Die Österreichische Eishockeyliga 2004/2005 wurde zwischen sieben Vereinen ausgetragen. Der EC Red Bulls Salzburg spielte in dieser Saison zum ersten Mal in der höchsten Liga. Meister wurden nach der Finalserie zum ersten Mal in ihrer Vereinsgeschichte die Vienna Capitals, die sich im siebenten Spiel gegen den EC KAC durchsetzten.

Allgemeines Teilnehmer

Insgesamt nahmen sieben Mannschaften an der Meisterschaft teil. Nicht mehr dabei war die nach der letzten Saison ausgestiegene EHC Supergau Feldkirch, dessen Platz der letztjährige Nationalliga-Meister und Aufsteiger EC Red Bull Salzburg übernommen hatte.

Team Vorsaison Trainer EC KAC Meister Mats Waltin EC VSV Vizemeister Blair MacDonald Greg Holst (ab 11. Januar 2005)Greg Holst wieder Trainer beim VSV, Bericht auf hockeyfans.at vom 11. Januar 2005 EHC Black Wings Linz Halbfinal-Out Stanislav Barda Kurt Harand (ab 22. Dezember 2004)Kurt Harand neuer Trainer in Linz, Bericht auf hockeyfans.at vom 22. Dezember 2004 Graz 99ers Halbfinal-Out Mike Zettel Vienna Capitals Rang 5 Jim Boni HC TWK Innsbruck Rang 6 Per Samuelsson EC Red Bull Salzburg neu in der Liga Jorma Siitarinen (bis 22. Dezember 2004, Rücktritt)Siitarinen tritt als Trainer zurück, Bericht auf hockeyfans.at vom 22. Dezember 2004 Kjell Lindqvist

Austragungsmodus Die Saison 2004/05 begann am 21. September 2004, der 48 Spiele pro Mannschaft umfassende Grunddurchgang endete am 15. März 2005. Der Sieger einer Begegnung erhielt 2 Punkte, bei einem Unentschieden erhielten beide Mannschaften einen Punkt. Zusätzlich wurde eine 5-minütige "Sudden Victory Overtime" gespielt, bei der beide Mannschaften nur 4 Spieler einsetzen durften. Fiel auch hier kein Tor, so wurde ein Penaltyschießen ausgetragen. Der endgültige Sieger erhielt einen weiteren Punkt. Nach dem 24. Spiel fand eine Halbierung der bis dahin erzielten Punkte (Punkteteilung) statt.

Die vier bestplatzierten Mannschaften qualifizierten sich für die Playoffs. Im Halbfinale, welches im Modus Best-of-Five ausgetragen wurde, trafen der 1. und 4. bzw. 2. und 3. des Grunddurchganges aufeinander. Die beiden Gewinner bestritten eine Best-of-seven-Finalserie, in der der Österreichische Meister ermittelt wurde.

Transfers Bedingt durch das Lockout in der National Hockey League verstärkten sich auch einige der österreichischen Mannschaften nachträglich mit Spielern aus der weltbesten Liga. Die einzelnen Transfers lauteten wie folgt:

Mannschaft Spieler EC KAC Dan Cloutier (Torhüter, Vancouver Canucks), Mike Siklenka (Verteidiger, Dallas Stars) EC VSV Reinhard Divis (Torhüter, St. Louis Blues), Eric Weinrich (Verteidiger, St. Louis Blues), Jason Krog (Stürmer, Mighty Ducks of Anaheim), Ethan Moreau (Stürmer, Edmonton Oilers) HC Innsbruck Brad Isbister (Stürmer, Edmonton Oilers) EC Red Bull Salzburg Jay Pandolfo (Stürmer, New Jersey Devils), Marty Reasoner (Stürmer, Edmonton Oilers), Rob Tallas (Torhüter, Boston Bruins)

Grunddurchgang Nach dem Meisterschaftsbeginn am 21. September setzte sich zunächst der HC Innsbruck dank einiger Auftaktsiege an die Tabellenspitze. Das Mittelfeld blieb in der Folge eng zusammen, lediglich der Liganeuling aus Salzburg fand nicht zur Form und konnte erst im achten Spiel den ersten Sieg erzielen. In derselben Runde übernahm auch der EC KAC die Tabellenführung und konnte zwischenzeitlich einen großen Vorsprung auf die Gegner erspielen. Nach etwa einem Viertel des Grunddurchgangs fiel der EC VSV aus dem Mittelfeld zurück. Mit mehreren hohen Niederlagen zeigte sich nach und nach, dass Trainer Blair MacDonald die Mannschaft nicht zu führen vermochte. Das Schlüsselspiel fand am 24. Oktober 2004 in Villach statt, wo die Villacher nach insgesamt neunzehn erzielten Toren mit 8:11 gegen den abgeschlagenen Letzten Salzburg verloren. Der Verein reagierte und holte den damaligen Nationalteam-Torhüter Reinhard Divis an die Drau.VSV holt NHL-Torhüter Reinhard Divis, Bericht auf hockeyfans.at vom 24. Oktober 2004 Weitere Legionäre folgten, und unter der Führung des wenig später verpflichteten neuen Trainers Greg Holst konnte die Mannschaft allmählich zu ihrem Spiel finden.

Zur selben Zeit verletzte sich beim EC KAC Stammtorhüter Andrew Verner und musste mit einer Adduktorenverletzung lange Zeit pausieren. Im Tor übernahm der junge Hannes Enzenhofer, der sich jedoch dem Druck nicht gewachsen zeigte. Auch bedingt durch aufkommende Probleme in der Verteidigung gingen viele Spiele verloren, und Enzenhofer wurde durch die vielen Niederlagen unsicherer. Den Tiefpunkt erreichte das Team bei einem legendär gewordenen Spiel in Wien, das mit 1:6 verlorenging, unter anderem, nachdem Enzenhofer den Puck nach einem Befreiungsschlag der Wiener, die in Unterzahl agierten, seitlich vom Tor stehend und von der Schaufel seines Schlägers abprallend, ins Tor rutschen ließ. Auch hier wurde reagiert und mit Dan Cloutier ein NHL-erfahrener Torhüter geholt.Meister KAC holt NHL-Goalie Dan Cloutier, Bericht auf hockeyfans.at vom 19. Januar 2005 Dieser saß zunächst noch auf der Bank, als sich Verner für vier Spiele wieder fit meldete, aber die Verletzung wurde wieder akut, und Cloutier agierte bis zum Ende der Saison als Stammtorwart.

Die Capitals, die zunächst noch in der hinteren Tabellenhälfte lagen, arbeiteten sich in der Folge Rang um Rang nach vorne. Wie sehr die Capitals die zweite Hälfte des Grunddurchgangs dominierten, zeigte sich in der Statistik: zwischen dem 7. November und dem 18. Februar ging nur ein Spiel (in der Overtime) verloren. 24 von 25 Partien konnten gewonnen werden. Erst gegen Ende des Grunddurchgangs folgte eine kurze Schwächephase, aber der Vorsprung war inzwischen so groß geworden, dass der Zweitplatzierte, der EC KAC, am Ende trotz Punkteteilung acht Punkte Rückstand auf die Wiener hatte.

Während auch der EHC Linz nach und nach zurückfiel und schließlich wie Salzburg nicht mehr in den Kampf um die Playoff-Plätze eingreifen konnte, lagen am Ende Innsbruck, Villach und die Graz 99ers nur zwei Punkte auseinander. Letzten Endes verpassten die Grazer, obwohl punktegleich mit dem VSV, den Einzug in die Playoffs, da sie ihr letztes Saisonspiel auf eigenem Eis mit 3:4 nach Penaltyschießen gegen den EC KAC verloren hatten.

Tabelle nach dem Grunddurchgang (48 Runden) Platz Team SP S N SNV NNV T GT TVH PKT 1 Vienna Capitals 48 26 9 8 5 199 142 +57 57 2 EC KAC 48 24 14 6 4 151 125 +26 49 3 HC Innsbruck 48 18 16 6 8 151 135 +16 42 4 EC VSV 48 19 21 5 3 136 143 −7 40 5 Graz 99ers 48 22 18 2 6 152 147 +5 40 6 EHC Black Wings Linz 48 12 23 8 5 119 157 −38 32 7 EC Red Bulls Salzburg 48 11 31 1 5 131 190 −59 21

Statistiken Topscorer Rk Spieler Team GP G A PTS PIM +/- PPG PPA SHG SHA GWG 1 Mike Craig Capitals 41 32 39 71 84 +25 8 12 2 1 4 2 Warren Norris Graz 44 40 26 66 60 +16 7 8 0 2 6 3 Bob Wren Capitals 42 14 51 65 40 +20 3 17 1 0 3 4 Dave Chyzowski Capitals 43 31 29 60 168 +27 5 11 3 0 8 5 Jason Krog VSV 48 27 33 60 38 +8 7 10 2 1 6 6 Sean Selmser Graz 48 26 31 57 103 +8 12 12 1 0 3 7 Dieter Kalt Capitals 48 24 30 54 40 +24 7 7 1 2 4 8 Anthony Iob KAC 45 28 23 51 88 +17 9 6 2 1 5 9 Darcy Werenka Capitals 48 23 27 50 42 +30 10 7 1 4 2 10 Andreas Pušnik Innsbruck 45 15 35 50 46 +12 5 8 0 0 2 11 Lee Jinman Salzburg 48 14 36 50 38 −23 3 11 0 1 2 12 Conny Strömberg Graz 36 16 33 49 22 +8 4 11 2 0 2 13 Markus Peintner Capitals 48 17 31 48 60 +34 5 7 1 1 4 14 Kent Salfi Linz 45 16 30 46 34 −10 5 14 1 0 2 15 Gerhard Unterluggauer Innsbruck 47 14 31 45 56 +10 4 11 0 1 5 Legende:GP = Spiele, G = Tore, A = Assists, PTS = Scorerpunkte, +/- = Plusminuswert, PIM = Strafminuten, PPG = Powerplaytore, PPA = Powerplayassists, SHG = Unterzahltore, SHA = Unterzahlassists, GWG = Siegestore

Torhüter Rk Spieler Team GP GPI MIP SOG SVS GA SVS% GAA SO W L OTL 1 Andrew Verner KAC 18 17 1001:42 501 469 32 93.61 1.92 2 13 1 2 2 Dan Cloutier KAC 13 13 772:20 382 357 25 93.46 1.94 1 10 2 1 3 Reinhard Divis VSV 28 26 1483:58 807 746 61 92.44 2.47 2 13 11 1 4 Frédéric Chabot Capitals 47 43 2566:15 1356 1238 118 91.30 2.76 2 33 8 2 5 Pavel Nešťák Linz 38 38 2299:28 1230 1117 113 90.81 2.95 3 16 17 4 6 Patrick Machreich Graz 48 41 2316:50 1191 1080 111 90.68 2.87 2 21 13 6 7 Gert Prohaska VSV 37 20 1107:41 567 512 55 90.30 2.98 0 10 8 1 8 Claus Dalpiaz Innsbruck 45 44 2642:13 1209 1091 118 90.24 2.68 3 23 13 7 9 Walter Bartholomäus Graz 39 11 583:29 344 310 34 90.12 3.50 0 3 6 0 10 Jürgen Penker Salzburg 47 35 1926:40 1112 1002 110 90.11 3.43 0 9 20 3 11 Hannes Enzenhofer KAC 47 20 1140:40 556 489 67 87.95 3.52 0 7 11 1 12 Michael Mayer Linz 48 11 628:25 318 277 41 87.11 3.91 0 2 6 2 13 Rob Tallas Salzburg 15 12 641:55 341 294 47 86.22 4.39 0 2 8 1 Legende:GP = Spiele, GPI = tatsächliche Einsätze, MIP = Spielminuten, GA = Gegentore, GAA = Gegentorschnitt je 60 Minuten, SOG = Torschüsse, SVS = gehaltene Schüsse, SVS% = Fangquote, SO = Shutouts, W = Siege, L = Niederlagen, OTL = Niederlagen nach Verlängerung oder Penaltyschießen

Playoffs Playoff-Baum

Halbfinale Vienna Capitals – EC VSV Die Halbfinalserie zwischen den Vienna Capitals und dem EC VSV war nach nur drei Spielen entschieden. Die Villacher hatten sich zwar gegen Ende des Grunddurchgangs gesteigert, aber nie zu ihrer Form gefunden. Es zeigte sich ein deutlicher Klassenunterschied in den drei Spielen. Zwar lag der EC VSV in der ersten Begegnung zwei Mal mit 1:0 und 2:1 in Führung, Bob Wren sicherte seiner Mannschaft mit einem Hattrick jedoch den Sieg. Mitverantwortlich waren auch viele Strafen, die von den Villachern im zweiten Abschnitt genommen wurden, und die den Wienern drei Treffer in numerischer Überlegenheit ermöglichten.

Auch im zweiten Spiel blieb Bob Wren der Schlüssel zum Erfolg der Wiener, als er wiederum zwei Tore zum Sieg beisteuerte. Die Capitals konnten bis zur 28. Minute auf 3:0 davonziehen, während Villach nur im Powerplay gefährlich war. Erst in den letzten zehn Minuten gelangen den Hausherren zwei Treffer, der Ausgleich blieb ihnen jedoch verwehrt. Ein unsportlicher Nebenaspekt fand ebenfalls den Weg in die Medien, da der Villacher Ordnerdienst seiner Aufgabe nicht gewachsen war und sich zwischenzeitlich bis zu 150 Fans der Capitals unter die Villacher gemischt hatten. Das Spiel war außerdem um eine halbe Stunde verschoben worden.Caps siegen auch in Villach, Bericht auf hockeyfans.at vom 20. März 2005

Auch das letzte Spiel stand im Zeichen der Capitals: diese hatten sich bis zur Halbzeit einen Vorsprung von 3:0 herausspielen können. Für zehn Minuten kippte anschließend das Spiel, und es gelang den Villachern zu Beginn des Schlussdrittels sogar, den Ausgleich erzielen. Als Mike Craig aber nur eine Minute später das 4:3 für die Capitals erzielte, konnte der VSV nicht mehr zusetzen. Gregor Baumgartner besiegelte mit dem 5:3 das Aus für die Kärntner.