mini|200px|Ryszard Petru (2016) Ryszard Jerzy Petru (* 6. Juli 1972 in Breslau) ist ein polnischer Ökonom und Politiker (UD, UW, .N, PL2050). Er war Gründer der Partei Nowoczesna und seit der Gründung Mitte 2015 bis November 2017 deren Vorsitzender. Von 2015 bis 2019 und seit 2023 gehört er dem Sejm in dessen VIII. und X. Wahlperiode an.
Leben Petru wurde als Sohn eines Physikprofessors und einer Physikerin in Breslau geboren und absolvierte dort das Jakub-Jasiński-Lyzeum. Er studierte ein Jahr an der Fakultät für Informatik und Management an der Technischen Hochschule Breslau und erwarb später einen Abschluss in Internationalen Beziehungen an der Szkoła Główna Handlowa. Während seiner Studentenzeit war Petru Assistent des Abgeordneten Władysław Frasyniuk.
Auf Empfehlung seines Dozenten Leszek Balcerowicz nahm er seine Tätigkeit im Zentrum für Soziale und Wirtschaftliche Analysen (polnisch: Centrum Analiz Społeczno-Ekonomicznych) auf. Während Balcerowicz zwischen 1997 und 2000 Finanzminister war, fungierte Petru als Berater im Hinblick auf eine Rentenreform. Eine Beraterfunktion an der Seite von Balcerowicz hatte er bereits im Jahr 1995 inne.
In den Jahren zwischen 2001 und 2004 war er Ökonom bei der Weltbank. Im Rahmen seines Aufgabenfelds befasste er sich mit der Reform öffentlicher Finanzen, Regionalpolitik und dem Investitionsklima. Seine weitere Karriere setzte Petru in den Banken BPH, BRE und PKO BP fort und bekleidete dabei diverse Leitungspositionen. Von 2011 bis 2014 war er Partner bei PricewaterhouseCoopers in der Beratung polnischer Privatunternehmen tätig. Im Jahr 2014 war er kurzzeitig Aufsichtsratsvorsitzender der Polnischen Staatsbahn, wonach er in gleicher Stellung zu Solaris Bus & Coach wechselte. 2020 wurde er geschäftsführender Partner der Wirtschaftsrechtskanzlei Petru Zientek Capital Partners.Ryszard Petru Partner Zarządzający auf petruzientek.pl, abgerufen am 9. Oktober 2024.
Zwischen 2011 und 2015 war er Vorsitzender des Verbands Polnischer Ökonomen (polnisch Towarzystwo Ekonomistów Polskich). Petru ist in zweiter Ehe mit der früheren Sejm-Abgeordneten Joanna Mihułka-Petru verheiratet. Aus seiner ersten Ehe hat er zwei Töchter.
Politik Petru war seit 1991 zunächst Mitglied der Unia Demokratyczna und nach deren Fusion mit dem Kongres Liberalno-Demokratyczny seit 1994 der Unia Wolności (UW), erhielt jedoch bei der Parlamentswahl 2001 mit 4.646 Wählerstimmen kein Abgeordnetenmandat. Bereits zuvor hatte er sich bei den Selbstverwaltungswahlen 1998 erfolglos um ein Mandat im Sejmik der Woiwodschaft Masowien beworben.
Am 31. Mai 2015 wurde seine Partei Nowoczesna (Die Moderne) gegründet. Bei der Parlamentswahl im Herbst 2015 kandidierte er als deren Spitzenkandidat und erhielt in seinem Wahlkreis Warschau 129.088 Stimmen und zog in den Sejm ein.Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 9. Oktober 2024. Seine Partei erhielt landesweit ein Wahlergebnis von 7,6 % und wurde mit 28 gewählten Abgeordneten viertstärkste Kraft im Parlament.
Im November 2017 wurde Petru bei der Wahl zum Parteivorsitzenden überraschend abgewählt und durch seine damalige Fraktionschefin Katarzyna Lubnauer abgelöst. Im Mai 2018 verließ er gemeinsam mit zwei weiteren Mitgliedern wegen Unzufriedenheit die Partei und gründete die Fraktion „Liberalno-Społeczni“. Im Juli 2019 erklärte er seinen Rückzug aus der Politik.Ryszard Petru odchodzi z polityki onet.pl, 1. Juli 2019.
Bei der Parlamentswahl 2023 kehrte Petru für die Partei Polska 2050, der er inzwischen angehörte, auf der Liste des Wahlbündnisses Trzecia Droga wieder in den Sejm zurück.Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 9. Oktober 2024. Dort ist er Vorsitzender des Ausschusses für Wirtschaft und Entwicklung. Zudem entsandte ihn der Sejm in die Parlamentarische Versammlung des Europarates. Bei der Europawahl 2024 kandidierte er ebenfalls auf der Liste der Trzecia Droga, gewann aber kein Mandat.Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 9. Oktober 2024. Im März 2025 wurde er Vorsitzender des Sejm-Ausschusses für Deregulierung. Im Januar 2026 bewarb er sich um den Vorsitz von Polska 2050, belegte jedoch im ersten Wahlgang nur den vierten Platz.„Wybory następcy Hołowni w Polsce 2050. Są wyniki głosowania“ auf wydarzenia.interia.pl, abgerufen am 30. September 2026. Am 18. Februar 2026 kündigte er gemeinsam mit etwa einem Dutzend anderer Abgeordneter an, die Polska 2050 zu verlassen und eine neue Fraktion unter der Bezeichnung „Centrum“ zu gründen.„Rozłam Polski 2050. Oto skład nowego klubu parlamentarnego Centrum“ auf wiadomosci.onet.pl, abgerufen am 30. September 2026.
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