachtung fand die USA-Konzertreise von Felbick mit dem Saxophonisten Heribert Leuchter nach Washington und Tampa.; PNC Bank Concert Series; in der Aachener Zeitung. Von Felbicks JATO-Projekt wurden mehrere CDs eingespielt, die die früheren Tonträgeraufnahmen Felbicks ergänzen.Ausschnitt aus Konzert am 2. Februar 2018 Zusammen mit seiner ehemaligen Lehrerin Almut Rößler war er 2001 Künstlerischer Leiter der Aachener Messiaen-Tage und Initiator und Koordinator der euregionalen Veranstaltergemeinschaft „In-Front“ (B, D, NL) mit den Schwerpunkten Improvisation, Jazz, Neue Musik.In Front Festival bei miz.org Im gleichen Jahre erlangte er in den USA das Zertifikat Advanced Deep Listening (Pauline Oliveros).

Wissenschaftliche und pädagogische Tätigkeiten Ab 1987 ergänzte Lutz Felbick seine künstlerische Tätigkeit durch musikwissenschaftliche Veröffentlichungen beim Bärenreiter-Verlag (MGG, Handbuch Orgelmusik u. a.). Seine 1991 erschienene Bibliographie von 178 russischen bzw. sowjetischen Orgelmusikkomponisten wurde von dem Musikwissenschaftler Hans Heinrich Eggebrecht herausgegeben und erschloss erstmals eine bislang unerforschte Musikliteratur.Lutz Felbick: Sowjetische Orgelmusik. Eine Bibliographie von 178 Komponisten, die auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion geboren sind. In: Veröffentlichungen der Walcker-Stiftung – Musikwissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Bd. 15, hrsg. von H.-H. Eggebrecht. Kleinblittersdorf 1991, S. 95–149. Ähnliches gilt für seine mehr als 3000 Titel umfassende Bibliographie Gehörbildung/Hörerziehung.Die bei Fußnote 19 von Ulrich Kaiser: Gehörbildung in Deutschland angegebene Adresse und die dort genannte Version ist seit der 2021 erschienenen Veröffentlichung nicht mehr aktuell. mini|Klangbrücke Aachen 1994 bis 2021 war Felbick Lehrbeauftragter für Musiktheorie und Gehörbildung an der Robert-Schumann-Hochschule in Düsseldorf. Hier lag der Schwerpunkt seiner Arbeit auf der Weiterentwicklung von methodischen Konzepten im Fach Gehörbildung.Hochschulintern schlug Felbick mit seinen 12 Thesen (Felbick 2003) eine Diskussion über das musikpädagogische Konzept des Namensgebers Robert Schumann vor. Dies fand überregional Beachtung.Gehörbildungskonzepte in Coronazeiten s. YouTubeChannel Felbick und Fachverband GMTH/Digitale Lehre Zusätzlich war er in der Gesellschaft für Zeitgenössische Musik Aachen (GZM) tätig und engagierte sich maßgeblich für den Aufbau der vereinseigenen Musikschule music loft und des städtischen Kulturhauses Klangbrücke mit einer Studiobühne für Neue Musik/Improvisation/Jazz, Probe- und Unterrichtsräumen für die Freie Musikschule music loft und einer entsprechenden Infrastruktur.Winfried Pape, Hans-Walter Staudte: Die Gesellschaft für Zeitgenössische Musik Aachen. In: Robert von Zahn (Hrsg.): Neue Musik in Nordrhein-Westfalen – Die neun Gesellschaften für Neue Musik zwischen Aachen und Lippe. Kassel 2014, S. 42–52, hier: S. 44; Music loft Festschrift 1994, Internetpräsenz der GZM in der Aachener Klangbrücke

Sowohl in der „Klangbrücke“ als auch auf Fachkongressen hielt er Vorträge zu den Themen Neue Musik, Musiktheorie, Gehörbildung und Improvisation.Vorträge Lutz Felbick Felbick war ab 2006 Gastdozent an zahlreichen Musikhochschulen im In- und Ausland, unter anderem an der Hochschule für Musik und Theater München und der Schola Cantorum Basiliensis. Ab 2003 entwickelte er in Aachen das Konzept der privaten Singschule Tonart. Hier ist er als Chorleiter und Lehrer für Gehör- und Stimmbildung tätig.Christine Moraal, Musik in Aachen - Eine Musikgeschichte der Kaiserstadt, Aachen 2007, S. 106. Seine 2011 abgeschlossene musikwissenschaftliche Dissertation über Lorenz Christoph Mizler wurde als Veröffentlichung beim Georg Olms Verlag (2012) in zahlreichen Rezension im In- und Ausland positiv besprochen.In der Zeitschrift Forum Musikbibliothek (Jg. 34, Heft 1 / März 2013, S. 79) wurde Felbicks Buch vom Rezensenten Manuel Bärwald als "neues Standardwerk" bezeichnet. Die "sorgfältige Untersuchung des universellen Schaffens eines Gelehrten, der bislang immer im Schatten stand" sei eine "lesenwerte, materialreiche und kundige Arbeit" (Rezension von Birger Petersen in: Die Musikforschung 68.1/2015, S. 79–80.) Weitere Medienberichte zur Mizler-Dissertation auf der Website von Lutz Felbick. Diese umfangreichste Schrift Felbicks wurde am 26. Juli 2011 in der Süddeutschen Zeitung und am 23. September 2013 in einer Sendung Tonart des WDR3 ausführlich vorgestellt. Dieser Rundfunksender stellte am 3. Dezember 2013 hier ebenfalls Felbicks Forschungen zu Begriffsgeschichte des „Kulturorchesters“ vor. Aufgrund der Studie Felbicks (2015) kam es 2019 zur Reform des TVK durch die DOV. WDR3/Tonart stellte dann am 8.10.24 die aktuellen Forschungen Felbicks zu Peter Raabe vor und kündigte die Herausgabe von Felbicks Quellenedition von Raabes Werktreues Dirigieren an. Zu dem ab 2017 erscheinenden dreibändigen Lexikon Schriften über Musik lieferte Felbick drei Beiträge.Die Autoren dieses Standardwerkes wurden aufgrund ihrer internationalen Standards entsprechenden Expertise für das jeweilige Gebiet ausgewählt. 2018 war Felbick erstmals als Herausgeber tätig und legte zusammen mit anderen Autoren ein umfangreiches Buch zur Musikgeschichte Aachens vor, in welchem seit der Karolingerzeit nicht nur die wichtigsten Informationen, sondern zum gesamten Zeitraum bis zur Gegenwart auch umfangreiche Bibliographien aufgeführt sind.

Veröffentlichungen Tonträger W. A. Mozart: Vesperae Solennes De Dominica, Missa Brevis in D Major, Tantum ergo sacramentum. Marianna Busching, Michael Crabill, St. Thomas More Cathedral Choir, Carolyn Dill Smith, Lutz Felbick (Orgel), Gene Tucker, Peter Fay, Haig Mardirosian, St. Thomas More Cathedral Orchestra. 1990 (CD CRC 2074) (online). Lutz Felbick an der Orgel des Kulturhauses in Kiew (1990). Werke von J. S. Bach, F. Mendelssohn-Bartholdy, M. Reger u. a. (LP Мелодия C 1030351009). Lutz Felbick an der Klais-Orgel der Dreifaltigkeitskirche Aachen (1990). Germaine Labole: Symphonie en Si-Mineur, Jehan Alain: Trois Dances (LP Mitra 16221).Rezension in: The American Organist 25 , S. 46 JATO: Von Hisdorisch nach Gesus. Juni 1992. Dreifaltigkeitskirche Aachen. Lutz Felbick (Orgel), Jörg Drewing (Posaune, Didgeridoo), Regina Pastuszyk (Klarinette, Flöte, Taragot), Michael Küttner (Trommel, Perkussion) (CD Drops 018). JATO: Windladen (2011) mit Lutz Felbick (Orgel), Heribert Leuchter (Saxophone) (CD LUXMM13).Label Luxaries JATO: Konzertmitschnitt in St. Josef Köln-Porz am 29. September 2013. Lutz Felbick (Orgel), Heribert Leuchter (Saxophone) (CD Lupophon LUC 1002). Neujahrskonzert Notre Dame Paris 1989, inkl. 3 Bonustracks, Lutz Felbick, Orgel (LC 01052 ©NRGY). Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ, BWV 639, Choralbearbeitung von Johann Sebastian Bach (Musikbeitrag zum Film Heilige Spiele von Rüdiger Sünner) (Infos). Orgelmusik aus Kiew. Lutz Felbick an der großen Rieger-Kloss-Orgel der St. Nikolaus-Kathedrale Kiew (Organhall), LP-Aufnahme von 1990, digitalisiert 2023 (LC 01052 ©NRGY). Ja-to Bach Lutz Felbick (Orgel), Heribert Leuchter (Sopransaxophon) (CD LUXMM27 Infos, Klangbeispiele online)

Schriften (Auswahl) Buchveröffentlichungen Lorenz Christoph Mizler de Kolof – Schüler Bachs und pythagoreischer „Apostel der Wolffischen Philosophie“ (= Schriftenreihe der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig). Olms, Hildesheim 2012, ISBN 978-3-487-14675-1, . Tonarten einer Stadt – eine Zeitreise durch die Aachener Musikgeschichte, Herausgeber: Lutz Felbick (= Schriftenreihe Sammlung Crous. Band 11), Aachen 2018, ISBN 978-3-9817499-4-6 (Autoren: H. Barhainski, A. Beaujean (†), L. Felbick, N. Jers, H. Leuchter und T. Mengler). Leseprobe;weitere Infos auf academia.edu Bibliographie Gehörbildung / Hörerziehung mit Einführung und vierfachem Index [Bibliography of Aurals Skills and Music Perception]. Edition Tonart, Aachen 2021, ISBN 978-94-036-1929-3. Das Wunder des Hörens: Reflexionen zu einem musikalischen, wissenschaftlichen und spirituellen Thema. LIT Verlag, Münster 2024, ISBN 978-3-643-15338-8. Auszüge bei Google Books Werktreues Dirigieren - An Beispielen großer Orchestermusik gelehrt von Peter Raabe. Historisch-kritische Quellenedition von Lutz Felbick unter Mitarbeit von Elmar Kunkis. Nomos, Baden-Baden 2026. link zum Nomos-Verlag mit weiteren Informationen

Sonstige Publikationen Geschichte des evangelischen Gottesdienstes im Bergischen Land (Reformations- bis Franzosenzeit von 1518–1803). Düsseldorf 1982 (academia.edu). Geschichte der evangelischen Kirchenmusik in Aachen von 1898 bis 1943. In: Musik und Kirche, 5/1987, Bärenreiter-Verlag, Kassel, S. 241ff. The Soviet-American Organ-Festival in Aachen, West-Germany. In: The American Organist. 3/1989, S. 70ff. Sowjetische Orgelmusik. Eine Bibliographie von 178 Komponisten, die auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion geboren sind. In: H.-H. Eggebrecht (Hrsg.): Veröffentlichungen der Walcker-Stiftung – Musikwissenschaftliche Verlagsgesellschaft. Bd. 15. Kleinblittersdorf 1991, S. 95–149.