mini|Scharhörnbake 1898 Als Bake (auch Baake) oder Kap (auch Kaap) bezeichnet man in der Seefahrt ein festes Seezeichen. Eine Bake ist ein Hilfsmittel der Navigation. Sie bestehen aus gerüstartigen oder vollen Aufbauten, die sich scharf und auffällig vom Hintergrund abheben.Grundsätze für die Tagesbezeichnung von Fahrwassern, Untiefen und Wracken (Schiffahrtshindernissen) in den deutschen Küstengewässern, in Bundesgesetzblatt Teil II vom 27. Februar 1954, Seite 19, Ziffer 1.21 Als Baumaterial kommt vorrangig Holz, seltener Metall, zum Einsatz. Insbesondere bei einem Kaap ist ein aus Klinkern aufgemauerter unterer Teil zu finden, auf dem lediglich das Toppzeichen aus Holz gefertigt ist. Da Baken Tagessichtmarken sind, fehlt ihnen üblicherweise eine Befeuerung, sie ist aber zulässig. Eine Bake erfüllt nach ihrer Bauart nicht die Kriterien eines Leuchtturms. Aber die Grenzen sind nicht eindeutig.
Geschichte Das Wort Bake stammt aus dem Niederdeutschen. Im Mittelalter verstand man unter dem Begriff Bake so viel wie Zeichen (zur Orientierung). So wurden damals auch die ersten ausgelegten schwimmenden Tonnen als Baken bezeichnet.
Erste Baken gab es im Ostseeraum bereits im 13. Jahrhundert. An der Nordsee kamen sie im 15. Jahrhundert auf. Eine frühe Form von Baken waren sogenannte Kopfbaken. Dabei handelte es sich um in den Untergrund getriebene Stangen, die einen geflochtenen Körper als Toppzeichen trugen.
Wegen ihrer vorwiegenden Bauweise aus Holz mussten die Baken nach wenigen Jahrzehnten immer wieder erneuert werden.
Die 1661 erstmals errichtete Scharhörnbake war in ihrer Ausführung von 1898 bis zum 23. Dezember 1914 mit 29,10 m die höchste Bake der Nordseeküste.
Heutige Situation Im ausgehenden 19. Jahrhundert wurden die Rufe aus der Seefahrt lauter, eine Nachtfahrt zu den Häfen zu ermöglichen. Das führte in der Folge zu einem massiven Ausbau befeuerter Seezeichen. Leuchttürme wurden vermehrt errichtet und befeuerte Tonnen kamen zur Kennzeichnung der Fahrwasser häufiger zum Einsatz. Moderne Navigationsmittel wie Radar und Satellitennavigation kamen in den letzten Jahrzehnten hinzu. Damit verloren die Baken an Bedeutung. Viele Baken werden daher nur noch aus vorrangig touristischen Gründen erhalten. Andere werden ohne Ersatz abgebrochen und rückgebaut, wenn sie marode werden. So z. B. die Ostbake auf Wangerooge.
Allerdings wird insbesondere beim Bau von Richtfeuern darauf geachtet, dass sie wie Baken als Tagessichtmarke erscheinen. Das wird neben einer ähnlichen Farbgebung durch die Gestaltung der Toppzeichen erreicht, die bei Unter- und Oberfeuer gleich gestaltet sind.
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Ähnlichkeiten Aus mehreren Pfählen bestehende Dalben können als feste Seezeichen dienen.
Die Bakentonne trägt zwar den Wortteil Bake im Namen, ist allerdings ein schwimmendes Seezeichen.
Pricken und Stangen dienen als feste Seezeichen, vorwiegend markieren sie die Fahrrinnen in Flachwasserzonen. Pricken sind junge, mit Ästen versehene Bäume oder Baumzweige, die in den Untergrund gesteckt oder gespült werden. Stangen sind Spieren oder Pfähle, die ebenfalls in den Untergrund gesteckt oder gespült werden. An ihrer Spitze sind Besen befestigt. Zeigen die Reiser nach oben, stehen sie an der Backbordseite, zeigen sie nach unten, markieren sie die Steuerbordseite. Baken und Stangen müssen häufig jährlich neu gesetzt werden, da sie durch Sturm oder Eisgang beschädigt oder zerstört wurden. Es kommt auch vor, das die gekennzeichneten Fahrrinnen in Flachwasserzonen durch Strömung ihre Lage verändert haben. Auch das erfordert eine Anpassung der Markierungen durch eine veränderte Setzung der Pricken und Stangen.
Küstennah aufgestellte Rettungsbaken dienen als Zufluchtsort für Menschen in Seenot.
Schließlich dienen Meilenbaken zum Eichen der Logge im Vorbeifahren. Dabei stehen zwei oder mehr Bakenpaare in bestimmtem Abständen neben dem Fahrwasser. Die Verlängerung einer Linie durch die beiden Baken eines Paares markiert dabei einen bestimmten Punkt im Fahrwasser. Anhand der Passagezeiten dieser Punkte lässt sich die Schiffsgeschwindigkeit bestimmen. Solche Messstrecken gibt es zurzeit (Stand: 2011) noch an Elbe und Weser.
Siehe auch Tagessichtmarke Navigation Betonnung Liste der Baken auf den Ostfriesischen Inseln Kreidfeuer
Literatur
Hans-Joachim Luttermann: Blüsen, Baken, Feuertürme. In: Maritime Miniaturen. Hinstorff, Rostock 1986, ISBN 3-356-00036-5.
Georg Quedens: Amrumer Seezeichen. Leuchtfeuer, Bojen und Baken. Quedens, Amrum 2000, ISBN 3-924422-64-8. Gerhard Wiedemann, Johannes Braun, Hans Joachim Haase (Hrsg.): Das deutsche Seezeichenwesen 1850–1990. Zwischen Segel- und Container-Schiffsverkehr. Herausgegeben in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Schiffahrtsmuseum Bremerhaven. DSV, Hamburg 1998, ISBN 3-88412-275-4.
Einzelnachweise
Weblinks
Umfassende Übersicht zu Baken als Seezeichen Umfassende Übersicht zum Thema Baken und Leuchttürme (benötigt JavaScript)
Kategorie:Festes Schifffahrtszeichen